Was regionale Bio-Wertschöpfungsnetzwerke ausmacht konnte in Projekten in Berlin und Brandenburg getestet werden? Wie werden sie gestärkt und zukunftsfähig ausgebaut? Diese Fragen standen im Zentrum der Forschung des Verbundprojekts RegBio2B.
Müncheberg/Germany, 17. September 2026. – Um sie zu beantworten, haben die Projektpartner vier regionale Bio-Netzwerke über drei Jahre begleitet und ausführliche Interviews, Betriebsbesuche und Workshops durchgeführt. So sollte beleuchtet werden, wie soziale Beziehungen und stoffliche Kreisläufe in der Region zusammenwirken. Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass regionale Bio-Netzwerke von starken sozialen Beziehungen profitieren. Denn welche Waren in der Region bezogen, verarbeitet oder weitergegeben werden, hängt auch von der Qualität der Zusammenarbeit und der Nähe der Beziehung zwischen den beteiligten Akteuren ab. Das – ungewöhnliche, vielleicht auch nicht-konforme, das unkonventionelle – Vertrauen, eine regelmäßige Kommunikation, gemeinsame Werte sowie die Bereitschaft, die Interessen der Netzwerkpartner mitzudenken, bilden demnach die Grundlage für eine resiliente und funktionierende regionale Wertschöpfung.
Das Projekt belegt eine Entwicklung die sich seit einigen Jahren bereits zeigt. Die Sinnhaftigkeit hat sich verstärkt. Wenn Menschen unter einem gemeinsamen Sinn zusammenfinden, ergeben sich tiefgründigere Motivationen und damit auch Durchsetzungsvermögen. Der gemeinsame Sinn ist das Bindeglied in den Beziehungen.
Damit auch andere Netzwerke von den Erkenntnissen profitieren, wurde zum Projektabschluss eine „Checkliste für Netzwerkarbeit in regionalen (Bio-)Netzwerken“ gemeinsam mit Praxispartnern zusammengestellt. Es richtet sich an bundesweite Akteure, die ihre Netzwerkarbeit reflektieren und weiterentwickeln möchten. Anstatt starre Lösungswege vorzugeben, die sich angesichts der vielfältigen Bedingungen in der Praxis oft nicht einfach übertragen lassen, dient das Werkzeug als Impulsgeber. In Form von Leitfragen, Denkanstößen und anschaulichen Beispielen deckt die Checkliste verschiedene Themenbereiche ab: beginnend bei den Grundlagen der Netzwerkarbeit über die interne Betriebskultur und Aspekte der Ressourcen und Wirtschaftlichkeit bis hin zu Markt- und Sortimentsfragen. Sie lädt Betriebe ein, ihre eigene Situation zu analysieren, neue Perspektiven einzunehmen und passende Ansatzpunkte für den Aufbau von langfristigen zwischenmenschlichen sowie organisatorischen Kooperationen zu identifizieren. Interessierte Praktikerinnen und Praktiker können das Dokument über die Projektwebseite sowie über die Webseite der FÖL herunterladen.
Projektpartner:
– Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Koordination) (ZALF)
– Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e. V. (FÖL)
– Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der HU Berlin (IASP)
– Institut für Tierernährung an der FU Berlin (ITE)
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat das Projekt im Rahmen der Fördermaßnahme „Bundesprogramm Ökologischer Landbau“ von September 2023 bis August 2026 gefördert.
Weitere Informationen:
https://regbio2b.de/material-ressourcen/#Checkliste
Der Newsletter erscheint einmal pro Woche Freitags mit allen Inhalten der Woche

