Was und wie sich ein Mensch entwickelt hängt vor allem auch von der Motivation der Partner ab, die sich zusammen tun. Bereits im frühen Mittelalter bis ins späte 19. Jhd. gab es neben Liebeshochzeiten auch sehr viele Heiraten zur Anhäufung von Besitztümern. Paare haben sich demnach häufig vereinigt ohne das man sich lieben musste oder sollte. Das und warum diese Idee eine Patriarchale ist, werde ich an anderer Stelle noch aufzeigen. Das Sigmund Freud seine Analysen um die Jahrhundertwende zum 19./20. Jhd. gemacht hatte, fällt in eine Zeit in der die Auswirkungen dieser Vermählungen analytisch aufgreifbar wurden. Die Motivation der Vermählungen, ob nun aus Liebe oder aus wirtschaftlichem Hintergrund begann sich spätestens in den 1920 Jahren in der Gesellschaft zu verbreiten. Welch herausragende Errungenschaft von Freud, diese analytisch zu erfassen und diverse Grundmuster herausgearbeitet zu haben. Freud musste sich in dem was er tat völlig aufgelöst haben. Denn von Sigmund Freuds Tochter Anna Freud, wissen wir, direkte Wahrheiten von Menschen werden eher selten ausgesprochen. Ein Kind das über die Massen geliebt wurde, mit der Folge einer sexuellen Frühreife, bildet einen höheren Intellekt aus, um eines dieser Beispiele herauszugreifen. Mit diesem Übermass geht auch eine Unausgewogenheit einher und wird, bleibt Aufgabe dieses Lebens damit umzugehen. Vom Baum der Erkenntnis zu essen sollte die Folge haben das Adam und Eva sich erkannten. Als Gerichtsinstanz befragte Gott im Garten Eden Adam und Eva was sie getan hätten. Darauf hin beschuldigte Adam die Eva, die Eva die Schlange. Gott bestrafte Adam wie Eva, als auch die Schlange. Vom Baum der Erkenntnis zu essen bedeutet zu begreifen, dass wir wissen, woher etwas kommt. Die Bibel möchte an der Stelle deutlich machen, das wir im Gegenüber das göttliche oder das teuflische Wesen sehen.Wir sollen durch anderen Menschen in der Lage sein, nicht den Menschen als Subjekt wahrzunehmen der ist, sondern das Gott durch diesen Menschen wirkt. Gott hat aus diesem Grund die Schuldzuweisungen betraft, was als Erbsünde zu begreifen ist (Vgl. 1.Mose 3, 2005, S. 6). In jedem Augenblick des eigenen Lebens wird jede Generation Dinge tun, die dem Zeitgeist entsprechend erforderlich sind oder waren, die man als richtig oder falsch eingestuft hat. Diese Tatsache spricht dafür Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Denn wir begreifen das eigene Leben als etwas Gottgewolltes, etwas Schicksalhaftes und sehen darin ein großes Potenzial für uns selbst. In gewisser Weise sind es Mutationen die zu neuen Lebensformen führen. Wenn ein Leben gelingt oder zu misslingen scheint können wir die Schuld nicht anderen zuweisen. Das Zurückhalten des Darminhaltes, beschrieben aus der analen Phase Sigmund Freuds steht für die Bedeutung willentlich gegen das innere Nervensystem anzukämpfen und etwas zurückzuhalten. Im umgekehrten ist es das nicht halten können. Sich für sein Wissen zu rühmen oder rühmen zu wollen drückt Fromm als Haben in seiner Existenzweise aus. Wissen als das Durchdringen einer Oberfläche hin zu den Wurzeln. Ursachen erkennen und die Realität erkennen die häufig, als die eigentliche Wahrheit zu begreifen sein soll. Man Besitzt die Wahrheit nicht, man dringt zu ihr vor und nähert sich ihr immer weiter an. Im Streben darum die Wahrheit erkennen zu wollen. Fromm greift hier auf das hebräische Wort jadoa zurück, das ein Erkennen der Liebe im Sinne des männlichen sexuellen Eindringens zu verstehen meint (Vgl. Erich Fromm, 2019, S. 58). Wissen war ursprünglich nur bestimmten Leuten vorbehalten, wenigstens der im europäischen Raum der Kirche und wird von jeher auch als das eindringen dürfen in das göttliche Wissen verstanden. Wissen aus dieser Perspektive hat die Bedeutung das man in die Geheimnisse und in das Wesen Gottes eingeführt werden soll.
Wissen ist, oder kann Analog zur Bildung zu einem lebenslangen Prozess einer Wertschöpfungstiefe verstanden werden, mit dem Effekt von Sokrates letztlich sagen zu können “Ich weiß das ich nichts weiß“. Irgendwann, im Leben eines Menschen, aber auch Generationen später werden Menschen durch diverse Ereignisse hin zu einer Vertiefung der eigenen Wertschöpfung geführt. Etwas das uns derart fundamental interessiert, fasziniert und nicht mehr loslässt. Aus diesem Potenzial bildet der Mensch sich selbst heraus. Das was den Menschen als wesentlich ausmacht, die eigene Stärke.
Das Menschen sich religiös verhalten, mag daran liegen, weil es ihnen etwas bringt. (Vgl. et al Lübbers, 2017, S. 22). Durch Religion werden Bedürfnisse befriedigt. Die Welt begreifen zu wollen, etwas zuordnen können, ein eigenes Weltbild entwickeln zu wollen das gleichsam und auf wundersame Weise auch mit anderen Weltbildern vereinbar zu sein scheint. Das Bedürfnis nach Erkenntnissen über die Zukunft. Wenn Mitglieder einer Familie sterben, Menschen die die eigene Identität mit gebildet, mit entwickelt haben, die Teil von uns wurden, dann schmerzt dieser Verlust immer. Im Hinblick darauf das offensichtlich immer mehr Menschen sterben, viele an Krebs erkranken und immer neue, zeitgemäße Krankheitsphänomene auftauchen, treibt sich die Frage um deren Bedeutung heraus. Es entsteht das Bedürfnis nach der Frage, was passiert mit Menschen nach dem Tod? Durch den Tod erreicht man das Potenzial von Zusammenhalt. Schmerzhafte Ereignisse bilden das Potenzial für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es sensibilisiert das Leben auf dieses Thema. Ebenso sind wir aus einer geborgenen Situation geboren und mit dem Blick in die neue Welt nach einer Geburt entsteht das erste Mal ein Gefühl von Geborgenheit, zu dem wir ganz offensichtlich immer neu zurückkehren wollen. Vor allem dann, wenn Wissen zunehmend ist. Religion befriedigt das Gefühl nach Geborgenheit, Führung auch in schweren Zeiten, bietet Schutz, Trost und Zuflucht. Das Bedürfnis die Widerstandskraft, bekannt als Resilienz (Vgl. et al Lübbers, 2017, S.23) zu stärken ist ebenfalls der Religion inne und hat einen hohen Bedeutungsfaktor.
Das wir auf fossile Energien zurückgreifen können ist als Form des Antriebes aus einem Nichts heraus eine Darstellung, nach deren Ursprung man grundlegend fragt. Nun ist bekannt das fossile Energien eine begrenzte Zeit haben. Seit diesem bekannt werden haben sich Alternativen entwickelt die auf Dauer angelegt zu sein scheinen. Elemente wie Luft, Sonne oder Wasser in schier unerschöpflicher Menge. Diese Ressourcen sind nach heutigem Stand unendlich. Meine bisherigen Recherchen legen nahe, dass es sich auch hier um einen Säkularisierungsprozess handelt. So als würden die Eltern den Kindern eine Anschubfinanzierung ins Leben geben. Zeigen wie etwas vor sich geht, wie etwas funktioniert, um daraus eigene Wertschöpfungsmodelle zu generieren. Um ihr eigenes Sein heraus zu entwickeln. Die Gefahr und Versuchung des Habens, etwas besitzen zu wollen ist hierbei verführerisch. Denn wir wissen aus dem Bereich der Computertechnologien, Daten in Form von Werten sind Träger von Informationen. Sie beschreiben Merkmale von Objekten oder Sachverhalten. Das Wissen an sich bleibt aber wertlos, wenn wir es nicht in einen Sinnzusammenhang bringen können und daher auch nicht mit einer konkreten Handlungssituation zusammen führen können. Daraus wird der Wert der Produktivität deutlich. Informationen müssen organisiert werden, um für den Empfänger informativ zu sein. Information ist eine Ressource, die ihren Wert in der Nutzung findet. Gemeinsam mit der Kommunikation und der Aufschlüsselung einer gewissen Kodierung ist die Informationen für den Nutzer im eigenen Sinnzusammenhang greifbar und produktiv zu erwirtschaften. Wissen wird als ökonomischer Prozess verstanden. Erst, wenn man sich eine Geschichte aus dem Wissen erstellen kann beginnt Wissen sich sinnstiftend zu verdichten. Wir werden effektiver und effizienter. Sparen Energie und wirtschaften mit Ressourcen.
Durch Wissen kann auch Empathie entstehen. Denn erst in dem Augenblick, wenn ich eine Arbeit, eine Aufgabe verrichte die auch ein anderer tut, dann beginne ich mich in die gleiche Lage zu versetzen wie es ein anderer, eine andere tut. Eins vermutlich der größten Magnete für gesellschaftlichen Zusammenhalt ist die Fähigkeit sich auf natürliche Art und Weise in andere zu versetzen. Ich kann, ich bin mitfühlend. Man beginnt gegenseitig und füreinander zu arbeiten, wo zuvor vielleicht großer Egoismus und der Wunsch für das eigene Durchsetzen zu wollen vorhanden war. Es hat sich bisher immer gezeigt, für einander zu wirken bringt allen beteiligten immer einen bereichernden Mehrwert. Boshaftigkeit ist ein klassischer Gegenspieler wie auch Missgunst oder Neid. Letzteres kommt dann zustande, wenn man Wissen Haben muss. Zu glauben man hätte Vorzüge, wenn man Wissen in sich bunkert Verfressenheit mit sich im Sinne von, ich fresse alles in mich rein. Nur die Motivation sagt etwas darüber aus, ob Wissen in sich gebunkert wird um sich Vorteile zu schaffen oder ob man etwas in sich hineinfrisst, weil man sich nicht traut, dass eine oder andere zu kommunizieren. Gegenspieler tragen zur Stabilisierung von Gruppen oder Gesellschaften bei. Es gilt wie bei allem, Ziel muss es sein darauf zu achten, das es nicht zu auswüchsen kommt. Judas hat Jesus verraten, der daraufhin sein Leben lassen musste. Es war aber nicht Judas der die Situation herbeiführte, Judas gab nur den Hinweis zum Verrat. Welch bedeutender Zusammenhang. Steht der Tod Jesu für das alte bekannte Leben, das Wissen. Die Wiederauferstehung steht für die neue unbekannte Welt. Für diesen Wissenszuwachs muss etwas gefunden werden das der Ursache entgegenwirkt. Ein sogenannter Judas fordert die Menge heraus Stellung zu beziehen, Position zu bekennen. Loyalität durch abzufragen. Wie weit sind wir bereit zu gehen, wenn es darum geht gemeinsam in eine neue Zeit zu gehen, darin zu wachsen.
Das Risiko eingehen zu können das Wissen ausgenutzt werden kann, wenn man es weitergibt ist deplatziert. Denn die Gemeinschaftsbildung hat Vorrang und ist mächtiger. Die Organisationsform des Altruismus sorgt dafür dass, wie sich Wilhelm Busch so schön ausdrückte „Kaum ist ein Wunsch erfüllt, schon macht er tausend Junge“, dass sich nach einem befriedigten Bedürfnis eine ganze Flut von neuen Informationen einstellen wird, was deutlich macht, warum Hemmung so wichtig ist. Es ist manchmal gut sich Informationen zu entziehen, wenn man die Möglichkeit hat, etwas hinauszuzögern um sich über die eigene Situation im Klaren zu werden. Informationen Multiplizieren, vervielfachen sich, wenn man sie weitergibt, noch besser, wenn man sie entsprechend zielgerichtet einsetzen kann, also den Bedarf erkennt. Die Weitergabe von Wissen, ohne das wir uns Gedanken darüber machen, ob es eine Bring- oder Holschuld sein kann, dient der Spezialisierung und der Arbeitsteilung. Das wir kulturell auf Unterdrückung eingestellt sind, findet ihre Sinnhaftigkeit darin den Zuwachs von Wissen zu hemmen und dadurch zu kanalisieren. Eine Herausbildung im Prozess des Lebens.
Ob und das du etwas wissen darfst war früher in der Tat nicht jedem möglich. Erst heute erlaubt die mediale Vielfalt für nahezu jedes Bedürfnis den korrekten Zugang. Wissen sollte frei und für jeden zugänglich sein. Sich Wissen aneignen und Lernen zu wollen, sollte so viel Lebensfreude in sich tragen wie Ernährung, Sex oder sich mit schöner Kleidung schmücken zu wollen. Wissen annehmen zu können hat auch damit zu tun, ob wir einen Menschen annehmen oder ablehnen. Wir wollen oder können etwas nicht annehmen, weil wir den Menschen ablehnen, oder wir wollen von jemandem oder etwas noch vielmehr wissen, weil uns dieser Mensch angenehm erscheint. Wir bringen unsere innere Haltung durch Sprache, aber auch kongruentes Verhalten, der Übereinstimmung von Sprache und äußerem Erscheinen, äußerer Handlung, zum Ausdruck. Beziehungen mit oder zu Menschen sind das fundamentalste überhaupt, Wissen bildet eine Art Übergang von innerem zu äußerem handeln. Produkte dienen dazu die Produktivität des Menschen zu erhöhen, nicht um etwas zu besitzen.
Ob wir angenommen sind oder abgelehnt bildet Wissensbarrieren oder macht Wissen frei zugänglich. Wir beschaffen uns Produkte, weil sie uns sympathisch, zugewandt sind oder lehnen diese aus selbigen Gründen ab. Damit bringen wir eine ablehnende oder zustimmende Haltung gegen oder für jemand zum Ausdruck. Um diese Hürden zu umgehen, kann man sich heute aus einer Vielzahl von Medien das Wissen herausnehmen, das man haben möchte oder versteht. Wenn ein Thema zugänglich beschrieben ist, für mich als Individuum, dann beginne ich vielleicht noch mehr annehmen zu wollen, vielleicht beginne ich irgendwann damit, mich auch mit dem Autor näher zu beschäftigen. Wissen im Sinne von Sein würde mutmaßlich bedeuten, das man sich nicht von irgendwelchen Eindrücken ablenken lässt, sondern sich auf den Inhalt konzentrieren, fokussieren kann. Genauso wie wir auf das Wort hören, das jemand von sich gibt und die Person dabei zunächst außer Acht lassen. Sympathie und Antipathie kann aber, und ich bin mir sicher, wird in der Zukunft eine große Rolle dabei spielen wie wir uns als Menschen finden. Ein guter Freund hat einen Humor der dem meinem Entspricht. Es bedarf nur weniger Worte damit wir beide wissen was und wie etwas gemeint ist. Der Spass liegt dabei vorzugsweise im gemeinsamen Gedanken und nicht in der Ausgesprochenheit. Bei anderen Menschen wiederum neigt man dazu sich ständig erklären zu müssen und es erscheint fasst unfruchtbar. Es passt schlichtweg nicht. Man kann sich nicht gegenseitig adaptieren, anpassen. Ob jemand auf unserer Wellenlänge schwingt oder nicht entscheidet darüber, ob wir nur für diese Momente zusammen finden oder unser Wissen über längere Zeit austauschen. Welch grosses Bedeutungspotenzial von Lernvideos in social media.
Als Teil einer sich wandelnden Gesellschaft bringe, ich mich, mit dem, was ich bin und was mich ausmacht in die Gesellschaft ein. Der oder die eine wird Politiker, jemand anderes umsorgt Menschen in Alten und Pflegeheimen, wieder jemand anderes macht sich für die Kinder in den Kindergärten nützlich. Für jeden Menschen gibt es Plätze. Wissen im Sinn des Habens nimmt für sich den Wert in Anspruch in besonderer Weise aus einer Gesellschaft herauszubrechen. Ansehen und Anerkennung zu genießen. Etwas tun, um Anerkennung zu erhalten. Sich angetrieben zu fühlen, weil man Likes erhält wie durch social media konditioniert wird, ist sehr problematisch und verroht die Gesellschaft. Kein Mensch muss etwas tun, um geliebt zu werden. Liebe ist unabhängig von Leistung. Man wird als Mensch geliebt wie man ist, ohne produktiv sein zu müssen. Manager, Wissenschaftler, Funktionäre sind keine besseren oder schlechteren Menschen als Menschen die sich um jede einzelne Person in Alten- oder Pflegeheimen kümmern, im Krankenhaus Nachtschichten schieben, um anderen Menschen zu dienen. Auch nicht als Polizistinnen und Sicherheitskräften die Konflikte entschärfen sollen oder die Durchsetzung von Recht und Ordnung mit dem eigenen Leben in Bezug stellen. Obwohl jeder Mensch individuelle Gaben besitzt, leben wir noch immer in der Zeit der Hierarchiebildung in dem wir verschiedene Wertschöpfungsstufen mit verschiedenen Bezahl- und Gehaltsstufen belohnen oder bestrafen. Wie viel Energie kostet es einen Menschen sich, um einen Menschen zu bemühen, wie viel kostet es einen Menschen sich, um eine ganze Horde von Menschen zu kümmern? Es ist keine Frage der Wertigkeit oder Verantwortung, sondern der eigenen Eignung, der eigenen Gaben. Manch einem Menschen fällt es leichter mit vielen Menschen umzugehen, manch einem fällt es leichter sich ganzheitlich um vereinzelte Personen zu kümmern.
Wenn eine Gesellschaft nicht mehr weiter weis, dann ist das schlimm und es bedarf einer Führung. Vielleicht kommt diese Gesellschaft aber auch eine Zeitlang ohne die Politik aus und muss deren mögliches Versagen verkraften können. Wenn aber ein Mensch krank ist, Hunger hat oder in einer Lebenskrise steht, dann sind Menschen erforderlich die dringlich ihr Wissen an einem bestimmten Platz, an einem bestimmten Ort abliefern müssen, die richtigen Entscheidungen treffen und richtig handeln. Sie erhalten das Leben und die Infrastrukturen aufrecht. Eine Gesellschaft ist Krank, wenn Systemrelevante Jobs, Jobs die sich um die Grundbedürfnisse von Menschen zu bemühen haben, teilweise Löhne und Gehälter am Rande des Existenzminimums erhalten und der freien Wirtschaft wird zugesprochen, deren Führungskräfte eine hohe Verantwortung über Arbeitsplätze hätten und dies das Gehalt des Managers rechtfertigt.
Edzard Reuter, einst Vorstandsvorsitzender der Daimler Benz AG machte bei Markus Lanz, einer Unterhaltungssendung der öffentlich rechtlichen im Jahr 2019 einmal deutlich, dass die Freisetzung der Finanzmärkte in den 1970 Jahren zu einer, nach seinen Worten, Grosskotzdummheit geführt habe. Welch bedeutende Darstellung eines Mannes so reich an Erfahrung und aus der Mitte des eigenen Managerlebens gegriffen. Damals galt, das ein Unternehmen nur gesund sei, wenn der Börsenkurs stimme. Das System hat irgendwann gelernt, Geld entscheidet und ein Unternehmen ist gesund, wenn die Aktienkurse von heute auf Morgen ansteigen. Manager müssten daher hoch bezahlte Menschen sein, die in Verantwortung stünden und die richtigen Hebel anzusetzen wüssten, dass die Unternehmen nach Aufstieg und Fall des Börsenwertes zu manövrieren hätten. Edzard Reuter ist im Alter Weise und weis, eine Wirtschaft kann nur langfristig gesund sein, wenn diese auf lange Sicht Arbeitsplätze schaffe, dauerhaften Wohlstand bieten könne und soziale Absicherung biete. Zu Beginn der 1980er Jahre begünstigte der Computer als Massenware tauglich, die Einführung von Optionen auf Einzelaktien, mittels Derivate. Das Marktvolumen stieg rasant an, schnelles Spekulieren nahm zu. Wechselkurse, Rohstoffpreise, Zinssätze und Aktienkurse waren starken Schwankungen ausgesetzt. Solche Dinge passieren. Der Nachteil besteht in der Trägheit, einer Art Unangepasstheit bei Systemwechseln. Oder um es kurz zu sagen, man hatte nach dieser Phase den Absprung verpasst.
Wissen in Form des Seins sollte durch den Menschen hindurchfließen. Wir nehmen wissen frei an, verarbeiten, gestalten und entwickeln daraus das, was in uns steckt, was uns ausmachen wird und geben dieses weiter. Wir sind produktiv. Wenn Menschen sich nicht für die Entstehung der Zukunft einsetzen, dann kann es zwangsläufig keine Zukunft geben. Wenn wir unser Wissen nicht weitergeben schwindet irgendwo die Brücke zwischen Fantasie und operationalem Wirken. Informationen die uns von außen zugetragen werden, vielleicht gerade durch die Medien. Die sozialen Medien sind eine erweiterte Form engmaschiger Kommunikation. Engmaschige Kommunikation bedeutet, oder hat die Bedeutung einer erhöhten Anpassungsfähigkeit. Als es noch Bäckereien und Metzgereien in den Ortskernen gab, da wurde jeder kleinbürgerliche Tratsch noch vor dem Gemeindeblatt ausgetragen. Genau das fehlt uns heute. Wir sind auf andere Art und Weise informiert. Engere Information gab, gibt es nicht. Heute findet Kommunikation auf dem nächsthöheren Level statt. Eine Nachricht, unabhängig von dessen Wertigkeit geht schneller, inklusive der Übersetzung um den Globus als ich meinen Stift über das Blatt Papier ziehen kann. Hier ist Ordnung gefragt, die Dinge einsortieren.
Wir sind auf dem Weg uns enger zu vernetzen, uns enger anzupassen. Heute haben wir mehr als je zuvor die Möglichkeit uns, unser Wesen mitzuteilen, uns und unseren Wert in die Gesellschaft einzubringen. Wir werden uns darüber bewusst sein müssen das wir uns nicht nur in einer realen Welt treffen, sondern auch virtuell. Als eine Art begehrtes Hobby meiner Zeit ist der Austausch mit Mensch aus anderen Nationen. Darunter Menschen aus ärmlichen Verhältnissen, aus reichen Staaten, tief religiös oder esoterisch veranlagt. Ohne das man spezifische Informationen hat, erscheinen Menschen in der Form als könnten sie deine Nachbarn sein. Es macht keinen Unterschied woher jemand kommt, wo jemand lebt, in welchen Umständen. Erst das zunehmende Wissen und das zu tun unserer eigenen Interpretation, auch Unsachlichkeiten oder aber wie Watzlawick sagt, das wir in Dialogen aus der Sachebene in die Beziehungsebene übergehen, diese Art der Kommunikation transportiert auch Werturteile und schöpft aus sich heraus Klassenunterschiede, die wir in uns tragen Jeder kann Gesellschaft mitgestalten, kann sich auf seine Weise einbringen, kann seine Beobachtungen kundtun und zeigen, wo es in der Gesellschaft fehlt, was erforderlich sein könnte oder müsste. Welch ein Luxus!
Quellen: Elberfelder Studienbibel, 1. Auflage 2005, R. Brockhaus Verlag Wuppertal
Sigmund Freud Studienausgabe, Fragen der Gesellschaft, Ursprünge der Religion, Band IX, 1. Auflage 1974, 10., korrigierte Auflage 2009, S. Fischer Verlag
Erich Fromm, Haben oder Sein, die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft, 2019, 46. Auflage, deutsche Verlags Anstalt
Focus Online, Der Sieben-Jahres-Mythos, abgerufen am 14.05.2021
Manager-Gehälter in Millionenhöhe? „Eine Grosskotzdummheit“, sagt Ex-Benz-Boss
Isa Lübbers, Martin Rössler, Joachim Stüben (Hrsg.), Säkularisierung – ein weltgeschichtlicher Prozess in Hamburg, Staat und Kirchen von Napoleon bis zum Reformationsjubiläum (2017), 2017, Peter Lang GmbH Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main
Christine Fertig, Margareth Lanzinger (Hrsg.), Beziehungen, Vernetzungen, Konflikte, Perspektiven Historischer Verwandschaftsforschung, 2016, Böhlau Verlag Köln, Weimar, Wien
Bildquelle
Dariusz Sankowski Pixabay
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