Am 19. November kommt die Konzertserie „Noten und Neuronen: Musik für die Gehirngesundheit“ ins Konzerthaus Dortmund. Die populärwissenschaftliche Reihe verbindet Live-Musik aus Pop, Klassik und Hollywood mit spannenden Einblicken in die Hirnforschung – inklusive Experimente zum Mitmachen und Hirnscanner auf der Bühne. „Special Guests“ der Dortmunder Ausgabe sind die irische Singer-Songwriterin Wallis Bird und „Spark – die klassische Band“.
Bonn/Germany, 23. Oktober 2026. – Das Gehirn ist ein hochsensibles Organ, das es zu trainieren gilt wie die Muskeln am Körper. Obwohl man meinen könnte, in unserer modernen Zeit wüsste man das – an genau dieser Stelle aber ist das Gegenteil der Fall. Gehirngerecht leben, so zu leben, dass es dem Gehirn gerecht wird, das steht erst am Anfang. Damit verbunden ist auch ein Perspektivenwechsel. Dabei steht nicht mehr das Ich im Mittelpunkt des eigenen Denkens, sondern die Frage danach, wie man die Dinge angeht, damit sie erfolgreich und dem Gehirn entsprechend umsetzbar werden.
Dass man dabei erst am Anfang steht, lässt sich daran ablesen, dass Gehirnkrankheiten, neurodegenerative Erkrankungen gegenwärtig nicht aufzuhalten sind. Es scheinen immer mehr auszubrechen und sie spiegelt den Umgang wieder, wie man mit dem Gehirn im letzten Jahrhundert gelebt hat.
Zeitgleich hat mit den 1990er Jahren eine Zeit intensiver Gehirnforschung begonnen. Bis heute weiss man damit sehr viel über das Gehirn. Aber vieles auch noch nicht. Was es nun aber zu erforschen gibt, wird eine Komplexität erreichen, die ohne Künstliche Intelligenz wohl kaum noch aufzuarbeiten sein wird. Darüber hinaus, mit dem Ausbruch dieser Krankheiten und der weiter vereinfachenden Technologien, die unser Leben drastisch erleichtern werden, folgt auch eine Art Loslassen.
Diese Art des Loslassens kann man durchaus mit der Beschreibung zur analen Phase Sigmund Freuds vergleichen. Bei dieser Zeitphase handelt es sich um einen Krisenabschnitt im Leben eines Menschen. Da diese jeder erlebt, bereits in der Kindheit, vollzieht sich diese im Kollektiv und damit auch im grösseren Massstab. Den Anfang macht die orale Phase, was neben einer Nahrungsaufnahme auch für die Aufnahme von Wissen stehen kann.
Man nimmt Dinge in einem Vorsehbaren, geordneten Rahmen auf, verarbeitet sie und scheidet diese später aus. Das loslassen können schließt die Verarbeitung ab. Sie ist deshalb für unsere Zeit so vergleichbar und anwendbar, weil menschliches Wachstum erst seit Ende des zweiten Weltkrieges eine enorme Beschleunigung erreicht hatte. Zuvor war die Entwicklung von Hunger und Armut geprägt. Eine Form gewöhnlichen Lebens war nur den Eliten vorbehalten. Mit dem Wirtschaftswunder kam dann ein nie dagewesener Wohlstand in dem alles möglich wurde.
Wenn Menschen in der Lage sind ihre Defizite auf Dauer und Kontinuierlich ausgleichen zu können, dann spricht man von Wachstum und Wohlstand. Dabei können sich Menschen entfalten, was mit der Wirtschaftswunderzeit zusammen fällt. Bis heute sieht man aber in der übrigen Welt das diese an ihre Existenziellen Defizite gebunden sind. Sie können Wirtschaften im Sinne von Wachstum und Wohlstand trotz reichhaltiger Bodenschätze nicht umsetzen.
Die Vergangenheit aber, die bis zur Zeit vor dem Wirtschaftswunder blieb deshalb nicht ungeschehen. Psychologische Verdrängung wurde nicht aufgearbeitet und die vorausgegangene Armut und strapaziösen Bedingungen und Lebensumstände waren durch die Generationen noch nicht verarbeitet.
Die Nutzung von KI heute bereits im Alltag ist für sehr viele Menschen eine erhebliche Erleichterung. Eine Art Entspannung für das Gehirn und damit für das Leben. Und das bedeutet für diese Menschen ein Loslassen können von vielem. Dem Ausbruch neurodegenerativer Erkrankungen steht also nichts mehr im Wege. Weiterhin werden auch die Wirkungen aus Kriegstraumata einen grossen Raum einnehmen, sobald Menschen erkennen und zugänglich sind, um annehmen zu können, dass sie davon betroffen sind.
Aufklärung, um zu wissen und zu lernen, wie gehirngerechtes Leben funktioniert, um denen, die eine Chance haben, ihr Verhalten zu verändern, dazu zu helfen, Programme wie „Noten und Neuronen“ und Menschen, die sich darin engagieren, dies in die Gesellschaft zu bringen.
Das Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft hat mit „Noten und Neuronen“ eine gemeinsame Initiative gestartet. Darin wird die heilende Wirkung zwischen Musik, die als Harmonielehre gilt, dem menschlichen Gehirn und den weiteren Zusammenhang zur geistigen Fitness vermittelt.
Für den musikalischen Rahmen sorgt ein rund 200-köpfiges Ensemble aus Projektorchester und Chor, das durch eine Pop-Band ergänzt wird. „Unser Programm nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte und Genres – von Mozart über AC/DC und Billie Eilish bis hin zu den eindrucksvollen Soundtracks aus Star Wars und Interstellar. Ein besonderes Highlight erwartet uns in Dortmund mit Wallis Bird und Spark : Gemeinsam verbinden sie moderne Kammermusik mit Singer-Songwriter-Pop zu einem mitreißenden Klangerlebnis“, so Privatdozent Dr. Theodor Rüber. Der Neurologe ist Initiator von „Noten und Neuronen“ und forscht am Universitätsklinikum Bonn (UKB) sowie an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn. „Mit unserer Veranstaltungsreihe möchten wir zeigen, wie vielfältig Musik auf unser Gehirn wirkt und welchen Beitrag sie zur geistigen Fitness leisten kann.“
Das Publikum wird bei der Veranstaltung fester Teil des Geschehens: Die Besucherinnen und Besucher können mitsingen, ihr Musikwissen per App testen und an einem Experiment über das Zusammenspiel von Musik, Emotionen und Erinnerungen teilnehmen. „Musik kann starke Emotionen wecken – doch welchen Einfluss hat sie auf unser Erinnerungsvermögen? Und wie hängen Musik, Gefühle und Gedächtnis zusammen? Diesen Fragen möchten wir gemeinsam mit dem Publikum auf den Grund gehen“, erläutert die Neuropsychologin Prof. Dr. Daniela Sammler, Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main.
Kurzvorträge aus der Hirnforschung vermitteln zudem spannende Einblicke in aktuelle Erkenntnisse. Ein besonderes Highlight ist der Live-Einsatz eines Exemplars des weltweit ersten mobilen Hirnscanners. Während herkömmliche Systeme tonnenschwer und fest installiert sind, passt dieses Gerät in einen Krankenwagen. Diese noch junge Technologie könnte Hirnuntersuchungen langfristig einfacher und für mehr Menschen zugänglich machen.
Unterstützung der geistigen Fitness
„Musik kann unsere Gesundheit auf vielfältige Weise fördern und einen wertvollen Beitrag zur Demenzprävention leisten“, so Prof. Dr. Joachim Schultze, Systemmediziner und wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). „Ob beim Spielen eines Instruments, beim Hören oder Singen – Musik aktiviert unser Gehirn. Gemeinsames Musizieren in einer Band, einem Orchester oder Chor verbindet Menschen und stärkt das soziale Miteinander. Das ist ein wichtiger Faktor für die Gehirngesundheit. Wir hoffen, dass neben der Begeisterung für die Musik auch diese Erkenntnisse auf unser Publikum überspringen.“
„Noten und Neuronen“: Donnerstag, 19. November 2026, 20 Uhr (Einlass: 19:40 Uhr), Konzerthaus Dortmund. Karten sind erhältlich via
(https://www.konzerthaus-dortmund.de/de/programm/19-11-2026-noten-und-neuronen-musik-fuer-die-gehirngesundheit)
„Noten und Neuronen“
Musik für die Gehirngesundheit“ ist eine gemeinsame Veranstaltungsserie der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, des Universitätsklinikums Bonn (UKB), des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Sie wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2026 – Medizin der Zukunft gefördert.
Die Reihe ist im Sommer in Köln gestartet. Weitere Veranstaltungen finden bis Jahresende in Berlin, München und Bonn statt.
Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft
Gesundheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Leben. Im Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft steht die Frage im Fokus, wie Forschende mit ihren Ideen und Lösungen schon heute die Medizin von morgen formen. Wie lassen sich in Zukunft Krankheiten diagnostizieren? Welche Ideen gibt es für die medizinische Versorgung? Wird KI die Medikamentenentwicklung revolutionieren? Wie können innovative Technologien Pflege unterstützen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Wie lassen sich Präventionsstrategien verbessern, sodass wir seltener und weniger schwer erkranken? Ein besonderer Fokus im Wissenschaftsjahr liegt auf geschlechtersensibler Forschung, denn bis heute fehlt für viele Krankheiten die Datengrundlage für eine geschlechtsspezifische Behandlung und Versorgung. Dies gilt ganz besonders für Erkrankungen und Gesundheitsthemen, die gerade Frauen betreffen, darunter Endometriose oder Wechseljahre.
Das Wissenschaftsjahr ist die größte bundesweite Plattform für disziplinübergreifende Kommunikation aktueller Forschungsthemen, an der sich pro Jahr 400 bis 800 Forschungsinstitute, Universitäten, Verbände, Vereine, Unternehmen und Stiftungen mit bis zu 1.000 Veranstaltungen und Aktionen beteiligen. Dazu gehören ein bundesweiter Hochschulwettbewerb, Formate wie SchulKinoWochen, MINTmachtage und die MS Wissenschaft, ein Ausstellungsschiff, das von Mai bis September bis zu 30 Städte in Deutschland anfährt. Die Wissenschaftsjahre werden seit dem Jahr 2000 ausgerufen und sind eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).
Das ganze Jahr über lädt das Wissenschaftsjahr mit Veranstaltungen, Projekten und Aktionen dazu ein, Einblicke in die aktuelle Medizinforschung zu gewinnen und in den Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Politik und Gesellschaft zu kommen. Auch Social Media- Formate, monatliche Challenges und prominente Botschafterinnen und Botschafter werden das Wissenschaftsjahr 2026 intensiv begleiten.
Weitere Informationen:
(https://www.notenundneuronen.de)
Infos und Termine
(https://www.dzne.de/fileadmin/Dateien/editors/documents/notenundneuronen/Noten_und_Neuronen_Wirkung_auf_Gehirn.pdf)
Zur Wirkung von Musik auf das Gehirn (PDF)
(https://www.dzne.de/fileadmin/Dateien/editors/documents/notenundneuronen/Noten_und_Neuronen_Schultze.pdf)
Fragen an Prof. Dr. Joachim Schultze, DZNE (PDF)
Bildquelle
Colin Behrens Pixabay
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