Eine aktuelle Analyse des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung zeigt, wie groß die ungenutzten Potenziale sind: Würden mehr Menschen in Arbeit gebracht, könnte das BIP einmalig um bis zu 12,3 Prozent steigen – und sich von diesem neuen Niveau aus weiterentwickeln. Gleichzeitig würden die öffentlichen Haushalte jährlich um bis zu 143 Milliarden Euro entlastet.
Essen/Germany, 19. Februar 2026. – Stille Reserven werden auch in anderen Nationen der EU immer wieder neu diskutiert. Neue Wirtschaftszweige mit grossen Potenzialen eröffnen neue Jobchancen und neue Jobmodelle (Vgl. Grüne Wende am Arbeitsmarkt Wie Beschäftigte die ökologische Transformation erleben, 2025) (Vgl. Teilzeit verliert, Zeitsouveränität gewinnt Beschäftigte wollen flexible Arbeitszeiten, 2024). Die künstliche Intelligenz wird, das ist an vielen Stellen zu lesen und zu erfahren, neue Arbeitsplätze schaffen, andere Stellen werden dafür wegfallen, zurück gehen (Vgl. KI verändert Jobprofile – nicht Beschäftigung, 2026), (Vgl. Wie stehen die Menschen dazu, dass KI Arbeitsplätze ersetzt? 2025). Umschulungen, Weiterbildung oder neue Berufe entstehen (Vgl. Zukunft der Arbeit Expertengruppe empfiehlt Akzentverschiebung von einer Erwerbs- zu einer Tätigkeitsgesellschaft, 2024). Es finden Umlagerung statt (Vgl. Gesellschaftlicher Wandel durch eine Circular Economy, 2023). Stress- und Dauerdruckbelastungen entladen sich in der Tourismusbranche die grosses Wachstum verzeichnet (Vgl. Arbeitsfähigkeit wird von körperlicher Fitness, sozialem Leben und kognitiven Funktionen beeinflusst, 2023).
Arbeitsplätze im Grundbedarf, Nah- und Direktversorgungen sind schon allein wegen schlechter Bezahlungen oft weniger beliebt, doch essentiell für den Erhalt der Gesellschaft und das funktionieren der Infrastrukturen. Ganz zu schweigen von Freiwilligenarbeiten die einen Grossteil der sozialen Systeme abdecken (Vgl. Gemeinwohl statt Profite Studie zeigt, was kooperatives Wirtschaften ausmacht, 2022), (Vgl. Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte in vielen Mangelberufen überdurchschnittlich stark vertreten, 2025). Die Verknappung von Ressourcen und Wanderungen durch klimatische Veränderungen machen auch Zu- und Einwanderung zu einem Dauerthema, das es allerdings schon seit tausenden von Jahren gab. Doch nie waren die Souveränität der Staaten so stabil, bis zwischen Ende des Kalten Krieges und dem Beginn des Ukrainekrieges, was den staatlichen Anspruch von extremistischen Gruppen in Nationen stärkt. Diese Situation macht Integrationsprogramme notwendiger den je (Vgl. Europäisches Forschungsprojekt nimmt Integrationspotenzial von Sozialunternehmen unter die Lupe, 2025).
Menschen die aus unterschiedlichsten Motiven, in etwa durch Krisen, Schicksalschläge oder gar aus instabilen Lebenslagen kommen und durch diese Systeme fallen, müssen aufgefangen werden können. Weiterhin besteht aktuell die grosse Gefahr, das im gegenwärtigen System und vor einem zu befürchtendem schnelleren Wachstum durch Technologie getrieben, noch viel mehr Menschen als bisher durchs sogenannte Raster fallen. Es kann in der Tat, wie man so häufig sagt, immer und jeden Treffen. Man denke nur an ehemalige florierende Standorte die aufgrund von Strukturveränderungen massivste Arbeitslosigkeiten mit sich brachten – Beispiel Rheinland/Ruhrgebiet das einmal als Motor der deutschen Wirtschaft bezeichnet wurde, Rhein-Maingebiet um Frankfurt oder die Ausgangslage der Montanunion, was zur späteren Idee der EU führte (Vgl. Vom Ich zum Wir, 2023). Häufig an Standorten mit denen niemand gerechnet hatte.
Die Frage ist daher wie werden sich Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt entwickeln, bzw. welche Szenarien sind denkbar um den bisherigen Wohlstand in der Form aufrecht erhalten zu können. Gerade auch dann wenn das Wachstum ggfl. schneller vonstatten geht. Aus verschiedenen Studien ist bekannt, geht die Arbeitszeit runter, werden Menschen nicht nur produktiver, die Gruppen, Gesellschaft, Organisationen wachsen auch enger zusammen und das in Zeiten von Spaltung (Vgl. Teilzeit als Chance, nicht als Problem, 2026), (Vgl. Investitionen in immaterielles Kapital erhöhen die Produktivität von Unternehmen, 2023).
Doch lässt sich das mit gegenwärtigen Modellen kaum finanzieren, so Finanzexperten und Politik.
Immer aber vor dem Hintergrund das
– Arbeit und Wert der Arbeit völlig unterschiedlich beurteilt und bewertet werden,
– das – wer viel hat, viel einbüßen müsste und daher um Verteidigung seiner Interessen bemüht sein muss,
– das es Leistungsunterschiede gibt und damit unterschiedliche Bezahlungssysteme, als auch,
– das Jobs, die das gesamte System am laufen halten, gesellschaftlich wenig als Populär betrachtet werden und wie eingangs erwähnt, meist auch schlechtere Bedingungen vorweisen.
Eine Umfrage im Jahr 2025, die in einer Dokumentation des ZDF ausgestrahlt wurde, äusserten sich Paare darüber, die Jobauswahl dann anders getroffen zu haben, wenn die Frau gleich viel verdienen würde und die Chancen auf Karrieren die selben wären. Ähnlich beschreibt auch das österreichische Ministerium durch ein Projekt darüber (Vgl. Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie, 2017).
Aufgrund dieser Vorbedingungen ist mit verschiedenen Szenarien und Modellrechnungen mit Blick in diese Richtung zu rechnen. Das RWI Deutschlands zeigt eine jüngste Simulation unter entsprechenden Bedingungen auf.
Das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI hat mit einer Simulation das Potenzial für einen Wachstumswandel hervorgehoben. Die RWI-Ökonomen Niklas Isaak, Robin Jessen und RWI-Präsident Christoph M. Schmidt simulierten in ihrer Wirtschaftsdienst-Analyse Fälle mit dem Fokus auf die Aktivierung von Nichterwerbstätigen.
Die Frage ist, wie gross ist das Potenzial, das Wachstum wenn bisherige Nichterwerbstätige in Beschäftigung gebracht werden könnten. Die Wissenschaftler nahmen dabei 4,7 Millionen Menschen unter 65 Jahren in den Fokus, die einer natürlichen Arbeitslosenrate von 3,5 Prozent entsprechen. Weiterhin fand das schwedische Modell Anwendung, bei der 20 Prozent (in Deutschland sind es 9 Prozent) der 65- bis 74-Jährigen weiterhin arbeiten.
Die Effekte der Studie sind Eindeutig! Für die Modellrechnung wurde das RWI-Einkommensteuer-Mikrosimulationsmodell angewendet, um weitere Berechnungen für das BIP sowie der Steuer- und Sozialbeitragseinnahmen als auch der Sozialausgaben anzustellen. Unter den besagten Umständen würde der Staatshaushalt jährlich um 143 Milliarden Euro durch höhere Steuern, Sozialbeiträge und geringere Transferabgaben (darunter fallen Arbeitslosengeld, Sozialgeld) entlastet.
Selbst dann wenn die Arbeitszeit auf 15 bis 35 Stunden pro Woche reduziert würde, so das RWI, würde das BIP noch immer um 10,6 Prozent höher liegen, die fiskalische Entlasstung bei 122 Milliarden Euro.
„Die Aktivierung des Arbeitskräftepotenzials ist eine besonders wirksame Stellschraube auf der Angebotsseite“, sagt RWI-Ökonom Robin Jessen. „Sie ermöglicht eine doppelte Dividende: Höhere Einnahmen durch Steuern und Abgaben stehen sinkenden Ausgaben für Sozialtransfers gegenüber. Dadurch entstehen größere Spielräume, um die hohe Abgabenlast für Unternehmen und Haushalte zu senken und gleichzeitig zentrale Herausforderungen wie die Dekarbonisierung, die Verteidigungsfähigkeit und den demografischen Wandel zu finanzieren.“
Die Sozialversicherungen werden besonders stark entlastet. Da die neu aktivierten Erwerbspersonen bereits krankenversichert sind, können ihre zusätzlichen Beitragszahlungen zu direkten Senkungen des Beitragssatzes führen.
Die Autoren betonen, dass die Aktivierung ungenutzter Arbeitskräfte in der Regel nicht mit hohen Kosten verbunden ist. Maßgeblich sind vor allem der Abbau von Regulierungshemmnissen und bessere Anreize. Angesichts eines geschätzten Potenzialwachstums von derzeit unter 0,5 Prozent pro Jahr stellt die Mobilisierung der „stillen Reserve“ das wichtigste verfügbare Leistungsreservoir der deutschen Volkswirtschaft dar.
„Wir brauchen 2026 einen echten Reformschub“, mahnt Jessen. „Erwerbsarbeit bedeutet gesellschaftliche Teilhabe. Das ist nicht nur wirtschaftlich klug, sondern auch sozial geboten, wenn wir unseren Wohlstand bei schrumpfender Bevölkerung erhalten wollen.“
Originalpublikation:
https://doi.org/10.2478/wd-2026-0010
Weitere Informationen:
Die ursprüngliche Pressemeldung ist unter nutzung von Künstlicher Intelligenz beeinflusst –
Originaltextes: Isaak, Niklas, Robin Jessen, and Christoph M. Schmidt. 2026. „Entfesselung des Arbeitskräftepotenzials für Wachstum und entlastete Staatsfinanzen.“ Wirtschaftsdienst 2026 (106, 1): 28-34. doi: https://doi.org/10.2478/wd-2026-0010.
Der Text wurde unter den Gesichtspunkten der KI-Regelungen am RWI sorgfältig überprüft und überarbeitet.
Investitionen in immaterielles Kapital erhöhen die Produktivität von Unternehmen, 2023
http://de.gate-communications.com/investitionen-in-immaterielles-kapital-erhoehen-die-produktivitaet-von-unternehmen/
Teilzeit als Chance, nicht als Problem, 2026
http://de.gate-communications.com/teilzeit-als-chance-nicht-als-problem/
KI verändert Jobprofile – nicht Beschäftigung, 2026
http://de.gate-communications.com/ki-veraendert-jobprofile-nicht-beschaeftigung/
Europäisches Forschungsprojekt nimmt Integrationspotenzial von Sozialunternehmen unter die Lupe, 2025
http://de.gate-communications.com/europaeisches-forschungsprojekt-nimmt-integrationspotenzial-von-sozialunternehmen-unter-die-lupe/
Grüne Wende am Arbeitsmarkt Wie Beschäftigte die ökologische Transformation erleben, 2025
http://de.gate-communications.com/gruene-wende-am-arbeitsmarkt-wie-beschaeftigte-die-oekologische-transformation-erleben/
Teilzeit verliert, Zeitsouveränität gewinnt Beschäftigte wollen flexible Arbeitszeiten, 2024
http://de.gate-communications.com/teilzeit-verliert-zeitsouveraenitaet-gewinnt-beschaeftigte-wollen-flexible-arbeitszeiten/
Arbeitsfähigkeit wird von körperlicher Fitness, sozialem Leben und kognitiven Funktionen beeinflusst, 2023
http://de.gate-communications.com/arbeitsfaehigkeit-wird-von-koerperlicher-fitness-sozialem-leben-und-kognitiven-funktionen-beeinflusst/
Produktivität durch gezielte Kreativitäts- und Produktivitätstechniken stärken, 2025
http://de.gate-communications.com/produktivitaet-durch-gezielte-kreativitaets-und-produktivitaetstechniken-staerken/
Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte in vielen Mangelberufen überdurchschnittlich stark vertreten, 2025
http://de.gate-communications.com/beschaeftigte-mit-einwanderungsgeschichte-in-vielen-mangelberufen-ueberdurchschnittlich-stark-vertreten/
Wie stehen die Menschen dazu, dass KI Arbeitsplätze ersetzt? 2025
http://de.gate-communications.com/wie-stehen-die-menschen-dazu-dass-ki-arbeitsplaetze-ersetzt/
Unsicherheit als Innovationsmotor verstehen, 2025
http://de.gate-communications.com/unsicherheit-als-innovationsmotor-verstehen/
Zukunft der Arbeit Expertengruppe empfiehlt Akzentverschiebung von einer Erwerbs- zu einer Tätigkeitsgesellschaft, 2024
http://de.gate-communications.com/zukunft-der-arbeit-expertengruppe-empfiehlt-akzentverschiebung-von-einer-erwerbs-zu-einer-taetigkeitsgesellschaft/
Gesellschaftlicher Wandel durch eine Circular Economy, 2023
http://de.gate-communications.com/gesellschaftlicher-wandel-durch-eine-circular-economy/
Vom Ich zum Wir, 2023
http://de.gate-communications.com/vom-ich-zum-wir/
Gemeinwohl statt Profite Studie zeigt, was kooperatives Wirtschaften ausmacht, 2022
http://de.gate-communications.com/gemeinwohl-statt-profite-studie-zeigt-was-kooperatives-wirtschaften-ausmacht/
Arbeitszeitverkürzung: Produktivitätsgewinn oder wirtschaftlicher Rückschritt? 2025
https://www.european-academy.at/arbeitszeitverkuerzung-produktivitaetsgewinn-oder-wirtschaftlicher-rueckschritt/
Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie, abgerufen, 21.Februar 2026
https://www.bmfwf.gv.at/frauen-und-gleichstellung/gleichstellung-am-arbeitsmarkt/einkommen-und-der-gender-pay-gap/maenner-und-vereinbarkeit-von-beruf-und-familie.html
Der Newsletter erscheint einmal pro Woche Freitags mit allen Inhalten der Woche


Schreibe einen Kommentar