Der Designprozess beinhaltet

  • Idee
  • Recherchen
  • Moodboards
  • Kollektionsentwurf, Entwicklung
  • Genre


Idee

Dem Sinn des Designs geht die Fähigkeit voraus, den Zeitgeist einzufangen und auf den Punkt zu bringen.

Der Moment in dem ein Entwurf für ein Design als Rohentwurf aufs Blatt Papier gebracht wird, das ist der Beginn von dem ab der eingefangene Zeitgeist gezielt in eine Form, in den Moment des Lebens gebracht wird.

So gut wie alles, was Nachhaltig auf Designschaffende wirkt kann als eine Idee, als Inspiration wirken.
Eine Idee ist nicht allein der Moment der Entstehung. Die Idee beinhaltet zeitgleich ein kaum greifbare Vorstellung, die Entwicklung einer Vorstellung wie etwas am Ende aussehen kann und wird.
Spätere mögliche Vorgaben, was möglich ist, sein soll oder wird, folgt später. Eine Idee ist sozusagen die Vision, die in die Realität geholt werden soll. Möglich wird diese Realisierung erst dadurch, dass Entwürfe sichtbar gemacht werden und Materialien gefunden werden mittels derer die Vision Schritt für Schritt in der Realität eine Form bekommen kann. Im Modedesign, der Architektur oder Produktdesign sind daher Prozesse der Zwischenstufen wesentlich, weil durch das Erstellen von Mustern und Prototypen die elementaren Probleme der Umsetzung deutlich werden und daraus Lösungen abzuleiten sind, die gesucht werden müssen. Allerdings gibt es hier auch Unterschiede in der Aufgabenstellung. Designprozesse in Grossunternehmen laufen deutlich unterschiedlicher zu denen ab, in denen es bishin zur individuellen Designentwicklung geht.

Couture ist Luxusmode. Das Modell existiert dabei nur einmal. Oder es entstehen aus wenigen mittels Handwerkskunst individuelle Kleidungsstücke. Die Zeit, die in solch ein Unikat gesteckt wird, als auch alle zu verwendenden Stücke sind dabei mit viel Aufwand und hohen Kosten verbunden.
Der Leumund erwächst aus den offiziellen Darstellungen wie den Präsentationen auf Modeschauen.

High Fashion – Wo Mode zum Kunstwerk wird – Auftrag Luxus

Was aus Haute Couture entwächst, wird um ein Vielfaches auf einfachste Kollektionen so weit heruntergebrochen das es als Massenwaren durch Modeketten, Kaufhäuser und Handel verkauft werden kann.
Das Zentrale des Entwurfs ist vorläufig die Zeichnung. Es werden Entwürfe gemacht und die Vorstellung bekommt ein Gesicht.


Recherchen

Mit der Recherche beginnt der Prozess der Umsetzung. Wenn ich Stoffe und Accessoires finde, die ich genauso in meiner Vision gesehen habe, dann lässt sich die Vision unmittelbar umsetzen. In der Regel kann das nicht der Fall sein. Oder umgekehrt, dann handelt es sich auch nicht um eine Vision.
Man sucht aufwendig nach Materialien. Der wichtigste Punkt ist aber das man Materialien findet und sich durch das Finden der Materialien die eigentliche Zusammenstellung ergibt. Fasst man einen Stoff an, fühlt diesen, stellt man sich dabei bsw. vor wie der Stoff auf dem Körper liegt. Dabei stellt man vielleicht fest was dem Stoff eine weitere Form geben kann, oder eine Richtung, durch Farben Betonung erleben kann. Mit den Materialien und der sich daraus entwickelnden Vorstellung ergeben sich sozusagen die Zutaten für die spätere Komposition. Genauso wie bei einem Gericht oder der Entwicklung eines Musiksongs.
Bei der Recherche entstehen Details, die man zuvor noch nicht gesehen hat, die man noch nicht in den Sinnen hatte.
Zum Rechercheprozess gehören auch das Durchblättern von Zeitschriften, Büchern, ein Blick in die Geschichte, Museen, Galerien, Kulturelles und Kulturveranstaltungen, Musik, Literatur, Tanz, Theater oder Film. Kunst war schon immer und ist der naheliegendste Anteil von Ideen und Inspirationen. Aber auch die Umgebung wie Gebäude einer Stadt oder Berge, Täler, grüne Wiesen oder Schneelandschaften sind können helfen Stoffe oder andere notwendige Elemente und Ideen zu finden.


Moodboard

Ein Moodboard, auch Stimmungscollage genannt ist eine relativ konkrete Vorstellung von Farben, Formen und Abstraktionen.
Mood steht für Stimmung, Board, auch aus dem englischen für Tafel. Die französische Collage meint im Grunde das Aufkleben oder Zusammenstellen. Und genau das wird ein Moodboard auch. Man nimmt sich im einfachsten Fall aus Katalogen, Zeitschriften oder anderen Vorlagen Ideen heraus und stellt diese zusammen. Die Farbe einer Couch, der Schnee im Skiurlaub oder ein Stoffmuster, das man irgendwoher aufgreifen konnte werden auf ein großes Blatt Papier geklebt. Auch eine fotografische Aufnahme aus dem Museum oder der Realität können ausgeschnitten und auf die Collage geklebt werden.
Das Ziel dieser Stimmungscollage ist es eine Stimmung zu erzeugen. Schaut man sich das Moodboard an, sollen Betrachterinnen und Betrachter ein Gefühl davon bekommen, um was es hier geht. Motiv und Ziel sollen sich auf die Betrachtenden Projizieren.
Ein Moodbard kann so weit gehen das aus sehr vielen Elementen nur das wichtigste auszusortieren ist und man durch diesen Prozess der Zusammenstellung für eins oder für bis zu drei Moodboards konkret auf den Punkt bringt. Hat man bereits konkrete Stoffe, Farben oder Formen gefunden, umso besser!
An der Stelle darf man noch etwas bemerken. Für viele Menschen sind solche Aufgaben arbeiten wie für andere ein anderes Handwerk. Bei jedem Handwerk aber, das man ausführt sollte man sich bewusst machen, das die Methodik ein Denkprozess ist, der damit trainiert wird. Gerade im Designprozess ist dieser Aspekt deshalb wichtig, weil eine Kreativarbeit ein Abschweifen benötigt. Die Gefahr abzuschweifen vom ursprünglichen Thema ist hier keine Gefahr, sondern praktizierende Realität. Es benötigt dabei also bewusst Instrumente die einen immer wieder ganz konkret auf die Arbeit zurückholen, zurückführen. Vielleicht mehr als in vielen anderen Passionen, Professionen.
Die Erstellung eines Arbeitsplanes kann hier sehr hilfreich sein!


Kollektion

Eine Kollektion ist eine Auswahl von Kleidungsstücken die ein Thema zum Inhalt haben und zusammenpassen. Modelle, die nach modischen Tendenzen und wirtschaftlichen Aspekten zusammen gestellt werden. Im professionellen Bereich aber auch in Grossunternehmen werden Kollektionen durch Kreative, Kaufmännische und technische Führungskräfte entwickelt. Dabei dienen die Modeschauen und die Vorreiter aus Luxus und Haute Couture oft als Blaupause.

Wie lange ein solcher Prozess dauert hängt davon ab wie hoch das angestrebte Qualitäts und Quantitätsniveau ist.

Ein zuvor entwickeltes Moodboard ist die Grundlage für die neue Kollektion. Bis hier her sind umfangreiche Ideen und Informationen zusammen getragen. Marktanalysen, Textilhersteller, Messebesuche, Haute Couture, Prêt-â-porter, Farben, potenzielle Materialien, Silhouetten.

Ganz essentiell sind dabei immer auch die Geschichte der Mode. In den meisten Fällen sind in der Vergangenheit Moden aus Zufällen entstanden. Etwa weil etwas hilfreich war oder eine Not voraus ging. Heute ist Mode Zielstrebig und will etwas darstellen, zum Ausdruck bringen. Immer aber sind daran beteiligt Elemente aus bereits vergangener Zeit.

Gerade im Haute Couture will man häufig Elemente nutzen die auf eine bestimmte Zeit in der Vergangenheit hinweisen.

Kollektionsablauf

Nachdem die Grundlagen der Recherchen erstellt sind, Moodboards entwickelt und Ideen gefunden sind, geht es an das Erstellen von Skizzen. Diese Skizzen unterscheiden sich natürlich von der Vision. Die Skizzen orientieren sich schon deutlich an den gefundenen Materialien, Farben und Formen.

Aus den Skizzen werden im Zusammenhang mit Moodbards und den bereits zuvor gewählten Materialien zu modischen Stylings und Modellentwürfen ausgearbeitet. Eine Kollektionsbesprechung findet statt und daraus wird ein Kollektionsrahmenplan erstellt.
Im Kollektionsrahmenplan sind Erste Schritte als auch das erstellen, entwickeln von Prototypen festgelegt. Es entsteht eine erste konkrete Vorkalkulation.

In weiteren Verläufen erfolgt eine Prüfung der Prototypen. Passformen werden genauer angepasst, es erfolgen Kollektionsaussagen, Verarbeitung als auch Materialeignungen werden geprüft. Informationen die sich während der Umsetzung ergeben, wie bsw. bei der Schnitterstellung, dem Zuschnitt oder der Fertigung werden protokolliert. Auch bei diesem Prozess sind Nacharbeiten üblich. Genauso wie Anpassungen an den Budgetplan möglich werden.

Nach Abschluss erfolgt eine Nullserie. Dabei werden ca. drei Konfektionsgrößen erstellt. Passformprüfungen und Produktionen für die Musterfertigung werden genau bestimmt. Genähte Modelle und entsprechende Protokolle werden in eine weitere Kollektionsbesprechung begutachtet, bzw. führen zu Korrekturen.

Sind die Kollektionen technisch zur Fertigung freigegeben, erfolgt die Produktionsplanung mit der Erstellung der Arbeitspläne. Fertig gestellte Erstkollektionen werden mit Mitarbeitern vom Verkauf getestet. Sind die Modelle freigegeben, erfolgt die Kollektionsvervielfältigung. Die Kollektionen werden jetzt für Vertretungen, Messen und die Öffentlichkeitsarbeit, als auch Ausstellungen vervielfältigt.
Nach Erstellung aller Pläne und einer ersten Abschätzung der Nachfragen durch Rückmeldungen wie Bestellungen werden die Kollektionen zur Serienfertigung freigegeben.

Kollektionsrahmenplan

Ein Kollektionsrahmenplan beinhaltet

  • Produktionskonzeption
  • Designkonzept
  • Marktorientierung
  • Materialkonzept

Der Kollektionsrahmenplan wird des öfteren aktualisiert und den fortlaufend entstehenden neuen Gegebenheiten angepasst. Die Kollektion wird inhaltlich saisonal und zielgruppengerecht auf die Bedürfnisse des Handels abgestimmt. Es wird Saisonal auf Segmente aufgeteilt. Lieferprogramme erhalten Themennahmen, Lieferabschnitte werden zugeteilt und Verkaufszeiträume zugeordnet. Jedes Lieferthema enthält eine Zusammenstellung von Artikeln nach Mengen, Farben und eingesetzen Materialien im aktuellen Modetrend.


Genre

Ein Genre meint im Fall des Modedesign die Qualitätsstufe.

Auf der einen Seite gibt es die Zielgruppenbestimmung. Auf der anderen Seite das Genre. Das Genre beinhaltet die Marktorientierung für einen Bekleidungsbetrieb hinsichtlich Kollektionsaussage. Das Genre ist die Zuordnung der Produkte zu einem Hersteller, die sich nach der Gesamtheit der verschiedenartigen Qualitätsmerkmale und Erzeugnisse richtet.

Das Genre trifft eine Aussage über:

  • Güte der Stoffe
  • Modische Aktualität
  • Ausstattung und Aufwand der Innenverarbeitung
  • Exaktheit der Verarbeitung
  • Passform
  • Stückzahl und Größensortimente

Unterschieden werden die folgenden Genreabstufungen:

Designsgenre

Eigennamenlabel, kleine Srückzahlen, exklusive Materialien, häufig Eigendesigns, modische Extravaganzen, avantgardistische Designs.

Hohe Genre, Modellgenre

Aufwendige Verarbeitung, exklusive Ausstattung, Detailverarbeitung, Kleinserien, begrenztes Größensortiment, modische Gestaltung

gehobenes, mittleres Genre

Verwendung hochwertiger Materialien, optimale Passformen, modemutigkeit in Auswahl von Formen und Farben.

Mittlere Genre

Marktstarke Preislagen, umfassendes Größensortiment, eingeschränktes Formenprogramm

Untere Genre, Konsumgenre, Stapelgenre

Hohe Stückzahlen, Stoffqualität und Verarbeitung sind auf Preislagen angepasst. Die Passform spielt eine weniger bedeutende Rolle.