Der Designprozess beinhaltet
- Idee
- Recherchen
- Moodboards
- Kollektionsentwurf, Entwicklung
- Genre
Idee
Dem Sinn des Designs geht die Fähigkeit voraus, den Zeitgeist einzufangen und auf den Punkt zu bringen.
Der Moment in dem ein Entwurf für ein Design als Rohentwurf aufs Blatt Papier gebracht wird, das ist der Beginn von dem ab der eingefangene Zeitgeist gezielt in eine Form, in den Moment des Lebens gebracht wird.
So gut wie alles, was Nachhaltig auf Designschaffende wirkt kann als eine Idee, als Inspiration wirken.
Eine Idee ist nicht allein der Moment der Entstehung. Die Idee beinhaltet zeitgleich ein kaum greifbare Vorstellung, die Entwicklung einer Vorstellung wie etwas am Ende aussehen kann und wird.
Spätere mögliche Vorgaben, was möglich ist, sein soll oder wird, folgt später. Eine Idee ist sozusagen die Vision, die in die Realität geholt werden soll. Möglich wird diese Realisierung erst dadurch, dass Entwürfe sichtbar gemacht werden und Materialien gefunden werden mittels derer die Vision Schritt für Schritt in der Realität eine Form bekommen kann. Im Modedesign, der Architektur oder Produktdesign sind daher Prozesse der Zwischenstufen wesentlich, weil durch das Erstellen von Mustern und Prototypen die elementaren Probleme der Umsetzung deutlich werden und daraus Lösungen abzuleiten sind, die gesucht werden müssen. Allerdings gibt es hier auch Unterschiede in der Aufgabenstellung. Designprozesse in Grossunternehmen laufen deutlich unterschiedlicher zu denen ab, in denen es bishin zur individuellen Designentwicklung geht.
Couture ist Luxusmode. Das Modell existiert dabei nur einmal. Oder es entstehen aus wenigen mittels Handwerkskunst individuelle Kleidungsstücke. Die Zeit, die in solch ein Unikat gesteckt wird, als auch alle zu verwendenden Stücke sind dabei mit viel Aufwand und hohen Kosten verbunden.
Der Leumund erwächst aus den offiziellen Darstellungen wie den Präsentationen auf Modeschauen.
High Fashion – Wo Mode zum Kunstwerk wird – Auftrag Luxus
Was aus Haute Couture entwächst, wird um ein Vielfaches auf einfachste Kollektionen so weit heruntergebrochen das es als Massenwaren durch Modeketten, Kaufhäuser und Handel verkauft werden kann.
Das Zentrale des Entwurfs ist vorläufig die Zeichnung. Es werden Entwürfe gemacht und die Vorstellung bekommt ein Gesicht.
Recherchen
Mit der Recherche beginnt der Prozess der Umsetzung. Wenn ich Stoffe und Accessoires finde, die ich genauso in meiner Vision gesehen habe, dann lässt sich die Vision unmittelbar umsetzen. In der Regel kann das nicht der Fall sein. Oder umgekehrt, dann handelt es sich auch nicht um eine Vision.
Man sucht aufwendig nach Materialien. Der wichtigste Punkt ist aber das man Materialien findet und sich durch das Finden der Materialien die eigentliche Zusammenstellung ergibt. Fasst man einen Stoff an, fühlt diesen, stellt man sich dabei bsw. vor wie der Stoff auf dem Körper liegt. Dabei stellt man vielleicht fest was dem Stoff eine weitere Form geben kann, oder eine Richtung, durch Farben Betonung erleben kann. Mit den Materialien und der sich daraus entwickelnden Vorstellung ergeben sich sozusagen die Zutaten für die spätere Komposition. Genauso wie bei einem Gericht oder der Entwicklung eines Musiksongs.
Bei der Recherche entstehen Details, die man zuvor noch nicht gesehen hat, die man noch nicht in den Sinnen hatte.
Zum Rechercheprozess gehören auch das Durchblättern von Zeitschriften, Büchern, ein Blick in die Geschichte, Museen, Galerien, Kulturelles und Kulturveranstaltungen, Musik, Literatur, Tanz, Theater oder Film. Kunst war schon immer und ist der naheliegendste Anteil von Ideen und Inspirationen. Aber auch die Umgebung wie Gebäude einer Stadt oder Berge, Täler, grüne Wiesen oder Schneelandschaften sind können helfen Stoffe oder andere notwendige Elemente und Ideen zu finden.
Moodboard
Ein Moodboard, auch Stimmungscollage genannt ist eine relativ konkrete Vorstellung von Farben, Formen und Abstraktionen.
Mood steht für Stimmung, Board, auch aus dem englischen für Tafel. Die französische Collage meint im Grunde das Aufkleben oder Zusammenstellen. Und genau das wird ein Moodboard auch. Man nimmt sich im einfachsten Fall aus Katalogen, Zeitschriften oder anderen Vorlagen Ideen heraus und stellt diese zusammen. Die Farbe einer Couch, der Schnee im Skiurlaub oder ein Stoffmuster, das man irgendwoher aufgreifen konnte werden auf ein großes Blatt Papier geklebt. Auch eine fotografische Aufnahme aus dem Museum oder der Realität können ausgeschnitten und auf die Collage geklebt werden.
Das Ziel dieser Stimmungscollage ist es eine Stimmung zu erzeugen. Schaut man sich das Moodboard an, sollen Betrachterinnen und Betrachter ein Gefühl davon bekommen, um was es hier geht. Motiv und Ziel sollen sich auf die Betrachtenden Projizieren.
Ein Moodbard kann so weit gehen das aus sehr vielen Elementen nur das wichtigste auszusortieren ist und man durch diesen Prozess der Zusammenstellung für eins oder für bis zu drei Moodboards konkret auf den Punkt bringt. Hat man bereits konkrete Stoffe, Farben oder Formen gefunden, umso besser!
An der Stelle darf man noch etwas bemerken. Für viele Menschen sind solche Aufgaben arbeiten wie für andere ein anderes Handwerk. Bei jedem Handwerk aber, das man ausführt sollte man sich bewusst machen, das die Methodik ein Denkprozess ist, der damit trainiert wird. Gerade im Designprozess ist dieser Aspekt deshalb wichtig, weil eine Kreativarbeit ein Abschweifen benötigt. Die Gefahr abzuschweifen vom ursprünglichen Thema ist hier keine Gefahr, sondern praktizierende Realität. Es benötigt dabei also bewusst Instrumente die einen immer wieder ganz konkret auf die Arbeit zurückholen, zurückführen. Vielleicht mehr als in vielen anderen Passionen, Professionen.
Die Erstellung eines Arbeitsplanes kann hier sehr hilfreich sein!
Kollektion
Eine Kollektion ist eine Auswahl von Kleidungsstücken die ein Thema zum Inhalt haben und zusammenpassen. Modelle, die nach modischen Tendenzen und wirtschaftlichen Aspekten zusammen gestellt werden. Im professionellen Bereich aber auch in Grossunternehmen werden Kollektionen durch Kreative, Kaufmännische und technische Führungskräfte entwickelt. Dabei dienen die Modeschauen und die Vorreiter aus Luxus und Haute Couture oft als Blaupause.
Wie lange ein solcher Prozess dauert hängt davon ab wie hoch das angestrebte Qualitäts und Quantitätsniveau ist.
Ein zuvor entwickeltes Moodboard ist die Grundlage für die neue Kollektion. Bis hier her sind umfangreiche Ideen und Informationen zusammen getragen. Marktanalysen, Textilhersteller, Messebesuche, Haute Couture, Prêt-â-porter, Farben, potenzielle Materialien, Silhouetten.
Ganz essentiell sind dabei immer auch die Geschichte der Mode. In den meisten Fällen sind in der Vergangenheit Moden aus Zufällen entstanden. Etwa weil etwas hilfreich war oder eine Not voraus ging. Heute ist Mode Zielstrebig und will etwas darstellen, zum Ausdruck bringen. Immer aber sind daran beteiligt Elemente aus bereits vergangener Zeit.
Gerade im Haute Couture will man häufig Elemente nutzen die auf eine bestimmte Zeit in der Vergangenheit hinweisen.
Kollektionsablauf
Nachdem die Grundlagen der Recherchen erstellt sind, Moodboards entwickelt und Ideen gefunden sind, geht es an das Erstellen von Skizzen. Diese Skizzen unterscheiden sich natürlich von der Vision. Die Skizzen orientieren sich schon deutlich an den gefundenen Materialien, Farben und Formen.
Aus den Skizzen werden im Zusammenhang mit Moodbards und den bereits zuvor gewählten Materialien zu modischen Stylings und Modellentwürfen ausgearbeitet. Eine Kollektionsbesprechung findet statt und daraus wird ein Kollektionsrahmenplan erstellt.
Im Kollektionsrahmenplan sind Erste Schritte als auch das erstellen, entwickeln von Prototypen festgelegt. Es entsteht eine erste konkrete Vorkalkulation.
In weiteren Verläufen erfolgt eine Prüfung der Prototypen. Passformen werden genauer angepasst, es erfolgen Kollektionsaussagen, Verarbeitung als auch Materialeignungen werden geprüft. Informationen die sich während der Umsetzung ergeben, wie bsw. bei der Schnitterstellung, dem Zuschnitt oder der Fertigung werden protokolliert. Auch bei diesem Prozess sind Nacharbeiten üblich. Genauso wie Anpassungen an den Budgetplan möglich werden.
Nach Abschluss erfolgt eine Nullserie. Dabei werden ca. drei Konfektionsgrößen erstellt. Passformprüfungen und Produktionen für die Musterfertigung werden genau bestimmt. Genähte Modelle und entsprechende Protokolle werden in eine weitere Kollektionsbesprechung begutachtet, bzw. führen zu Korrekturen.
Sind die Kollektionen technisch zur Fertigung freigegeben, erfolgt die Produktionsplanung mit der Erstellung der Arbeitspläne. Fertig gestellte Erstkollektionen werden mit Mitarbeitern vom Verkauf getestet. Sind die Modelle freigegeben, erfolgt die Kollektionsvervielfältigung. Die Kollektionen werden jetzt für Vertretungen, Messen und die Öffentlichkeitsarbeit, als auch Ausstellungen vervielfältigt.
Nach Erstellung aller Pläne und einer ersten Abschätzung der Nachfragen durch Rückmeldungen wie Bestellungen werden die Kollektionen zur Serienfertigung freigegeben.
Kollektionsrahmenplan
Ein Kollektionsrahmenplan beinhaltet
- Produktionskonzeption
- Designkonzept
- Marktorientierung
- Materialkonzept
Der Kollektionsrahmenplan wird des öfteren aktualisiert und den fortlaufend entstehenden neuen Gegebenheiten angepasst. Die Kollektion wird inhaltlich saisonal und zielgruppengerecht auf die Bedürfnisse des Handels abgestimmt. Es wird Saisonal auf Segmente aufgeteilt. Lieferprogramme erhalten Themennahmen, Lieferabschnitte werden zugeteilt und Verkaufszeiträume zugeordnet. Jedes Lieferthema enthält eine Zusammenstellung von Artikeln nach Mengen, Farben und eingesetzen Materialien im aktuellen Modetrend.
Genre
Ein Genre meint im Fall des Modedesign die Qualitätsstufe.
Auf der einen Seite gibt es die Zielgruppenbestimmung. Auf der anderen Seite das Genre. Das Genre beinhaltet die Marktorientierung für einen Bekleidungsbetrieb hinsichtlich Kollektionsaussage. Das Genre ist die Zuordnung der Produkte zu einem Hersteller, die sich nach der Gesamtheit der verschiedenartigen Qualitätsmerkmale und Erzeugnisse richtet.
Das Genre trifft eine Aussage über:
- Güte der Stoffe
- Modische Aktualität
- Ausstattung und Aufwand der Innenverarbeitung
- Exaktheit der Verarbeitung
- Passform
- Stückzahl und Größensortimente
Unterschieden werden die folgenden Genreabstufungen:
Designsgenre
Eigennamenlabel, kleine Srückzahlen, exklusive Materialien, häufig Eigendesigns, modische Extravaganzen, avantgardistische Designs.
Hohe Genre, Modellgenre
Aufwendige Verarbeitung, exklusive Ausstattung, Detailverarbeitung, Kleinserien, begrenztes Größensortiment, modische Gestaltung
gehobenes, mittleres Genre
Verwendung hochwertiger Materialien, optimale Passformen, modemutigkeit in Auswahl von Formen und Farben.
Mittlere Genre
Marktstarke Preislagen, umfassendes Größensortiment, eingeschränktes Formenprogramm
Untere Genre, Konsumgenre, Stapelgenre
Hohe Stückzahlen, Stoffqualität und Verarbeitung sind auf Preislagen angepasst. Die Passform spielt eine weniger bedeutende Rolle.
Zyklus der Mode
Die Geburt der Mode
Aus so manchem Umstand ergibt sich eine Notwendigkeit. So auch mit oder bei der Kleidung, die anfänglich bestimmte Zwecke für den Menschen erfüllen sollte. Gemeinhin bezeichnet man diese Zwecke als biologische, zeitweilig auch psychologische Bedürfnisse. Die Nacktheit ist dabei die eine Sache, der Schutz vor Kälte und Umwelteinflüssen eine andere. Erst, aber wenn etwas so ausgereift ist, dass man es mit Vorsatz, also bewusst zum Einsatz bringt, steht ein eigener Wille dahinter.
Bei der Mode kann man diesen Zeitpunkt als den der Geburt bezeichnen. Das Selbstbildnis von Albrecht Dürer um 1493 gilt als eines der ersten seiner Zeit, das auch in auffälliger weise einen natürlichen, aber modisch erscheinenden Künstler abbildet (Rublack, 2022, S. 66). Ein typisches Merkmal der Renaissance ist, das sich der Mensch darin selbst entdecken konnte, selbst entdecken sollte. 1526 ließ sich Matthias Schwarz, der nun in Augsburg lebte, von einem noch jungen Miniaturmaler namens Narziss Renner malen. Daraus entstand das wohl bedeutendste Trachtenbuch seiner Zeit (Schwarz, 1520). So etwas hatte es zuvor noch nicht gegeben (Rublack, 2022, S. 66). Bis es zum Trachtenbuch kam, wurden einige Abbildungen, die sein Leben abbilden sollten, von einem Maler Namens Hans Maler erstellt, der in der damals florierenden Tiroler Silberbergbaustadt Schwaz bei Innsbruck lebte. Zu dieser Zeit war die zur Schaustellung, meist bis zum 30. Lebensjahr junger Männer, ein Akt von eigener Zurschaustellung, verbunden mit dem Werben verschiedener Partnerinnen und sexueller Kontakte. Die männliche Jugend endete erst mit der Ehe und der Position als Haushaltsvorstand. Bis zu diesem Zeitpunkt war die sexuelle Identität von Männern noch nicht an festumrissene Ideale von ehrenhafter Tugend gebunden wie die von Frauen, wie es die Autorin beschreibt (Rublack, 2022, S. 68). Was aus den Silberbergwerken der Silberminenstadt Schwarz kam, ging als verwobene Expansion in die Welt der Wirtschaft rund um den Globus.
An der Seite des Matthias Schwarz war lange Zeit Jakob Fugger, der zu den Einflussreichsten und Vermögendsten seiner Zeit galt. Diese Mischung sollte die Selbstdarstellung als Geburt der Mode in die Welt tragen. Der Aufwand, sich abbilden zu lassen und sich mittels Kleidung immer wieder neu zu inszenieren und damit zu wachsen, benötigte auch finanzielle Unterstützung, allem voran aber die Freiheit, sich darin ausleben zu können und zu dürfen. Denn wann immer Mode eine neue Wendung in der Welt erhält, dann liegen dem die Selbstdarstellungen durch immer noch modernere Medien zugrunde. Und so wuchs mit dem Gedanken, sich Selbstdarzustellen der Einsatz und die Idee Mode zu kreieren und diese entsprechend auf Medien zu transportieren (Rublack, 2022, S. 91). Auch die Geschichte der Aenne Burda unterliegt dem Gedanken, Konfektionsschnittbögen über ein Magazin an die Frau zu bringen. Was damals in der Renaissance ihren Anfang nahm, ist – zieht man die Kurve des Lernens aus Erfahrung hinzu – wiederholt sich in ihren jeweiligen Zyklen in späterer Zeit immer wieder.
Auch hier verschwindet das vorherrschende Bewusstsein der damaligen Zeit, heute in den Köpfen der Menschen im Unterbewusstsein. Denkt man sich daher den Menschen als ein fortwährendes Geschöpf, das sich selbst immer wieder erneuert, so ist die Geschichte, die Geburt der Mode ein Akt der sich am Anfang einer jeden neuen Epoche als ein Merkmal von Verbreitung durch immer modernere Medien aufs neue repräsentiert und in den Köpfern der Menschen eine neue Verankerung findet.
Trend
Der Begriff Trend
Zirkularität ist für Mode essentiell. Hanns Wienold beschreibt einen „Trend, langanhaltende Bewegung in einer bestimmten (steigenden oder fallenden) Richtung, die den Daten einer Zeitreihe zugrunde liegt.“ (Wienold 1995, S. 686)
Trendsetter
Ein Individuum schafft durch seine Handlung einen Präzedenzfall. Wenn damit eine Verkettung in Bewegung gesetzt, wonach auch andere Individuen diesem Verhalten folgen und daraus ein Trend entsteht, kann man von Trendsetting sprechen.
Everett Rogers spricht von Innovators bzw. einen Innovator in einem System, der oder das als Gatekeeper fungiert, wenn eine Innovation in ein System eingeführt wird (Rogers, 1995, S. 267)
Opinion Leader
„Der Meinungsführer hat für die Gestaltung der Gruppenmeinung strategische Bedeutung; er kennt am besten, was die einzelnen Mitglieder denken; er vermittelt zwischen ihnen und repräsentiert annährungsweise die „typische Gruppenmeinung.“ (Sandhu, 2024, S. 403)
Initiatoren als Meinungsbilder
Initiatoren sind Meinungsbildner. Auch Novitäten genannt. Initiatoren kaufen Güter als Erstes und definieren damit die Gruppenstandards. Initiatoren entscheiden, welche Güter als Statussymbole anerkannt werden.
Im Unterschied zu Imitatoren oder der Befriedigung menschlicher Defizitbedürfnisse liegt das Kaufmotiv eines Initiators einer Initiatorin im Bedürfnis, die Zusammengehörigkeit zu einem Segment oder einer Gruppe zu dokumentieren (Perciuniary Emulation). Dabei müssen diese Menschen nicht unbedingt einer engmaschigen Gruppe angehören, in der man in gegenseitigem Kontakt steht. Es genügt die Identität zu besser gestellten Menschengruppen.
Gerade im Falle von Novitäten steht die Meinungsbildung im Vordergrund. Konsumiert ein Gruppenmitglied Güter dieser Art, stärkt dies die Zugehörigkeit des Individuums und damit die Mitgliedschaft dieser Gruppe.
Individuen messen einem Gut einen höheren Wert zu, wenn es mit einer geringeren Verfügbarkeit einhergeht. Ist ein Gut in Zeit und Menge limitiert, wird dieses begehrenswert.
Ein Gut ist durch die geringere Verfügbarkeit mit einem höheren Aufwand verbunden. Es entsteht eine Kausalität zwischen Verfügbarkeit und Qualität – das Knappheitsprinzip! Der Wettbewerb um rare Güter, also das Knappheitsprinzip, verstärkt diesen Effekt. Konkurrieren ein potenzieller Konsument mit einem anderen Interessenten, wird das soziale Prinzip verdrängt und das Begehren verstärkt.
Ein weiteres Motiv, das die Knappheit verstärkt, ist die Einschränkung des Angebots. Die Einschränkung des Angebots bedeutet den Entzug der Konsumfreiheit und wirkt mit einem erhöhten Druck auf das Begehren. Menschen mit einem höheren Status, Geld oder Macht haben einen besseren Zugang zu begehrten Gütern. Jemand, der viel Geld besitzt, kann sich eine Reise zu einem Ort leisten, an dem dieses Produkt erworben werden kann, das es nur an diesem Ort gibt (Hellhammer, 2007).
Dieser Sachverhalt ist auch aus Sicht der Volkswirtschaft dann interessant, wenn man die Befriedigung der Bedürfnisse als kollektiv-Ereignisse versteht. So könnte man bsw. Darstellen, das eine Verknappung an Rohstoffen wie sie gegenwärtig durch Krieg und Konflikt zum Ausdruck kommt, die Bedeutung hat, das der Wohlstand in ein höheres Level der Menschheit transformiert wird. An dessen Anfang steht die erneute Orientierung an den biologischen und psychologischen Grundlagen.
Imitatoren im Unterschied
Individuen beobachten und imitieren bei ihrer Entscheidungsfindung das Verhalten anderer Individuen nach (soziale Legitimation). Anpassungsfähige Individuen kopieren diese Informationen und kürzen Lernprozesse damit ab.
Ein Grund für diesen Prozess besteht in unsicherem Verhalten, also meist Minderwertigkeit. Wenn jemand in seiner Entscheidung verunsichert ist, orientiert dieser, diese sich am Verhalten der Umwelt, um damit einen Indikator für richtiges Verhalten zu erklimmen – bekannt weiterhin als soziale Legitimation.
Ein zweiter Grund liegt in der Identität der Sippe. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verhalten imitiert wird, steigt mit der Identität des Individuums mit den Agierenden der Umgebung. Menschen identifizierten sich seit jeher mit einer Gruppe. Je ähnlicher mir ein höher gestelltes Individuum ist, desto wahrscheinlicher, dass ich es Imitiere und je größer die soziale Legitimation (Hellhammer, 2007).
Vergesellschaftung oder Wie sich Meinung verbreitet
Wechselwirkung – Warum Konflikte Antriebe sind und Kommunikation Konflikte entschärft
Um in Zeiten des Krieges möglichst unentdeckt zu bleiben, änderte Siegmund Heinrich Fuchs in der Zeit des Nationalsozialismus seinen Namen in Foulkes. Begeistert von den Schriften Sigmund Freuds widmete sich dieser ganz der Psychoanalyse und nach verschiedenen Aufenthalten kehrte dieser dann nach Frankfurt zu Kurt Goldstein zurück, bei dem dieser zuvor zur Neurologie ausgebildet wurde. Er übernahm nun die Leitung des neu gegründeten psychoanalytischen Instituts, das neben dem Institut für Sozialforschung untergebracht war und unter der Leitung zu Max Horkheimer stand. Das Institut ermöglichte Foulkes den Kontakt zur bis heute berühmt gebliebener Frankfurter Schule, wo dieser mit zahlreichen Namhaften Kollegen in Kontakt kam. Theodor W. Adorno, Erich Fromm, Wilhelm Reich, Kurt Lewin oder Karl Mannheim sind durchaus bekannte Gestalter einer bekannten Gegenwart (et al. Moré, 2015, S. 173). Seit den 1960er Jahren war Jürgen Habermass eine ebenso prägende Gestalt der Frankfurter Schule. Die Geschichte der Psychoanalyse wurde durch Foulkes eine Erforschung zur Grundlage demokratischer Beeinflussung gesellschaftlicher Gruppen. Foulkes räumt der Kommunikation als ein dynamischer Beziehungsprozess in Gruppen eine zentrale Funktion ein, die ein Potenzial zur Freisetzung von Fantasien, Potenzialen und Authentizitäten bietet. Ebenso führen Beeinträchtigungen zu Störungen in den Beziehungen und der persönlichen Entfaltung (et al. Moré, 2015, S. 174). Dort wo Störungen aus der psychischen Natur gering gehalten werden können, kann man auf störungsfreie Abläufe zurückgreifen. Zentrale Bezugspersonen mit individuellen Neurosen sind nach Darstellung von Angela Moré in aller Regel Ursachen für Kommunikationsstörungen. Die Ursachen sind in früheren Lebensabschnitten zu finden, oft komplexe Verwerfungen, Machtgefällen, sozialen Ausgrenzungen, gravierende Benachteiligungen oder sozialer Not.
Für Foulkes sind die individuellen Entwicklungen in einer Gruppe allerdings durch ihre Mitglieder begünstigt sich aufzulösen oder gar zu verstärken (et al. Moré, 2015, S. 174). Kurt Lewin, Foulkes und Anthony identifzieren in einem Modell, das durch Kurt Lewin entworfen wurde, Spannungen und widerstrebende Kräfte, die sich aus einem grundlegenden Konflikt von Verbundenheit und Unabhängigkeit ergeben. Ein uralter Konflikt, über den bereits Sigmund Freud schon ausführlich geforscht hatte. Dem liegt offensichtlich eine pulsierende Wechselwirkung zugrunde, deren Polarisierung zwischen den individuellen Bedürfnissen und den Anforderungen der Gruppe zugrunde liegt. Das Ziel einer solchen Gruppe müsse demnach sein, eine Balance zu finden, zwischen den bindenden (kohäsiven) und den aufbrechenden (disruptiven) Kräften (et al. Moré, 2015, S. 177).
„Der Grad, in welchem ein Individuum die Einschränkungen seines Bewegungsspielraumes durch die Gruppen akzeptieren könne, hänge ebenso vom Grad der gegenseitigen Abhängigkeit in der Gruppe ab wie von den Vorteilen, die das Gruppenmitglied durch seine Zugehörigkeit zur Gruppe genieße“ (Zitat, Angela Moré, 2015, S. 177).
Das Gruppengefüge erfuhr durch eine aufgeschlossene Kommunikation ihren homöostatischen Ausgleich, also ihre Balance. Dabei wurde die Kommunikation in der Gruppe dadurch erleichtert, bzw. erreicht, als die Spannungen einzelner Gruppenmitglieder von den anderen in der Gruppe aufgenommen werden konnten. Es musste keine Aussprache im klassischen Sinne erfolgen, sondern die offene Kommunikation, etwas aussprechen zu können, führte offensichtlich zum Spannungsabbau und damit zur Wiederherstellung der Balance in der Gruppe!
Damit sind Kohäsion und Identifikation mit der Gruppe maßgeblich für ein Wir-Gefühl und die Grundlage zur Anpassung individueller Gruppennarrative. Denn einem Zugehörigkeitsgefühl stehen Rivalitätskämpfe gegenüber, die Spannungen entstehen lassen und als Antreiber für Anziehungs- oder Abstoßungskräfte (Vektoren) werden können. Denn letztlich gehen aufsteigende innere Spannungen in Menschen auf deren, in der Regel unbewusste Triebkräfte zurück (et al. Moré, 2015, S. 179).
In einem autokratischen System gibt das herrschende Individuum die Regeln vor. Menschen sind und entwickeln sich von Natur aus individuell. Ungleichgewichte in der Natur führten zu Unterdrückungen, was den Triebkräften, die sich mindestens am Überlebenswillen orientieren, nur kurz- und mittelfristig etwas entgegensetzen können. Will man auf lange Sicht ein funktionierendes System erreichen, so müssen die individuellen Triebkräfte in einer Gruppendynamik ihren Raum und damit kreative Freiheit finden können. Hier stößt ein System der Autokratie deutlich an seine Grenzen. Was der Philosoph Byung Chul Han deutlich machte, in dem er beschreibt, dass Macht in einem System begrenzt ist und daher einen Systemwechsel mit sich bringen wird. Er zitiert auch Niclas Luhmann mit der Darstellung, dass die Macht für ein System, wie man es in der Autokratie kennt, viel zu konkret ist, um dieses System aufrechterhalten zu können. Bedeutet, ein Machthaber, eine Machthaberin müsste bis in die unterste menschliche Ebene eine Kopie seiner selbst, und das innerhalb einer Masse von Menschen durchsetzen.
Hierbei zeigt sich, wie die Welt aktuell durch Kriege und Konflikte durchlebt, dass ein solches System nicht umsetzbar ist. Die Triebkraft eines Menschen übersteigt aus biologischer Sicht den eigenen Willen, weil diese Triebkraft das menschliche Überleben, also die Fortpflanzung, sichert.
Die Ethnologische Vorstufe – Der Nährboden
Die Kommerzialisierung der Computer führte zu Beginn der 1980er Jahre in einem ersten Schritt zur Freisetzung der Finanzmärkte. Ein Rechensystem an der Börse konnte um ein Vielfaches mehr Rechenvorgänge leisten als ein Mensch durch Zeichensprache auf dem Parkett in der Lage war. Es identifiziert nicht die entstandene Freiheit in den 1980er Jahren, aber Geld begünstigt die Möglichkeiten der freien Entfaltung. Umgekehrt kann man damit das Wachstum auch kontrollieren und bremsen.
Anfängliche Entwicklungen gehen sehr häufig mit Frauenbewegungen einher, was auf das zyklische Denkmuster hinweisen kann, über das Marit Rullmann und Werner Schlegel in „Frauen denken anders“ schreibt, das 1×1 der Philosophinnen. So sei das männliche Denken eher linear, das weibliche zyklisch. Ob auch diese Philosophie eine Ableitung aus der Psychoanalyse ist, bleibt vorläufig ungeklärt und erwartet einen Nachweis im Zuge der Gehirnforschung.
Jedenfalls stand eine Frauenbewegung in den 1970er Jahren im Mittelpunkt politischer Umwälzungen und führte zu einer Veränderung in der Erforschung in der Ethnologie. Die Ethnologie handelt von der Wissenschaft der kulturellen Vielfalt. Sie beschreibt damit im Kern immer wieder aufs neue die dynamische Weiterentwicklung der Grundlagen zur Gestaltung von Gesellschaft. Ihre Entstehung geht auf die Zeit der Antike zurück, bei der durch die Schule von Milet mit Thales, Anaximander und Hekataios ab ca. 500 v. Chr. erstmals die bis dahin gültigen ethnozentrischen Weltbilder infrage gestellt wurden.
Herodot suchte nach den Ursachen der Verschiedenheit der Völker und fand Antworten sowohl in ihrer Anpassung an die Umwelt als auch in historischen Prozessen. Er verglich Völker und stellte zum Beispiel bei den Nomaden Gemeinsamkeiten struktureller Art fest. Die Sozialstruktur der Nomaden sei ihrer Umwelt sehr gut angepasst, denn sie waren in seinen Augen schwer zu unterwerfen, weil sie in kleinen Verbänden lebten, keine Häuser hatten und sich bei einem Angriff rasch zerstreuen konnten.
Hippokrates erklärte die Verschiedenheit der Menschen mit dem Klima, in dem sie leben. Andere Gelehrte wie Aristoteles, Dikaiarchos und später der Römer Varro legten Weltalterlehren vor, in denen eine Gesetzmäßigkeit der Kulturentwicklung in drei Stufen vom Jäger- und Sammlertum über den Nomadismus bis zum Bodenbau beschrieben wurde. Sie nahmen damit ein Schema der gesellschaftlichen Evolution voraus, das im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert die ethnologische Theoriebildung prägte (et al. Pauli, 2017, S. 36).
Heute ist die Ethnologie dermaßen ausdifferenziert, dass nachfolgend nur ein paar wenige Beispiele das Verständnis dieser Entwicklung verdeutlichen sollen. In der Ethnologie geht es um die Erforschung der natürlichen oder naturbedingten Veränderung der Menschen die sich durch die sich ändernden Umstände und Lebensqualitäten ergibt. Eine Basis auf der das bewusste Leben seinen Raum findet, bevor sich Gruppen und Gesellschaften unter neuen narrativen und neuen Formen mittels Kommunikation, ob verbal oder non-verbal zusammenfügen und für eine gewissen Zeit gemeinsam Ziele verfolgen.
Verwandschaftsethnologie
Durch wiederholte Akte des Teilens oder des Füreinander-Sorgens, auch außerhalb von Abstammung oder Heirat, haben sich Gefühle von Verwandschaftsbeziehungen herausgehoben. Jemand, der einem Fremd erschien, wurde plötzlich nahbarer, weil man Gemeinsamkeiten an sich entdeckt hatte (et al. Pauli, 2017, S. 147). Dem standen Jahrhunderte gegenüber, bei denen Menschen sich zum Zwecke des Machterhalts oder der Vergrößerung, Vermehrung von Geld oder Landstrichen im Mittelpunkt standen (et al. Lanzinger, 2016, S. 8). Aus diesen Systemen heraus entstanden später Fokussierungen auf Basis der Patrilinien, was grossen Einfluss auf die Vererbungsschemata hatte. Demnach erbten in der Regel die Söhne die Ländereien, andere wurden enterbt. In der Frage, wie man am besten überlebt, hat diese Form dazu geführt, dass sich Strukturen von Verwandtschaften neu formatierten und neue Gefüge entstanden. Die Frage nach der Liebe und einem Gefühl der Verbundenheit stand keineswegs im Vordergrund (et al. Lanzinger, 2016, S.17).
Medienenthnologie
Medien sind in Sekundenschnelle um den Globus. Modernere Technologien, sekundenschneller Aufbau von Bild und Videomaterial lassen heute zu, dass man so tief in das Leben einer anderen Welt eindringen kann und sich damit Global mit einer neuen Identität verbinden kann.
Wo Hatespeech oder Ablehnung Grenzen und Neupositionierung anbieten, stehen dem das bisherige Selbst- oder Weltbild gegenüber, das man mit neuen Vergemeinschaftungsprozessen in Einklang bringen kann. Wenn sich auf der Welt in anderen Kulturen ein Mensch findet, dessen Eigenschaften auf die meinen Interessen stoßen, dann entstehen neue Beziehungen und Vergemeinschaftungen. Medien reflektieren und schaffen Macht und Wissen. Der Grund, warum autokratische Systeme versuchen, dagegen zu wirken. Denn das autokratische System wird dadurch noch weniger umsetzbar – ein zweiter Aspekt globaler Verbildlichung. Medien aber tun noch etwas. Sie verbinden Menschen über die Macht der Kommunikation. Nachrichten, Dokumentationen, Filmereignisse aus anderen Kulturen lassen ein höchst kommunikatives, zusammengehöriges Weltbild entstehen.
Der Mensch beginnt, die Welt globaler zu betrachten, einen Schritt in die Vogelperspektive zu gehen. Er bewältigt mental gezwungener Massen den Bestand in der Welt.
Wirtschaftsethnologie
Wirtschaftsethnologie hinterfragt, wie Menschen mit den Ressourcen in ihrer Umgebung arbeiten. Wie sich Menschen an einem Ort mit Gütern und Leistungen beschäftigen. In nicht-industriellen Wirtschaftssystemen ist der Haushalt meist die zentrale Einheit der Produktion, Distribution und Konsumtion (et al. Pauli, 2017, S. 128). Je komplexer ein System ist, desto differenzierter ist auch die Arbeitsteilung. Sie kann sich auf gesellschaftliche Gruppen beziehen und individuelle Spezialistinnen und Spezialisten hervorbringen. Die Evolution der Wirtschaftsformen verläuft in den Kulturen höchst unterschiedlich, jede wird aber mit wachsender Zukunft komplizierter und komplexer (et al. Pauli, 2017, S. 129). Auch diese Komplexität fordert ein, dass Menschen miteinander arbeiten und wirken müssen, um mit dieser Form der Komplexität in der Zukunft leben zu können.
Wie sich Kommunikation, Medien und Informationen unter Menschen verteilen, dem geht die kontinuierliche Ethnologie als Basis gesellschaftlicher Veränderungen und Diversität voraus. Die Vermischung und Vermengung führt zu mehr Robustheit der Systeme, macht sie Anpassungsfähig und schafft aber auch immer wieder neue Ordnungen.
Diffusion – die Ausbreitung einer neuen Idee
Die Diffusionsforschung kommt der heutigen Verbreitung im Sinne einer horizontalen Macht schon sehr nahe. Was bislang häufig als vertikale Vererbung bekannt war, gewinnt durch die horizontale Macht zunehmend an Verbreitung. Dabei ordnet man die vertikale Macht ihrem Ursprung nach dem Patriarchat unter, während die horizontale Macht dem weiblichen Ursprung, dem Matriarchat zugeordnet ist. Diese Darstellung geht Analog mit linearem Denken beim männlichen Geschlecht voraus, beim weiblichen wird zyklisches Denken als Grundsatzmuster unterstellt. Zutreffend, weil bekannt ist das Macht in einem System nur begrenzt ausgeweitet wird und die Macht sich dann wandelt. Nach Niklas Luhmann hat Macht eine zu geringe Komplexität für eine moderne Gesellschaft, weil sie dessen Auffassung nach auf einer viel zu konkreten Ebene ansetzt. Machtausübung ist daher als Selektionsvorgang abhängig von Systemstrukturen. Weil Macht, dem Überlebenssinn nach über Sexualität übertragen wird, und mächtiger als das Selbst ist, vollzieht sich ein Machtwechsel zum Zeitpunkt vom Übergang des männlichen zum weibliche Geschlecht.
Die Verbreitung von Information und Innovation vollzieht sich ab dem Zeitpunkt der Entstehung menschlichen Lebens.
Die Diffusionsforschung beschäftigt sich mit der Ausbreitung dieser Ideen, Meinungen, Verhaltensweisen, Wissen oder Produkten.
Diese Forschung basiert offensichtlich auf der aus der Physik bekannten Diffusion. Daraus abgeleitet beschreibt die Diffusionsforschung zunächst, wie Informationen und Innovationen durch Menschen eine Verbreitung finden. Im weiteren Verlauf ist davon auszugehen, dass daraus das Bass-Modell entstanden ist. Das Bass-Modell wurde 1961 durch Frank Bass das Bass-Modell aufgestellt, das die Diffusions-Wirkung einer Markteinführung von innovativen Produkten beschreiben sollte. Neben diesen Diffusionsmodellen gehören auch Modelle von Lebenszyklen dazu, die Verläufe von Wachstums- und Sättigungsprozessen beschreiben.
Everett M. Rogers brachte hierbei einen neuen Ansatz aus der Agrarsoziologie in den Umlauf. Als Vorreiter der Ernährung wird dieser dann auf die folgende Modesoziologie angewandt. Dabei geht es konkreter betrachtet darum, wie sich die Ausbreitung einer Neuigkeit, Novität von der Quelle ihrer Entdeckung, im Fall der Mode auch Schöpfung bis hin zur letzten Nutzung, Nachahmern oder Übernehmern vollzieht.
Modezyklus
Der Modezyklus beschreibt den Verlauf von der Entstehung eines Kleidungsstücks bis hin zur Auflösung, ggf. durch Preisreduzierungen im Ladenlokal oder gegenwärtig politisch diskutierte Entsorgung.
Der aktuelle Zeitgeist beschäftigt sich mit Mode beeinflussenden Menschen, Influencer-Community, die als Trendgeber bezeichnet werden und inzwischen einen erheblichen Anteil in der Verteilung der Modeindustrie ausmachen. Die Verteilung basiert auf dem Diffusionsmodell nach Everett M. Rogers und benötigt das Konzept von Initiatoren und Imitatoren.
Der Phasenverlauf basiert auf der Ebene einer Kaufphase mit einer sich anschließenden Gebrauchsphase. Eine Diffusionskurve beschreibt die Verteilung in den jeweiligen Phasen.
Die Kaufphase beschreibt den Nachfragezeitraum einer Novität. Prolongation (Verlängerung einer Laufzeit) beschreibt den Austragevorgang, dem Entgegenwirken des Zerfalls der Mode, der Novität. Diese kann bis zu vier Saisons betragen.
Phase 1: selektive Wahrnehmung von Novitäten
Selektive Wahrnehmung von Novitäten, Initiatoren, Modepioniere, Innovatoren, Fashion-Leaders, Trendsetter, Influencer, Influencerinnen. Sie heben sich vom Rest der Konsumgesellschaft ab. Auf die Novität folgt die Nachahmung, die Diffusion nimmt Gestalt an. Annehmen oder Ablehnen entscheiden den Diffusionsvorgang.
Phase 2: Aktualisierungsphase
Medienschaffende berichten über Novitäten, Messen, Laufstege, TV-Beiträge oder auch die Ausstattung von Moderatorinnen und Moderatoren, die Berichterstattung nutzen Novitäten und verbreiten diese. Es entsteht ein Akzeptanz-Niveau.
Phase 3: Expansionsphase
Die frühe Mehrheit beschafft sich die Kleidung. Die Beschaffung ist noch vom Knappheitsprinzip dominiert und macht das Kleidungsstück exklusiv und begehrenswert. Aus dem Trend wird allmählich Mode. Die Masse bestimmt jetzt die kurzweilige Modeerscheinung.
Die Sozialisierung durch Mode entsteht dort, wo das Modeverhalten bewusst in und durch die Masse in Erscheinung tritt und beim Konsum eine Reizschwelle übersteigt, die stimulierenden Charakter hat. Die Wahrnehmung der Mode wirkt jetzt sozialisierend, verbreitet sich. Dieser Vorgang ist von einer Anpassungsleistung, Imitation begleitet, der Wunsch und oder die äußere Bekenntnis zu einer Bezugsgruppe oder auch einzelner Individuen. Anpassungsleistung und Differenzierung führen zur Diffusion.
Phase 4: Stabilisierungsphase
Die Phase ist von Nachschöpfung geprägt. Dem Abverkauf folgt die Nachbestellung bis zum Ausverkauf. Nicht mehr ganz so modebewusste Klientel, späte Mehrheit, schöpft die Mode ab. Die breite Masse und damit Akzeptanz sind erreicht, der Höhepunkt der Kaufphasen.
Phase 5: Sättigung
Die Kaufphase einer spezifischen Mode wird exogen durch Verkäufer beendet, wenn diese eine Nachfolgeneuheit anbieten und gleichzeitig durch einen angezeigten Schlussverkauf einen zweiten Markt errichten.
Phase 6: Auslaufphase
Eine Obsoleszenz ist etwas anders als bei der Technik, keine begrenzte Lebensdauer, sondern ergibt sich durch eine begrenzte Meinung der Träger, Trägerinnen, was noch als tragbar gilt und was nicht.
Obsoleszenz-Phase definiert sich durch die Entstehung einer neuen Novität. Begünstigt und beeinflusst durch neue Novitäten. Die Mode gilt nun als deutlich unmodern. Eine Sättigung ist erreicht, die Wirtschaftlichkeit stellt für den Verkauf die Abwägung von Lager- und Flächenverbrauch ins Verhältnis. Wobei „Ladenhüter“ Flächen für Lager und Verkauf unnötig in Anspruch nehmen würden.
Quellen:
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