Soziale Ordnung oder wie Gesellschaft möglich ist

Nachfolgend aus soziologischer Perspektive ein paar Zeitzeugen, die beschreiben, wie aus ihren Perspektiven Gesellschaft verstanden werden muss. Jeder Zeitgeist und jeder Autor blickt aus eigener Perspektive auf Auffälligkeiten. Daraus ergibt sich über die Jahrhunderte ein Bild der grundsätzlichen Gesellschaft. Allerdings ist Gesellschaft auch sehr dynamisch, passt sich der Zeit an. Erschreckend dürfte sein, wie sich so manche Einzelheit im aktuellen Zeitgeschehen erneut aufzuflammen scheint. Es gilt daher sicher die Empfehlung an der einen oder anderen Stelle etwas genauer hinzusehen.

Ausgehend aus einem oberflächlichen Verständnis her, ist das Bild von Max Weber am zutreffendsten, wonach man sich eine Gesellschaft, eine Gruppe von Menschen in einem Kreis vorstellen könnte. Verschiedene Phänomene greifen ein. Wie bekannt aus der Konfliktbewältigung, sind die Teilnehmer einer Gruppe in Rollbildern zu finden. Alpha, Beta, Gamma, Omega, sowie Mitläufer und Außenseiter. Es existieren Rangkämpfe, Spannungen, kommunikative Verbindungen, Orientierungen, Motivationen, Konflikte, Methoden, Identitäten, Ziele und der Wunsch nach übergeordneter Sinnhaftigkeit. Neben einem Kreis, der Symbolisch für eine Gesellschaft steht, existieren weitere Kreise, im Sinne sozialer Systeme, wie man bei Luhmann sehen wird.

Dem allem geht etwas voraus, das sich durch Sittlichkeit, Normen, Regeln, Tugenden und Moral bestimmt. Bei Adam Smith und Herbert Spencer spielen Anerkennung und gegenseitige Beobachtung die Rolle. Beziehungen verdichten oder spalten in Gesellschaft durch den Werdensprozess. Wichtig bei allen Entwicklungen ist immer, wie entwickelt sich Gesellschaft auf Dauer! Wie beständig, wie robust, wie Resilient kann Gesellschaft sein und wer trägt wie dazu bei? Wenn Systeme eine Größe und Form erreicht haben, bei der deren Macht an der Grenze ist, dann verändern sich die Systeme und passen sich den Gegebenheiten neu an, wie Byung Chul-Han beschreibt.

Gesellschaft an sich ist aufgrund ihrer Vielfalt und Dynamik nicht einfach greifbar, und zu jedem Zeitgeist haben sich unterschiedliche Schwerpunkte dessen gezeigt, was Gesellschaft ausmacht und wurden dann untersucht. Das Ziel ist meist der Einfluss auf das politische bzw. Volkswirtschaftliche Leben innerhalb eines Staates. Heinz Abels von der Fernuniversität Hagen hat in einem zweiteiligen Band unter anderem die Vertreter der verschiedenen Theorien herausgearbeitet, die nachfolgend noch einmal auf die spezifischen Zusammenhänge für Modesoziologie und Künstlicher Intelligenz reduziert wurden.

Soziologie soll im Rahmen und als Basis der Mode, als auch der Verbreitung mit und durch moderne Social Media Kanäle gesehen werden. Social Media ist ein Kanal, der über die Regionalität hinaus Botschaften in ein weiteres Umfeld vermittelt. Damit verändert sich auch die Vorstellung in der Geschäftswelt. Nimmt man den besagten Kreis als Grundlage einer greifbaren Vorstellung, dann legt man das modische Verhalten, hier im speziellen Kleidung, über diese bildhafte Vorstellung. Denn Mode betrifft immer das zeitlich und dem Zeitgeist entsprechend aktuelle und kann demnach alles sein, vom Fahrzeug bis zum Möbelstück.

Wie eng Mode aber Ausdruck des Momentums ist und gesellschaftliches Verhalten zusammenhängen, darüber hat einzig deutlich Georg Simmel einen Bezug genommen, wodurch der enge Bezug deutlich wird. Die ganze Vielfalt und Dynamik von Gesellschaft zeigt sich inzwischen in der ganzen Bandbreite in und durch die Mode. Wird das gesellschaftliche Bild greifbar, dann legt man den Zyklus der Mode, vom Werden und Vergehen über diese Dynamik.

Weitere Aspekte

Es gibt aber noch zwei weitere Aspekte, die für ein Verständnis dafür wie Gesellschaft funktionieren soll von hoher Relevanz sind.

Zum einen die Künstliche Intelligenz, zum anderen die Gefahr zunehmender Konflikte.

In einer weiteren Stufe der Künstlichen Intelligenz nehmen zunehmend Agenten den Raum ein. Ein Wesensmerkmal dieser Agenten ist die Fähigkeit, mit seiner Umwelt zu interagieren. Genauso wie es Gesellschaft mit ihren Individuen tue. Doch bislang haben sie kein Bewusstsein. Nahezu alle nachfolgenden Autoren, die über die Jahrhunderte Tätig waren, greifen diesen Bezug mit der Umwelt auf. Basis dieser Agenten, künstlich neuronale Netze, also einer zum jeweils technologischen Fortschritt möglichen Nachbildung des Gehirns. Und das lässt ihre Komplexität so offen, so vielfältig eine Gesellschaft mit ihrer Umwelt zu agieren versteht.

Daniel Shapiro ist oder war einer der führenden Konfliktforscher. Er vermittelte häufiger den Nahost-Konflikt und ist ständiger Gast oder Gastgeber im Weltwirtschaftsforum Davos. Über seine Erfahrung im Umgang mit noch so verhärteten Fronten hat zwei Dinge gezeigt. Zum einen, bei Verhandlungen geht es immer um die Frage der Identität. Wer meine Identität ankratzt oder anzweifelt, der hat schlechte Karten den Konflikt friedfertig zu lösen. So in etwa könnte man Shapiros Ansatz verstehen. Shapiro spricht hierbei aber nicht von irgendwelchen Identitäten, sondern von Stammesidentitäten. Das schließt so vieles mit ein, wie in aller Regel die Religion, die gewachsene Kultur in oder aus einer Gesellschaft. Vielleicht steht dem aber auch voran, die Identität von Geschlechterrollen, wie dem Matriarchat und dem Patriarchat, die das Potenzial zu einer egalitären Gesellschaftsform besitzen. Und doch muss auch hier die Identität identifiziert werden, um sich seiner selbst besinnen zu können. Vor allem entscheidet sich auch hier, wie Shapiro zeigt, auf welche Seite man sich schlägt, ob man sich einem „Stamm“ einer Gemeinschaft angehörig fühlt, fühlen kann. Verstossen ist oder wird, oder gut integriert werden kann. Identität ist also auch eine Frage des Grundsätzlichen Motivs.

Adam Furguson zeigt das Konflikte den gesellschaftlichen Fortschritt begünstigen. Bekannt ist auch, das aus Konflikten Antriebe hervorgehen. Ganz abgesehen von den Verlusten die bei Konflikten hingenommen werden müssen. Shapiro hat bei seiner Lösungsfindung von Konflikten zwar eine eigene Lösung entwickelt. Aber, wie die Beschreibung der verschiedenen Perspektiven der nachfolgenden Soziologen zeigt, alle sind sich offensichtlich einig darüber, das über allem ein Geist schwebt. Unabhängig seiner Religion, unabhängig seiner Überzeugungskraft. Shapiro zeigt diesen Effekt sehr schön, in dem er verdeutlichen kann, wenn man in eine Atmosphäre verschiedener Parteien kommt, ein streitbarer Raum wie das Wirtschaftsforum, oder einem geselligen Treffen, oder in einem Ladenlokal. Über allem schwebt eine gewisse Atmosphäre. Diese Atmosphäre gilt von jetzt an. Genauso wie ich in diese Gesellschaft gehe, in diese mögliche Atmosphäre, genauso gehen auch andere dorthin, mit all ihren Sorgen, Nöten, vorbereitet oder unvorbereitet. Alle fügen sich für den Moment zu einem Geist. Die Atmosphäre kann sowohl friedfertig sein, sie kann aber streitfertig, streitbereit, konfliktoffen sein. Ist die Spannung zu sehr geladen, dann ist es oft Sinnvoll sich aus der Atmosphäre zu nehmen, sich selbst über sich im Klaren zu werden und dann in neue Versuche zu gehen. Konflikt ist immer dann zu bewältigen, wenn beide Seiten nicht nur ein Interesse daran haben, sondern vor allem auch dann, wenn wir die Existenz, die Identität des anderen als ein Heiliges Feld betrachten das unangetastet bleiben muss, so Daniel Shapiro.

Der übergeordnete Sinn, der erreicht werden will, Künstliche Intelligenz wird das tun, was Menschen an der Stelle wohl nicht mehr können. KI kann uns dabei unterstützen die Trennung zu überwinden. Otto Rank hatte einmal über das Trauma der ständigen Trennung des Menschen geschrieben, was als eines der fundamentalsten Psychologiebücher in Fachkreisen Anerkennung gefunden hat. Gertrud Lehner zeigt am aktuell anderen Ende der Zeit, das wir durch Mode alle einmal verbunden sein werden. So als wäre es die Erweiterung in einem Detail, das der Mensch nicht leisten kann. Zeitgleich an zwei Orten zu sein. Dennoch aufs Maximale verbunden und damit diese ursprüngliche Trennung zu überwinden. Dieser Akt ist Teil eines gemeinsamen Geistes der erworben werden möchte.

Noch ein Hinweis, für Menschen die ungerne lesen, der Text umfasst etwas mehr als 20 DIN A4 Seiten.


Definition des Begriffs Gesellschaft

Gesellschaft ist die strukturierte Gesamtheit von Individuen, die sich durch kulturelle Traditionen und gemeinsame Werte verbunden fühlen und in ihrem Handeln allgemeinen Normen folgen. Moderne Gesellschaften zeichnen sich durch Arbeitsteilung, Differenzierung von Rollen und zunehmende institutionelle Regelungen aus.


Der Leviathan – Thomas Hobbes

Alle gegen Alle und das der Mensch von Natur aus böse sei, ist ein Ansatz des Philosophen Thomas Hobbes. Dieses Böse und Alle gegen Alle als Bestandteil der Natur können nur durch eine zentrale Macht wie dem Staat, der mit Drohung und Sanktionen zu arbeiten weis unterbunden werden.

Thomas Hobbes (1588 – 1679), Staatsphilosoph, bietet eine Antwort auf die Frage wie Gesellschaft möglich ist durch sein Werk Leviathan 1651.
Der Mensch sei von Natur aus auf seinen Vorteil bedacht und setzt dieses Interesse auch gegen seine Mitmenschen durch. Nach Auffassung Hobbes hat die Natur die Menschen sowohl hinsichtlich der Körperkräfte wie der Geistesfähigkeiten ziemlich gleichmäßig begabt. Die aufkeimenden Unterschiede seien nicht so groß, dass diese nicht durch List oder Vereinigung mit Anderen überwunden und zur Befriedigung der Wünsche zu bewältigt wären.

Wünschen zwei dasselbe, beide aber nicht dasselbe haben können, so entsteht Feindschaft. Weil das Ziel, das durch die Selbsterhaltung verbunden ist zu erreichen, werden beide versucht sein den anderen zu unterwerfen. Eine klare Eigenschaft des Wettbewerbs.
„Wäre folglich keine Macht da, welche allen das Gleichgewicht halten könnte, so wäre das Leben der Menschen nebeneinander natürlich nicht bloß freudlos, sondern vielmehr auch höchst beschwerlich […]“ (Abels, 2019, S. 60). Jeder scheint zu meinen er habe mehr Anspruch auf die guten Dinge des Lebens, wodurch es zum Krieg aller gegen alle käme, so die These des Thomas Hobbes. Die Geschichte des Faustrechts zum Erhalt einer sozialen Ordnung hat sich in der Geschichte der Menschheit auf Dauer aber nie bewährt.


Wer die Macht hat Regeln zu umgehen, tue das auch. Die Sorge um den gewaltsamen Tod ist der Beweggrund weshalb Menschen bemüht sind Frieden finden zu wollen. Es benötigt daher eine höhere Macht, welche die Begehrlichkeiten des Einzelnen im Zaum zu halten weis. Dennoch sollen sich die Früchte seiner Arbeit sichern lassen können.

Hobbes denkt zunächst darüber nach, einen Herrscher oder gar Diktatoren zu benennen sei eine Lösung. Weil aber immer noch jemandes kommen kann, der noch stärker sein oder sich viele Schwache gegen den Herrschenden zusammen tun, bleibt nur der Weg eine Dauerhafte Ordnung zu installieren.

Hobbes: der große Leviathan

„Jeder muss alle seine Macht oder Kraft einem oder mehreren Menschen übertragen, wodurch der Wille aller gleichsam auf einen Punkt vereinigt wird, so dass dieser eine Mensch oder diese eine Gesellschaft eines jeden einzelnen Stellvertreter werde und ein jeder die Handlungen jener so betrachte, als habe er sie selbst getan. (…) Es ist eine wahre Vereinigung in einer Person und beruht auf dem Vertrage eines jeden mit einem jeden, wie wenn ein jeder zu einem jeden sagte: Ich übergebe mein Recht, mich selbst zu beherrschen, diesem Menschen oder dieser Gesellschaft unter der Bedingung, dass du ebenfalls dein Recht über dich ihm oder ihr abtrittst. Auf diese Weise werden alle einzelnen eine Person und heißen Staat oder Gemeinwesen. So entsteht der große Leviathan.“ (Zitat, Hobbes, Abels, 2019, S. 61)

Gesellschaft wird dadurch möglich, das dem Einzelnen in seiner Natur Einhalt geboten würde. Zu erreichen über einen wechselseitigen Vertrag. Die Individuen übertragen ihre einzelne Macht auf eine zentrale Instanz, dem Staat. Er ist mit Sanktionsmacht ausgestattet. Der Vertrag, als Garantie der Freiheit für alle ist unkündbar. Um überhaupt frei zu sein, muss das Individuum ein Stück seiner Freiheit aufgeben. Freiheit gibt es nur, wo es Regeln gibt, die die Freiheit beschränken. (Abels, 2019, S. 61).


Gesellschaftsvertrag und moralische Freiheit – Jean-Jacques Rousseau

Für den Schweizer Philosophen Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) ist der Mensch von Natur aus gut. Er fühlt selbst und beurteilt seinen Nächsten nach sich selbst. Rossueau ist daher kein Befürworter, einer Gesellschaft eine zwangsläufige Form geben zu müssen und fordert stattdessen ihren natürlichen Urzustand. In einem solchen idealen Urzustand ist eine soziale Ordnung zu finden, bei der niemand über einen Anderen herrscht, alle gleich sind und ihre individuelle Freiheit einem gemeinsamen Willen (volonté génerale) unterstellen. Gleichheit ist bekannt als eine Eigenschaft der geschlechtlich, weiblichen Natur und steht dem Wettbewerb ausgleichend gegenüber, wie man noch später sehen wird. Diese Darstellung ist durch Erich Fromm geprägt, der über die Frau, die Mutter schreibt, die alle Kinder auf die gleiche weise liebt und keines von ihnen bevorzugt. Die Väterliche Figur hingegen ist Wettbewerb und ist fordernd.

Den Urzustand beschreibt Rouesseau in seinem Werk „Gesellschaftervertrag“ als das der wilde Mensch in Einklang mit der Natur lebte und beschied sich mit dem was diese ihm bot. „Wer wenig wünscht, hängt von wenigen Menschen ab“, so seine Darstellung (Abels, 2019, S.62). Beziehungen nimmt der Mensch nur dann ein, wenn er mit den Herausforderungen nicht mehr alleine fertig wird. Der Mensch tat sich dann in einer temporären Vereinigung zusammen, die bis zum Ende des dann gelösten Problems dauern sollte.

Die Beziehungen zwischen den Menschen entstand erst mit dem Akt der Sesshaftwerdung. So beschreibt Rousseau es mit dem Hinweis auf die Erfindung der Erzbearbeitung und des Ackerbaues. Sobald Menschen sich auf das Handwerk konzentrierten Eisen zu schmelzen und zu hämmern, benötigten sie andere die für sie die Nahrung beschafften. Die nährenden hingegen konnten ihre Produktivität erst mit den Werkzeugen verrichten, die ihnen geliefert werden sollten.

Mit dem Ackerbau war auch die Vorstellung geboren, das Land aufteilen zu müssen. Und so musste ein Land als Eigentum deklariert und Anerkennung erhalten. Es entstanden Rechtsregeln. Der Mensch wurde abhängig voneinander und es entstanden Regeln die ein gesellschaftliches Verhältnis erforderlich machten (société). Der Mensch stand in der Tatsache sich mit Anderen verbunden zu fühlen und damit seinen individuellen Willen einzuschränken (Abels, 2019, S.63). Rousseau sieht aber nicht das Problem der Vergesellschaftung in der Sesshaftwerdung, sondern er schaut hinter das Problem und sieht, Menschen suchen Beziehungen untereinander. Daraus entstünden dann die Akte der Vergesellschaftung.

Die Abhängigkeit entstand seiner Auffassung nach dadurch, das sich Menschen auf bestimmte Tätigkeiten spezialisierten und anderes vernachlässigt wurde. Die Früchte der eigenen Leistung wurden als Besitzergreifend empfunden, was man durchaus als die Kehrseite des Seins in der Welt begreifen kann, dem das „Haben“ wollen gegenüber steht. Besitz haben zu wollen ist wie man sieht, zwangsläufig mit der Sesshaftwerdung entstanden. Die Maloche, die Energie und Kraft aufgewendet zu haben, mit den eigenen Händen etwas erschaffen zu haben, bindet an das Besitzen wollen. Vom eigenen Besitz und dem Werk der eigenen Hände wollte man auch nichts Freiwilliges abgeben. In diesem Augenblick entstand Neid, Konkurrenz und Machtverhältnisse. Jeder will sich auszeichnen, um dadurch den Anderen herabzusetzen. Wer etwas am besten konnte, wurde am ehesten bemerkt. Der erste Schritt zur Ungleichheit und der erste Schritt zum Laster. Stolz, Verachtung, Scham und Neid fanden Eingang in ihre Kultivierung (Abels, 2019, S.63).

Es entstand eine Gesellschaft der Ungleichen und der Herrschaft weniger über viele. Der wilde Mensch lebt in sich, der gesellige hingegen ist immer außer sich und lebt nur in der Meinung, die Andere von ihm haben, drückt sich Rousseau konkret platziert aus. Ein guter Leumund, Ehre, Vorzüge, ein ständiges vergleichen Untereinander verbunden mit der Wut sich hervorzutun, seien das im Menschen verzehrende, machten sie zu Konkurrenten, Nebenbuhlern oder zu Feinden. Für Rousseau ist darin der Unterschied zur Urgesellschaft zu begreifen, die dazu im Gegensatz böse wurde. Der Wettbewerb untereinander macht Menschen, ganz im Gegensatz zur Gleichheit in der Urgesellschaft böswillig. In Gesellschaft mit Anderen zu leben mache den Menschen böse (Abels, 2019, S.64). In seinem Erziehungsroman „Èmile“ schrieb Rousseau, „Wir nähern uns einer Krise und dem Jahrhundert der Revolution.“ (Zitat Rousseau 1762, Abels, 2019, S.64). Die Menschen standen untereinander in einer Konkurrenz, in der der größte Teil benachteiligt wurde; was die Verteilung des Reichtums, die politische Macht und vor allem die Rechte anging, konnte von Freiheit und Gleichheit keine Rede sein. Die Gefahr, dass Gesellschaft auf Dauer zerfallen würde, war gegeben. Das Problem jeder sozialen Ordnung sah Rousseau darin, dass die Freiheit des Einzelnen durch rechtliche Vereinbarungen, Machtverhältnisse, Konkurrenz und Abhängigkeiten eingeschränkt sei (Abels, 2019, S.64).

Bei Thomas Hobbes schlossen Menschen aus Furcht voreinander einen Vertrag ab, hielten sich daran, weil der Staat diesen mit Gewalt durchsetzen konnte. Am Akt der Gewalt hat Rousseau, auf Dauer gesehen, Zweifel an der Durchsetzung. Rousseau glaubt an die Vernunft des Menschen, und daran das eine freie Vereinigung zu gemeinsamen Handeln führen könne. Der freie Wille ist das Motiv bei dem Menschen sich freiwillig zusammen tun und sich als Teil eines gemeinsamen Körpers betrachten.


Der Moral- oder Kollektivkörper „Jeder von uns unterstellt gemeinschaftlich seine Person und seine ganze Kraft der höchsten Leitung des Gemeinwillens (volonté générale); und wir empfangen als Körper jedes Glied als unzertrennlichen Teil des Ganzen. Im gleichen Augenblick entsteht aus dieser Vergesellschaftung, anstelle des einzelnen Vertragspartners, ein Moral- und Kollektivkörper.“ (Zitat Rousseau, Abels, 2019, S.64)

Der Mensch verliert zwar eine Form natürlicher Freiheit, aber er gewinnt eine moralische Freiheit. Er ist überzeugt, wenn der Egoismus der Einzelnen unterdrückt würde entsteht die wahre Gesellschaft. Doch die Macht der Vernunft sollte seiner Auffassung nach nicht genügen. In der „Abhandlung über die politische Ökonomie“ schreibt Rousseau über die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Erziehung, was unter dem heutigen Aspekt auch durch Kultivierung der Bildung, (Rousseau „Die Bildung von Bürgern“ verstanden werden kann. Es ist gut, „die Menschen so zu nehmen, wie sie sind“, aber „viel besser“ ist es, wenn man sie so macht, wie man sie braucht“; wenn man will, dass sie den Gesetzen gehorchen, dann muss man alles tun, dass sie sie lieben“ (Zitat Rousseau, Abels, 2019, S.65). Die Seele muss zu dem großen Ziel zu erheben sein, sich mit dem größeren Ganzen identifizieren können. An der Stelle des Individuellen, ungebundenen muss eine moralische Existenz treten (Abels, 2019, S.66).

Die größte treibende Kraft öffentlicher Autorität, ist die im Herzen der Bürger, meint Rousseau weiter und sagt auch, das Soziale Ordnung nicht durch Androhung von Strafe zustande komme, sondern das eine moralische Haltung Teil eines Ganzen werden muss, zu der sich alle verpflichtet fühlen. Eine Art sozialen Gewissens.
Letztlich kann der Mensch nicht zum primitiven Naturzustand zurückkehren, dem er entgangen ist. Daher muss ein Naturzustand institutionalisiert werden. Gesellschaftliche Gesetze müssen den unwiderstehlichen Charakter von Naturgesetzen haben, denn damit steht der Mensch einer Naturgewalt gegenüber.


Sympathie, Ethik und nützliche Erfahrungen – Schottische Moralphilosophie


Die Zeit des philosophischen Empirismus hat als Ausgangspunkt die Erfahrung anstatt der Erkenntnisse. Im Zentrum stand die Frage wie menschliches Zusammenleben in der Gesellschaft funktioniert, möglich ist und sich erhält.


Sittlichkeit und Nützlichkeit sozialer Tugendenden – David Hume

Jedes Urteil, das aus dem Verstand hervorgeht, geht auf die Erfahrung in der Welt zurück. Und diese sind der sinnlichen Wahrnehmung und Empfindung zu entnehmen. Die sinnliche Empfindung ist das auslösende Motiv des individuellen Handelns. Sie sind auch Basis unserer Sittlichkeit, auf das Zusammenleben mit anderen gerichtete Gefühle. So lautet die Ausgangsthese des Britischen Philosophen David Hume (1711 – 1776). In jeder Gesellschaft hat das Individuum eine natürliche Empfindung dafür, was sittliche richtig ist, als Tugend bezeichnet und was sittlich verwerflich ist, als Laster bezeichnet. Der Mensch hat von Natur aus einen moralischen Sinn, anhand dessen er Charakter und Verhalten, sowie soziale Regeln bewertet und beurteilt, als gut oder schlecht empfindet.

Sympathie, natürliches Mitgefühl ist für Hume die Verbindung zwischen Gefühl und angemessenem Verhalten. Moralsysteme entstehen aus individuellen Gefühlen für richtig und falsch, aus dem Mitgefühl für Andere und aus der Erfahrung, dass ein bestimmtes Handeln nützlich für alle ist. Das ist eine Erklärung, wie Gesellschaft möglich wird und wie sie sich erhält (Abels, 2019, S. 67).

Menschen mangelt es, ganz anders als den Tieren, an so vielem. Der Mensch ist auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Gesellschaft gleicht diese Schwäche aus. Die Kraft eines einzelnen, so Hume, genügt nicht um irgendein bedeutsames Werk zu errichten. So vieles wird zeitgleich gebraucht, die Kräfte des Menschen sind nicht immer gleich. Durch Vermehrung der Kräfte (conjunction of forces) wird die Leistungsfähigkeit vermehrt. Teilung der Arbeit (partition of employments) lässt Geschicklichkeit fruchten und wenn wir einander Beistehen (mutual succor) sind wir in der Gesellschaft weniger Abhängig von Glück und Zufall, so Hume. Gesellschaft wird nützlich.

Aus dieser Nützlichkeit entsteht die Erfahrung, das bestimmte Verhaltensweisen gut und förderlich für das Zusammenleben sind und damit als sittliche Tugenden ihren Eingang finden. Aus dem nahestehenden Mitgefühl für den Vorteil, der sich durch Gesellschaft ergibt, entsteht die Tugend der Gerechtigkeit (justice). Nicht die Vernunft, sondern das sittliche Gefühl für das Gute, zweckmäßige und Gerechte das zum Wohl aller führt, gilt daher als Basis jedes Moralsystems, führt Hume weiter aus (Abels, 2019, S. 68).

Die Fähigkeit, aber auch der Wunsch und Wille sich in andere hineinzuversetzen ist nach David Hume die Voraussetzung für den Erhalt einer Art sittlicher Ordnung in einer Gesellschaft.
Durch die Frage der Sittlichkeit wird jede und jeder zum Beobachtenden des Anderen. Wenn aber jeder unterschiedlichen Standpunkte hat, wie ist die Verständigung möglich?

David Hume hat hier in der „Untersuchung über die Prinzipien der Moral“ 1751 gezeigt, das auch dann, wenn ein Herz sich mit dem Individuellen nicht immer anfreunden mag, so üben die moralischen Unterscheidungen einen solchen Einfluss aus, dass sie allen den Zwecken der Gesellschaft genügen. Soziale Tugenden werden aus diesem Grund auch von allen in gleicher Weise geschätzt. Tugenden wie Gerechtigkeit, Ehrlichkeit oder Vertrauen sind für die Durchsetzung von Interessen nützlich (Abels 2019, S. 68). Die Prinzipien der Menschenliebe und Sympathie sind so tiefgreifend verwurzelt, das ihr Einfluss auch die stärksten Missbilligungen oder Billigungen im Anderen Hervorrufen. Ein Jedes in der Gesellschaft strebt nach Anerkennung und ist daher um ein tugendhaftes Verhalten bemüht. Nach Hume ist Moralität kein Gefühl das sich aus dem Verstand oder Urteilskraft ableitet. Moralität kommt seiner Empfindung nach aus dem Herzen.


Die Kraft der Anerkennung – Adam Smith

Adam Smith (1723 – 1790) ist der vielleicht bekannteste Moralphilosoph seiner Zeit. In der „Theory of Moral Sentiments“ von 1759 beurteilen Menschen naturgemäß zunächst das Verhalten und den Charakter ihrer Nächsten. Es folgt anschließend die eigene, vielleicht noch unkritische Beobachtung an sich selbst. Ggfl. als Introspektion bezeichnet. Was auch immer es ist, Smith zeigt sich hier nicht weiter tiefgründig, das Prinzip der menschlichen Natur hat ihn dazu bestimmt, am Schicksal Anderer Anteil zu nehmen (Abels 2019, S. 69). Freud und Leid werden geteilt, was Smith als Sympathie bezeichnet. Für Adam Smith ist dieser Ursprung von Sympathie aber nicht wie bei David Hume gemeint, sondern bei ihm ist Mitgefühl eine Affektreaktion.

„Da wir keine unmittelbare Erfahrung von den Gefühlen anderer Menschen besitzen, können wir uns nur so ein Bild von der Art und Weise machen, wie eine bestimmte Situation auf sie einwirken mag, dass wir uns vorzustellen suchen, was wir selbst wohl in der gleichen Lage fühlen würden.“ Wir „versetzen uns in die Lage“ eines Anderen und treten „in unserer Phantasie (…) gleichsam in seinen Körper ein und werden gewissermaßen eine Person mit ihm; von diesem Standpunkt aus bilden wir uns eine Vorstellung von seinen Empfindungen und erleben sogar selbst gewisse Gefühle, die (…) den seinigen nicht ganz unähnlich sind.“ (Zitat Smith, Abels 2019, S. 69).



Als Individuen der Gesellschaft bilden wir uns über diese Formen der Beobachtung unser Bild, bestimmen unsere Regeln und beurteilen auf dieser Basis was rechtens sei oder zu meiden von Vorteil sei. Aus dieser Beobachtung heraus entwickeln Menschen den Sinn für die Moral. Und weil die Schlussfolgerung immer vom einzelnen auf das Allgemeine oder umgekehrt vom Allgemeinen auf das Individuelle geschlossen wird, entsteht darüber eine gemeinsame Vorstellung über das Gute und Gebotene auch für die Gesellschaft oder das Individuelle Abels, 2019, S. 69).

Smith´s Theorie setzt allerdings die Frage nach dem Ursprung eines Allgemeinwohles bzw. Interesses an anderen Menschen voraus. Man Beobachtet also nur, was den Blick auf sich zieht!
Es sind nicht die Regeln die uns zu einem tugendhaften Handeln überführen, sondern die Beobachtungen der öffentlichen Meinung. Die öffentliche Meinung ist kurzweilig so dominant, dass sie göttliches oder staatliches Gesetz übertrumpfen.


Neben Thomas Hobbes und Jean Jaques Rousseau reiht sich die unsichtbare Hand von Adam Smith in die Hoffnung einer übergeordneten mentalen Orientierung ein. Für Adam Smith ist die Vorstellung, das Menschen sich unter der Sinnhaftigkeit einer unsichtbaren Hand intuitiv zu organisieren wissen, der Inbegriff gesellschaftlicher Selbstregulierung, die von den Handlungen der Einzelnen her zu begreifen ist (Abels, 2019, S. 71). Die unsichtbare Hand nach Adam Smith gilt als das Prinzip das zum geordneten Ganzen wirkt, und uns als jene gesellschaftliche Einrichtung empfiehlt, die bestimmt ist die allgemeine Wohlfahrt zu fördern.


Konflikte befördern den Gesellschaftlichen Fortschritt – Adam Ferguson

Bei Adam Ferguson (1723 – 1816) sind es die Gegensätze und Konflikte der Selbsterfahrung des Menschen, die in die fortwährende Gestaltung der Gesellschaft einfließen. Seine Ansätze sind bei der Anpassungsfähigkeit an die gesellschaftlichen Entwicklungen zu sehen. Der Mensch sei demnach das Produkt konkreter Verhältnisse, Produkt sozialer Erfahrung. Weil der Mensch in Gruppen vorkommt, kann man diesen nur begreifen, wenn man sein Verhalten in Beziehung zu anderen Individuen betrachtet. Einerseits identifiziert sich das Individuum mit der Gruppe, andererseits setzt es sich von Gruppen ab.
Weil beide in Wechselwirkung zueinander stehen, sich also gegenseitig bedingen, kann der Mensch erkennen, wie er sich vom Anderen unterscheidet und wird sich dann seiner Eigenheiten bewusst. Jede Gesellschaft schaut auf andere mit verachtenden Blicken herab. Durch die Abwertung Anderer glaubt sich der Mensch aufwerten zu können. Mit dem Fremden Erfahrung zu generieren, bedeutet die Erfahrung mit gesellschaftlicher Integration zu empfangen. Integration stärkt die Verbundenheit einer Gruppe. Die Erfahrung des Fremden spornt den Wettstreit an, so Ferguson.
Das Handeln des Individuums ist wie das Erfüllen eines persönlichen Plans. Bei der Flut der Erregungen und dem Entdecken der Gefühle während seiner Handlungen scheint der Geist sein Wesen zu entfalten. Durch das Drängen auf Aktivität schafft der Mensch sich Verhältnismäßigkeiten und wird Schöpfer seiner Gestalt (Abels, 2019, S. 72).

Auch Ferguson ist der Auffassung das der Mensch eine Anlage zur Gesellschaft hat und glaubt daher warum Gesellschaft möglich ist. Eine Form der „ardent affection“ – innige Zuneigung seit die Basis die man zu seinesgleichen empfindet. Während Bekanntschaft und Gewohnheit gepflegt sind, findet diese Zuneigung ihren Nährboden. Die Handlungen in der Gemeinschaft gehen von einem moralischen, von einem sittlichen Gefühl aus, das der Erfahrung aus der Handlung zu Anderen zu entnehmen ist (Abels, 2019, S. 73).
Interessengegensätze oder Konflikte sind nützlich. In der Freiheit des Menschen verfolgt dieser eigene Interessen. So kommt es zwangsläufig zu Konflikten. In der Diskussion aus diesen Unrechtmässigkeiten entstehen soziale Tugenden. Es werden Kompromisse geschlossen die den Begriff der Freiheit des einzelnen neu umreisen. Eine Gesellschaft die streitbar und engagiert ist, benötigt die Konflikte als Antrieb und Motivation sich selbst zu entdecken und neu zu erfinden. Konflikte befördern den gesellschaftlichen Fortschritt.

Menschen sind durch die sozialen Umstände geprägt. Das Zeitalter, in dem sie leben beherrscht, die dominanten Themen der Zeit und damit die Diskussionen. Auf der Basis des Zeitalters, des Zeitgeistes herrscht eine Art Mainstream in den Köpfen der Menschen vor und herrscht über diese. Aus diesem ist im Grunde kein ausbrechen möglich, weil, wie Ferguson sagt, wir an die vorherrschenden Institutionen und Organisationen des Zeitgeistes angepasst sind. Das soziale Leben. Erst ab einer bestimmten Komplexität der Gesellschaft kommt Macht an ihre Grenzen und führt Veränderungen herbei (Byung, 2019). Der Mensch ist Formbar und sozialisierbar (Abels, 2019, S. 74)!


Gleichheit und Wettbewerb in pulsierender Wechselwirkung – Herbert Spencer

Herbert Spencer (1820 – 1903), englischer Philosoph und Soziologe findet sich mitten im politischen Liberalismus als auch der Zeit der Industrialisierung in England. Fasziniert von der Evolutionstheorie Darwins, greift dieser das gesellschaftliche Verständnis an genau der Stelle erneut auf. Struggle for existence – „Kampf ums Dasein“ als auch survival of the fittest – „Überleben des Passendsten“ als ein Verständnis der Fitness und Angepasstheit bekommt aktuell auch durch die Künstliche Intelligenz wieder eine neue Dimension bei neuem Zeitgeist. Was Darwin einst erschloss sieht Spencer auch in der sozialen Entwicklung der Gesellschaft.
In Wechselwirkung der Individuen und gesellschaftlicher Organisation setzen sich Regelungen durch, die sich in einer Verhältnismäßigkeit als zweckmäßig erweisen. Wann immer von Wettbewerb und Gleichheit in Gesellschaften gesprochen wird, so handelt es sich auch um lineare und im wechsel dazu, zyklische Entwicklungen. Man könnte auch sagen, Gesellschaft wechselt zwischen beiden systemischen Verhaltensweisen. Denn Erich fromm spricht von der Gleichheit die von Frauen, dem weiblichen Geschlecht ausgeht, während Wettbewerb einem männlichen Geschlecht entwachsen ist. Für Spencer ist Gesellschaft ein Organismus, der mittels Differenzierung und Integration seiner Teile gekennzeichnetes Wachstum aufweist (Abels 2019, S. 75).


,,Die Gesellschaft ist einem fortwährenden Wachstum unterworfen. Während sie wächst, werden ihre Teile ungleich: sie zeigt also auch eine Zunahme der Verschiedenheiten des inneren Baus (structure). Die ungleichen Teile übernehmen zugleich Tätigkeiten verschiedener Art. Diese Tätigkeiten weichen nicht einfach voneinander ab, sondern ihre Verschiedenheiten stehen in der Beziehung zu einander, dass die eine erst die andere möglich macht. Die wechselseitige Unterstützung (reciprocal aid), welche sie sich auf diese Weise gewähren, verursacht dann wieder eine wechselseitige Abhängigkeit (mutual dependence) der Teile, und indem die wechselseitig abhängigen Teile so durch und für einander leben, bilden sie ein Aggregat, das nach demselben allgemeinen Grundsatz aufgebaut ist wie ein einzelner Organismus.“ (Zitat Spencer, Abels, 2019, S. 76)

Die dauerhaften Beziehungen zwischen den Teilen der Gesellschaft nennt Spencer Struktur. Die wechselseitige Unterstützung der Teil seien Funktionen. Beide Bedingen einander! Daraus ergibt sich die soziale Entwicklung die das Resultat einer fortlaufenden Differenzierung der Funktionen und Integrationen ist.

Die zwanghafte Kooperation löst sich im Verlauf der Evolution durch eine freiwillige ab. Nimmt man ein bestimmtes Gebiet in dem Menschen leben, dann beginnen die Horden und Stämme nach und nach an einer festen Stelle zu siedeln. Es beginnen sich Fertigkeiten herauszubilden. Jeder entdeckt im einzelnen was er oder sie am besten kann. Alle Mitglieder der Gemeinschaften tun nun nicht mehr dasselbe, sondern spezialisieren sich auf das, was sie am besten können. Hervorgehobene und entdeckte Leistungen Anderer werden in Anspruch genommen. Jeder Teilnehmer erbringt damit eine besondere Leistung. Und wie sich das so verhält, wenn Spezialisierungen ins Spiel kommen, dann wird eine andere Leistung vernachlässigt. Es fehlt eine andere, die dann zugekauft oder erworben werden muss. Erneut muss man aufgrund der aktuellen Entwicklung auf die Künstliche Intelligenz ansprechen. Aufgrund der Entwicklungen ist die Chance für jeden Menschen gegeben sich mit der KI zu beschäftigen, vielmehr mittels Verwendung von Software eigene Leistungen zu erstellen. Jeder hat – im Sinne der Gleichheit – gleiche Voraussetzungen und ist in der Lage eine Spezialisierung herauszuarbeiten.

Wer in der Lage ist, mehr Leistung erbringen zu können als andere – survival of the fittest – kann in andere Tauschoptionen gehen als Menschenieas weniger Tief in einer Spezialisierung verankert sind. Ein Prozess der Arbeitsteilung ist entstanden, bei dem ein Übermaß an Möglichkeit entfaltet werden konnte. Die Kooperation basiert auf freiwilliger Natur, weil in Anerkennung der individuellen und der gemeinsamen Bedürfnisse ein gerechter Austausch von individuellen Leistungen zustande kommt (Abels, 2019, S. 77).
Die Arbeitsteilung mach den Akt der Gesellschaft lebendig. Den wie bei einem lebenden Körper entsteht durch die Zunahme der Masse auch eine Zunahme der inneren Struktur. Dabei entsteht eine fortlaufende Differenzierung der Funktionen. Differenzierung meint den Fortschritt vom Allgemeinen hin zum Besondere, oder wie Spencer sich ausdrückte, in der „Umwandlung des Gleichartigen in das Ungleichartige“ Abels, 2019, S. 77). Denn mit jeder Spezialisierung werden die Teile der Gesellschaft erneut ungleich. Ein Kennzeichen vom Wechsel aus homogenen Gesellschaften hin zu heterogenen Gesellschaften. Spencer stellte weiterhin fest, das parallel zur Funktionsdifferenzierung eine fortschreitende Integration verläuft. Bislang erfahrene Einzelaktivitäten werden zu einer ständigen Struktur zusammengeführt. Nimmt dabei die Differenzierung zu, werden die Verbindungen der einzelnen Teile und Kräfte enger, weil diese einander bedingen und aufeinander angewiesen sind. Es entstehen soziale Aggregate. Darin sind Funktion und Struktur der Teile füreinander und dem sozialen Ganzen bestimmt. Das soziale Wachstum besteht daher in der fortlaufenden Differenzierung und stärkt und stabilisiert sich durch die fortlaufende Integration. Es entsteht ein dauerhaftes und fließendes Gleichgewicht (Abels, 2019, S. 77). Der Kern der Theorie von Spencer beinhaltet das Institutionen zweckmäßige funktionale Regelungen sind.

Der Theorie zur Entwicklung einer Gesellschaft steht aus Spencers Sicht auch eine Theorie des menschlichen Verhaltens gegenüber. Es sei also ein allgemeines Interesse, das es für individuelle Leistungen Gratifikationen gäbe. Aus dieser Gratifikation entsteht ein Gefühl und Erfahrung das für das Funktionieren des Ganzen das Individuum wichtig sei. Und ebenso kommt dadurch die eine gerechte Anerkennung zum Ausdruck, die für das ganze System essentiell ist, den sie sei eine gerechte Anerkennung. Die individuellen Handlungsmotive basieren daher auf die Aussicht auf Lohn oder höheren Status, allenfalls der Aussicht auf Beifall.

Bei Spencer spielt Macht eine eher untergeordnete Rolle. Denn bei ihm vollzieht sich in einer zunehmend komplexer werdenden arbeitsteiligen Gesellschaft die Handlungen ihrer Individuen durch Einsicht in vernünftige Regelungen und Kooperationen. Grundsätzlich ist in dieser Form der industriellen Gesellschaft die Möglichkeit gegeben Erwartung und Verpflichtung gegenseitig zu erfüllen. Leistungen direkt und unmittelbar ausgleichen zu können (Abels, 2019, S. 78).


Verdichtung von Wechselwirkung – Georg Simmel

Nach Georg Simmel (1858 – 1918) entsteht Gesellschaft, wenn sich Individuen wechselseitig beeinflussen. Dadurch entstehen Bedingungen die das weitere verhalten bestimmen. Nach Simmel ist der Ausdruck Gesellschaft der Name für die Summe von Wechselwirkungen, weil diese auf die Individuen zurückgehen (Abels, 2019, S. 79). Auch bei Simmel gibt es auch die Frage von Wettbewerb und Gleichheit. Das soziale soll hierbei aber über das Individuelle gestellt werden, wie Georg Simmel in seinen großen Aufsatz über „Soziale Differenzierung“ von 1890 berichtet. Wechselwirkung beschreibt das Prinzip der Ordnung in einem Prozess. Der Begriff sieht ein komplexes Geschehen vor. Bewirken und Bewirkt werden, Tun und Erleiden, Verfügen und Verfügt sein. Durch Wechselwirkungen kommen Einheiten zustande. Es können Individuen sein, genauso aber auch Gruppen die mit anderen eine Gesellschaft ergeben.

Für Simmel ist es wichtig von Vergesellschaftung zu sprechen, weil er dieser Ausdrucksweise damit eine Dynamik zuweist, die er durch das Prinzip der Gesellschaft sieht. Gesellschaft ist kein fester verankertes Prinzip, das immer genauso bleibt wie einmal entworfen. Gesellschaft hängt von den ihr innewohnenden Individuen ab. Daher kann eine Gesellschaft auch aus zwei Menschen bestehen (Abels, 2019, S. 80).

Verdichtung heißt für Simmel eine Form der Vereinigung. Wechselseitige Verpflichtungen sind ein Substanzielles das den Individuen gegenüber steht. Das Sozialverhalten in der Gesellschaft wird für das Einzelne zum Sollen. Das gilt dann auch für die Sitte, als auch beim Recht. In einer Studie über „Das Geld“ von 1900 zeigt Simmel die scheinbar kleinen und flüchtigen Wechselwirkungen der Dankbarkeit, oder die Koketterie wie auch den Streit. Überall wo Wechselwirkung zwischen Individuen stattfindet, dort entstehen mit ihr im Verlauf auch Verdichtungen. Wechselwirkung entsteht aus bestimmten Trieben oder um bestimmte Zwecke zu erfüllen. Aus Simmel´s Sicht ist der Mensch zugleich egoistisch wie auch altruistisch. Seine Begründung dafür sieht Simmel darin, das man nur egoistisch handeln könne, wenn zugleich altruistisch gehandelt würde und im selben Masse umgekehrt. Aufgedeckt wird das Verständnis dadurch, wen man egoistisch als auch altruistisch nicht mehr als moralisch wertend betrachtet, sondern als Motive des Handelns betrachtet. Orientiert sich das Interesse am eigenen oder am Anderen?

Simmel meint dazu: „Die Festsetzungen des Rechts, der Sitte, der Verkehrsformen jeder Art, die die Allgemeinheit zu ihrem Nutzen, d. h. im sittlichen, der individuellen Selbstsucht entgegengesetzten Interesse geprägt hat, erstrecken sich schließlich soweit in alle Lebensverhältnisse des Einzelnen hinein, dass er in jedem Augenblick von ihnen Gebrauch machen muss. Je ausgedehnter und mannigfaltiger meine Beziehungen zu anderen Menschen sind, desto häufiger bin ich genötigt, um meines Vorteils willen für den ihrigen in der Form der Assoziation wie der Zuwendung zu sorgen. Je größer die Kreise sind, in denen der Einzelne steht, ein desto kleinerer Teil jedes derselben kann er nur sein, desto weniger kann er unmittelbar egoistisch verfahren, sondern muss seine eigene Förderung von der Personen und Kreise erwarten, mit denen er zusammengeschlossen ist. Hierin liegt die wichtige Erkenntnis, dass die bloße quantitative Ausdehnung der Beziehungen, Interessen, Verbindungen rein als solche schon ein Hebel der Sittlichkeit, über den Egoismus hinweg, wird.“ (Zitat Simmel, Abels, 2019, S. 82).

Die Volksseele ist der objektive Geist, der immer in Bewegung ist und in keinem Augenblick eine definitive Form erreicht. Jedes Handeln eines Individuums wirkt ständig und unaufhörlich und ständig und unaufhörlich wird Handeln bewirkt. So wirkt jedes soziale Gebilde auf andere Gebilde und wird gleichsam von Gebilden bewirkt. Das meint Ordnung als Prozess. Prozess ist eine schöpferische Bewegung, die einem ruhelosen Rhythmus folgt. Das Leben kleidet sich, hier auch seine Anspielung auf die Mode als dessen Ausdrucksformen, fortlaufend in bestimmte Formen (Abels, 2019, S. 83). In diesem ruhelosen Rhythmus besteht auch der Konflikt der modernen Kultur. Das geistgewordene Leben, wie Simmel ausdrückt, findet Formen und Gestalt in bekannten Gebilden des Kunstwerdens, in Religion oder Technik. Von Kultur spricht man dann, wenn diese Gebilde dem Leben Form, Spielraum und Ordnung ermöglichen.

Der Kulturprozess ist ein ständiges Werden und vergehen, ein Stirb und Werde. „Es ist das Leben selbst (…) mit seinem Drängen und Überholen-Wollen, seinem Sich-Wandeln und Differenzieren, das die Dynamik zu der ganzen Bewegung hergibt.“ (Zitat Simmel, Abels, 2019, S. 83). Ein Konflikt der modernen Kultur liegt in den Kräften, die in ihr angelegt sind und die nach Formen drängen.


Solidarität als Fundament der Gesellschaft – Emile Durkheim

Bevor es zu einer fortlaufenden Differenzierung und Integration nach dem Vorbild der Beschreibung von Herbert Spencer kommen soll, sieht Emile Durkheim (1858 – 1917) die Notwendigkeit organisatorischen Solidarität. Es muss eine Integration geben, die Verabredung möglich macht. Solidarität bedeutet sich jemandem verbunden zu fühlen. Wir lieben, wer uns ähnlich ist, so denkt und fühlt wie wir, so das Ausgangsszenario von Durkheim. Es kommt aber ebenso vor, das wir uns zu Personen hingezogen fühlen, die uns nicht ähnlich sind. Vielleicht gerade wegen dieser Ungleichheit. In dieser Ungleichheit sieht Durkheim das Prinzip der Gesellschaft ab. „Wie reich wir auch begabt seien, es fehlt uns immer etwas.“ (Zitat Durkheim, Abels, 2019, S. 85) Der Antrieb liegt also offensichtlich darin das wir immer jemanden suchen, der etwas, kann das, wir nicht können. Aus selbigem Grund werden auch wir selbst gesucht. Es entstehen Leistungen die aufgeteilt, aber aufeinander bezogen sind. Auch Durkheim sieht darin die Arbeitsteilung. Arbeitsteilung stellt zwischen Menschen nicht nur Beziehung her, es entsteht ein Gefühl der Solidarität. Das Gefühl der wechselseitigen Verbundenheit als Begriff der Solidarität ist das Prinzip des Sozialen an sich.

Je nach Gesellschaft sind diese aber doch sehr unterschiedlich. Die soziale Integration ist in den Gesellschaften der unterschiedlich. In primitiven Gesellschaften wird anders sozial gehandelt als in modernen Gesellschaften. Für diese Unterschiede sind die spezifischen sozialen Milieus verantwortlich. Durkheim sind diese Potenziale in der sozialen Einheit, im Grad der Konzentration der Mitglieder und in der Ausformung der Solidarität durch die Differenzierung der einzelnen Teile des Ganzen und ihren Funktionen darin (Abels, 2019, S.85).

Beziehungen haben sich verändert als sich Randbedingungen verändert hatten. Mit der Zunahme der Bevölkerung wuchs die soziale Verdichtung. Es entstanden neue Bedürfnisse und neue Abhängigkeiten der Menschen untereinander. In der wachsenden Verdichtung sieht Durkheim einen steigenden Wettbewerb um Lebenschancen und sieht darin die Bedrohung der Solidarität. Aus diesem Grund muss die Konkurrenz beschränkt werden. Eine Form dieser Beschränkung sieht Durkheim in der Arbeitsteilung. Jeder erfüllt eine bestimmte Aufgabe, keiner tut alles oder alleine. Damit wird das gesellschaftliche Ganze entworfen. In Summe ergänzen sich für die die erforderlichen Bedingungen und Leistungen für ein gemeinwohlsinniges Leben.

Vertragsmäßige Regelungen bilden den funktionalen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jeder in seiner Verantwortung für das gesellschaftliche Ganze seine Arbeit verrichtet. Auch bei Durkheim gibt es die Vorstellung von dem was als richtig oder falsch, gut und böse betrachtet wird. Es sind die Normen und Werte die eine Gesellschaft ausmachen. Allerdings sind diese im Kollektivbewusstsein verankert, wovon alle partizipieren (Abels, 2019, S. 87).


Rationales Handeln und Orientierung – Max Weber


Das Individuum und sein Handeln sind bei Max Weber (1864 – 1920) die unterste Einheit, bezeichnet als Atom. Durch Handlungen der Individuen als Akteure kommt es zu gesellschaftlichen Verflechtungen (Abels, 2019, S. 88). Jedem Verhalten, das von einem Individuum ausgeht und sich auf ein anderes Individuum bezieht, geht ein Sinn in der Handlung voraus. Aus dieser sinnhaften Bezogenheit geht der weitere Verlauf hervor. Der Sinn von Handlungen geht auf rational bestimmbares zurück. Weber unterscheidet diese Bestimmbarkeit. Entweder ist es zweckrational, wertrational, affektaktuelles Handeln und traditionelles Handeln. Letzteres ist von einer einfachen Gewohnheit begleitet.

Die Bestimmungsgründe sind ausschlaggebend für die entstehende Ordnung, die mit dem Handeln zusammenhängen und damit auch die sozialen Beziehungen bestimmen.
„Soziale, Beziehung‘ soll ein seinem Sinngehalt nach aufeinander gegenseitig eingestelltes und dadurch orientiertes Sichverhalten mehrer heißen. Die soziale Beziehung besteht also durchaus und ganz ausschließlich: in der Chance, dass in einer (sinnhaft) angebbaren Art sozial gehandelt wird, einerlei zunächst: worauf diese Chance beruht.“ (Weber 1920b, S. 676)

Soziale Beziehungen sind Ordnungen, die nur als menschliches Handeln durch einen Sinn motiviert sind. Weil soziale Beziehungen aber auch Formen von geregeltem sozialen Handeln sein können, funktionieren diese Ordnungen auch in sozialen Gebilden wie Staat, Kirche, Genossenschaft oder Ehe (Abels, 2019, S. 89). Die Mehrzahl sozialer Beziehungen hat den Charakter der Vergemeinschaftung, aber auch der Vergesellschaftung. Die Handlungen des täglichen Lebens, die nach Weber Sinn und Zweckgemäß vollzogen werden, sind die Wechselwirkungen die Gemeinschaft bilden und auf den Prozess hingesehen bilden sie so eine dauerhafte Gemeinschaft. Weber vollzieht hier das Beispiel des morgendlichen Ganges zur Bäckerei. Dort treffen täglich der gleiche Verkäufer auf die gleiche Kundschaft. Im Verlauf der Zeit entstehen dadurch dauerhafte stabile Beziehungen. Irgendwann gehen aus diesen Beziehungen dann altruistische Werte und Handlungen einher. Gerade die prozessualen Beziehungen entsprechen einer dauerhaften Form die nur ein ganz bestimmtes Handeln ermöglicht. Nach dieser Form ist auch der Kreis der Handelnden bestimmt.
Weber unterscheidet im Bild eines Kreises dieser handelnden zwischen offenen und geschlossenen sozialen Beziehungen. Die Abhaltung eines Marktes bsw. Sieht Weber als eine offene Beziehungsform. Jeder kann zum Markt kommen oder fernbleiben. Wer etwas zu bieten hat, bietet es an. Auch das Freizeitangebot, die Teilnahme am Sportverein ist bsw. Offen. Geschlossene soziale Beziehungsformen sieht Weber in Organisationen die nur dem Sinngehalt vorbehalten sind. So bsw. Gewerkschaften. Kämen Menschen in diese Gruppierung, bsw. Als Freundschaften, wäre nicht gewährleistet, ob diese Person einen Unfrieden erzeugt oder zur Bereicherung beitragen könne (Abels, 2019, S. 91).

Alle Beteiligten einer Gesellschaft glauben an einen gemeinsamen Sinn der Beziehungen untereinander. Die Beteiligten gehen von einer rational nachvollziehbaren, für beide Seiten geltenden, objektiven Ordnung aus. Es besteht keine Ordnung fester Struktur. Die Ordnung besteht nur in einer Vorstellung von Rationalität sozialen Handelns aller Beteiligten. Jede Chance der Orientierung an diese Vorstellung entspricht einer geltenden Ordnung. Sozialen Beziehungen sind an der Geltung einer bestimmten Ordnung orientiert (Abels, 2019, S. 92).

Max Weber zeigt, jede Ordnung erwächst aus der Handlung der Individuen. Sie existiert auch nur solange, wie entsprechend gehandelt wird. Wie Vergesellschaftung, also die Wechselwirkungen in den Beziehungen sich entwickelt hängt vom Glauben der Handelnden ab. Prinzipiell ist dieses denken Rational. Ordnung funktioniert nach willentlichen Zustimmung der Regeln die, im Zeitalter der Moderne – nach zweckrationalen Regeln erfolgen.


Gesellschaft – Ordnung als Diskurs – Georg Herbert Mead

Die Kommunikation als Grundlage eines Prozesses, bei dem die handelnden Individuen fortlaufend zu einer Ordnung integrieren, ist bei George Herbert Mead (1863 – 1931), amerikanischer Sozialpsychologe der Schwerpunkt (Abels, 2019, S. 93). Der Mensch ist ein Wesen, das auf die Reize seiner Umwelt reagiert. Menschen reagieren auf diese Reize aber nicht nur reflexartig, sie deuten sie und steuern dann die Reaktion darauf selbst. Mead lehnt Begriff wie Geist oder Bewusstsein ab und reduziert die geistige Leistung ausschließlich auf bedingte Reflexe. Über die Erfahrung mit Anderen entsteht das eigene Verhalten, woraus ein Bewusstsein entstünde. Aus diesem eigenen Bewusstsein heraus handelt der Mensch aktiv und organisiert sich und seine soziale Umwelt.
Ausgehend von einer eigenen Vorstellung über sich selbst, entsteht über die Kommunikation mit Anderen eine wachsende soziale Ordnung. Über die Erfahrung wird immer neu organisiert. Menschen erfahren sich in ihrer Welt, organisieren sich zu einer gemeinsamen sozialen Welt in dem sie sich in ihren Gesten wechselseitig wahrnehmen. Gesten sind für Mead der grundlegende Mechanismus einer sich entwickelnden sozialen Handlung. Auf diese Weise wird ein sozialer Prozess in Gang gehalten (Abels, 2019, S. 94). Für Mead gehört auch Sprache zu Gesten. Mit dem Beginn sozialer Handlungen entstehen Teilordnungen, Teilorganisationen die Reaktionen auch in anderen hervorrufen. Irgendwann entsteht eine Art endgültige soziale Handlung, die im Zusammenhang zu einer gesamten Organisation führt.

Während Tiere unmittelbar reagieren, denken Menschen über ihre Reaktionen zunächst nach. Raffinierte Strategie oder gutgemeinte Handlung. Menschen denken über die Sinnhaftigkeit von Handlungen Anderer zunächst nach. Wird eine Geste von allen Beteiligten als gemeinsame Idee verstanden, entstehen signifikante Symbole. In diesen Symbolen sind Erfahrungskomplexe gebündelt. Diese verweisen wiederum auf einen weiteren Sinnzusammenhang woraus letztlich ein menschlicher Geist entsteht. Der Geist kann hinterfragt werden. Dieser übergeordnete Geist ist dem Menschen nicht vorab gegeben, sondern er entsteht aus der Erfahrung die Menschen mit anderen machen (Abels, 2019, S. 95).
Mead sieht in der Kommunikation eine Form der Verständigung über den Sinn konkreter Handlungen. Sprache sei das Resultat aus Symbolisierung von Erfahrungen. Daraus entstehen die Erwartungen, die dann generalisiert wurden. Als etwas grundsätzlich, universelles betrachtet werden.

Sprache sei ein Speicher kollektiver Erfahrungen in und durch die Gesellschaft. Ihre Funktion ist es, Menschen miteinander zu verbinden, sie zu verdichten. Daher versteht Mead die Kommunikation auch als das Grundprinzip einer gesellschaftlichen Organisation der Menschen (Abels, 2019, S. 96).


Integration durch begünstigte Eigenmotivation – Talcott Parsons

Der amerikanische Soziologe Talcott Parsons (1902 – 1979) knüpft als Kritiker an Thomas Hobbes Theorie an. Parsons glaubt zwar auch wie Hobbes, das eine zentrale Macht wie der Staat Bedrohungen und Sanktionen abwenden kann. Eine Ordnung, die aber aus Zwang auferlegt sei, begünstige die Situation, dass irgendwann doch jemand so stark sein könne um für eine gewisse Zeit sein egoistisches Recht durchsetzen können würde. Außerdem habe die Geschichte bewiesen das jedes Zwangssystem irgendwann zerbrechen würde. Wenn die Individuen eines Staates aber aus freier Überzeugung einer gegebenen Ordnung zustimmen würden, so bliebe das System stabil und erhalte sich selbst.
Sein Ansatz ist daher in einer Sozialisation und Motivation zu finden. Parsons setzt an der Stelle seine Frage an, wie Individuen dazu gebracht werden könnten, sich in einer Ordnung freiwillig und dauerhaft zu entfalten. Sein Ansatz liegt nicht etwa in der Überlegung ihrer Ursprünge, sondern in der Frage wie eine bestehende Ordnung stabil gehalten werden könne. Dabei sollen Handlungen in eine bestehende Ordnung integriert werden. Dieses Ordnungssystem verfügt über eine Struktur von Werten und Normen. An diese Werte und Normen werden Bedürfnisse, Erwartungen und Kompetenzen der Individuen angepasst.

Parsons bezieht aber auch verschiedene Entwürfe seiner Vorgänger mit ein, wie bsw. Auf Herbert Spencer, das die Gesellschaft aus unterschiedlichen Teilen bestehe, die voneinander abhängig sind und sich wechselseitig unterstützen. Bei der Frage nach der Orientierung eines gemeinsamen Handlungsrahmens orientiert sich Parsons an Durkheim, wonach soziale Ordnung durch soziale Tatsachen durchgesetzt würde, was Durkheim dazu brachte, sich auf ein kollektives Bewusstsein anzulehnen (Abels, 2019, S. 98). Parsons traf bei einem Seminar Bronislaw Malinowski, der den Funktionalismus begründete. Von ihm hatte Parsons die Idee, das Kultur ein instrumenteller Apparat sei, durch den Menschen in die Lage versetzt würden, mit der eigenen Umwelt besser fertig zu werden. So sei jede Kultur ein in sich stimmiges, angemessenes System von Gegenständen, Handlungen, Einstellungen die innerhalb ihrer Teile eine Funktion erfüllen würden (Abels, 2019, S. 99). Auch hier wird das System durch Wechselwirkung der Beteiligten aufrechterhalten. Die Ordnung tendiert dabei zu einem harmonischen Gleichgewicht. Sind die einzelnen funktionalen Leistungen aufeinander abgestimmt, dann hält sich das System stabil.

Damit ein System stabil bleibt, muss es vier Funktionen erfüllen:

  • Das System muss sich mit seiner Umwelt arrangieren – Anpassung, Adaption
  • Das System muss sich an bestimmten Zielen orientieren und Möglichkeiten bereitstellen die Ziele realisieren zu können.
  • Einzelne Elemente, wie Menschen oder Interaktionen müssen abstimmbar sein, weil sie alle der Zielerreichung beisteuern. Parsons bezeichnet diese als Integration.
  • Aus dem System muss eine spezifische Sinnstruktur hervorgehen. Im Mittelpunkt dieser Sinnstruktur steht der kontinuierliche Erhalt bestehender Muster.

Als Integration aller Teile und dem Erhalt eines Handlungsmusters wird das Individuum, das als Teil der Ordnung seinen Platz erfüllen können muss, hervorgehoben. Jeder Mensch hat sozusagen einen Platz in der Gesellschaft dem er gerecht werden muss und soll (Abels, 2019, S. 100).

Menschen in einer Gesellschaft müssen freiwillig ihr Handeln an sozialen Normen ausführen wollen. Was dann zu erwarten ist wenn sie erfolgreich sozialisiert wurden. Sie kennen die Normen, schützen diese selbst, weil diese ihnen einen Halt geben.


Konstruktion der Wirklichkeit – Berger und Luckmann

Peter L. Berger (1929 – 2017) und Thomas Luckmann (1927 – 2016) haben im Jahr 1969 das gemeinsame Buch „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ entstehen lassen. Die Gesellschaftsordnung ist ein Produkt des Menschen, so ihre These (Abels, 2019, S. 102). Sie kommen einer Vermutung wie Gesellschaft in der Zukunft funktioniert vielleicht schon deshalb sehr nahe, weil sie uns an unsere eigenen Identitäten heranführen. Verbunden mit der Frage, ob ich in meiner aktuellen Gesellschaft wirklich richtig sein kann.
Ein Akt der Gewohnheit ist die Handlung die sich manifestiert. Daraus entstehen Verhaltensmodelle die unter Einsparung von Kraft und Ressourcen immer wieder aufs neue reproduziert werden.
Berger und Luckmann kommen aus der Ecke Wissenssoziologie und stelle die Frage, wie eine Gesellschaft, ihr Habitut ohne hinzutun den Bestand an Wissen anreichern wird. Wissen ist deren Darstellung nach Teil einer geordneten Wirklichkeit. Die Wirklichkeit und damit auch das Wissen in der Welt hinkt in der Evolution dem Denken möglicherweise nach, dennoch existierte die Wirklichkeit zuvor bereits. Wenn die Wirklichkeit bereits existiert hat, dann muss es einen Weg geben wie ich mir das Wissen über diese Welt aneignen kann, auch wenn ich die Notwendigkeit nicht sehe, noch die Lust empfinde dies aus freien Stücken erreichen zu wollen. Gewöhnlich wird man Lösungen suchen wollen, wenn Menschen auf Schwierigkeiten und Probleme stoßen.

Menschen bereiten Wissen auf, die dafür den Zugang haben. Sie stellen dieses Wissen zur Verfügung. Über die Jahrhunderte und Jahrtausende sinkt die Schwelle dafür dieses Wissen in Anspruch nehmen zu können. Da sich aber die Frage stellt, wie Gesellschaft möglich wird, zeigen Berger und Luckmann, das durch Gesellschaft die Wirklichkeit konstruiert würde. Sie beziehen sich dabei auch auf Karl Marx, der das Bewusstsein des Menschen durch sein gesellschaftliches Sein bestimmt hat. Etwas fern dieser politisch motivierten Ökonomie geht die Erklärung der beiden Autoren dennoch in eine ähnliche Richtung. Die objektiven Bedingungen, unter denen die Menschen leben, beeinflussen auch ihr Denken. Dazu gehört auch das Wissen, das zunehmend niederschwelliger, diverser und ausdifferenzierter wird Abels, 2019, S. 103).
Gemeint ist nicht das Fachspezifische Wissen, sondern das Alltagswissen. Aus diesem Wissen geht die Bildung der Bedeutungs- und Sinnstruktur hervor ohne die Gesellschaft nicht möglich ist. Das Wissen zeigt sich aber tatsächlich auch auf der Höhe der Zeit, weil es immer mit dem Gefühl verbunden ist, dass unser Wissen mit der Wirklichkeit übereinstimmend ist. Was als out gilt, wird vergessen, was neu ist, dafür sind wir offen. Wissen ist zu jedem Zeitpunkt neu.
Wie man diesem Wissen gesellschaftlich richtig begegnet, damit haben sich Berger und Luckmann im Kern beschäftigt. Wenn Gesellschaft neues Wissen immer wieder akzeptiert, Novitäten, Initiatoren, was auch durch unser Handeln bestätigt wird, schafft sich damit permanent eine Ordnung.

Mittels der Sprache wird gesellschaftliche Wirklichkeit immer wieder neu festgestellt. Sprache versorgt die Gesellschaft mit Wissen. So natürlich die Verwendung ist, so natürlich nimmt Gesellschaft diese an und wahr (Abels, 2019, S. 104).
Durch Wissen erfolgt Erfahrung. Sich wiederholend entstehen Verallgemeinerung und kollektive Erwartungen. Durch Erfahrung und Erwartung entsteht gemeinsames Wissen. Durch das gemeinsame Wissen entsteht eine gemeinsame Grundlage zur Handlung. So findet sich der Wissensvorrat der Sprache in der Gesellschaft. Auf diese Weise wird gesellschaftliche Wirklichkeit zur Routine, es entsteht das kollektive Handeln. Wichtig ist für die Gesellschaft, dass jede Handlung die sich in der Wirklichkeit ergibt auch eine Legitimation bedeutet. Wenn man in der bestehenden Ordnung nicht mehr weiter weis, dann beruft man sich auf diese Legitimation. Die Grundlage dafür sind wiederum die Erfahrungen. Erfahrungen der Gesellschaft lagern sich auch hier wie Sedimente ab (Abels, 2019, S. 105).
Wissen als Institution der Gesellschaft wird an der Stelle kritisch, wo die Selbstverständlichkeit einer sozialen Ordnung nicht mehr gewährleistet werden kann. Wenn ihr die Erfahrung fehlt. Aber auch das ist Teil der Wirklichkeit die Gesellschaft in der Existenz in Frage stellt. So bsw. wenn neue Generationen folgen, oder wenn Menschen mit anderer Identität und Wirklichkeit in eine Gesellschaft kommen. Das genau das auch erwünscht ist, zeigt das diese Herausforderungen für eine Gesellschaft förderlich sind, ihr Widerstandskraft verleiht.
Wichtig für diese Gesellschaft sind ihre Ältesten. Diejenigen die aus der früheren Gesellschaft kommen und wissen wie man diese aufrechterhält. Die traditionelle und die moderne Gesellschaft muss sich mit der neuen Wirklichkeit arrangieren und zurecht finden, denn das ist Evolution.
Nach Berger und Luckmann erwächst gesellschaftliche Ordnung aus der Institutionalisierung der Verhaltensweisen. Verbindliches aufbereitetes Wissen vermittelt im Prozess der Sozialisation. Die Akzeptanz wird durch Interaktionen im Alltag bestätigt und verfestigt. Aus dem Denken entsteht Handlung und damit die Wirklichkeit der man sich immer wieder von neuem stellen muss. Soziale Ordnung entsteht durch die Anwendung von Sprache, Wissen, Handlung – soziale Tatsachen (Abels, 2019, S. 106).


Sinn, Erwartung, Kommunikation und soziale Systeme – Niklas Luhmann

Gesellschaftliche Ordnung wird durch Sinn möglich. Auch durch Bildung sozialer Systeme die gegenüber einer komplexeren Zukunft stabil sind. Die Grundfrage der Soziologie bezieht sich auf die reale Welt. Die Frage, wie Soziologie in der Gesellschaft entsteht oder sich erhält, ist nach der Theorie von Niklas Luhmann (1927 – 1998) offen (Abels, 2019, S. 107).
Menschen, Individuen, Systeme leben getrennt mit einem eigenen Bewusstsein. Damit Menschen in geordnete Beziehungen übergehen können, trotz aller Anforderungen an die Lebenswirklichkeit, wird jeder soziale Kontakt als eigenes System verstanden. In gleicherweise gilt dies auch im großen Massstab, wenn Gesellschaft in Gesamtheit zusammen findet. Jeder soziale Kontakt mit Wechselwirkungseigenschaften wird durch seine Handlung den Augenblick überdauern und wird damit zu einem sozialen System. Gesellschaft ist das umfassendste und schließt alle anderen Systeme mit ein (Abels, 2019, S. 108). Soziale Systeme stehen nicht in einer Hierarchie. Sie unterscheiden sich nach ihrer Spezifität. Und darin unterscheiden sie sich zu anderen sozialen Systemen.
Die eigenständigen Systeme mit eigenem Bewusstsein sind gelöst von ihrer Umwelt. Zwei unterschiedliche Systeme gehen nicht ineinander auf, grenzen sich auch klar voneinander ab und bilden damit füreinander eine Umwelt. Die Beziehung die solche Systeme zueinander heben sind psychischer Natur und bilden die dafür erforderliche Umwelt.

Die Aufrechterhaltung psychischer und sozialer Systeme bei wachsender Komplexität besteht darin die Komplexität der sozialen Wirklichkeit zu reduzieren. Dabei konzentriert man sich nur noch auf Ausschnitte, die für das soziale System relevant sind (Abels, 2019, S. 109). Sinn ist die Ordnungsform menschlichen Erlebens. Diese strukturiert sich dadurch das aus verschiedenen Möglichkeiten die selegiert (auswählen, aussondern) werden, die am wahrscheinlichsten für das nächste Handeln von Relevanz sind. Der Sinn, der Gedanke an den Sinn oder sich im Sinn zu befinden, konstruiert eine aktuelle komplexe und kontingente soziale Situation. Mit jeder Sinnentfaltung entstehen neue Sinnhaftigkeiten. Neue Komplexitäten entstehen. Der entstandene Sinn produziert Ordnungen und ist daher ständig in Bewegung.




Sinn erzeugt eine dynamische Stabilität, die mit der Erzeugung neuer Sinnhaftigkeit sich immer wieder auf sich selbst beziehen. Was man per Re-Ligio kennt und versteht, bei dem der Mensch zurückblickend auf seinen Ursprung sich immer wieder von neuem schöpft (Abels, 2019, S. 110). Sinn schafft sich damit die Voraussetzungen neuen Sinn zu erschaffen.
Luhmann bezeichnet die Kontingenz einer Umwelt als ganz allgemein eine Erwartung. Zugleich sieht er in der Erwartung eine Form der Orientierung. Erwartung gilt als Primitivtechnik und ist voraussetzungslos. Folgeerlebnisse strukturieren das Repertoire der folgenden Verhaltensmöglichkeiten. In der daraus entstehenden Lebensführung lernen die Individuen voneinander machen sich damit zum Teil der Diskussion um gemeinsame Erwartungen.

Erwartungen reduzieren eine Komplexität, weil man in der Fülle der Möglichkeiten zunächst diejenigen selegiert die sich aus Erfahrung betrachtet als typisch erwiesen haben. Man würde sagen, das nächstliegende ist der einfachste Fall um voran zu kommen. Erwartungen verbinden Situationen und stellen Sinn her. Dieser wird sozial bestätigt, bewährt sich und wird generalisiert. Luhmann spricht von einer symbolischen Generalisierung, wenn eine Vielzahl von Sinnaspekten zusammen trifft. Eine Vielheit kann auf diese Weise gleich behandelt werden (Abels, 2019, S. 111). Soziale Ordnung kann damit entstehen, wenn viele Mitglieder einer Gesellschaft diese Generalisierung teilen.

Erwartung dient der Bildung sozialer Strukturen. Luhmann sieht daher in der Kommunikation eine basale Operation sozialer Systeme. Die Kommunikation, anstatt der Handlung ist unausweichlich die soziale Operation wenn sich soziale Situationen bilden (Abels, 2019, S. 112). Kommunikation kommt durch drei verschiedene Selektionen zustande:

– Selektion der Information (was wird mitgeteilt)

– Selektion der Mitteilung (wie wird Information mitgeteilt)

– Selektion des Verstehens (Interpretation und Sinn der Kommunikation)

Kommunikation materialisiert sich in Handlungen. Wenn Kommunikation unter Menschen erfolgt, und Handlungen sinnhaft aufeinander bezogen werden, dann entstehen soziale Systeme (Zitat Luhmann, Abels, 2019, S. 113).

Quellen

Shapiro, Daniel; Verhandeln, Die neue Erfolgsmethode aus Havard, Übersetzung Jürgen Neubauer, Campus Verlag, Frankfurt New York, 2018

Abels, Heinz; Einführung in die Soziologie, Band 1, der Blick auf die Gesellschaft, 5. Auflage, 2019, Springer Verlag

Han, Byung-Chul; Was ist Macht? Reclam Verlag Ditzingen, 2019

Rank, Otto; Das Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die Psychoanalyse, Psychosozialverlag Gießen, 2007

Hobbes, Thomas; Leviathan, 2018, Reclam Verlag Ditzingen

Der Newsletter erscheint einmal pro Woche Freitags mit allen Inhalten der Woche

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert