Ein neues philosophisches Modell von Dr. Marina Christodoulou, Dozentin für Philosophie an der Constructor University, stößt weltweit auf überwältigendes Interesse. Mit der Einführung des Konzepts der „Ontologisch-Existenziellen Erschöpfung“ wirft ihre Forschung einen tiefgründigen Blick auf die moderne Erschöpfung, der weit über das psychologische Burnout hinausgeht. Die renommierte Fachzeitschrift Angelaki: Journal of the Theoretical Humanities widmet dem Konzept nun ein eigenes Themenheft – herausgegeben von Dr. Christodoulou als alleiniger Gast-Editorin. Eine Buchpublikation bei Routledge sowie ein erweiterter Folgeband stehen bereits fest.
Bremen/Germany, 22. Mai 2026. – Fluch oder Segen, Haben oder Sein, Narzissmus oder Objektivität. Basieren alle drei Themen auf dem ein und demselben Problem? Jeden Tag spürt man es. Sei es in Gesprächen, Handlungen oder Haltungen. Eine globale Erschöpfung, je nach Kultur und Kontinent, mit ganz unterschiedlichen Motiven, greift um sich. Grund genug zu hinterfragen, was woher kommt und was wohin gehen wird.
Für ihre Arbeit in der Erforschung einer solch systemischen Erschöpfung, bezeichnet als „Ontologisch-Existenziellen Erschöpfung“ ist Dr. Marina Christodoulou in einer seltenen Art und Weise ausgezeichnet worden. Angesehene Ernennungen und wettbewerbsintensive Auswahlverfahren, als auch bedeutende internationale Anerkennung mit verschiedenen weltweiten Forschungsaufenthalten, fördern ein von ihr selbst entwickeltes theoretisches Konzept, das als zentrales Forschungsfeld etabliert ist. Mit diesen Auszeichnungen positioniert sich die Forscherin in der Nähe großer Denker und Denkerinnen.
Um hierfür eine angemessene Einordnung zu finden, vielleicht hilft der Blick auf Menschen, die mit ihren Arbeiten die Geschichte prägten. Neben Sachthemen wie von Hannah Arendt, in der es um die Grundlagen der Herrschaft geht, oder Erich Fromm, der das „Haben oder Sein“ des Menschen diskutiert, werden bislang drei globale Systemdenker benannt. Zu den großen Systemdenkern unserer Welt werden genannt Aristoteles, Thomas von Aquin sowie auch Hegel. Letzterer hat mit der „Phänomenologie des Geistes“ ein weiteres Grundlagenwerk geschaffen, das ein Denken über Epochen hinaus weit übersteigt und für vieles, was wir heute können und wissen, die Grundlagen bildet.
Die Wissenschaftlerin greift eine fundamentale Krisenerfahrung der Spätmoderne auf, die weit über psychologische Diagnosen wie das klassische Burnout hinausgeht. Das Konzept beschreibt eine fundamentale Erschöpfung, die nicht nur im Sein stattfindet (being-tired), sondern eine existenzielle Müdigkeit mit und von dem Sein selbst ausdrückt (tired-of-being). Das Sein beschreibt in der Philosophie eine Zeit in der Vorsokratiker, also in der Zeit der Antike. Zur Deutlichmachung steht dem die Zeit des Habens gegenüber. Das Haben ist, was es ist, ein intensives menschliches Gefühl davon, etwas besitzen zu wollen. Vor allem eine Frage der Identität, die ihren Ursprung, nach Sigmund Freuds Darstellung einer Objektliebe findet, also einer fehlenden Liebe zu sich selbst, hin zu Objekten. Die Diskussion um Besitz oder Leihgabe, um sich daraus selbst produzieren zu können, war schon immer ein religiöses Thema.
Weil das Sein in der Antike seine erste philosophische Diskussion fand und jetzt, in Zeiten vom Sharingzeitalter, wieder in aller Munde zurückkehrt, kann man durchaus von einem intensiven Gang in eine Epoche der Menschheitsgeschichte sprechen. Jede Wiederholung in der Geschichte ist ein Blick auf einen Zyklus der sich wiederholt und damit auch auf Umstände einer Zeit hinweist die der aktuellen zugehörig sein würden. Das Sein in seiner Existenzweise hinterfragt die Identität von mir selbst, gegenüber Gott und Religion. Das Haben ersetzt demnach die eigene Identität. Ich bin, was ich habe, ist ein Ausdruck, den der Psychoanalytiker Erik Erikson in den psychosozialen Stadien unter dem Aspekt der Identitätsentwicklung verwendet hat.
Ist die Diskussion der Frage vom Sein also auch eine Frage davon, zu viel von sich selbst zu sein?
Durch die Liebe sind wir im anderen ganz bei uns selbst, wie Erich Fromm einmal beschrieben. Wenn ich durch den, die anderen ganz bei mir selbst bin, wie viel sagt es über die Grundlagen des Menschseins in Gesellschaft und Gemeinschaft aus? Auch Schopenhauer zeigte in etwa so formuliert, – im anderen sehe ich mich selbst, im Leiden des anderen erblicke ich mein eigenes. Schopenhauer sah in der Moral die Grundlage zum Mitleid, eine Vorstufe, um Empathie für meine nächsten aufbringen zu können. Sinn und Glücklichsein, also auch Energie haben, etwas tun und handeln zu wollen bedingen einander zu lieben und sich hinzugeben. „Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heisst: Je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben“. Gab einmal der aus Calw stammende und Nobelpreisträger für Literatur Hermann Hesse von sich (1).
Hier zeigt sich auch ein enger Zusammenhang zum Thema Narzissmus, der eine Form von Selbstliebe meint und dem ein Denken im Objektivismus gegenüber steht. Fromm spricht beim Objektivismus von einem täglichen Training im Denken darüber, ob ich in der Lage bin, mir vorstellen zu können, dass auch meine Gegenüber mit dieser Situation zurechtkommen können. Es schließt nahezu aus, dass ich für mich alleine bin. Menschen sind als Gemeinschaftswesen geschaffen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, nur weil man ein oder mehrfach im Leben scheitert, ist es kein Grund, sich in einen globalen Protektionismus zu stürzen. Die dinge laufen derzeit nicht wie sie sollen, also müssen wir wieder zurück zur alten Schule, Härte, Erziehung, Durchsetzung, Gewalt – so die aktuelle politische Lage in der Welt.
Vielmehr finden wir in der richtigen Auswahl unseres Milieus auch wieder eine Energie, die positiv in die Zukunft blicken lässt. Die unterschiede in den Milieus können so allgewaltig und unterschiedlich sein. Ob man sich versteht oder nicht, hängt vom Milieu ab in dem ich lebe und geht damit auch mit einer Identität einher. Was man als religiösen Fluch wahrnimmt oder wahrnehmen könnte, ist kulturell eine Vorbereitung, die durch eine Leidensphase geht und maximale Empathie anlegt, bzw. zum Mitfühlenden, zum Mitleidenden werden lässt.
Um in ein denken finden zu können, das Empathie und Mitgefühl für andere mit sich bringt, muss dem etwas vorausgehen, was mich Anpassungsfähig, Demütig und oder gefügig macht, um empfänglich zu werden. Das Gefühl, handlungsunfähig zu sein, steht dem Gefühl eines tätig sein Wollen gegenüber. Unlängst wurden auch die zeitgeschichtlichen Narrative (2) diskutiert, was den Hinweis liefert, dass die Müdigkeit erst an der Stelle wieder enden kann, wenn Menschen sich in eine Position begeben, die ihnen ein positives und förderliches Umfeld bietet. Man muss, ob räumlich, geografisch oder mental, seinen Platz finden. Ein Thema, das auch in der Ethnologie ein breites Diskussions- und Forschungsfeld bildet. Die Erforschung der Ethnologie hat die Vielfalt der Kulturen zum Hauptthema.
Hinter einer globalen Müdigkeit oder vielmehr Erschöpfung kann man sehr deutlich erkennen, dass sich ein Akt der Fügbarkeit durchzusetzen scheint. Man kann mit Gewalt und starkem willen sicherlich vieles durch und umsetzen. Doch damit wird ein Endziel kaum erreicht werden können, abgesehen davon stellt sich die Frage wie lange bleibt dann der Frieden?
Menschen sind für Gemeinschaft gemacht. Es benötigt neben Toleranz – das andere Leben zu akzeptieren, die Botschaft zu verbreiten das du genauso gut bist wie du bist – es benötigt Empathie, ein Bindemittel, damit Gesellschaft zusammen halten kann, sich gegenseitig nicht nur unterstützen, sondern der oder die eine nimmt dem anderen das ab, was dieser nicht selbst tun kann. Man dient sich einander, wenn man so will. Und das funktioniert oft nur, wenn Menschen miteinander wollen, zueinander passen. Hier zeigt sich die Existenzweise im Sein darin, das ein Vertrauen an eine höhere Begebenheit, einem höheren Sinn, in etwa der Glaube an Gott dafür sorgt, das Menschen so zusammen finden wie es sein soll. Nach dem Motto, zusammen kommt was zusammen gehört! Das ein globales Phänomen wie Erschöpfung diesen Sinn und Zweck erfüllen kann klingt nach einem Säkularisierungsprozess wie in die religiösen Geschichten immer wieder verbreitet haben.
Menschen haben unterschiedliche Eigenschaften und sie sind dafür gemacht, dass man sie gegenseitig zum Einsatz bringen kann und wird. Karikaturist Hans Traxler hat dies einmal sehr schön zum Ausdruck gebracht.

die Karikatur zeigt das bei den Tieren was bei Menschen mentale und psychische unterschiede bedeuten. Nur der richtige Einsatz, und das ist wohl die Kunst, bringt Menschen auf eine Weise zusammen die nur durch ein Sein gegeben werden kann.
Der Fluch an der Sache kann also der sein, dass die Dinge nicht funktionieren, wie ich das in meiner Selbstverliebtheit, in meiner Vorstellung über mich selbst gerne hätte. Die Zeit im „Fluch“ macht mich gefügig, empfänglich für das, was kommt. Es ist gleichwohl eine Anpassungsleistung. Was ich erlebe, macht mich sensibel und empfänglich. Diese Empfänglichkeit bekomme ich ab genau dem Zeitpunkt zu spüren, wo ich einem Menschen gegenüber stehe, der ähnliches erlebt hat. Es kommt zu Wechselwirkungen. Man hat das Gefühl, sich so nahe zu sein. Tut man etwas Wohlwollendes, es trifft auf Menschen und es tut beiden sehr gut. Das ist der elementarste Zeitpunkt in der Wechselwirkung.
Auf diese Zeit wird man demnach vorbereitet und sie bedeutet, dass man sich wie gelähmt fühlt, fühlen kann. Wie eine Erschöpfung zustande kommt, dafür gibt es irgendwann aus medizinischer Sicht, vielleicht auch aus psychoanalytischer Sicht eine Antwort. Geisteswissenschaften haben dafür meist eine Erklärung, die man eher als verschwommen wahrnimmt, aber meist auf eine Symbolik in einem grösseren Zeitbogen hinweisen. Nach dem Motto, „es ist immer gut zu wissen wo man steht, worin in einem Kontext man sich befindet, woran man sich orientieren kann.“
Eine Erschöpfung dieser Form bezeichnet einen Zustand der völligen Entleerung, bei dem einem menschlichen Subjekt nicht nur die Kraft zum Handeln fehlt, sondern auch der gesamte Horizont für mögliche Veränderungen wegbricht. Auf metaphysischer Ebene stellt Marina Christodoulou diese existenzielle Erschöpfung der fundamentalen Bindung an das Leben gegenüber – einer inhärenten Lebensabhängigkeit (“Ontological addiction”). Wenn diese Lebensbejahung durch wiederkehrende systemische oder existentielle Krisen erodiert, schlägt sie in eine tiefe, ontologische Erschöpfung um.
Der Begriff Ontologie kam auch in der Zeit der Scholastik auf. Die Wissenschaft entstand, Schulen, vorzugsweise Universitäten wurden gegründet. Vielleicht kann man auch von einer Zeit der Vorstufe zum Verstand und Vernunft sprechen. Denn durch das Etablieren der Wissenschaften stellt sich auch die Existenzfrage nach dem des Seins und seiner Existenzweise in Gott begründet. Speziell in der Stufe des Seins wird in dieser Zeit das Streben in der Welt zu einer Rückkehr zu Gott in Form eines Seinsgrundes betrachtet (et al. Burkard, 2023). Neben der Entwicklung zu einem Protektionismus hin, vielleicht aus Angst vor der Zukunft, wenden sich viele Menschen auch wieder zur Frage des Glaubens und der Religionen hin. Das zeigt sich bsw. darin das auch Manfred Lütz mit „Gott – Eine kleine Geschichte des Größten“ reisenden Absatz fand und zu einem der Bestsellerautorenschaft zählt.
„Traditionelle psychologische Diagnosen greifen oft zu kurz, um die strukturelle Tiefe der gegenwärtigen Erschöpfung zu erfassen. Die „Ontologisch-Existenzielle Erschöpfung“ verschiebt den Fokus von einem bloßen „Müdesein“ hin zu einem fundamentalen „Müde-vom-sein“ – einem Zustand, in dem die inhärente Lebensbejahung unter wiederkehrenden systemischen Krisen erodiert. Dieser theoretische Rahmen erlaubt es uns, die Spätmoderne nicht nur anhand individueller Symptome zu analysieren, sondern als tiefere metaphysische Krise. Das eröffnet der Kritischen Theorie und den Geisteswissenschaften neue Wege, um auf das globale Unbehagen zu reagieren,” so Dr. Christodoulou.
Dass dieses Thema den Nerv der Zeit trifft, zeigte sich bereits beim internationalen Call for Papers für das Projekt: Das Interesse sowohl von etablierten Spitzenforschenden als auch vom akademischen Nachwuchs war überwältigend.
Der renommierte Verlag Taylor & Francis widmet diesem Diskurs nun eine vollständige Ausgabe der hochangesehenen Q1-Zeitschrift Angelaki: Journal of the Theoretical Humanities (Ausgabe 31/2). Dr. Christodoulou zeichnet hierbei nicht nur für die Einleitung, das Vorwort und den Hauptartikel verantwortlich, sondern wurde vom Commissioning Editor auch als alleinige Gast-Herausgeberin (Guest Editor) ausgewählt.
„Es ist eine außerordentliche Ehre, zu diesem Zeitpunkt meiner Karriere ein solches Volumen herauszugeben – insbesondere, weil das gesamte Heft auf einem von mir selbst geschaffenen Konzept basiert“, so Dr. Christodoulou.
Die Veröffentlichung des Journal-Hefts ist erst der Auftakt für eine langfristige internationale Forschungsagenda. In wenigen Monaten wird die Ausgabe als gebundenes Buch in der hochkarätigen Reihe Angelaki: New Work in the Theoretical Humanities bei Routledge neu aufgelegt.
Aufgrund des anhaltenden, enormen Interesses hat die Redaktion von Angelaki bereits einen zweiten Band in Auftrag gegeben. Dieser wird derzeit von Dr. Christodoulou als erweiterter Doppelband vorbereitet und voraussichtlich in einem Jahr erscheinen. Zudem sicherten sich bereits weitere internationale Top-Verlage und Fachzeitschriften über Exklusivverträge Folgepublikationen zu diesem neuen geisteswissenschaftlichen Kernkonzept, darunter Human Studies, Routledge und Bloomsbury.
Originalpublikation:
Der Text wurde mit Unterstützung der Rechtschreibprüfung LanguageToll (https://languagetool.org/de) KI korrekturgelesen.
1 Eltern sind nicht zufriedener, aber empfinden mehr Lebenssinn, 2025
http://de.gate-communications.com/eltern-sind-nicht-zufriedener-aber-empfinden-mehr-lebenssinn/
2 Geschichtsmythen auf dem Prüfstand – Vortragsreihe diskutiert historische Narrative, 2026
http://de.gate-communications.com/geschichtsmythen-auf-dem-pruefstand-vortragsreihe-diskutiert-historische-narrative/
Wie Narrative unsere Wirklichkeit prägen und wann sie an ihre Grenzen stoßen, 2025
http://de.gate-communications.com/wie-narrative-unsere-wirklichkeit-praegen-und-wann-sie-an-ihre-grenzen-stossen/
Erikson, Erik Homburger; Der vollständige Lebenszyklus; 11. Auflage 2020, 1. Auflage 1988; Suhrkamp Taschenbuch Verlag
Burkard, Franz-Peter, Kunzmann, Peter; Dtv-Atlas Philosophie; 2023, 19. Auflage, dtv Verlagsgesellschaft mbH
Fromm, Erich; Haben oder Sein, Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft; Verlagsgesellschaft München, Verlagsgruppe Random House GmbH, 46. Auflage 2019, Titel der amerikanischen Originalausgabe, „To have or to be“ 1976.
Fromm, Erich; Die Kunst des Liebens, Verlagsgruppe Random House GmbH, München, 2020, Titel der englischen Ausgabe, „The Art of Loving“ 1956
Lütz, Manfred; Gott – Eine kleine Geschichte des Größten, Verlag Droemer Knauer München, 2019
Bildquelle
Dr. Marina Christodoulou | Lecturer in Philosophy. Copyright: Constructor University
Der Newsletter erscheint einmal pro Woche Freitags mit allen Inhalten der Woche



Schreibe einen Kommentar