Um die Jahrhundertwende gab der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer mehrere Bücher heraus. Ein Resultat der aktiven Gehirnforschung seit den 1990er Jahren. In einem seiner ersten Bücher, „Lernen“ kann Spitzer beschreiben das die Bewegung des Menschen Spuren im Gehirn hinterlässt. Sehr Anschaulich beschreibt Spitzer den Gang durch einen Park der voll mit Schnee bedeckt ist und durch den die Menschen laufen und damit ihre Spuren hinterlassen. Auch das Gehirn verstärkt den Gang durch den Schnee durch mehrfaches wiederholen bis hier ein Kontakt entstanden ist der sich als ewige Erinnerung im Menschen manifestiert. Ein komplexeres Gebilde wird dann im Gehirn als Repräsentation entworfen, so wie wir unsere Wege gehen. Auf diese weise entstehen unsere Bilder im Kopf, was Spitzer einmal in einem Vortrag sehr deutlich an einem Tier zeigen konnte. Erst dadurch das ein menschliches Gehirn lernt was als eine Kuh identifiziert werden kann, manifestiert sich in unserem Gehirn als eine solche Vorstellung. Von nun an werden wir immer eine Kuh erkennen wenn wir diese sehen. So ist das Gehirn ein Phänomen und lädt dazu ein uns zu bewegen. Zur Woche des Gehirns macht man sich zunehmend bewusst welche Bedeutung unser Gehirn für die Gesellschaft aber auch für das Individuum hat.
Der Mensch ist für Bewegung gemacht. Dass Stillstand in jeglicher Richtung sich nachteilig auswirkt, das sieht man daran das sich die Gelenke nach und nach zementieren, abbauen, Bänder und Sehnen sich verkürzen, Knorpel sich abbauen. Stillstand zeigt sich aber auch mental, wenn man an den Dingen nicht dran bleibt. Aber, Pause und Regeneration sind genauso wichtig wie die Bewegung selbst und wenn man weis das man sich unter Belastung bewegt hat, dann macht man auch sehr gerne Pausen. Mental gilt das auch hier. Eine Zeitlang mal nicht auf dem aktuellsten Stand zu sein, sondern die Pause, den Abstand genießen. Was das wirklich mit sich bringt, das sieht man in der Regel erst wenn man von neuem Beginnt.
Tirol Heute, 12.03.2025, Woche des Gehirns, Bedeutung von Bewegung fürs Gehirn
Bewegung durchblutet das Gehirn. Gerade dann, wenn man leicht Sport macht, ohne sich zu verausgaben, gerade dann spürt man das an zahlreichen Vorzügen. Körperliche Fitness geht mit gedanklicher Fitness einher, man ist nicht träge, reaktionsfreudig und bereit Perspektiven zu wechseln. Denn Sport wirkt auch auf das Selbstbewusstsein und man macht sich dabei gerne deutlich das man nicht händeringend seine eigene Position durchsetzen muss, sondern ist bereit auch andere Sichtweisen eher hinzunehmen. Auch hier spricht Anne Hegsteden von der MedUni Innsbruck ganz klar den sozialisierenden Charakter von Sport an. Neben der Verbindung gemeinsam Sport zu machen bedient es eben auch die Selbstreflexion und bereichert die Kommunikationsfähigkeit und Toleranz.
Eine besondere herausragende Eigenschaft von Sport ist, das erlebt man meist bei Ausdauersport, geht man in den Grenzbereich, dann wird man selbstkritischer. Genau dieser Aspekt zahlt sich nach dem Sport dahingehend aus, das es zum Selbstbewusstsein beiträgt. Und das eben nicht nur darauf das man vielleicht durchgehalten hätte, sondern vorzugsweise mental. Man ist in Alltagsthemen belastbarer, das Niveau der Stresstoleranz hat sich erhöht und man steht seinem sozialen Umfeld offener gegenüber.
Inzwischen spricht vieles dafür, Ernährung und körperliche Fitness halten nicht nur den Geist jung, sondern auch die Bewegungsfähigkeit. Würde ich in Summe nur die letzten 5 Jahre meines Lebens unter meinen körperlichen Gebrechen zu leiden haben, so würden diese meine schlimmsten Jahre werden. So ist es heute oft der Fall. Doch die Zeit bringt es mit sich, das sich dieses Leiden zurückbilden kann. Inzwischen bleiben Menschen länger Jung und Altern entschleunigter. Nach einer anhaltenden Hungerzeit in der ersten Hälfte des 19. Jhd. Konnte wird in der zweiten Hälfte des 19. Jhd. Essen was immer wir wollten. Wir hatten das mentale Bedürfnis den Hunger zu stillen, ob der Körper etwas benötigt oder nicht. Heute sind wir auf dem Sprung effizienter zu werden. Wir müssen nicht essen bis wir uns satt fühlen, es genügt dem Körper das zu geben, was dieser für das Leistungsvorhaben benötigt. Hungrig zu bleiben ist nicht nur beim Essen von Vorteil, auch aus philosophischer Sicht ist ein „hungrig bleiben“ auf das Leben gleichzusetzen. Denn es ist die mentale Vorstellung darüber zu wissen, wann gut und genug ist, wann ich genügsam mit mir sein kann.
Die „Woche des Gehirns“ könnte in der Zukunft durchaus interessanter werden, wenn uns mit der Zeit die Tragweite bewusst wird wie viel vom menschlichen Geist ausgeht. Der Ausschnitt über den Bericht und einem Gespräch mit der Wissenschaftlerin Anne Hegsteden im Gespräch anbei.
Bildquelle
Pexels Anna Shvetsa
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