Prof. Dr.-Ing. Guido Spars, Inhaber des Lehrstuhls Ökonomie des Planens und Bauens an der Bergischen Universität Wuppertal, ist Mitglied im neu gegründeten Beirat des Netzwerkes Stadtentwicklung NRW. Am 9. Oktober 2026 kommt das Gremium zu seiner ersten Sitzung zusammen. Spars bringt zukünftig seine wissenschaftliche und praktische Expertise in die Arbeit des Beirats ein, insbesondere in den Bereichen Stadt- und Immobilienökonomie, im Wohnungsbau sowie in der nachhaltigen Stadt- und Quartiersentwicklung.
Wuppertal/Germany, 1. Oktober 2026. – Neben den Herausforderungen des Klimawandels und Umwelt, als auch überhaupt geeigneten Wohnraum zu finden, kommt dem erschwerend hinzu, das Wohnraum einerseits erhebliches Kaufkraftpotenzial bietet. Vor allem aber bildet es die Ressource für das Angebot an verfügbarer Produktivität. Letztlich also das spezifische, das spezielle Arbeitskraftangebot zu finden, das gegenwärtig für eine herausfordernde Sache, in einen Markt geeignet erscheint.
Ein Standortfaktor für Unternehmen und Organisatoren sind vorhandene, anzutreffende Ressourcen vor Ort. Ist die Infrastruktur geeignet, dann stellt sich noch immer die Frage, wie dynamisch lassen sich Arbeitsplätze auf die Erfordernisse der Produktivität anpassen! Das setzt voraus das Wohnraum zugänglich und niederschwellig ist für Ansiedlung. Ein zu erwartendes rasantes Wachstum durch die bevorstehende KI-Entwicklung, aber auch multiple Ausreifungen in anderen hochtechnologischen Bereichen deuten auf wachsende Spezialisierungen hin. Und wie es einmal der Soziologe Herbert Spencer erkannte, Spezialisierungen führen dazu, das eine homogene Gesellschaft durch die gegenseitige Abhängigkeit zusammenwächst. Weiterhin stellt sich die Frage nach und an die persönlichen Anforderungen der Menschen. Wollen Menschen in der Zukunft auf Dauer an einem bestimmten Platz leben oder setzt sich der Ansatz durch, das Menschen dort zuziehen wo die Qualität an Arbeitsplätzen hoch ist?
So langlebig und qualitativ hochwertig gebaut wird, und mit Lifecycle-Management der gesamte Zyklus, von der Entstehung an Rohstoffen bis zur vollständigen Auflösung über Recycling eines Gebäudes geplant und durchorganisiert wird, so schwierig ist eine, heute den Anfordernissen gerecht zu werdende, dynamische Anpassung umsetzbar. Auch hier zeigt sich, der Austausch und Einblicke, verbunden mit gegenseitigen Verständnis für die jeweiligen Argumente beteiligter Akteurinnen und Akteuren kann nur erreicht werden, wenn die Diskussionen um diese Themen ein Spiegel zur Anforderung an eine zu erwartende Dynamik an die Erfordernisse bildet. Kurz gesagt, arbeiten Praxis und Wissenschaft enger zusammen kann man den Ansprüchen vielleicht gerecht werden. Zukünftige Probleme können nur gemeinsam wirklich gelöst werden. Es braucht die Anteile einer demokratischen Gesellschaftsordnung.
„Viele Kommunen stehen derzeit vor sehr konkreten Herausforderungen. Um funktionierende und tragfähige Lösungen zu entwickeln, kann der intensivere Austausch zwischen kommunaler Praxis und Wissenschaft eine Lösung sein. Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen in die Arbeit des Beirats einzubringen und zugleich von den Erfahrungen der Städte und Gemeinden zu lernen“, sagt Prof. Guido Spars.
In seiner Forschung verbindet Guido Spars ökonomische Fragestellungen des Planens und Bauens mit aktuellen Herausforderungen der Stadt- und Quartiersentwicklung. Dabei beschäftigt er sich insbesondere mit den wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung und des Wohnungsbaus und berät Kommunen in stadt- und immobilienökonomischen Fragen.
Diese Fragestellungen gewinnen gerade auf kommunaler Ebene zunehmend an Bedeutung. Städte und Gemeinden stehen vor der drängenden Aufgabe, zusätzlichen und bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen, und müssen dabei unter anderem mit steigenden Baukosten und weniger Personal umgehen. Zugleich müssen auf lokaler Ebene Antworten auf Fragen des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung gefunden und die Transformation von einer linearen, ressourcenintensiven Wirtschaft hin zu einer zirkulären gestaltet werden.
Wissenstransfer zwischen kommunaler Praxis und Wissenschaft
Im Netzwerk Stadtentwicklung NRW haben sich rund 170 Kommunen unterschiedlicher Größe aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammengeschlossen. Ziel des Netzwerks ist es, den Erfahrungsaustausch zwischen den Städten zu fördern, Wissen zu aktuellen Fragen der Stadtentwicklung zu vermitteln und Kommunen bei der Entwicklung von Lösungsansätzen für gemeinsame Herausforderungen zu unterstützen. Unter dem Dach des Netzwerks arbeiten fünf Arbeitsgemeinschaften mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten.
Zur Person
Prof. Dr. Guido Spars ist Stadt- und Immobilienökonom und Inhaber des Lehrstuhls Ökonomie des Planens und Bauens an der Bergischen Universität Wuppertal. Der Diplom-Volkswirt promovierte zum Doktor der Ingenieurwissenschaften und habilitierte sich an der Technischen Universität Berlin mit der Lehrbefugnis für Stadt- und Regionalökonomie, insbesondere Immobilienwirtschaft.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Stadt- und Immobilienökonomie, der nachhaltigen Stadt- und Quartiersentwicklung, im Wohnungsbau sowie in der Transformation der Immobilien- und Bauwirtschaft.
Spars leitet zudem den wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Instituts für Urbanistik in Berlin, einem Institut, das nah an den Themen des Deutschen Städtetages forscht.
Weitere Informationen:
https://www.netzwerk-stadtentwicklung.nrw
Bildquelle
Prof. Dr. Guido Spars. Quelle: Friederike von Heyden. Copyright: Bergische Universität Wuppertal
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