Zwei Personen besprechen sich über Longevity

Longevity: Gesund älter werden statt nur länger leben


Longevity steht für ein langes Leben bei möglichst guter Gesundheit. Doch welche Maßnahmen helfen wirklich, bis ins hohe Alter fit und selbstständig zu bleiben? Dr. Alexandra Löwe von der IST-Hochschule ordnet wissenschaftlich ein, was Bewegung, Ernährung, Schlaf, Biohacking & Co. tatsächlich leisten können.

Düsseldorf/Germany, 10. September 2026. – 100 Jahre alt werden und mit 90 noch fit und selbstständig sein? Unter dem Schlagwort „Longevity“ rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie sich nicht nur die Lebensdauer, sondern vor allem die Zahl gesunder und selbstbestimmter Lebensjahre erhöhen lässt. Dieses Konzept beschäftigt inzwischen Forschung, Gesundheitsbranche und Wellnessanbieter gleichermaßen.

Dabei reicht das Spektrum von bewährten Ansätzen wie regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung und ausreichend Schlaf bis zu Blutanalysen, Kälteanwendungen, Nahrungsergänzungsmitteln und Biohacking.

Doch was davon ist wissenschaftlich sinnvoll? Und was kann jede selbst tun, um die eigene Gesundheit langfristig zu unterstützen? Dr. Alexandra Löwe, Expertin für Stressmanagement an der IST-Hochschule für Management, ordnet ein, welche Ansätze gut belegt sind und wo Zurückhaltung angebracht ist:

Frage: Longevity ist aktuell ein großes Trendthema. Welche wissenschaftlich belegten Maßnahmen haben aus Ihrer Sicht den größten Einfluss auf ein gesundes, langes Leben und welche Wellness-Trends werden dabei eher überschätzt?

Dr. Alexandra Löwe: Die belastbarsten Erkenntnisse sprechen weiterhin für die klassischen und gut erforschten Faktoren. Dazu zählen regelmäßige Ausdauer- und Kraftaktivität, eine überwiegend pflanzenbetonte und möglichst wenig verarbeitete Ernährung, erholsamer und regelmäßiger Schlaf, der Verzicht auf Tabak sowie ein risikoarmer Umgang mit Alkohol. Ebenso wichtig sind medizinische Prävention und die angemessene Behandlung bestehender Risikofaktoren, etwa von Bluthochdruck oder Stoffwechselerkrankungen. Diese Maßnahmen wirken nicht spektakulär und nicht über Nacht. Gerade ihre langfristige und kombinierte Wirkung ist jedoch entscheidend. Auch psychische Gesundheit, soziale Beziehungen und gesellschaftliche Einbettung gehören zu einem umfassenden Verständnis gesunden Alterns.

Zurückhaltend sollte man bei Angeboten sein, die aus einzelnen Laborwerten oder biologischen Mechanismen weitreichende Verjüngungsversprechen ableiten. Das gilt beispielsweise für Nahrungsergänzungsmittel, unspezifische Diagnostikpakete und Biohacking-Verfahren, wenn für deren Wirkung keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz vorliegt. Wer gesund älter werden möchte, sollte deshalb vor allem auf langfristige Lebensgewohnheiten schauen.

Frage: Prävention statt Reparatur ist ein Leitmotiv von Longevity. Welche Rolle spielen Bewegung, Ernährung, Schlaf und Stressmanagement im Zusammenspiel und wo sehen Sie in der Praxis die größten Defizite?

Löwe: Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig. Bewegung kann Schlaf, Stimmung, Stoffwechsel und körperliche Funktionsfähigkeit unterstützen. Ausreichender und regelmäßiger Schlaf wiederum erleichtert Regeneration und kann helfen, gesundheitsförderliche Routinen aufrechtzuerhalten. Ernährung liefert nicht nur Energie und Nährstoffe, sondern steht ebenfalls in Wechselwirkung mit Stoffwechsel, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.

Beim Stressmanagement geht es nicht darum, jede Belastung zu vermeiden. Stress gehört zum Leben. Entscheidend sind Dauer, Intensität, Erholungsmöglichkeiten und verfügbare Bewältigungsressourcen. Entspannungsverfahren, Achtsamkeit, Bewegung oder eine bessere Arbeitsorganisation können Stresssymptome und Wohlbefinden verbessern. Die Aussage, eine bestimmte Technik verlängere unmittelbar das Leben, wäre wissenschaftlich jedoch zu weitgehend.

In der Praxis sehe ich häufig folgende Schwierigkeiten: Bewegung wird zu stark mit Ausdauer gleichgesetzt und Muskelkraft vernachlässigt. Beim Schlaf wird oft nur auf die Dauer geschaut, obwohl auch Regelmäßigkeit und Qualität wichtig sind. Zudem nehmen sich viele Menschen zu viel auf einmal vor. Langfristig wirksam sind meist kleine, konkrete Veränderungen, die zur persönlichen Lebenssituation passen.

Außerdem darf Prävention nicht als reine Privataufgabe verstanden werden. Arbeitsbedingungen, finanzielle Möglichkeiten, Wohnumfeld, Bildung und der Zugang zu Gesundheitsangeboten beeinflussen erheblich, wie leicht sich gesundheitsförderliche Routinen umsetzen lassen.

Frage: Longevity muss aber auch alltagstauglich gedacht werden. Welche drei konkreten Veränderungen empfehlen Sie für den Einstieg?

Löwe: Erstens empfehle ich, Bewegung möglichst konkret zu planen. Ein realistischer Einstieg kann darin bestehen, täglich mehr Wege zu Fuß zurückzulegen und an zwei Tagen pro Woche die großen Muskelgruppen zu trainieren. Wer bisher wenig aktiv war, profitiert bereits von kleinen Steigerungen.

Zweitens lohnt sich eine regelmäßige Schlafroutine. Dazu gehören möglichst stabile Schlaf- und Aufstehzeiten, ausreichend eingeplante Schlafzeit und ein kritischer Blick auf Faktoren, die den Schlaf stören. Anhaltende Schlafprobleme oder starke Tagesmüdigkeit sollten medizinisch abgeklärt werden.

Drittens sollte man eine konkrete Ernährungsroutine auswählen, statt die gesamte Ernährung gleichzeitig verändern zu wollen. Das kann beispielsweise bedeuten, täglich eine zusätzliche Portion Gemüse einzuplanen, häufiger Vollkornprodukte zu wählen oder mehrmals pro Woche Hülsenfrüchte zu essen.

Entscheidend ist nicht Perfektion. Sinnvoller ist es, mit einer gut umsetzbaren Veränderung zu beginnen, diese einige Wochen zu erproben und anschließend den nächsten Schritt zu wählen. Longevity sollte nicht zu zusätzlichem Optimierungsdruck führen, sondern Menschen dabei unterstützen, Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität langfristig zu erhalten.

Passende Bildungsangebote
Auch für Fachkräfte im Gesundheits-, Fitness- und Wellnessbereich wird dieses Wissen zunehmend relevant. Das IST-Studieninstitut greift diese Entwicklung unter anderem mit der neuen Weiterbildung „Longevity Coach“ auf.

Wer sich umfassender mit Prävention und der langfristigen Förderung von Gesundheit beschäftigen möchte, findet mit dem Bachelorstudiengang „Prävention und Gesundheitsförderung“ der IST-Hochschule zudem eine akademische Qualifizierung in diesem Bereich. Damit wird deutlich, dass Longevity nicht nur ein aktuelles Wellness-Thema ist, sondern eng mit professioneller Präventionsarbeit verbunden ist.

Weitere Informationen:

https://www.ist.de/longevity-coach-ausbildung 
Weiterbildung „Longevity Coach“ am IST-Studieninstitut

https://www.ist-hochschule.de/bachelor-praevention-gesundheitsfoerderung 
zum Bachelor der IST-Hochschule für Management

Bildquelle
Gesund älter werden ist das Ziel vieler Menschen. Copyright: IST-Hochschule für Management

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