Grafik, Quelle: NIM Konsumklima powered by GfK | co-funded durch die Europäische Kommission | 10/26

Nielsen: Konjunkturerwartung und Kauflaune


Bereits seit 1974 veröffentlicht, damals noch die Gesellschaft für Konsumforschung, heute Nielsen das aktuelle Klima im Konsum. Der Konsum gilt als Antrieb der Wirtschaft. Wie Verbaucherinnen und Verbraucher mit ihren Lebensgrundlagen umgehen wird wiederum durch wirtschaftliche und politische Bedingungen massgeblich beeinflusst. Das gegenwärtige Konsumklima ist damit eine zusammenfassung und gilt als Indikator zur Einschätzung der Lage und Wegweise für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Die Ergebnisse sind dem Befragungszeitraum 1. bis 12. Oktober 2026 entnommen. Im Ergebnis, das Konsumklima in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. Die Konsumstimmung bleibt deutlich unter Vorjahresniveau. Die Einkommenserwartung ist getrübt, die Konjunkturerwartung bleibt bislang optimistisch, während die Sparneigung sinkt. Die Anschaffungsneigung geht leicht zurück.

Nürnberg/Germany, 28. Oktober 2026. – Bis sich die Umstände der gegenwärtigen Lage im Geldbeutel deutlich machen vergeht etwas Zeit. Zuletzt war die Einkommenserwartung eingebrochen. Inzwischen stabilisiert sich diese trotz gestiegener Inflationsrate. Die Weltlage hat mittels Tankrabatt versucht die Situation seit Mai zu stabilisieren, was ihr, schaut man auf den April – ohne Tankrabatt – offensichtlich gelungen ist. Seither hält sich die Einkommenserwartung stabil. Dennoch wirken die Einflüsse und halten die Anschaffungsneigung gedämpft.


„Die Verbraucher blicken zwar zunehmend optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung, doch beim Blick in den eigenen Geldbeutel überwiegt weiterhin die Skepsis. Wachsende Inflationssorgen und verhaltene Einkommensaussichten bremsen die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen, auch wenn die Sparneigung moderat sinkt“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „Auch der Tankrabatt sorgt offenbar nicht für die erhoffte Erleichterung. Die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung ist da, aber die Bereitschaft, mehr Geld auszugeben, zieht bislang noch nicht mit.“

Volkswirtschaftlich bedeutet Sparen das aufwarten und oder ggfl. Planen größerer Anschaffungen. Beim Sparen fließt Geld nicht unmittelbar in den Konsum. Zementiert aber die Annahme das Geld für größere Anschaffungen zurück gehalten wird. So ist die Sparneigung im vergangenen Monat deutlich gestiegen. Zieht aber im verbleibenden Monat Oktober auch nicht weiter an. Sie bleibt mit 17,1 Punkten auf hohem Niveau und stützt das Konsumklima.


Wie die ausbleibende Anschaffungsneigung zu bewerten ist, bleibt bislang noch Spekulativ. Je länger gewartet wird, so könnte man meinen, werden höhere Anschaffunsleistungen geplant. Denkbar sind aber auch der Hinweis darauf, abzuwarten das Produkte wieder günstiger werden. Oder aber die Bereitschaft Güter anzuschaffen, die von höherer Qualität sind und damit auf ein gewachsenes Volkswirtschaftliches Gesamtniveau hindeuten steht dem bevor. Die Neigung etwas anzuschaffen zeigt jedenfalls kaum Veränderung. Der Indikator dafür hat rund einen Punkt verloren und bleibt vorläufig bei 11,9 Punkten.


Der Preisindikator hat zugelegt und ist positiv. Verbraucherinnen und Verbraucher rechnen offensichtlich mit steigender Inflation. Die Inflationsrate war im September, seit Dezember 2023 bereits wieder gestiegen.

Wie ist der Blick von Verbraucher/Innen auf die Konjunkturerwartung? Der Indikator liegt bei 2,1 Punkten. Was zeigt, das Verbraucher/Innen das erste mal seit dem Ausbruch des Irankrieges die wirtschaftliche Situation und Entwicklung wieder etwas optimistischer sehen. Darin spiegelt sich offensichtlich die Robustheit der Marktentwicklung wieder. Denn mit jeder noch so negativen Berichterstattung tun sich wieder neue Entwicklungen auf. Dieses mal sind es Partnerschaften mit anderen Staaten, Joint Ventures oder neuen Allianzen um sich die Vorteile im wirtschaften zu sichern.

Die Tabelle im Titelbild zeigt die Werte der einzelnen Indikatoren im Oktober 2026 im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr

Grafik, Quelle: NIM Konsumklima powered by GfK | co-funded durch die Europäische Kommission | 10/26
Quelle: NIM Konsumklima powered by GfK | co-funded durch die Europäische Kommission | 10/26

Das Konsumklima kann als vorlaufender Indikator für das Konsumverhalten in Deutschland interpretiert werden. Analysen haben gezeigt, dass die Stimmung ein Frühindikator für die tatsächliche Entwicklung des privaten Konsums ist. Aus den im Oktober 2026 ermittelten Werten der Einkommenserwartung, Anschaffungsneigung und Sparneigung errechnet sich das Konsumklima – als Frühindikator für die Entwicklung des Konsums im November 2026.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung des Konsumklimaindikators im Verlauf der letzten Jahre:

Grafik Konsumklimaindikator,  Quelle: NIM Konsumklima powered by GfK | co-funded durch die Europäische Kommission | 10/26
Grafik Konsumklimaindikator, Quelle: NIM Konsumklima powered by GfK | co-funded durch die Europäische Kommission | 10/26

Zur Methode
Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 1. bis 12. Oktober 2026. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „NIM Konsumklima powered by GfK“ und basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet und kurz kommentiert. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch, je nach Abgrenzung, lediglich etwa 35 Prozent der privaten Konsumausgaben aus.

Die drei Indikatoren, aus denen der Konsumklima Indikator errechnet wird:

  • Einkommenserwartung: Zeigt auf, wie die Verbraucher die Entwicklung der finanziellen Lage ihres Haushaltes in den kommenden 12 Monaten einschätzen.
  • Sparneigung: Spiegelt die Meinung der Verbraucher dazu wider, ob es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit ratsam ist, zu sparen.
  • Anschaffungsneigung: Ermittelt, inwieweit die Verbraucher es für günstig erachten, in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage größere Anschaffungen (Möbel, elektrische/elektronische Geräte usw.) zu tätigen.

Gesamtwirtschaftliche Indikatoren

  • Konjunkturerwartung: Ermittelt die Einschätzung der Verbraucher, wie sich die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland in den kommenden 12 Monaten entwickeln wird.
  • Preiserwartung: Fragt, wie sich nach Ansicht der Verbraucher die Verbraucherpreise in den kommenden 12 Monaten im Vergleich zu den letzten 12 Monaten entwickeln werden.

Hinweis zu den Indikatoren: Es handelt sich um subjektive Stimmungsindikatoren, keine direkten Verhaltensdaten. Tatsächliches Verhalten (Käufe, Sparen, Einkommen) hängt zusätzlich von Liquidität, Notwendigkeit, Preisen und individuellen Umständen ab.

NIM Konsumklima powered by GfK

Das seit 1974 regelmäßig und seit 1980 monatlich erhobene Konsumklima gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten der Verbraucher und als Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands.

Im Zuge einer Neuordnung von Zuständigkeiten übernahm das NIM ab April 2026, neben der Auswertung und Analyse des Konsumklimas, auch die Kommunikation. Die Veröffentlichung erfolgt ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen „NIM Konsumklima powered by GfK“ und kehrt damit organisatorisch vollständig zum NIM zurück, das die Studie bereits bis 1984 (damals GfK Verein) verantwortet hat. Die Daten werden im Auftrag des NIM weiterhin von NIQ/GfK erhoben. Methodik, Datenerhebung und -auswertung bleiben unverändert.

Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.

Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. Wir untersuchen das Konsumklima und den Konsum als gestaltende Kraft der Wirtschaft. Auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz formulieren wir konkrete Empfehlungen, damit Politik, Unternehmen und Gesellschaft bessere Entscheidungen treffen können.

GfK – ein NielsenIQ Unternehmen

Seit 90 Jahren vertrauen uns Kunden auf der ganzen Welt, denn wir beantworten datenbasiert zentrale Fragen für ihre Entscheidungsprozesse. Wir unterstützen ihr Wachstum durch unser umfassendes Verständnis des Kaufverhaltens und der Dynamiken, die Märkte, Marken und Medientrends beeinflussen. 2023 haben die Branchenführer GfK und NielsenIQ sich zusammengeschlossen und bieten ihren Kunden durch diesen Zusammenschluss eine einmalige globale Reichweite. Mit einer ganzheitlichen Sicht auf den Handel und den umfassendsten Erkenntnissen über Konsumenten, bereitgestellt durch zukunftsweisende Analytik auf modernsten Plattformen, treibt GfK „Growth from Knowledge“ voran.

Über NIQ

Nielsen IQ (NYSE: NIQ) ist ein weltweit führendes Consumer Intelligence Unternehmen, das ein umfassendes Verständnis des Kaufverhaltens von Verbrauchern liefert und neue Wege zum Wachstum aufzeigt. Durch die Kombination einer unvergleichlichen globalen Datenabdeckung und detaillierter Verbraucher- und Handelsmessungen mit jahrzehntelanger KI-Modellierungsexpertise entwickelt NIQ Entscheidungssysteme, die Unternehmen dabei helfen, komplexe Daten in sicheres Handeln umzusetzen. NIQ ist in mehr als 90 Ländern tätig und deckt rund 82 Prozent der Weltbevölkerung sowie über 7,4 Billionen US-Dollar an globalen Verbraucherausgaben ab. Über cloudbasierte Plattformen, fortschrittliche Analysen und KI-gestützte Insights liefert NIQ The Full View™ – und unterstützt Marken und Händler dabei zu verstehen, was Verbraucher kaufen, warum sie es kaufen und welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind. For more information, please visit www.niq.com. 

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