Der Anteil der Beschäftigten, die innerhalb eines Jahres ihren Beruf wechselten, ist zwischen 2013 und 2024 um 13 Prozentpunkte gestiegen. Der Anstieg der beruflichen Mobilität ist über alle Lohnniveaus hinweg zu beobachten, fiel bei Männern aber stärker aus als bei Frauen. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Nürnberg/Germany, 27. Juli 2026. – Wenn Märkte sich zügig verändern, kann man schon von einem pulsieren sprechen. So zeigt auch die jüngste Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Deutschlands den Trend zum schnellen Berufswechsel.
Während im Jahr 2013 noch 12% der Frauen und 13% der Männer einen anderen Beruf auswählten als im Jahr zuvor, hat sich diese berufliche Mobilität im Jahr 2024 bei Männern um 16% gegenüber 2013 erhöht, bei den Frauen um 10%.
„Eine hohe berufliche Mobilität kann die Transformation der deutschen Wirtschaft vorantreiben“, betont IAB-Direktor Bernd Fitzenberger. „Gerade wenn Jobs verloren gehen, bietet berufliche Mobilität die Chance von Produktivitätsgewinnen durch eine Reallokation von Arbeitskräften.“
In der Gesellschaft besteht durchaus der Wunsch, das zeigt die mediale Berichterstattung des öfteren, das ein Wechsel in den Rollenbildern besteht, wenn es um Familienplanung geht. Voraussetzungen über die Gesetzgebung bleiben aber seit Jahrzehnten unantastbar. Allem voran scheitert vieles an der Ungleichheit der Einkommen.
Das Institut IAB vermutet, das Frauen aufgrund des Lohnnieveaus häufiger in Mutterschaft gehen und daher auch Teilzeit in Anspruch nehmen. Dieses Verhalten sprechen die Forschenden der Auswertung zu, wonach Frauen eine deutlich geringere Mobilität im Berufswechsel zeigen, wenn die Medianlöhne niedriger als auch höher lagen. Frauen wechseln im mittleren Lohnsegment häufiger den Beruf als Männer.
Für das männliche Geschlecht lag die Mobilität in den Berufen mit niedrigen Medianlöhnen am höchsten, während sie mit steigendem Lohnnievau sank.
Mit der Pandemie gab es auch hier die Möglichkeit eine Bezugsgrenze für Kausalitäten festzustellen. Während die Mobilität zunächst sank, stieg diese 2023 auf einen Höchststand. Auch hier wurde medial festgestellt, das viele diese Gelegenheit genutzt hatten um die Branchen zu wechseln. Die Reallokation hatte deutlich zugenommen. 2024 erfolgte ein leichter Rückgang.
Zur Zeit als sich die Nachfrage konjunkturbedingt auf dem Arbeitsmarkt erhöht hatte, wurde eine Zunahme an Mobilität deutlich. In schwierigen Zeiten ging diese Mobilität zurück, so die Forschenden des Instituts.
Die Auslegung zeigt, wenn das Risiko für den Arbeitsmarkt gestreut wird, es also mehr Jobangebote in neuen Berufen gibt, die Beschäftigung damit steigt, erhöht sich auch die Aussicht auf bessere Beschäftigung- und Verdienstchance. Der Nährboden für häufige Wechsel ist also einerseits gegeben, zum anderen scheint man auf bessere Gelegenheiten zu warten, was auch Schlüsse auf das motivationale Verhalten am Arbeitsplatz zulassen dürfte. Weiterhin scheint sich der Markt das zu erzwingen, wo Politik sich den Bedürfnissen des Marktes als unbeugsam erweist.
„Durch den Strukturwandel verändert sich die Nachfrage nach Arbeitskräften. Wer in einen Beruf wechselt, der gerade stark nachgefragt ist, kann damit häufig auch seine Verdienstchancen verbessern“, so IAB-Forscherin Mara Buhmann. „Berufliche Mobilität ist damit ein wichtiger Ausgleichsmechanismus.“
Die Studie beruht auf den Daten der Integrierten Erwerbsbiografien, die Informationen zu Erwerbsläufen ermöglichen. Ein Berufswechsel ist hier definiert als die Änderung des Berufes auf der 3-Steller Ebene der 2010 Klassifizierung der Berufe (KldB) von einem Jahr auf das nächste. Hierbei werden Berufswechsel mit und ohne Betriebswechsel einbezogen.
Die Studie ist abrufbar im IAB-Forum unter https://iab-forum.de/ueberraschender-anstieg-der-beruflichen-mobilitaet/.
Das erlernen weiterer Berufsbilder bringt emotionale Bindungen mit sich, die in einer Zeit der Künstlichen Intelligenz an Fahrt gewinnen wird. Dadurch erhöht sich nicht nur die berufliche Autorität, weil man mitunter fachlich breiter aufgestellt ist, auch die Motivation erhöht sich.
Systemtheoretisch können das erlernen mehrerer Berufe dazu beitragen, sich durch die Wertschöpfungskette einer, möglicherweise auch komplexeren Branche über die Jahre zu vertiefen. Vor allem aber bietet es die Chance empathisch gegenüber den Menschen zu werden, die zum Gelingen einer gesamten Wertschöpfung beitragen.
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