Wenn man auf die Entwicklungen der Kommunikation schaut, insbesondere durch Watzlawick, dann könnte man annehmen, die Entwicklung der Kommunikation erlebte zum Zeitpunkt ihrer Entstehung einen zentralen Meilenstein. Den durch die interkulturelle Kompetenz, womit ich noch auf das spätere Thema hinweise. Denn viele Begriffe haben in unterschiedlichen Nationen andere Bedeutungen, was Kommunikation und Konflikt gegenüber stellen.

Dreiteilung der Kommunikation


Watzlawick sieht eine Notwendigkeit in der Kommunikation darin diese in eine Informationstheorie, in Philosophie und in Psychologie aufzuteilen.

Syntax


Eine Syntax besteht aus Signale wie Kanälen, Codes und Kapazität der Kommunikation. Diese Syntax basiert auf der eingangs beschriebenen technischen Darstellung von Nachrichtenübertragung. Die Struktur sorgt dafür das eine Botschaft entsprechend richtig dargestellt ankommt.

Semantik


Die Semantik meint die Bedeutung der Kommunikation. Diese setzt eine Übereinkunft zwischen Sender und Empfänger voraus. Die Bedeutungsempfindung kommt der Philosophie ähnlich. Die Botschaft muss verstanden werden können.

Pragmatik


Pragmatisch ist die Botschaft dann, wenn das Verhalten durch die Kommunikation beeinflusst ist.

Regelkreissysteme

In den 1950er Jahren entstand der Wissenschaftszweig Kybernetik. Das brachte es mit sich das man auch in der Psychologie nicht mehr nur das einzelne Individuum sah, sondern, ohne sich in der Wechselwirkung bewusst zu sein, Beziehungen und Austausch innerhalb von Systemen zu verstehen. Informationen stehen nun in Relation zum Informationsaustausch. Jede Erfahrung und Wahrnehmung wird in Relation, in Beziehung zu etwas gesetzt.
Um Wahrnehmungen einordnen zu können sind Ordnungs- und Bezugssyteme erforderlich.

Wenn a auf b wirkt und b auf c, dann entspricht das einer linearen Abfolge von Ereignissen. Wirkt aber zusätzlich c auf a mit einer Rückmeldung wird das System zirkulär und entspricht einem Regelkreis. Eine Neuheit im Bezug auf die Kybernetik, weil sich auch dadurch der Kreis das System geschlossen hatte.

Jedes Verhalten bedingt und wirkt auf das Verhalten des anderen.

Redundanz


Die Redundanz beschreibt die Regelhaftigkeit einer Zeichenfolge. Im Sinne einer Anpassungsleistung speichern Menschen bestimmte Verhaltensweisen was die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten weiterer Verhaltensweisen erhöht. Watzlawick teilt die Kommunikation in die Bereiche Syntax, Semantik und Pragmatik. Man kann das Verhalten anderer verstehen, beeinflussen und voraussehen. Eine Verletzung von Regeln fällt im Grunde nicht auf.

Metakommunikation

Aktuell leben wir in einer Zeit die aufgrund ihres rasanten Wachstums immer auch dazu drängt Übersicht gewinnen zu wollen, reflektieren zu wollen, begreifen zu wollen, wie etwas ein- und zugeordnet werden kann.

Für die Kommunikation gilt hier dasselbe. Aus pragmatischer Sicht ist es hilfreich sich über das kommunizierte, den Abläufen und Regeln Bewusstsein zu verschaffen und diese ggfl. Zu korrigieren. Weiterhin hilft Metakommunikation aktuell sehr aktiv dabei Konflikte zu vermeiden.
In gewisser Weise hilft es, wie Daniel Shapiro, Konfliktforscher und Verhandlungswissenschaftler das beide Seiten sich über die eigene Position Klarheit verschaffen. Verhandelt man durch Gespräche, kann man sich in Aussagen über die ursprüngliche Position erneut Gedanken machen. Vor allem, wie man in den Axiomen noch sehen wird, weil man dazu neigt abzugleiten!

Metakommunikation beschreibt also die Kommunikation über der Kommunikation. Ein gewisser Nachteil wird bei den eigenen Ressourcen sichtbar. Denn eine Eigenbeobachtung kostet in der Regel viel Energie und Hirnschmalz!

Damit hat die Metakommunikation den Nachteil das dass eigentliche Medium, das beobachtet wird, auch zur Analyse über dasselbige verwendet wird.

Watzlawicks Gedanken dazu sind die, das man die Form dieser Beobachtung wie ein wechelseitiges Verhalten betrachtet, wie in einem Schachspiel. Wenn auf das Verhalten von a immer das Verhalten b oder c folgt, aber eben nie d oder e, und auf b folgt immer f oder g, kann man auf eine Metakommunikation schließen. Eine Verhaltenskette mit einer regelhaften Wechselbeziehung die nach Watzlawicks Auffassung nicht weiter erklärbar wird.

Wenn Systeme komplex werden, dann bietet es sich an nicht akribisch auf den Kern, auf die Beschaffenheit zu schauen, sondern wirtschaftlich denkend, Ressourcen sparend, die Wechselwirkung als Black Box zu betrachten. Das bedeutet, man betrachtet lediglich Input-Output. Man arbeitet mit Fakten die in die Black Box gehen und zieht aus der Schlussfolgerung des Ausgangs auf mögliche Mutmassungen von Verhaltensmustern.

Paul Watzlawick hat vor diesem Hintergrund fünf Axiome entwickelt.

Axiome nach Watzlawick

Zur kurzen Übersicht

1. Axiom „Man kann nicht nicht kommunizieren“

2. Axiom „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. Der Beziehungsaspekt bestimmt den Inhaltsaspekt und entspricht daher einer Metakommunikation.“

3. Axiom „Interpunktion von Ereignisfolgen“

4. Axiom „Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.“

5. Axiom „Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht.“


Erstes Axiom: „Man kann nicht nicht kommunizieren“

Jede Art des Verhaltens von Menschen liefert mindestens nonverbale Signale. Das Spektrum was jemand denkt, denken könnte ist dabei freilich sehr umfangreich. Das Motiv des Schweigens hat eine gleiche Bandbreite und reicht von Erhöhung des Gegenübers im Sinn von erstaunt sein, bis hin zur maximalen Erniedrigung im Sinne die schlechtesten Gedanken weder offenbaren, noch ein Feedback darüber geben ob etwas angemessen sein könnte oder nicht.

Man kann die Sache auch etwas umgekehrt sehen und sagen „Die Sprache ist die Quelle der Mißverständnisse.“ wie einst der französische Dichter Saint-Exupéry gesagt haben solle. Es ist ja durchaus bekannt das Körpersignale aus Gesicht, Mikroexpression aber auch vom Körper selbst eine solche Komplexität aufweisen, das der Mensch diese nicht in der Form kontrollieren kann. Sprache hingegen hat schon vor dem Hintergrund der Vermeidungsstrategien erhebliches zu bieten. Aus biblischer Perspektive, die Zunge ist wie ein Schwert das Körper und Geist zu trennen weis.

Andererseits kann man von den Dingen natürlich so sprechen das jemand gerne zuhören möchte, wie Blaise Pascal sagte, „Beredsamkeit ist die Kunst, so von den Dingen zu sprechen, dass jemand gerne zuhört.“ Wann es also gut ist zu schweigen oder zu sprechen, das wird man auch situationsabhängig zu entscheiden haben.

Welche Bedeutung aber das aktive nicht kommunizieren hat, da hat sich Watzlawick relativ präzise ausgedrückt:

– Abweisung

– Annahme

– Entwertung

– Symptome vortäuschen um sich einer Kommunikation zu entziehen

Als Kommunikationsklippen bezeichnet und in Erweiterung zu den Ausführungen von Watzlawick gelten noch,

– Angst, sich selbst zu offenbaren (Schulz von Thun)

– Imponiergehabe, man betrachtet den oder die kommunikativ aktive Person aus dieser Position

– Fassadentechnik als Gegenteil des Imponiergehabes, man versucht sich hinter einer Fassade zu verbergen → Vortäuschungen

– Fehlende Sicherheit, Verunsicherung führen zu einem Mangel an kommunikation gegenüber der aktiv kommunizierenden Person.


Zweites Axiom: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. Der Beziehungsaspekt bestimmt den Inhaltsaspekt und entspricht daher einer Metakommunikation.“

Für die Kommunikation benötigt der Mensch Daten für die Inhaltsebene. Wortwahl, Wortfolge, Satzbau. Die Beziehungsebene hat die Aufgabe diese Daten zu interpretieren. Jeder Mitteilung folgt daher neben dem Inhalt auch die Informationen wie der Sender sie vom Empfänger verstanden haben möchte.
An der Stelle ist es durchaus wichtig und hilfreich zu wissen das immer das Motiv des Senders versendet wird. Wenn man sich nicht im klaren über das eigene Motiv ist, dann hat man den inneren Zugang nicht und es wird sich als belanglos äussern, mit vielleicht fatalen Folgen für den oder die Empfängerin. Ist das Motiv klar, kann es durchaus sein das die empfangende Person die Information zwar anders versteht als gesendet wurde. Allerdings ist das Motiv auf Seiten des Senders klar gewesen. Der oder die Empfängerin hätte die Pflicht im Zweifel zunächst urteilsfrei zu bleiben und die tieferen Beweggründe zu hinterfragen.

Sofern nonverbale Signale (Kommunikationscodes wie Mimik, Gestik, Körperhaltung, Blickrichtung, Tonfall, Lautstärke, Intonation) mitgesendet werden wirken diese an der Stelle sehr hilfreich. Im Zeitalter technologischer Kommunikation ist hierbei sehr viel Konfliktpotenzial vorhanden.

All diese Anteile sind nach Watzlawick als Metakommunikation zu verstehen.


Mögliche Störungen

Uneinigkeit der Kommunikationspartner auf der Sach- und auf Beziehungsebene.

Mischformen können sein:

– Eine Störung überträgt sich von der Beziehungs- auf die Inhaltsebene.

– Gemeinsamkeiten auf der Inhaltsebene sind zwar gross, die Störung auf der Beziehungsebene ist aber noch vorhanden, trotzdem kooperiert man. So lange bis die Blockade gebrochen wird und es zum Abbruch der Kommunikation kommt. Typischerweise kennt man diese Haltung wenn jemand alles hinzunehmen scheint, aber man bereits an nonverbalen Signalen erkennen kann das eine Person die Kommunikation lediglich hinnimmt. Dabei baut sich Frust auf der irgendwann irgendwo zu entladen sein wird.

– Die Störung wird geklärt, erst danach wird das Gespräch fortgesetzt.

Störungen verlangen in der Regel viel Engagement um einen Dialog ordnungsgemäss zu Ende zu bringen. Feedback, Resonanz und Reflektion sind wichtige Bestandteile um Konflikte zu meiden.


Ein kleiner Exkurs

Aus der Biologie aber auch der Psychologie ist bekannt, das aus dem männlichen Geschlecht das Informative hervor geht, während sich bei weiblichen Geschlechtern die Sinnlichkeit in der Welt entwickelt. Verantwortlich für diese Entwicklungen sind die jeweiligen Hormone Östrogen und Testosteron (Vgl. et al Beck, Faszinierendes Gehirn, 2019). Aus diesen haben sich die Geschlechtsmerkmale und damit das jeweilige geschlechtsspezifische (Gehirn) Denken entwickelt (Vgl. Das Geschlecht des Körpers – Warum unsere Organe kein einfaches männlich oder weiblich kennen, 2025). Jedes Geschlecht und der Vollständigkeit halber damit im Kontinuum der Geschlechter (bedeutet alle Geschlechtsdifferenzierungen dazwischen), hat damit eine einzigartige Besonderheit.
Bis zum Gegenwärtigen Zeitpunkt ist aber nicht bekannt, ob grundlegend durch ein weibliches Geschlecht der Beziehungsaspekt kommuniziert, und durch das männliche Geschlecht der Inhaltsaspekt kommuniziert wird. Aber es scheint sehr naheliegend.


Drittes Axiom: „Interpunktion von Ereignisfolgen“

Das meint die Strukturierung der Wechselwirkung der Zeichensetzung. Die Interpunktion organisiert das Verhalten des Gesprächs. Der Gesprächsverlauf ist dabei in einem Ursache-Wirkungsverhältnis zu verstehen. Person A gibt eine Aktion vor, möglicherweise schon mit einer Erwartungshaltung. Person B reagiert entsprechend gegenläufig oder erwartungsgemäss.
In entsprechender Reaktion agiert Person A, wobei bereits das Gesprächsverhältnis vorgegeben ist.
Hier darf ich nochmals auf Loriot „Das Ei“ verweisen! Der Verlauf eines Gesprächs ist aber ebenso von möglichen Tagesformen Abhängig. Ereignisse können eigene Haltung oder Meinungen ins wanken bringen! (Vgl. Beziehungszufriedenheit schwankt im Verlauf weniger Tage und selbst während eines Tages deutlich, 2025)



Der Gesprächsverlauf ist nach Auffassung von Paul Watzlawick der Gefahr preisgegeben das ein Gesprächsverlauf verroht, was dieser der Tatsache zuordnet, das man im Gesprächsverlauf nicht in die Metaebene übergeht. Also dem ständigen reflektieren über den Dialog.
So bsw. gibt Person A eine Information, Person B nimmt diese mit Widerwillen zur Kenntnis.
Durch die fehlende Metakommunikation bricht die Interpunktion im Gesprächsverlauf aus der Sachebene in die Beziehungsebene ab. Die Gesprächspartner, Partnerinnen werden zu einander persönlich. Diesen Fall erkennt man sehr häufig im Plenum bei der Politik. In so mancher Nation entstehen sogar Handgreiflichkeiten, was im Grunde schwer zu verstehen ist! Den Inhalt der Politik ist es Themen auszudiskutieren die das Leben der Menschen in einem Staat organisieren sollen. Die Vorbildrolle der Politik ist in der Regel für Familie gedacht, weil die Politik aus diesem System ursprünglich entstanden ist. D.h., hier wird diskutiert und Meinungen müssen ausgehalten werden.
Ein Konflikt ist nahezu unvermeidbar. Watzlawick sieht das Problem nicht nur in der fehlenden Metakommunikation, sondern vor allem auch in den unterschiedlichen Wahrnehmungen von Gesprächs- und Verhaltensabläufen.

Daher ist die Interpunktion auch sehr stark in der Interkulturellen Diplomatie sehr problematisch und benötigt entsprechende sprachliche Kompetenz. Denn jede Kultur hat eine eigene Interpunktion.


Störungen

Störungspotenzial ist in der Sinneswahrnehmung zu finden. Während eines Gesprächsverlaufes muss flink entschieden werden welche Informationen relevant und welche unrelevant sind. Dabei sind nicht nur die Informationen als solches wichtig die wegzulassen und hinzuzufügen sind, sondern das Repertoire der informierenden Quellen bewerten Informationsgehalte durchaus unterschiedlich.
In der gegenwärtigen Zukunft wird davon auszugehen sein das es von Vorteil ist ein Verständnis dafür zu haben in welchem Narrativ man sich bewegt. Und wenn man ein Bewusstsein über das eigene Narrativ hat, also eine Gruppe gleichgesinnter Menschen, das man dann versteht wie man sich nach aussen zu kommunizieren habe.

Grundsätzlich muss man es als Vorteil bewerten, wenn beide Gesprächspartner bereit sind sich über ihre jeweiligen Positionen auszutauschen und für Klarheit zu sorgen.

Auch die Self-fulfilling Prophecy gilt hierbei als eine Störung. Jemand reagiert genauso wie ich es mir bereits gedacht hatte. Im Sinne einer Koinzidenz (Vgl. Lexikon/Koinzidenz) besteht dabei die Gefahr, das man den Partner unter dem Aspekt der Selbstprophezeihung versteht und auf diese weise entsprechend das Gespräch bereits lenkt, ohne das Bewusstsein beim Thema gehabt zu haben. Man handelt wie man sieht und lässt sich nicht auf die Wechselwirkung ein. Man ist festgefahren in der Haltung seiner Selbstprophezeihung. Im Lexikon habe ich dazu einen nachgestellten Verlauf aus Jürgen Habermass Werk „Theorie kommunikativen Handelns“ eingestellt. Die Dinge sind manchmal anders als sie scheinen. Im Grunde führt hierbei die Voreingenommenheit zum Hauptproblem.


Viertes Axiom: „Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.“

In der menschlichen Kommunikation wie in der Informationsübertragung werden Zeichen verschlüsselt und Signale weitergegeben. Bei Zeichensystemen wird zwischen digitalen und analogen Zeichen unterschieden. Digital meint, eine begrenzte Anzahl von Elementen, die verschieden kombiniert werden können. Analog meint in etwa die bildhaften Zeichen.

Das Wort Hund ist irgendwann der Bedeutung zugeordnet worden. Der Begriff „Hund“ an sich ist absolut Bedeutungslos. Ihm wird aber, im Sinne Gottlobs Frege (1809 – 1866) eine Bedeutung beigemessen, wodurch der Hund greifbar wird.
Die digitale menschliche Kommunikation ist eine abstrakte Sprache. Analoge Zeichen der menschlichen Kommunikation sind Abbildungen wie bsw. Gemälde, Zeichnungen, Fotografie oder Filme. Die analogen Kommunikationsformen sind für die Beziehungsebene von besonderer Bedeutung, weil ihre Wirkung viel unverschlüsselter und unmittelbarer an Sender und Empfänger ist. Mit einem Bild oder einer Filmsequenz lässt sich manchmal ein viel komplexerer Zusammenhang auf den Punkt bringen.


Störungen

Störungen des vierten Axioms sind bsw. Übersetzungen zwischen digitaler und analoger Kommunikation. Mimik und Gestik können mehrdeutig sein. Im Zweifel oder bei Konflikten bezieht man sich auf die eigene Sozialisierung und Menschenkenntnis und liegt damit manchmal auch falsch. Ein einfaches Beispiel das mir selbst zu Hauf passierte ist der gutgemeinte Gedanke des Freundes oder Ehepartners der seiner Holden einen Blumenstrauß schenkt. Kann man in Beziehungen machen, denkt man sich. Die Ehefrau oder Partnerin aber ist misstrauisch und vermutet eine Untreue des Partners, die noch bevorsteht oder bereits war.

Man sollte in Fällen wie denen zwischen analoger und digitaler Kommunikation immer in Erwägung ziehen, oder besser noch berücksichtigen. Bei allen weiteren Entwicklung ist immer die Rückbesinnung auf etwas ursprüngliches zu hinterfragen. Wenn ich mich nur noch hinter Smartphone und Computer verstecke, dann geht mir vielleicht die ursprüngliche Fähigkeit verloren Situationen richtig interpretieren zu können, Menschenkenntnis kann verrohen.

Wann immer der Strom ausfällt, ich sollte wissen wo die Kerze steht!


Kleiner Exkurs

Unter Durchsetzungsvermögen versteht man bis heute in etwa die Beschreibung nach Max Webers Machtdefinition. Dass man den eigenen Willen, notfalls auch gegen den Willen eines anderen Menschen durchsetzt. Diese Darstellung ist aus autokratischen Verhältnissen entnommen.
Wer heute etwas durchsetzen möchte, der muss sich auf den Ursprung der Symbolik zurückbesinnen. In der heutigen Zeit, das behaupte ich auch anhand von verschiedenen Beobachtungen, ist das ein lebensnotwendiger Vorgang. Ein Beispiel zeigt die Entstehung des Otto-Motors. Es gab vor über 100 Jahren die Situation das man sich nach der Entwicklung des Otto-Motors beim Fahrzeug hätte auch für einen Elektromotor entscheiden können. Damals waren die Umstände aber noch nicht entsprechend gegeben oder entwickelt. So verwarf man diese Idee und verfolgte die Ideologie des Otto-Motors weiter. In der aktuellen Zeit, das weis inzwischen ein Grossteil der Menschheit, hat der batteriebetriebene Elektromotor die Ökonomie geflutet. Die Idee war bereits damals geboren, man hat sich darauf zurückbesinnt, also einen historischen Fehler korrigiert, in dem man gedanklich zurück in diese Zeit ging!
Auf diese Weise konnte man den neuen Weg durchsetzen. Aber, die Besonderheit daran zeigt sich vor allem darin, das die Zeit erst heute bereit ist diese Entwicklung zu tragen. Denn die Menschen müssen die Notwendigkeit erkennen und diese Fahrzeuge auch kaufen wollen. Das ist eine ganz klare und deutliche Botschaft an den Unterschied zwischen Autokratie vs Demokratie. Autokratie ist nicht nachhaltig. Demokratie hingegen zukunftsträchtig.
Demnach wird eine Entscheidung dann an der Zeit sein, wenn sich an den Umständen erkennen lässt das eine Gesellschaft etwas, eine Meinung, eine Haltung mitträgt. Das macht die Sache durchaus leichter, zeigt aber vor allem eine Kontinuität mit dem zeitlichen Eintreten. Es gibt keinen besseren Moment!
Im anderen Fall gibt es natürlich die Situation etwas durchzusetzen, auch gegen einen potenziellen Willen.
Sofern der Erfahrungsschatz vorhanden ist das eine Sache wichtig ist und durchgesetzt werden muss. Da die Gegenreaktionen aber entsprechend zu erwarten sind, wird Erfahrung notwendig sein dem Team eine Form zu geben oder die Form zu stabilisieren das Menschen motiviert und bei der Sache bleiben.


Fünftes Axiom: „Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht.“

In Untersuchungen hat man festgestellt, das im Verlauf einer Interaktion zwischen Gesprächspartnern die Partnerinnen und Partner gegenseitig verändern. Daraus sich dann auch eine bestimmte Beziehungsform entwickelt. Im Verlauf der Wechselwirkung stabilisiere sich diese Form dann zu einem festen Interaktionsmuster. Der renommierte Konfliktforscher Daniel Shapiro hat hierzu das Beispiel genannt das man Übertragender Weise auch in einem Verkaufsraum wiederfinden könnte (Vgl. Arbeitswerte als Kompass für erfolgreiche Unternehmenskultur, 2024). Die Art und Weise eines Klimas in einem Raum entspricht dem Umgang der Menschen die sich darin aufhalten. Konkreter müsste man auf den Fall der Verhandlungen eingehen von denen Shapiro hier spricht. Er sagt in seinem 2018 erschienen Werk „Verhandeln“ das man sich bei einer schon fast festgefahrenen Verhandlung einmal aus dem Raum bewegen sollte, um sozusagen aus der Wolke auszusteigen.
Der Grund ist einfach der, das Menschen nicht nur eine eigene Meinung oder Mächtigkeit mit in einen Raum, in einen Dialog bringen. Vielmehr verändert sich die Stimmung in Wechselwirkung der Menschen untereinander. Sein Einstieg zum Verständnis, das schon verschiedene Philosophen aus der Antike kannten belegt Shapiro hier mit einer Darstellung von Buddha. Shapiro sieht hier Sinngemäss beschrieben, hinter allem sichtbaren, das in irgendeiner Form in Bewegung gebracht wird, steht etwas göttliches.
„Der Grund, wenn der Mensch eine Illusion ist, die etwas tut um die Wirklichkeit zu beeinflussen, und nur das sichtbare mächtig ist, dann ergibt sich aus der Summe der Handlungen der Handelnde Geist. D.h. es wird etwas bewegt und verändert, aber im Grunde ist es ein Geist der über allem wirkt. Das der Mensch eine Illusion wäre wird dann vorstellbar wenn sich dieser als völlig unscheinbar zurück nimmt (Vgl. Shapiro, 2018, S. 135).“

Im Axiom von Watzlawick gibt es für diese Form seiner erwähnten Interaktionsmuster zwei Varianten. Die Interaktionspartner passen sich in den Verhaltensweisen einander an und wirken daher symmetrisch.
Die Interaktionspartner entwickeln sich gegenseitig ergänzend in ihren Verhaltensweisen, was dann komplementär wirkt.

Die symmetrische Interaktion beruht auf Gleichheit in den Beziehungen (Vgl. Wer zusammenarbeitet, bewegt sich eher synchron, 2025, Vgl. Hirnwellen in Harmonie – Wenn Neuronen im Gleichklang kommunizieren, 2025). Eine komplementäre Beziehung beinhalten zwei unterschiedliche Gesprächtspartnerinnen und Partner die sich durch die Unterschiedlichkeit ergänzend verhalten. Diese Beziehungstypen sind nicht als Wertigkeit im Sinne von besser oder schlechter zu verstehen, sondern zeigen die verschiedenen Entstehungsmuster beim Aufeinandertreffen unterschiedlicher Menschentypen. So etwas kann z.B. sehr wichtig und nützlich sein, wenn man sich ein Team im Verkauf zusammen stellt.
Man stelle sich vor es wird ein Wochenplan erstellt in dem verschiedene Verkäuferinnen und Verkäufer im Verkaufsraum eingeteilt werden, Kundinnen und Kunden zu bedienen. Es kann dabei sehr nützlich sein, das ein gruppenschwächeres Mitglied mit einem gruppenstärkeren Mitglied zusammenkommen und beide sich günstig ergänzen. Während ein anderes Gruppengefüge, zwei gleichwertig starke Persönlichkeiten harmonisch zusammenarbeiten. So bsw. führt die eine Person ein Kundengespräch, die andere ist frei, spielt der aktiv beratenden aber in die Hände in dem es Waren aufräumt oder unterstützend zur Hand geht und ein Produkt bringt das zuvor erwähnt wurde. Einen Gang ins Lager tut um ein paar Schuhe zu holen, während die aktiv beratende Verkäuferin die Kundschaft bei Laune hält.

Es wird schon wichtig sein in der Zukunft das man intensiver auf die Ressourcen blickt und daher auch darauf achte wie man welche Menschen zusammen tut die sich sinnhaft oder gegenseitig förderlich ergänzen.


Störungen

Störungen findet Paul Watzlawick darin das es bei symmetrischen Formen zu Eskalationen kommen kann, weil die Gleichwertigkeit unserem natürlichen Bedürfnis nach positiver Abgrenzung gegen andere widerspricht. Zur potenziellen Störungsbehebung muss man sich vielleicht die Darstellung von Erich Fromm zu Herzen nehmen.

Erich Fromm (1900 – 1980), Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe berichtet in „Die Kunst der Liebe“ das man einen Gedanken dauerhaft im Denken installieren sollte. Nämlich dem, bevor ich meinen Willen durchsetzen möchte, zu überprüfen wie haltbar mein Gedanken unter dem Blickwinkel eines Objektivismus zu verstehen sein kann.
Sinngemäß beschreibt Fromm: „Das Gegenteil von Narzissmus ist Objektivität; damit ist die Fähigkeit gemeint, Menschen und Dinge so zu sehen, wie sie sind, also objektiv, und in der Lage zu sein, dieses objektive Bild von einem Bild zu trennen, das durch die eigenen Wünsche und Ängste zustande kommt.“ (Vgl. Fromm, 2020, S. 157). Zwei Darstellungen geben dieser Darstellung ein nachvollziehbares Bild.
Zum einen, dass Menschen Ich-zentriert aufwachsen und ein Sinn darin besteht ein Ich größer, als die Gesellschaft werden zu lassen. Die andere Darstellung bezieht sich auf die biologisch/Psychologische Darstellung von Spitzer, die ich gleich noch zeigen darf.
Man ist immer auf Kompromisse angewiesen und tut sich daher gut, wenn man versucht eine Lösung zu finden die für beide Seite annehmbar ist. Fromm begründet das Problem darin, das ein Gedanke zunächst meist auf Selbstliebe beruht und wir als Menschen dazu neigen diesen um- oder gar durchsetzen zu wollen. Ich muss für den Moment dann innehalten und versuchen einen objektiven Blickwinkel einnehmen zu können. Denn auch ich will das man mich berücksichtigt und Lösungen für mich findet.
Untermauert wird Fromms Darstellung durch einen der bekanntesten Neurowissenschaftler, Manfred Spitzer. Spitzer ist neben Mediziner auch Philosoph und Psychologe und beschreibt aus psychologisch, biologischer Sichtweise sei der Mensch intern so eng vernetzt, das es wichtig sei einen Blick nach außen zu werfen, bevor man alles mit sich selbst und in sich selbst ausmachen würde. Wann immer ich also eine Idee oder einen Gedanken habe, die Lösung liegt immer darin diesen Gedanken aus objektiver Sicht zu betrachten und erst dann zu Entscheidungen zu gelangen. Das erschwert viele Probleme und löst Störungen solcher Art auf.

Die Störung der komplementären Form, um wieder zur Watzlawick zurückzukehren, dürfte allgegenwärtig bekannt sein. Ein gesellschaftlich kollektives Vermächtnis ist z.B. wenn die Mutter ihr jung-erwachsenes Kind wie ein Kleinkind behandelt. Das führt meist zu schwerwiegenden Ablehnungen gegen die Eltern, die Mutter. Häufig auch zu erkennen, wenn junge reife Erwachsene wie kleine Kinder behandelt, obwohl diese vielleicht genauso weit entwickelt sind wie jemand der etwas längere Zeit im Berufsleben steht. Die Lösung liegt darin, im Respekt vor der jeweiligen Sozialisierung miteinander umzugehen. Niemand weis, woher jemand kommt, was man erlebt hat oder wie man erlebtes verarbeitet oder damit umgegangen ist. Eine Gesellschaft benötigt im Hinblick auf unterschiedliche Sozialisierungen und auch zwischen den Generationen und in den Alterskohorten untereinander ein Höchstmaß an Toleranz. Auch und gerade in der heutigen Zeit wird so viel um den Erhalt der Demokratie geworben. Das aushalten können von Meinungen, sich in Belastbarkeit zeigen!

Eine weitere Störung ist für Watzlawick die Form einer Metakomplementarität. Es herrscht eine Art Pseudometrie, bei der der überlegenere Partner, dem anderen bewusst die Einnahme einer symmetrischen Position gestattet oder aufzwingt. Ein komplizierter Satz der meint, das man Alters und Erfahrungsunterschiede, bzw. ggfl. Positionsunterschiede berücksichtigen muss.
Das Verhalten wäre zwar symmetrisch, die Beziehung aber komplementär. So etwas erlebt man relativ häufig dann, wenn viel ältere Erwachsene einen jüngeren Menschen oder Kollegin, Kollege auf ihr Niveau erheben. Also Dinge verlangen die ein Mensch schon aufgrund des Alters und der Erfahrung nicht haben oder wissen kann. Nicht umsonst gibt es das Prinzip der Lebenszyklen, wonach man bestimmte Dinge nur in einem bestimmten Alter wissen oder haben kann. Wenn die Grenzen zwischen den Generationen verschwimmen, dann liegt häufig ein Prinzip vor, über das ich an anderer Stelle bereits beschrieben habe. Ein Tunneleffekt der aus bis heute noch viel zu wenig berücksichtigten „transgenerationalen Übertragungen“, oder kurz gesagt, Gefühlserbschaften stammt. Dabei ist das Bewusstsein von gedanklichen Grenzen durchschlagen.
Wenn eine Vorgesetzte, Vorgesetzter so tut, als hätte ich als MitarbeiterIn genauso viel Entscheidungsgewalt wie die Vorgesetzte entsteht ein solches Beziehungsdilemma. Dieses Paradoxon führt dann zu einem Double Bind-Moment die psychischen Störungen hervorrufen kann, wie Paul Watzlawick offensichtlich wusste.