Ein Lexikon als Kontext für die Seite gate-communications_com und de.gate-communications_com. Zu dem Zwecke das nachschlagen etwas zu erleichtern ohne ernsthaft recherchieren zu müssen.

Wenn man etwas liest, dabei auf unbekanntes stosst, vergessen hat oder lediglich nicht mehr weis, dann muss man auf die Suche gehen und kommt damit ggfl. ins Stocken. Aus diesem und weiteren Gründen wurde dieses Lexikon erstellt. Ggfl. Kann man hier etwas finden das innerhalb meiner Seiten zur Disposition stehen könnte. Darauf sei hingewiesen, weil einige der Quellen im Lexikon aus dem Internet sind.


A



Ästhetik

Ursprünglich der Lehre der sinnlichen Wahrnehmung, oder nach Baumgarten die Wissenschaft sinnlicher Erkenntnis, entnommen ist die Ästhetik heute die Lehre von den Gesetzmäßigkeiten der Harmonie in Natur, Kunst und Schönheit und gilt als Teilgebiet der Philosophie.
Weitere Differenzierungen sind die Subjektästhetik, Objektästhetik, deskriptive und normative Ästhetik.
Subjektästhetik beschreibt bsw. Die Wirkung eines Kunstwerks auf den Betrachter. Dementsprechend meint die Objektästhetik das Kunstwerk selbst. Deskriptive Ästhetik ist die Ableitung der Gesetze aus den Kunstwerken und die normative Ästhetik sind Gesetzmäßigkeiten die erfahrungsabhängig sind. Es werden Fragen des ästhetischen Urteils und Formen des ästhetischen Empfindens und Erlebens erörtert.

In der kritischen Behandlung der Ästhetik untersucht Kant das Schöne und das Erhabene. Im Unterschied zum Schönen bezieht sich das Erhabene auf Unbegrenztes, dessen Vorstellung von der Idee der Totalität begleitet wird. Die Analytik des Schönen zeigt, dass ein ästhetisches Urteil nach Kategorien allgemeingültig ist, weil es anderen zumutet, ihm zu folgen, und notwendig, weil es einen Gemeinsinn aller Menschen in Anspruch nimmt. In ihm kommt ein interessenloses Wohlgefallen zum Ausdruck, das sich der Relation nach auf die Form der Zweckmäßigkeit bezieht.
Schönheit ist die Form der Zweckmäßigkeit eines Gegenstandes, sofern sie, ohne Vorstellung eines Zwecks, an ihm wahrgenommen wird. Schön ist demnach, was bei unbegreiflicher Vorstellung Lust dadurch weckt, dass es eine Zweckmässigkeit darstellt. So sind Blumen freie Naturschönheiten durch die Harmonie ihrer Teile, ohne das der Betrachtung selbst ein Zweck unterliegt.
Geschmacksurteile bergen in sich die Antinomie, d.h., sie sind nicht beweisbar und beanspruchen doch verbindlich zu sein. Sie beruhen auf einem subjektiven Empfinden, wenden sich aber zugleich an einen überindividuellen Gemeinsinn.
Weiters verbindet Kant das Ästhetische mit dem Sittlichen. Die kategoriale Bestimmung des Schönen dient als Analogie zum sittlich Guten. Das Erhabene verweist auf das mächtige Ganze der Natur, an dem der Mensch sich misst.

Für Platon war das Schöne das Naturschöne, Kunst hielt er für eine Nachahmung des schönen. Aristoteles hingegen sah in der Schaffung von Kunst den schöpferischen Prozess zur Ästhetik. Friedrich Schiller bezeichnet Kunst als den höchsten Ausdruck des Geistes. Durch die Kunst soll die Erziehung zur Veredelung des Menschen und zur Freiheit dienen.
Auch Schelling reiht sich in die Beschreibung zur Kunst als eine alleinstehende Realität der Harmonie ein, neben bewusstem und unbewusstem Wirken in der Natur. Hegel sah in der Kunst die Verwirklichung eines weltgeschichtlichen Rückkehrprozesses eines Weltgeistes. Die Entfaltung von Wahrheit und seiner Erscheinungsformen zum absoluten Geist. Bei Arthur Schopenauer bildet Kunst die absolute Dominanz des Willens.
Bei Karl Marx sind Kunstwerke eine Art Überbau, die gesellschaftliche und ökonomische Verhältnisse spiegelten. Kunst rücke menschliche Werte, utopische Ziele und Sehnsüchte der Volksmassen aus. Auch für Adorno ist wie für Marx die Kunst ein Spiegel sozialer Verhältnisse die in der freien Form mit dem Bestehenden in Konflikt geraten.


Allochthon


Der Begriff gilt als Gegenstück zu Autochthon. Ebenfalls dem griechischen entnommen steht allerdings aus allos = anders und chthon für Land oder Erde stehend. Damit sind Bevölkerungsgruppen beschrieben, die aus einem anderen regionalen Gebiet ihre politisch historische Entstehung mit in ein neues Gebiet bringen. Der Begriff meint an anderer Stelle entstanden.


Anarchismus

Aus dem altgriechischen, anarchia, Herrschaftslosigkeit, meint Organisationen ohne Herrschaftsanspruch. Eine philosophisch-politische Lehre, die jeglichen gesellschaftlichen Zwang als Ziel einer Organisation ablehnt. Ziele sind stattdessen Zusammenleben von Menschen in Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

Das Motiv für dieses Ziel liegt möglicherweise in der Grundüberzeugung dass der Mensch von Natur aus gut ist. Dominanzsysteme, Wettbewerb und Neid entwickeln Gesellschaften nachteilig und bauen Hierarchien auf. Anarchien sind Herrschaftslos, dennoch können Gesetz und Ordnung bestehen. Zentraler Unterschied zum Kommunismus sind die Pyramidalen Verhältnisse. Anarchisten lehnen diese ab, Kommunisten bauen Hierarchien auf.

Anarchisten waren, William Godwin (1756 – 1836), Pierre Joseph Proudhon (1809 – 1865), Michael Bakunin (1814 – 1876), Peter Kropotkin (1842 – 1921).

Quellen:

(https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/527855/der-anarchismus/)

(https://www.anarchismus.at/anarchistische-klassiker/artikel-aus-wohlstand-fuer-alle/6642-was-ist-anarchismus)

(https://www.kas.de/de/web/extremismus/linksextremismus/was-heisst-anarchismus)

Apel, Karl-Otto (1922 – 2017)

Philosoph der Kommunikation. Internationale Bekanntheit erlangte Apel durch seinen Entwurf zur Transzendentalpragmatik die er in zwei Bänden „Transformation der Philosophie“ Frankfurt am Main, 1973 ausführte. Die ideale Kommunikationsgemeinschaft soll angestrebt werden, die reale Kommunikationsgemeinschaft sei ihre Grundlage. Bedürfnisse, die durch kommunikatives Handeln zum Ausdruck gebracht werden können oft nicht rational begründet werden.

Quellen:
(https://www.feinschwarz.net/nachruf-auf-karl-otto-apel/)

(https://www.deutsche-biographie.de/dbo004228.html#dbocontent)


Approximativ


Geschätzt, ungefähr oder nicht exakt wird der Begriff meistens wenn eine Angabe nur als Annäherung zum betrachtenden Wert zu verstehen ist. Ursprünglich aus dem Lateinischen approximare = sich nähern


Autochthon


Der Begriff ist der Kulturanthropologie entnommen und ist ein vielleicht etwas edlerer Begriff für einheimisch oder indigen. Ursprünglich aus dem griechischen meint der Begriff Dinge wie Selbst, und Erde. Die Darstellung würde damit das Bewusstsein meinen, das der Mensch aus der Erde selbst geboren wird. Menschen die in ein Gebiet nicht durch Zuwanderung gekommen sind, sondern als Abkömmlinge der Erde auf der sie leben betrachtet werden. Die griechische Denkfigur meint damit die anfängliche Kultivierung von Menschen, die mit den Gegenbenheiten vor Ort und den damit stetigen Veränderungen über Jahrhunderte oder Jahrtausende gewachsen und angepasst sind. Für Menschen die zu Autochthonen Bevölkerungen kommen ist die Integration nicht nur durch die menschlichen Beziehungen mit Barrieren verbunden die abzubauen sind, auch die Umweltbedingten Natur und Biologischen Veränderungen können eine Integration vor ungeahnte Herausforderungen stellen.


B

Bedürfnisse


Für menschliche Bedürfnisse benötigt es tatsächlich ein Motiv. Das Ziel ist die Auflösung des Bedürfnisses. Bedürfnisse haben unterschiedliche Mächtigkeiten. Das Bedürfnis nach Nahrung ist mächtiger als das Bedürfnis nach Sicherheit. So beschreibt der Philosoph Byung-Chul Han, das Macht den Körper formt und selbst die innersten Organe den biologisch motivierten Bedürfnissen folgt.

Bei Abraham Maslow waren Bedürfnisse Motivation bestimmt. Erich Fromm ergreift weder für den einen noch die andere Theorie wirklich Partei. Für Erich Fromm spielt die Anziehungskraft der Liebe eine wesentliche Rolle, die sich mehr auf das mentale bezieht und nicht unbedingt auf körperlich sexuelle Macht auswirkt. Für Sigmund Freud und Erik Erikson hingegen sind Bedürfnisse aus Trieben, welche die eigene Existenz übersteigen. Freud reduzierte die Triebe auf Libido und Destrudo, Liebe und Todestrieb. Aufgrund des Überlebenswillens unter den Menschen übersteigt der Sexualtrieb das eigene Bedürfnis des Menschen. Macht kann nach Focault der sexuellen Triebhaftigkeit nichts entgegensetzen (Byung-Chul, 2019, S. 39). Die Bedürfnisbefriedigung spielt sich daher zwischen Sexualtrieben und Macht ab. Dazwischen, begründet es Lohmann, sei die Macht ein Kommunikationsmedium das die Wahrscheinlichkeit der Annahme der Entscheidungen zwischen meinem jetzigen Ego und dem Alter (zeitlich gewachsenes Ego) steigert (Byung-Chul, 2019, S. 19).
Eine ausdifferenzierte Welt produziert indirekte, still wirkende, weniger offensichtliche Machtgrundlagen (Byung-Chul, 2019, S. 18). Gewalt und Freiheit sind die beiden Endpunkte einer Macht. Macht ist ein Phänomen des Kontinuums (Byung-Chul, 2019, S. 15). Niklas Luhmann, Soziologe, koppelt Macht an Beziehungen, es sei der Zwischenraum zwischen zwei Objekten, die beide Objekte vollkommen umgibt (Byung-Chul, 2019, S.18). Bei Handlungen unter Zwang bildet sich demnach keine Macht. Physische Gewalt vernichtet die Möglichkeit des Gehorchens. Zwanglose Macht ist Produktiv und bildet die Voraussetzungen zur Bedürfnisbefriedigung. Der Einsatz von Gewalt verringert Produktivität des Menschen. Macht steigt mit Freiheit auf beiden Seiten (Byung-Chul, 2019, S. 27). Und je komplexer Organisationen werden, desto mehr Macht in Form von Selektionsleistung muss hervorgebracht werden. Macht hat nach Luhmann eine zu geringe Komplexität, so das die Macht ab einer gewissen Komplexität Umformungen hervorbringt.
Macht, macht den Körper beredsam, neue Fragen erwecken Lustempfindungen (Byung-Chul, 2019, S. 47). Sexuelle Bedürfnisse wirken als Anreiz- und Vermehrungsmechanismen. Macht führt zu Lust und treibt damit Bedürfnisse. Macht formt den sexuellen Körper, treibt Bedürfnisse die befriedigt werden sollen, was zu Lust führt, unbefriedigte Bedürfnisse führen zu einer Frustrationsspirale.
Unbefriedigte Bedürfnisse führen maximal ganz zum Tode des Körpers, dazwischen, im Kontinuum formt und bildet es, wie Bedürfnisbefriedigung auf, verschiedene Formen des Charakters. Nach Abraham Maslow ist das höchste Ziel des Menschen in der Bedürfnisbefriedigung die Herausformung der Charakter. Diese gehen über die Selbstverwirklichung hinaus, als höchstes Ziel, in die Transzendenz über und werden in neuer Form in neues Leben übertragen.

Der griechische Philosoph soll gesagt haben: „Willst du jemanden reich machen, musst du ihm nicht das Gut mehren, sondern seine Bedürfnisse mindern. Mahatma Gandhis Darstellung gehört sicher zu den populärsten „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ Auch Goethe sieht eine Geisellung des Menschen durch die Bedürfnisse: „Die Menschheit ist bedingt durch Bedürfnisse. Sind diese nicht befriedigt, so erweist sie sich ungeduldig; sind sie befriedigt, so erscheint sie gleichgültig. Der eigentliche Mensch bewegt sich also zwischen beiden Zuständen.“ und so ist…: „Jedes Bedürfnis, dessen wirkliche Befriedigung versagt ist, nötigt zum Glauben.“
Ein Zitat das sehr an der Wahrheit orientiert ist, da sich Bedürfnisse bei ihrer Erfüllung auflösen, kommt von Wilhelm Busch (1832 – 1908), Dichter und Zeichner: „Kaum ist ein Wunsch erfüllt, schon macht er tausend junge“. Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835) preußischer Gelehrter meinte ja: „Alles, was dem Bedürfnis ähnlich ist, hat die Eigentümlichkeit, dass man es viel weniger genießt, wenn man es hat, als es schmerzt, wenn man es entbehrt.“
Franz Werfel (1890 – 1945) Österreichischer Schriftsteller meint noch: „Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen.“

Für unsere heutige Gesellschaft wird Francois de la Rochefoucauld (1613 – 1680), französischer Adeliger und Militär sehr zutreffend: „Wer klug sein will, soll seine Bedürfnisse in eine Rangordnung bringen und sie gemäß dieser Ordnung befriedigen. Freilich stört uns dabei die Begierde, die uns vielen Dingen zugleich nachjagen lässt, so dass wir Wichtiges verfehlen, weil wir nach Unwichtigem greifen.“ Denn es gilt: „Nur die Verführung wächst, mit Zeit und Wohlstand im Überdruß, alles andere bleibt wie und was es ist und hat sich tausenden vor Jahren kaum verändert. So steht die Zeit ganz still.


Quellen:
Was ist Macht? Han, Byung-Chul, 2019 Reclam Verlag

Motivation und Persönlichkeit, Maslow, Abraham H. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 15. Auflage, 2018

Bretton-Woods-System

Bretton Wood ist eine Ortschaft im Osten der USA im Bundesstaat New Hampshire.
Die USA verpflichteten sich ihre Währung jederzeit in Gold eintauschen zu können. Darüber hinaus wurde der IWF (Internationaler Währeungsfond) gegründet und die Weltbank.
1973 wurde Bretton Wood ausser Kraft gesetzt, die Wechselkurse wurden freigegeben. Die USA hoben die Golddeckung auf.

Die Verträge, Vereinbarungen von Bretton-Woods, wie politisch so üblich nach dem Ort der Unterzeichnung benannt, entstand nach dem zweiten Weltkrieg einer Zeit in der es feste Wechselkurse gab. Das wirtschaft, finanzielle Fundament für den globalen Aufschwung nach dem zweiten Weltkrieg. Den ausser den Ostblockländern unterzeichneten nahezu die gesamte Weltgemeinschaft die Vereinbarungen. Bretton Wood gilt als Zäsur der Wirtschaftsgeschichte.


Quellen:

(https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17203/bretton-woods-system/

(https://wirtschaftswissen.at/bretton-woods-was-ist-bretton-woods/)

C


D


de Saussure, Ferdinand (1857 – 1913)

Saussure stiftete die Grundlagen zur Semiologie und zur Sprachwissenschaft. In den Vergleichbarkeiten verschiedener Sprachen konnte die Indogermanische Sprache als gemeinsame Ursprache rekonstruiert werden. Sein bevorzugtes Forschungsgebiet, er verstand Sprache als Anordnung von Entgegensetzungen. Erst durch ein Bezugssystem ergeben Zeichen die miteinander in Beziehung stehen einen Sinn.

Quellen:

(https://www.deutsche-biographie.de/sfz107206.html#index)

(https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016165/2013-01-31/)

(https://www.britannica.com/biography/Ferdinand-de-Saussure)


de Turgot, Anne Robert Jacques

Anne Robert Jacques de Turgot starb jung, die Zeit die er für die Wirtschaftswissenschaften aufbringen konnte zu kurz für die Leistung die schon aus dem vergleichsweise kleinen Teil erarbeitet werden konnte. Entsprungen aus einer normannischen Familie die seinerzeit als wichtige königliche Beamte galten, war der Vater Michael-Etienne Ratsmitglied des Pariser Parlaments, die Mutter intellektuelle und aristokratische Dame mit Namen Magdelaine-Francoise Martineau.

Als angesehener aber nicht wohlhabender Sprösling wurde erwartet das dieser in die Kirche eintrat, was zur damaligen Zeit als der bevorzugte Weg für den Aufstieg einer Person in gehobene Positionen des Frankreichs im 18. Jhd. galt. Turgot beschritt einen anderen Weg und wurde dennoch kurzlebig aber umstrittener Finanzminister. Turgot war intellektuell und sehr interessiert, verbrachte den größten Teil seiner Freizeit mit Lesen und Schreiben in Geschichte, Literatur, Philologie, Naturwissenschaft als auch Wirtschaft. Seine Beiträge galten als kurz, verstreut und hastig geschrieben. Turgots Klarheit und Deutlichkeit spiegelten die Tugend seines Denkens wider und kontrastierten sehr mit den weitschweifigen und schwülstigen Texten der Physiokratenschule.

Unter seine Werke fallen die Analyse von Kapital und Zins, Beiträgen zur Ökonomie, Theorien der Preisbildung, Marginalprinzip, Theorien über Sparen, Investition und im Zusammenhang Kapital.


Diaspora

Wenn Ethnien, kulturelle oder religiöse Gemeinschaften über verschiedene Regionen oder Ländern hinweg zerstreut werden.

Menschen chinesischer Abstammung die in der Welt zerstreut leben, oder Juden die ausserhalb Israels leben bezeichnet man als Diaspora. Der Begriff ist dem griechischen für Verstreuung entnommen und wurde 200 v. Chr. Der ältesten vollständigen Übersetzung der Tora ins griechische, der Septuaginta entnommen. Im 6. Jhd. v. Chr. wurde die jüdische Bevölkerung durch die Eroberung Jerusalems durch die Babylonier, 70 n. Chr. Dann durch die Römer zerstreut.


E


Eisler, Riane Tennenhaus (1931)

Eisler, Riane Tennenhaus ist Kulturhistorikerin, Systemwissenschaftlerin, Soziologin, Anwältin, Rednerin und Autorin, deren Anstöße für kulturellen Wandel von zahlreichen WissenschaftlerInnen und SozialaktivistInnen weltweit aufgegriffen wurden. Eisler wurde 1931 in Wien geboren und flo zusammen mit ihren Eltern vor den Nationalsozialisten zunächst nach Kuba und dann in die USA.
Ihre Alma Mater ist die University of California, wo sie ebenso als Dozentin tätig war. wie am California Institute of integral Studies und der University of Alabama. Ihre Forschungen wurden intedisziplinäre wahrgenommen, unter anderem in Philosophie, Kunst, Wissenschaft,Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Organisationsentwicklung, Politikwissenschaft und dem Gesundheitswesen. Sie leitet das Center of Partnership Studies, ist Gründungsmitglied der General Evolution Research Group, Fellow der World Academy of Art and Science sowie Ehrenmitglied des
World Future Council und des Club of Rome. Sie wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Humanist Pioneer Ward, dem Alice Paul ERA Award und zuletzt 2018 mit dem Safe Ireland Leadership Award (SILA) für ihre visionäre Rolle bei der Gleichstellung der Geschlechter. Sie lebt in Carmel, Kalifornien, mit ihrem Ehemann, dem Evolutionswissenschaftler und Psychologen David Lyone.


Erkenntnis

Beinhaltet die Erkenntnistheorie, die Lehre von Bedingungen vom Wesen und den Grenzen der Erkenntnis. Thematisiert wird darin Erkenntnis-Subjekt, -Objekt und – Inhalt. (et al. Kunzmann/Burkhard, 2023, S. 13)
Beim Menschen wird zwischen Erkenntnisfähigkeit und tatsächlich vollzogener Erkenntnis unterschieden. Ein vom Körper erzeugtes Bild durch ein Sinnesorgan, von wo aus es in einen Allgemeinsinn übergeht um dann als Einzelbild (species sensibilis) in der Vorstellungskraft festgehalten wird. All das geschieht in einer Sphäre der Sinnlichkeit, denn der mögliche Intellekt auf das allgemeine (species intelligibilis), tritt als aktiver Intellekt in Kraft. Dieser abstrahiert die allgemeine Form vom sinnlich einzelnen und ermöglicht auf diese Weise die Erkenntnis im möglichen Intellekt. (et al. Kunzmann/Burkhard, 2023, S. 85). Nach der Erkenntnislehre von Spinoza sind die Ideen des menschlichen Geistes dann adäquat und wahr, wenn sie auf Gott bezogen werden. Jede wahre Idee ist in Gott, da Ideen Modi des denkenden Attributs Gottes sind. Wahre Ideen sind klar und deutlich. Sie schließen die Gewissheit ihrer Wahrheit ein, da die Wahrheit ihr eigener Massstab ist und kein anderes Kriterium außer sich hat (veritas norma sui et falsi est.)
Spinoza unterscheidet drei Weisen von Erkenntnis:

– die sinnliche, die durch Affektionen entsteht und verworene und ungeordnete Gattungsbegriffe hervorbringen kann.

– die rationale, in der mit Gemeinbegriffen folgend operiert wird.

– die intuitive, die sub specie aeternitatis, das heisst in Beziehung auf das Absolute erkennt.

Nur die sinnliche Erkenntnisart kann Quelle des Irrtums sein.
Der Mensch erkennt alles als notwendig in Gott gegründet und wird frei, indem er sich in den von Gott bestimmten Lauf über die Welt gibt. Größte Aktivität besteht also in der richtigen Erkenntnis, deren höchste Form die Gotteserkenntnis ist.
Die wahre Religiosität besteht in der Gottesliebe (amor Dei intellectualis). (et al. Kunzmann/Burkhard, 2023, S.111)

Quellen:

dtv-Atlas Philosophie, Kunzmann, Peter, Burkhard, Franz-Peter, tv-Verlag, 19. Auflage, 2023


Efferent – Afferent

Afferre kommt aus dem lateinischen und bedeutet etwa bringen, überbringen, melden, hinzufügen Efferre, ebenfalls Latein, bedeutet herautragen, hinausbringen. Afferent als auch Efferent bezeichnet die Zuflüsse als auch Abflüsse von Signalen des Nervensystems. So bsw. Führen Signale der Motorischen Endplate eines Muskels über die afferenen Nervenbahnen übers Rückenmarkt, das Zentralnervensystem zum Gehirn, von dort aus gehen aufbereitete Signale über den gleichen Weg, aber eigenen Informationskanal efferent zu ensprechenden Regulationsmechanismen wie Muskel, Sehnen, Bänder.



G


Gordischer Knoten

Ursprüngliche war der gordische Knoten ein kunstvoll verknotetes Seil an einem Streitwagen des phrygischen Königs Gordios. Der Legende nach prophezeite ein Orakel, das derjenige der den Knoten lösen würde, die Herrschaft über Asien erlangen würde.
Alexander der Große 333 v. Chr. Kam in Gordion, der heutigen Türkei an und soll den Knoten mit seinem Schwert durchschlagen haben. Seither steht die Auflösung des Gordischen Knotens für entschlossene und pragmatische Problemlösung.

Heute wird der Gordische Knoten als Begriff verwendet, wenn ein scheinbar unlösbares Problem durch einen unerwarteten oder radikalen Ansatz gelöst werden kann.


Golgie-Organe

Beim Golgi-Organ handelt es sich um Sensoren, die zwischen Muskel- und Sehnenfasern lokalisiert sind. Diese Sensoren sind Teil des autonomen Nervensystems und unterliegen daher der Wahrnehmung zur Körpersteuerung




H



Han, Byung-Chul (1959)

Byung-Chul Han studierte in Freiburg im Breisgau und München Philosophie, Deutsche Literatur und Katholische Theologie. Er wurde 1994 promoviert und habilitierte sich 2000. Seit 2012 lehrt er als Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin.

Quellen:

http://www.byungchulhan.de/


I


Indset, Anders (1978)

Indset, Anders ist einer der weltweit führenden Wirtschaftsphilosophen. Der gebürtige Norweger bringt die Philosophie der Vergangenheit mit der Technologie und Wissenschaft von morgen zusammen und zeigt so Führungskräften, wie sie das 21. Jahrhundert meistern können.
2018 hat ihn Thinker 50 in die Top30 der in Zukunft wichtigsten Management-Vordenker aufgenommen. Er ist Dozent an mehreren internationalen Business-Schools und wird in den Medien häufig als Rock`n Roll Plato bezeichnet.



Information

Information ist eine Menge von Daten, die einen bestimmten Organisationsgrad und damit einen Wert für einen Nutzer hat. Vor diesem Hintergrund ist Information eine Ware. Information ist eine Ressource mit zunehmender Bedeutung. Eine Ressource hat den Wert in der Nutzung und ist damit Teil eines ökonomischen Prozesses. Information ist immateriell und benötigt einen Träger auf dem diese „abgelegt“ werden können. Bsw. Compact Disc, Gehirn, Computer. Ein Speichermedium an sich wäre von geringem Wert. Erst durch den Informationsgehalt kommt der Sache entsprechende Bedeutung zu.

Informationen sind Daten, die einen Konzentrations- und Verbesserungsprozess durchlaufen haben. Information wird kommunikativ übertragen und hat in der Regel einen Zuwachs an Wissen zur Folge.
Informelles Wissen entsteht wenn Informationen einem Analyseprozess unterworfen sind. Nach Bewertung der Daten werden diese als produktives Wissen bezeichnet. Produktives Wissen setzt die Möglichkeit zur Entscheidungsfindung frei, bzw. stellt Entscheidung für zukünftiges Handeln bereit. Entscheidend wiederum ist der vorausgegangene Kontext.
Weil Information mit Daten in Beziehung gesetzt werden, wird ein Sinnzusammenhang erreicht. Auf diese Weise wird Wissen zur Handlungsoption und wird damit zu einem ökonomischen Wert.

Daten sind Träger von Informationen. Damit beschreiben Eigenschaften, Merkmale von Objekten, Personen, Sachverhalten, Vorgängen aus der Realen Welt und Beziehungen zwischen ihnen.
Empfänger von Daten die mit Bedeutungen versehen sind und damit in einen Handlungskontext passen werden damit zur Information.
Diese Form der Information führt zur Kenntnis über Sachverhalte, Vorgänge, Objekte uw. Daten werden damit Grundlage zur Beschreibung eines Realitätsausschnittes.

Quellen:

Österle, H. Erfolgsfaktor Informatik, Umsetzung der Informationstechnik in Unternehmensführung. Informationsmanagement 2 1987

Brenner, W. Konzepte des Informationsmanagements, Physica-Verlag Heidelberg 1994

Krcmar, H. Informationsmanagement, Springer Verlag 1997


Informationsmanagement

Informationsmanagement organisiert Daten für eine Nachricht so, das diese für Empfänger einen Informationsgehalt bekommt. Daten durchlaufen für diese Zwecke Veredelungsschritte, Sublimierungen, bis daraus produktives Wissen und damit zweckmässige Entscheidungen für Handlungen abgeleitet werden können.

Quelle:

Bärwald, W. Kommunikationsnetze und -dienste. VMS Verlag Modernes Studieren, Hamburg Dresden 1995

Martin, L. Klotz M.; Strategisches Informationsmanagement. Bedeutung und organisatorische Umsetzung. Oldenbourg-Verlag, München Wien 1990


K


Karolinger

Die Karolinger sind nach Karl dem Großen benannt.


Quellen:
(https://www.mittelalter-entdecken.de/merowinger-karolinger/)

Die Geschichte der Welt, S. 163


Kommunikation

Kommunikation ist eine Übertragung, Tausch von Nachrichten zwischen Sender, Quelle und Empfänger, Senke.
Nachrichten müssen in eine Signalfolge umgewandelt werden. Das gilt in sehr vielen Fällen für die elektronische Übertragung, in der Regel dennoch auch für Menschen oder Objektübertragungen. Einer der Pioniere für die Sinnzusammensetzung, Zeichenfolgen der Sprache war Ferdinand de Saussure (1857 – 1913). Signale sind physikalische Größen. Optisch, elektrisch, elektromagnetisch, Schall, akustisch oder taktil.
Kommunikation ist damit zwischen Quelle und Senke um den Übertragungskanal als auch Codierung und Dekodierung erweitert.

Quelle:

Bärwald, W. Kommunikationsnetze und -dienste. VMS Verlag Modernes Studieren, Hamburg Dresden 1995


Konterkarieren


Etwas zunichtemachen oder durchkreuzen tut man meist einen Plan, eine Maßnahme oder ein Vorhaben das dadurch ins Gegenteil umgekehrt wird oder geschwächt wird. Contrecarrer kommt ursprünglich aus dem französischen, contre = gegen, carrier = rechteckig machen, übertragen, sich breit machen)


M


Merkantilisten-Kameralisten

Das Zeitalter des Absolutismus mit dem Machtanspruch des Herrschers „König von Gottes Gnaden“ war trotz unterschiedlicher Ausprägungen im 17. und 18 Jahrhundert dadurch charakterisiert, dass die Wirtschaftspolitik dazu diente, die Macht und den Reichtum des Landes, bzw. des herrschenden Adels zu vermehren. Adam Smith bezeichnete dieses System als Merkantilsystem, das in der See- und Kolonialmacht England vom Kommerzialismus, d.h., Maßnahmen zur Aktivierung der Handelsbilanz und damit des Edelmetallflusses geprägt war. 15. Jhd., damals war Deutschland in mehr als 200 Kleinstaaten zersplittert, stand die Stärkung der fürstlichen Finanzwirtschaft im Vordergrund. Hierführ wurde bereits damals die Bezeichnung Kameralismus verwendet. Am stärksten war der absolutistische Anspruch im Ancien Régime Frankreichs ausgeprägt. Dort leitete Jean Baptiste Colbert 1662 eine Reformpolitik zur Sanierung des Staates und einer Förderung von Gewerbe und Handel ein. Nach Colbers Tod 1683 wurde 1685 das Edikt von Nantes aufgehoben, das seit 1598 den Hugenotten Religionsfreiheit gewährt hatte. Die Folge war eine Auswanderung von über 500 000 Unternehmern und gewerblich tätigen Arbeitern und Handwerkern“ (Ott/Winkel, H. 1985, S. 15). Verstärkte Kontrollen und Reglementierungen der Manufakturbetriebe konnten die Folgen nicht verhindern.


Merowinger

Der Stamm der Merowinger gilt als das älteste Königsgeschlecht der Merowinger. Stammvater soll der sagenumwobene König Merowech gewesen sein.

Quellen:
(https://www.mittelalter-entdecken.de/merowinger/)

Die Geschichte der Welt, S. 162


Maslow, Abraham (1908 – 1970)

War bis 1970 Präsident der amerikanischen Psychologischen Gesellschaft. Mit Carl R. Rogers und Erich Fromm gehörte Maslow zu den wichtigsten Vertretern der Humanistischen Psychologie.

Er gilt als Vater der humanistischen Psychologie. Der in den USA geborene Maslow erfuhr in der Kindheit zahlreiche Diskriminierungen. Maslow ist Pflichtprogramm im ganzen volkswirtschaftlichen, betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Universum. „Ein Musiker muss musizieren, ein Künstler muss malen, ein Dichter muss schreiben, wenn er letztlich glücklich sein will“ – soll eines seiner Zitate gewesen sein.
Bei seinem Studium an der Columbia Universität in New York traf er auf Zeitgenossen wie Edward Thorndike, Sigmund Freud als auch Erich Fromm. Als talentierter Beobachter und leidenschaftlicher Forscher gelang ihm der revolutionäre Entwurf der Bedürfnispyramide. Getrieben von der Idee, Mittel zu finden, wie Menschen sich und anderen helfen könnten, zu dem Menschen werden zu können, der man sein sollte.
Für Maslow galt die Vollmenschlichkeit als Bestandteil einer Psychologie seelischer Gesundheit. Bei Maslow tritt der Mensch als aktiver Gestalter seiner Existenz auf, der in einer Zeit zunehmender Materialisierung sich nach lebendigen geistigen Lebenswerten sehnt. Sigmund Freuds Theorie von den Trieben stand Maslow kritisch gegenüber und sah den Menschen als eine einheitliche Natur an. Maslow weisst nach, das der Mensch aus einer Anzahl von Bedürfnissen heraus handelt. Die Bedürfnisse sind zwar verschieden, unterliegen aber einer aufsteigenden Linie von den niederen zu den höheren Bedürfnissen im Wesen jedes Menschen. Unabhängig seiner soziokulturellen Herkunft und Abhängigkeiten liegt dem menschlichen Selbstverständnis eine geistige Zielsetzung zugrunde, deren Ziel die befriedigende Selbstverwirklichung sei. Der Mensch wird krank wenn diese höheren Bedürfnisse befriedigt würden. Das der Mensch nur materialistischen Trieben ausgeliefert sei, kann nach Maslow so nicht aufrecht erhalten bleiben.

Quellen:
Motivation und Persönlichkeit, Maslow, Abraham H. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 15. Auflage, 2018


Muskelspindeln

Muskelspindeln in Regeneration und Strechingfunktion

Muskelspindeln haben die Aufgabe, Messungen und Regulierungen an Muskellängen vorzunehmen. Sie sind sozusagen Spannungsfühler.
Wenn Muskeln sich bewegen, dann bedeutet das ein Zusammenziehen oder Dehnen, bekannt als Flexion oder Extension, bzw. grundsätzlich Muskelkontraktion. Damit ein gewisser Schutz vor Überdehnung besteht, muss die Länge des Muskels irgendwie gesteuert bzw. reguliert werden.

Aus dieser Funktion ergibt sich noch eine weitere wichtige Funktion der Muskelspindel. Für die Regenerationsphase gilt, die Muskulatur möglichst nicht zu bewegen. Durch das Bewegen eines Muskels, der ruhen sollte, beginnt auch die Muskelspindel mit Signalen auf den Muskel einzuwirken. Für den Muskel, der sich dann bewegt, bedeutet dies ein Hinauszögern der Erholung.
Daher ist im Regenerationsprozess möglichst maximale Ruhe zu empfehlen. Umso schneller erholt sich der Muskel.

Die Muskelspindel ist eine ca. 3mm lange und 0,2mm dicke Muskelfaser, in 3-6 Muskelfasern vorkommend, die quer zur Verlaufsrichtung der Muskulatur liegen. So als würde man an einer Wasserleitung eine Wasseruhr anbringen, um den Durchfluss zu messen, oder einen Stromzähler um den Stromfluss zu messen.
Allerdings sind es hier intrafusale Fasern, die Signale zur Beeinflussung des Muskels geben, wie zuvor erläutert. Die reine Arbeitsmuskulatur, auch extrafusale Fasern genannt, kann sich im Gegensatz zu den Muskelspindeln aber kontrahieren, d.h., zusammenziehen und strecken. Von der Muskelspindel geht stattdessen ein Signal über das Rückenmark (Afferent) zum Gehirn, worauf hin diese entsprechenden Anweisungen zurückgibt (Efferent). Während die Muskelspindel konkret an einem Muskel Signale empfängt und gibt, erfolgt die Meldung über das Gehirn zu reagieren auf die jeweils betroffenen Antagonisten und Synergisten, um eine Hemmung oder Kontraktion mit Gegenwirkung zum Agonisten zu veranlassen.

Ein gewisser Nachteil kann die Muskelspindel im Falle der Reflexion sein, wenn dies im Sport erfolgt.
Klopft man mit einem Reflexhammer auf die Kniescheiben sehne, kommt es zu einer kurzfristigen Aktivierung der Muskelspindel, die unmittelbar mit der Anweisung zum Reflex reagiert.
Die Reflexreaktion, die durch die Muskelspindel entsteht, wird dadurch außer Gefecht gesetzt, in dem bsw. eine Dehnung aufrechterhalten wird.
Eine lange Zeit galt die Diskussion, ob das sogenannte Bouncing, also die wippende Dehnung gut sei und zum Erfolg führen könne.

Bei anhaltender Dauerdehnung wird der Muskelreflex unterdrückt und die entsprechenden Golgi-Organe aktiviert. Diese liegen in den Sehnen und dienen dem Schutz vor Überdehnen, also möglichem Reisen der Sehnen. Würde man wippend dehnen, so käme es zu temporären reflexartigen Überdehnungen, bzw. ruckartigen Muskelverkürzungen. Durch langsame Steigerung des Stretchings wird der Reflex unterdrückt und es besteht keine Gefahr durch Überdehnung.


N


Nachrichten

Nachrichten bestehen aus Daten die in einer Sprache dargestellt sind. Die Sprache kann dabei natürlich oder künstlich sein, zwei oder dreidimensional, Bild oder von Gesicht zu Gesicht. Verstehen kann die Nachricht jemand der in der Lage ist diese zu entschlüsseln. Die Bedeutung der Nachricht muss dieser Inhärent sein, die Voraussetzung bieten das Empfänger die Möglichkeit bekommen das Motiv, den reinen Informationsgehalt, zu empfangen. Empfänger sind damit in der Lage die Nachricht zu interpretieren.
Ob eine Nachricht für Empfänger eine Information ist, das hängt davon ab ob die Information in den Handlungskontext der Empfänger passt und damit einen Wert hat.

Quelle:

Bärwald, W. Kommunikationsnetze und -dienste. VMS Verlag Modernes Studieren, Hamburg Dresden 1995

Martin, L. Klotz M.; Strategisches Informationsmanagement. Bedeutung und organisatorische Umsetzung. Oldenbourg-Verlag, München Wien 1990


Novum

Das Substantiv Novum (das) bedeutet „etwas völlig Neues“, „eine Neuheit“ oder „ein bisher noch nie dagewesenes Ereignis oder Phänomen“. Ein Novum bezeichnet eine Situation, ein Ereignis oder eine Entwicklung, die in dieser Form noch nie stattgefunden hat. Der Begriff wird häufig in gehobener Sprache verwendet, besonders in Politik, Wissenschaft, Literatur oder im juristischen Kontext. Das Wort Novum stammt aus dem lateinischen novum (das Neue), abgeleitet vom Adjektiv novus (neu).


O


Opportunismus

Der Begriff ist negativ behaftet. Sie ist eine Form der Anpassungserscheinung und basiert auf Gruppendruck, Gruppendynamik, Konformität. Er beschreibt die willfähige, zweckmässige Anpassung an eine gegebene Situation, bei der die momentane Nützlichkeitserwägung als wichtiger eingestuft wird als dauerhafte, wertgebundene Prinzipien. Wie viele psychologische Verhaltensmuster wird dieses einmal gelernt, was zur Folge hat, das daraus schnell ein Automatismus wird. Der Opportunismus entsteht aus einer inneren Haltung, der anfängliche Erfolg lädt dazu ein sich auf diese Weise in Position zu bringen. Für das gegenüber ist es im gewöhnlichen Dialog kaum möglich sich dagegen zur Wehr zu setzen. Ein Gegenüber muss eine Voreinstellung gegenüber einer Opportunistischen Haltung einnehmen, darauf gefasst sein. Auffällig bei Opportunismus ist, sie nutzen vermeintliche Schwächen aus. Eine weitere Charakteristik ist die schnelle Meinungsänderung, Überzeugung und Verhaltensweise. Persönlichkeitsmerkmal sind Charakterlosigkeit als auch eine Schwäche in der Persönlichkeit.

Quelle:
Spektrum, bpb


P


Physiokraten


Als Antwort auf das Scheitern des Colbertismus kommen die Physiokraten, die eine gewisse Zeit als Ökonomisten bezeichnet wurden, zu der extremen Auffassung, dass allein der Boden einen „Reinertrag“, produit net abwerfe. Die logische Konsequenz war der Versuch, eine „Alleinsteuer“ auf Grund und Boden einzuführen. Dieser scheiterte am Widerstand der bislang steuerfreien Großgrundbesitzer, nämlich Adel und Klerus. Und führte zum Sturz von Anne Robert Jacques de Turgot. Die Einberufung der seit 1614 nicht mehr zusammengetretenen Generalstände durch den König als letzten Schritt zur Überwindung des Staatsbankrotts leitete in die Revolution von 1789 über. (et al Ott/Winkel, H. 1985, S. 16). Die Physiokraten waren eine Protestbewegung, die von der Aufklärung und der Idee der „natürlichen Ordnung“, ordre naturel stark beeinflusst waren. Sie waren aber in ihrer Mehrzahl als Gelehrte oder Beamte in ihrer Lebenshaltung und Tätigkeit mit den aristokratisch-höfischen Kreisen eng verbunden, konnten also Reformen „nur mit der Gunst von König und Adel“, durchsetzen (et al. Ott/Winkler, H. 1985, S. 20). An deren Widerstand sind sie gescheitert. Mit der Entdeckung der allgemeinen Interdependenz volkswirtschaftlicher Größen in Form des 1758 von Francaise Quesnay publizierten, ‚Tableau économique’, werden die Physiokraten jedoch zu den Begründern der Nationalökonomie als Wissenschaft.“ (et al. Ott/Winkler, H. 1985, S. 19).


Präskriptiv

Das Adjektiv präskriptiv bedeutet „wertend“, „vorschreibend“ oder „festlegend“. Als Synonym kann auch „normativ“ verwendet werden. Präskriptiv ist immer „so soll es sein, so ist es gut, so ist es richtig“. Im moralphilosophischen Sinne beschreibt die präskriptive Ethik den Sollzustand des menschlichen Handelns. Sie beschreibt, wie man sich zu verhalten hat, was richtig und was falsch ist.

Weiterhin wird der Begriff in der Sprachwissenschaft verwendet. So kann etwa die Grammatik einer Sprache als präskriptiv bezeichnet werden, da sie Regeln für die korrekte Verwendung der Sprache aufstellt und festlegt, was richtig und was falsch ist. Das dazugehörige Substantiv lautet Präskription. Das Gegenteil zu präskriptiv ist das wesentlich geläufigere deskriptiv, was „beschreibend“ und „nicht wertend“ bedeutet. Hier wird der Istzustand beschrieben und nicht bewertet. Präskriptiv leitet sich vom lateinischen Begriff praescriptivus ab, was so viel wie „vorgeben“ oder „vorschreiben“ bedeutet.


Prätentiös


Eine Eigenschaft sich selbstgefällig zu sein, übertrieben anspruchsvoll oder geziert vornehm. Prätentiös ist ein Mensch dann wenn er vorgibt mehr zu sein als ihm/ihr zustehen könnte, wenn jemand für sich mehr Bedeutung zuspricht, Wichtigtuerei fällt auch darunter. Beschreibt eine Art der Selbstdarstellung die gekünstelt, überheblich oder aufgeblasen wirkt. Aus dem lateinischen praetendere für Anspruch erheben entnommen.


S



sardonisch


Boshaftigkeit, Hämisch, jemand der sich am Unglück anderer erfreut, Hohn und Spott entgegenbringt um von der eigenen Misere abzulenken. Risus sardonicus ist ein aus der Medizin bekanntes starres Grinsen, aufgrund eines Wundstarrkrampfes oder einer Strychninvergiftung. Das bittere Hohngelächter bei eigenem Schaden ist der griechische Ausgangspunkt sadonios gelos der ursprünglich aus dem lateinischen sardonius entnommen ist.


Sprache

Sprache basiert auf einem Alphabet. Einem Zeichenvorrat als Basiselemente. Die Syntax bestimmt wie Zeichen und Wörter zusammen gesetzt werden. Der Sprache kann eine Semantik, eine Bedeutung zugeordnet werden. So entstehen Wörter, Wortfolgen und ganze Sätze.

Quelle:

Bärwald, W. Kommunikationsnetze und -dienste. VMS Verlag Modernes Studieren, Hamburg Dresden 1995

Martin, L. Klotz M.; Strategisches Informationsmanagement. Bedeutung und organisatorische Umsetzung. Oldenbourg-Verlag, München Wien 1990


Städtebünde

Während Handelswege entstanden kam es häufig zu Kriminellen Handlungen. Um diese Handelswege besser schützen zu können wurden Städtebünde geschaffen. Städtebünde sind eine Erfindung der mittelalterlichen Zeit. Sie wurden in der Zeit ab dem 13. Jhd. n.Chr. Gegründet. Anstoss gaben die lombardischen Städte. Von dieser Idee aus entstanden mit Anfang des 13. Jhd. Bünde nördlich der Alpen.

Quellen:
(https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/St%C3%A4dteb%C3%BCnde)

(https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/St%C3%A4dteb%C3%BCnde_(Mittelalter/Fr%C3%BChe_Neuzeit)

(https://drfichtners-studienblaetter.de/wp-content/uploads/2017/04/reichsstaedte_staedtebuende.pdf)


Stagflation

Der Name ist aus dem Wort Stagnation und Inflation entstanden. Das passiert wenn beide Volkswirtschaftlichen Phänomene zusammen fallen. Während die Konjunktur sich in einer Inflation befindet, das Wirtschaftswachstum aber stagniert.

Durch höhere Produktionskosten bieten die Unternehmen zu jedem Preisniveau eine kleinere Menge an Gütern an. Damit verschiebt sich die kurzfristige Angebotskurve, in Abhängigkeit von den auslösenden Ereignissen. Damit bewegt sich die Volkswirtschaft kurzfristig auf der Nachfragekurve. Das Produktionsniveau fällt, das Preisniveau steigt. Die Volkswirtschaft erlebt dann eine Stagnation (fallendes oder gleichbleibendes Produktionsniveau) aber auch eine Inflation (Preisniveauanstieg).
In der Folge belässt man die Situation wie sie ist und hofft auf eine natürliche Verbesserung, raus aus der Rezession.

Das gesunkene Produktions- und Beschäftigungsniveau wird Druck auf die Entlohnung der Arbeitskräfte ausüben, da die Arbeitskräfte in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit über weniger Verhandlungsmacht verfügen. Mit sinkenden Nominallohnsätzen wird die gesamtwirtschaftliche Produktion rentabler und die kurzfristige Angebotskurve verschiebt sich wieder zurück. Das Preisniveau fällt und das Produktionsniveau erreicht wieder das natürliche Niveau.

Quelle:

Grundzüge der Volkswirtschaft, Mankiw, N. Gregory, Taylor, Mark P., Schäffer Peoschel Verlag, 9. Auflage 2024


Suffragetten

Das Wort ist aus dem lateinischen suffragium = politisches Stimmrecht abgeleitet. Die sich selbst bezeichneten Stimmrechtlerinnen organisierten sich um das Frauenstimmrecht zu gleichen Konditionen wie jenes der Männer, dem Besitzwahlrecht – durchzusetzen. Es ist das Gegenabbild der keuschen unterwürfigen Frau.
Die Umsetzung dauerte. Bei einem weiteren Vordringen erschien der Begriff Suffragette aus abwertender Distanz in der Tageszeitung Daily Mail. Hauptmerkmal der Bewegung ist das militante Auftreten innerhalb der Frauenbewegung.


Quellen:

(https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/277333/die-suffragetten/)

(https://www.spiegel.de/geschichte/suffragetten-bewegung-buergerkrieg-der-geschlechter-a-951045.html)


V


Veken, Dominic (1971)

Veken, Dominic Deutschlands führender Unternehmensphilosoph, National wie Internationaler Berater, sowie Dozent an der Universität der Künste Berlin. Begeistern sinnhaft Führungskräfte

Quelle:

(https://veken.de/)


Via Regia

Die Via Regia reicht bis in die Steinzeit zurück. Aktuell umfasst der Korridor rund 4500 km und reicht von der südlichen Polkappe bis zur nördlichen mittleren gebirgigen Zone.

Quellen:
(https://www.coe.int/de/web/cultural-routes/via-regia)

(https://via-regia.org/)