Drei Personen der ISM präsentieren sich

Gelebte Haltung: Die International School of Management zum UN-Tag der Demokratie am 15. September


Zum UN-Tag der Demokratie bezieht die International School of Management (ISM) und mit ihr die Präsidentin und Geschäftsführerin Prof. Dr. Audrey Mehn sowie die Geschäftsführer Daisuke Motoki und Karsten Gardy Stellung dazu, wie die ISM gelebte Haltung zum Maßstab moderner Management-Ausbildung macht. Die Geschäftsführung im Interview:

Dortmund/Germany, 15. September 2026. – Der Ausdruck „Gelebte Haltung“ bringt es bereits auf den Punkt. Haltung, Moral und Tugend positionieren Gedanken zur Demokratie. Mein Denken, meine Haltung, mein Bewusstsein von mir über mich als Teil der Gesellschaft entscheidet täglich über den weiteren Verlauf einer Demokratie!

Wenn ich etwas Haben möchte oder besonders begehre, dann wird schon mal jede Form von Anstand und Tugend zur Seite geschoben. Doch auf Basis solcher Ungerechtigkeiten entstehen wieder die Wünsche und Anforderungen an tugendhafte Zeiten, wie sie von jüngeren Generationen bereits eingefordert werden. Und es ist ja bekanntlich eine Form der Wechselwirkung, das etwas, das einmal verschwand irgendwann wieder kommt. Und in der Weise kämpfen wir heute auch wieder um die Demokratie, für die unsere Väter und Mütter einst ihr Leben gelassen haben.

Über die damals regierende Nationalpartei von Südafrika wurde 1948 die Rassentrennung umgesetzt, die Apartheid. Die Rechte der schwarzen Bevölkerung wurde erheblich beschnitten. Was zunächst mit friedlichen Aktionen begann, sollte später durch eine Verkettung von Anschlägen durchgesetzt werden. Nelson Mandela (1918 – 2013), der immer mit dabei war, wurde verhaftet und verbrachte 27 Jahren hinter Gitter.
Aus der Haft entlassen und mit einem Perspektivenwechsel gelang es Mandela eine friedliche Lösung zu erreichen. Er konnte spaltendes und trennendes überwinden.
Mandela erkannte, das es weniger darum ging, die Schwarzen aus ihrer Knechtschaft zu befreien, als vielmehr darum den Weißen ihre Angst zu nehmen! Ein Spiegel der heutigen Zeit!

Mandela hatte Mut, Tabus rund um die Rassentrennung einzureißen und ein Vorbild für multiethnische Gesellschaften zu schaffen. Noch vor seiner Wahl zum ersten Präsidenten Südafrikas lud Nelson Mandela die Gattin des ehemaligen weißen Präsidenten Pieter Willem Botha auf ein Essen gemeinsam mit den Witwen der Apartheitgegner ein. Nelson holte beide Seiten an einen Tisch um damit die neue nationale Philosophie Ubuntu zu zelebrieren. „Ich bin, weil wir sind“. Eine Philosophie bei der gegenseitige Verantwortung, Menschlichkeit und Gemeinschaft im Zentrum des Denkens und Handelns steht.

Nebenbei bemerkt und nicht weniger wichtig trägt auch eine weitere gedankliche Analogie zur Umsetzung der Demokratie bei. In Analogie zu einem der bekanntesten Betriebssysteme entstand seinerzeit auch Linux, darunter später die Plattform Ubuntu.
Ein OpenSource (jeder kann sich beteiligen) Softwaresystem das durch Sponsoring und einer Unzahl an freiwilligen Menschen dafür sorgt, dass eine echte Alternative auf den Markt kam, die damit eine Gemeinschaft aus Freiwilligen Menschen bildet. In Norddeutchland und der Schweiz werden diese Lösungen inzwischen in grossem Rahmen in Kommunen getestet.

Das Beispiel steht synonym für unsere Zeit und zeigt eine Lösung wie Trennung und Spaltung überwunden werden kann. Ein wichtiger Aspekt, wenn es um die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung von Demokratie geht. Mutige Menschen haben Tabus gebrochen und Brücken gebaut.

Am 15. September war weltweiter Tag der Demokratie, der 2007 durch die UN ins Leben gerufen wurde. Warum nimmt eine private Business School wie die International School of Management (ISM) diesen Tag zum Anlass für ein klares Statement?

Prof. Dr. Audrey Mehn:

Weil Freiheit und Rechtsstaatlichkeit keine rein politischen Abstraktionen sind. An der ISM bereiten wir junge Menschen auf Führungsrollen in einer globalen Wirtschaft vor, Internationalität ist fest in unserer DNA verankert. Wer in der Praxis erfolgreich sein will, muss verstehen, dass wirtschaftliches Handeln nur dort nachhaltig entfaltet werden kann, wo Grundrechte, Investitionssicherheit und freie Meinungsbildung garantiert sind. Wenn demokratische Institutionen unter Druck geraten, betrifft das direkt die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.

Gilt „Democracy is Good Business“ also auch im Risikomanagement globaler Unternehmen?

Daisuke Motoki:

Absolut. Wenn wir uns die geopolitischen Verwerfungen der letzten Jahre ansehen, wird deutlich: Wo Rechtsstaatlichkeit, Eigentumsschutz und unabhängige Institutionen fehlen, steigt das unternehmerische Risiko. Freiheitliche Systeme mit unabhängiger Justiz bieten dagegen die verlässliche Infrastruktur, die Unternehmen für Innovation, fairen Wettbewerb und stabile Lieferketten brauchen. Wer Führungskräfte für eine globalisierte Wirtschaft ausbildet, kann politische Verantwortung nicht aus der Managementausbildung heraushalten. Als ISM vermitteln wir unseren Studierenden genau diesen Blickwinkel: Demokratie ist kein Nice-to-have, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

Die ISM legt traditionell großen Wert auf ausgeprägte Praxisnähe und eine internationale Ausrichtung. Wie spiegelt sich das Thema Haltung und demokratischer Diskurs im Studienalltag wider?

Prof. Dr. Audrey Mehn:

Praxisnähe bedeutet bei uns an der ISM nicht nur, Fallstudien aus Unternehmen zu lösen, sondern zu lernen, wie man in komplexen und diversen Umfeldern Verantwortung übernimmt. An unseren Standorten treffen Tag für Tag Studierende aus zahlreichen Nationen aufeinander – mit unterschiedlichsten kulturellen und gesellschaftlichen Prägungen. Dieser internationale Mikrokosmos ist ein intensives Trainingsfeld für offene Debattenkultur. Demokratie auf dem Campus heißt: Argumente zählen, nicht Herkunft oder Position. Genau diese Diskursfähigkeit erwarten moderne Arbeitgeber von unseren Absolventinnen und Absolventen.

Welche Anforderungen stellt diese Perspektive an das Führungsprofil der Zukunftsgeneration?

Karsten Gardy:

Eine Führungskraft von morgen kann sich nicht mehr hinter reinen Kennzahlen verstecken. Zu echtem Leadership gehört ein klarer ethischer Kompass. Angehende Managerinnen und Manager müssen in der Lage sein, Haltung in konkrete Corporate Governance und Compliance-Strategien zu übersetzen. Wer an der ISM studiert, lernt, dass Führung bedeutet, nicht nur Gewinne zu maximieren, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung für das Umfeld zu übernehmen, in dem man wirtschaftet.

Welchen Impuls möchte die ISM-Geschäftsführung zum UN-Tag der Demokratie an Studierende, Lehrende und Partner in der Wirtschaft senden?

Daisuke Motoki:

Dass wir Demokratie aktiv als Standortfaktor und als Gemeinschaftsaufgabe begreifen müssen. Wir ermutigen unsere Partnerunternehmen dazu, den freien Diskurs zu suchen, Vorurteile zu hinterfragen und Werte wie Transparenz und Fairness aktiv vorzuleben.

Karsten Gardy:

Erfolgreiches Unternehmertum braucht verlässliche, freiheitliche Rahmenbedingungen. Wenn wir den Wirtschaftsstandort Deutschland und Europa stärken wollen, müssen wir die demokratischen Fundamente, auf denen unser Wohlstand aufbaut, sichern und wertschätzen.

Prof. Dr. Audrey Mehn:

Wir möchten ein klares Signal an unsere Studierenden und Lehrenden senden: Unser Campus ist ein geschützter Raum für offenen Diskurs. An unsere Studierenden appellieren wir: Nutzen Sie Ihr Studium an der ISM nicht nur, um Fachwissen aufzusaugen, sondern um aktiv den offenen Dialog zu suchen, Positionen zu hinterfragen und Werte wie Toleranz und Respekt täglich zu leben. Sie sind die Next Gen Leader: Ihre Haltung formt die Wirtschaft von morgen. Und an unsere Lehrenden geht der Dank und Auftrag, diesen Diskurs in den Hörsälen Tag für Tag vorzuleben, Räume für kontroverse Debatten zu öffnen und das kritische Denken unserer Studierenden gezielt zu fördern. Denn Demokratie lebt vom Mitmachen – in der Gesellschaft wie am Campus.


Bildquelle
Die Geschäftsführung der ISM v.l.n.r. Daisuke Motoki, Präsidentin Prof. Dr. Audrey Mehn, Karsten Gardy. Copyright: ISM International School of Management

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