2025 sind in Deutschland 30,3 % der Führungskräfte weiblich, EU-weit 35,9 %. Schweden belegt im EU-Vergleich mit einem Anteil von 44,4% einen Spitzenplatz. Zypern bildet mit 25,9% das Schlusslicht. In Deutschlands Regierung war der Anteil im 3. Quartal 2026 mit 42,6% über dem EU-Durchschnitt. Besonders augenfällig sind der Anteil bei Führung im Verhältnis zur Erwersbstätigenquote.
Wiesbaden/Germany, 19. Oktober 2026. – Aus Perspektive weiblich bis männlich hat ein weibliches Geschlecht andere Eigenschaften als ein männliches (1). Oft zeigt sich dies an der Kritik gegenüber Vorgesetzten (2). Und seit Jahrzehnten zeigen verschiedene Studien, Organisationen mit einem höheren Anteil von Frauen in Führung arbeiten erfolgreicher (3). Dies hat sich vor allem in den Unternehmen deutlich gemacht, die im deutschen Aktienindex vertreten sind. Auch ein Experiment des Instituts Zukunft der Arbeit macht deutlich das Teams mit Frauen an der Spitze deutlich bessere Leistungen erzielen (4). Denkt man sich auch hier das Bild von hinten her, wie es sein sollte, dann ist das Verhältnis ungleich verteilt und zu allernächst zum Nachteil aller. Denn es fehlt das grundlegende, gesunde Wechselspiel zwischen Linearität und Zyklisierung (5).
Die Wechselfreudigkeit hat im Job hat sich erhöht, daher spielen Bindungskräfte eine größere Rolle als die vergangenen Jahre zuvor (6). Auch hier unterscheiden sich diese Kräfte von weiblich bis männlich. Frauen kommunizieren sowohl nonverbal wie verbal unterschiedlich zu Männern, was den weiteren Verlauf des Zusammenwirkens und miteinanders erheblich beeinflusst. Die Rufe nach einer Quote um ein gesundes Verhältnis zu erzwingen und damit zu zeigen, das es auch erfolgreicher geht sind daher nicht von der Hand zu weisen (7).
2025 hatten in Deutschland 1,31 Millionen Männer eine Führungsposition. Bei Frauen waren es nach Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat 569.100 Frauen. 30,3% der Führungspositionen sind damit von Frauen besetzt. Im EU-Durchschnitt waren es 35,9%. Schweden glänzte mit 44,4%. Auch Lettland mit 43,8% und Estland mit 43,1% waren über dem EU-Durchschnitt. Neben Zypern mit 25,9% das dass Schlusslicht bildet kann auch Italien mit 28,6% nicht gerade glänzen. Und auch die Niederland liegt mit 30% unter dem EU-Schnitt.
Vergleicht man die Entwicklung über die vergangenen Zehn Jahre, dann hat der Anteil weiblicher Führungskräfte immerhin leicht zugenommen. 2015 lagen die Prozentpunkte bei 29,3% und stiegen mit 1% leicht auf 30,3% im Jahr 2025. EU-weit 4% Anstieg. Malta zeigt mit einem Plus von 13,9% in den letzten Zehn Jahren die erfolgreichste Entwicklung. Estland ist mit+12% etwas dichter aufgeschlossen. Mit weitem Abstand folgt Österreich mit 7,5%. Eine negative Entwicklung kommt aus Slowenien mit – 1,2%, Litauen -1% und Lettland – 0,5%. Obwohl in diesen Ländern der Anteil zurück ging, blieb er noch über dem EU-Schnitt.

Weil so viele Frauen erwerbstätig sind wie Männer ist der geringe Anteil von Frauen in Leitung in Deutschland sehr auffällig. Der weibliche Anteil aller Erwerbstätigen war 2025 bei 47,1%. Der EU-Schnitt lag bei 46,5%. In Italien liegt dieser Anteil bei 28,6%. Der Anteil erwerbstätiger Frauen liegt hierbei mit 42,6% aber auch etwas niedriger. In Österreich sind 37,2% Führungspositionen mit Frauen besetzt, die Quote aller Erwerbstätigen Frauen lag hier bei 47,5%.
Im 3. Quartal 2026 sind 42,6% Frauen Regierungsmitglieder Deutschlands. EU-weit sind es 33,5%. Finnland glänzt mit 56,7% Frauenanteil, Dänemark mit 52,4%. Schweden bildet optisch die Mitte mit 50%. Tschechien 12,5%, Slowakei 13,7% und Zypern 16,7% sind weit abgeschlagen.
Neben dem reinen Geschlechterverhältnis profitiert eine Demokratie vor allem auch davon, das die wenigen Mitglieder in einer Art von Gremium, sei es in Unternehmen, Organisationen oder Regierung davon das ihre Mitglieder diejenigen Abbilden für die sie ihren Dienst tun (8). Den Fokus auf Ausgewogenheit zu richten wird daher mittelfristig den größten Erfolgsfaktor bieten.
Methodische Hinweise:
Zu den Führungspositionen zählen die Geschäftsführung kleiner Unternehmen, die Geschäftsführung oder Bereichsleitung großer Unternehmen sowie leitende Positionen im Verwaltungsdienst. Diese Berufsgruppen fallen in die ISCO-Hauptgruppe 1. ISCO ist die Bezeichnung für die Internationale Standardklassifikation der Berufe.
Die Daten zum Frauenanteil in Regierungen stammen aus der Datenbank für Gleichstellungsstatistiken des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE). Die nationale Regierung ist das Exekutivorgan, das für ein Land oder einen Staat zuständig ist. Zu den Regierungsmitgliedern gehören sowohl hochrangige Ministerinnen und Minister (mit Sitz im Kabinett oder Rat, einschließlich der Regierungschefin oder des Regierungschefs) als auch beigeordnete Ministerinnen und Minister (die keinen Sitz im Kabinett haben). Weitere Informationen zu den Daten finden Sie beim EIGE (9).
Weitere Informationen:
Der Anteil der Frauen in Führungspositionen ist einer von vielen Indikatoren zur „Qualität der Arbeit 2026“ (10) im Internetangebot „Europa in Zahlen“ des Statistischen Bundesamtes. Neben Fragen der Gleichstellung werden dort auch Aspekte der Arbeitssicherheit, Einkommen, Arbeitszeiten und Befristungen in Deutschland und den anderen EU-Staaten analysiert und gegenüberstellt.
Die Daten zum Frauenanteil in Führungspositionen (11) sowie zu den Erwerbstätigen ab 15 Jahren (12) stammen von der EU-Statistikbehörde Eurostat.
Weitere Quellen
1 Frauen erinnern ihr berufliches Netzwerk anders als gedacht, 2025
https://de.gate-communications.com/frauen-erinnern-ihr-berufliches-netzwerk-anders-als-gedacht/
2 Es liegt nicht immer am Vorgesetzten, 2025
https://de.gate-communications.com/es-liegt-nicht-immer-am-vorgesetzten/
3 Gleichstellung von Frauen begünstigt Wirtschaftswachstum, 2022
https://de.gate-communications.com/gleichstellung-von-frauen-beguenstigt-wirtschaftswachstum/
4 Frauen an der Spitze bringen Teams zu besseren Leistungen, 2018
https://de.gate-communications.com/frauen-an-der-spitze-bringen-teams-zu-besseren-leistungen/
5 Wer zusammenarbeitet, bewegt sich eher synchron, 2025
https://de.gate-communications.com/wer-zusammenarbeitet-bewegt-sich-eher-synchron/
6 Berufswechsel haben innerhalb von elf Jahren stark zugenommen, 2026
https://de.gate-communications.com/berufswechsel-haben-innerhalb-von-elf-jahren-stark-zugenommen/
7 Beschäftigte sind in Betrieben mit freiwilligen Frauenquoten egalitärer eingestellt, 2025
https://de.gate-communications.com/beschaeftigte-sind-in-betrieben-mit-freiwilligen-frauenquoten-egalitaerer-eingestellt/
8 Tradwives – Junge Frauen in Deutschland vertreten mehrheitlich ein egalitäres Rollenbild, 2025
https://de.gate-communications.com/tradwives-junge-frauen-in-deutschland-vertreten-mehrheitlich-ein-egalitaeres-rollenbild/
9 EIGE ( Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen)
https://eige.europa.eu/gender-statistics/dgs/indicator/wmidm_pol_gov__wmid_natgov_minis/bar/year:2026-Q3/geo:EU27_2020,BE,BG,CZ,DK,DE,EE,IE,EL,ES,FR,HR,IT,CY,LV,LT,LU,HU,MT,NL,AT,PL,PT,RO,SI,SK,FI,SE/sex:W/UNIT:PC/POSITION:MEMB_GOV/EGROUP:GOV_NAT/BEIS:TOT
10 Qualität der Arbeit 2026;
https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Arbeitsmarkt/Qualitaet-der-Arbeit/_inhalt.html
11 Frauenanteil in Führungspositionen
https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/tqoe1c2__custom_6862785/bookmark/table?lang=de&bookmarkId=c3456287-9316-460b-865e-e3ac6ae22cd1&c=1761134149000
12 Erwerbstätige ab 15 Jahren
https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/LFSA_EGAIS__custom_2648216/bookmark/table?lang=de&bookmarkId=b4fdb4f9-3c58-4b52-874d-6414c863d262
Bildquelle
Bild 1
Frauenanteil in Führungspositionen, ausgewählte EU-Staaten. Eurostat, Destatis 2026
Bild 2
Frauenanteil in Führungspositionen. Eurostat, Destatis 2026
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