Sprache ist, was uns miteinander verbindet


Rund 500 Fachleute aus Sprachheilpädagogik, Sprachpädagogik und Bildung kommen zum 36. Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik an der Universität Oldenburg zusammen.

Oldenburg/Germany, 27. August 2026. – Sprache und Sprachbildung ist hochkomplex. Bzw. die Evolution von Sprache zeigt ihre Komplexität. Film oder Video hat hier eine ganze andere Bedeutung. Videos sind gut um aufwändige komplexe Zusammenhänge einfach darzustellen. Will man allerdings Detailliertheit verstehen, dann ist es unumgänglich einzelne Passagen herauszunehmen und genauer zu untersuchen. Film oder Video, besser beschrieben als Bewegtbild ist auch dann gut, wenn man sich nur berieseln lassen möchte. Obwohl man aber täglich spricht, kann Sprache verrohen. Sprache hat starke spaltende Kraft und Energie. Dennoch überwiegt mutmasslich die Bindungskraft. Sprache eröffnet Bildungschancen und schafft gesellschaftliche Teilhabe. An Sprache erkennt man oft wie weltoffen oder verschlossen Menschen sind. Wenn sich jemand maximal die Mühe macht um etwas zu sagen, ohne etwas auszudrücken oder über den Tellerrand hinausblicken zu wollen, dann neigt dies zu Konflikten. Konflikte entstehen auch durch Entfremdung. Wenn man wenig in Austausch oder Kontakt steht, und die Welt sich weiter dreht, dann kommt es zwangsläufig zu missverständnissen, die nur durch Sprache und Austausch zu bewältigen sind.

Während der Versuch, etwas auf eine Art und Weise auszudrücken, das alles es verstehen könnten, durchaus in gewisser Weise Mühe kostet. Ich muss mich gedanklich damit auseinander setzen wie etwas verstanden werden könnte.

Eine solche Form von Missverständnis gibt es immer wieder bei Werbekampagnen. Missglückte Werbekampagnen rufen dann Shitstorms in sozialen Medien hervor. Durch Werbekampagnen werden Reize gesetzt, entweder um eine neue Marktposition zu erreichen oder als Anpassungsleistung. Das Produkt eines Unternehmens wird in den Kontext eines gesellschaftlichen Themas gebracht um damit die Zielgruppe darauf aufmerksam zu machen. Shitstorms kommen dann zustande, wenn den Unternehmen und Werbeagenturen entgangen ist das die Gesellschaft auf ein Thema bereits sensibilisiert war.

Nach Schulz von Thun wird zwischen Sach- und Beziehungsebene unterschieden. Wobei der Psychologe Watzlawick schon in einem seiner Axiome die Verrohung von der Sach- auf die Beziehungsebene anspricht. Watzlawick ist der Auffassung das Gespräche in sachlicher Hinsicht beginnen und oft in Beziehungsebene enden. Nachteilig insofern, weil man in der Beziehungsebene oft persönlich und beleidigend wird.
Es ist bekannt das aus dem männlichen Geschlecht das Informative hervor geht, aus dem weiblichen das sinnliche in der Welt. Bekanntermassen wie bei Yin und Yang geht auch hier das eine nicht ohne das andere. Den ohne Handlung bringt die ganze Information genauso wenig, wie das handelnde nicht ohne Information möglich wird.

Was ich mir in meinem Kopf ausmahle ist solange ohne Relevanz bis es als Handlung in die Welt eingeht. Wenn ich sage „Ich könnte dieses oder jenes genauso gut wie die oder derjenige“ dann ist das so eine Klassische Aussage. Viele Menschen bilden sich ein sie könnten etwas genauso gut oder besser, als diejenigen bei denen sie es beobachten. Der Grund ist der Einfluss durch die Masse.

Es stimmt schlichtweg erst dann wenn es umgesetzt wurde. Und hier muss man auch vielzitiert erneut Aristoteles mit „nichts ist in der Welt, was nicht zuvor in den Sinnen war“, bemühen. Zwischen Theorie und Handlung ist ein gewaltiger Unterschied. Dennoch, das beweist nicht ob die verbale Sachebene aus dem männlichen hervor geht, während das verbale der Beziehungsebene durch ein weibliches Geschlecht immer wieder aufs neue produziert wird. Die Wechselwirkung, es soll hier nur am Rande erwähnt sein, das Menschen beiderlei Geschlechter natürlich in beiden Ebenen sprechen. Mit jedem neuen Leben wird Sprache allerdings in jedem Geschlecht auch neu Produziert und Sublimiert.

Der aus Sicht und Meinung des Autors dieser Zeilen unliebsame Zeitgenosse des höchsten politischen Amtes der USA, Donald Trump bringt eine neue Besonderheit in diese Welt. Er spricht ausschließlich die Sprache der „Beziehung“, was deutlich zur Verrohung beiträgt. Informationen bezieht dieser aus „alternativen Fakten“ also nicht vorhandenem und nicht fundiertem Material, sondern persönlich, narzisstisch wohlwollender Auslegung. Begrenzt und ausschließlich auf seine Generation bezogen. Er scheint dabei unberücksichtigt zu lassen das die Welt bereits vernetzt ist und damit die eigene Autorität untergraben wird.

Dennoch geschieht dabei ein Phänomen das Anna Freud, die Tochter Sigmund Freuds in „Das Ich und die Abwehrmechanismen“ beschrieben hatte. Ohne das Donald Trump es zu merken scheint, verbindet er die Welt durch seinen Sprachgebrauch. Er kultiviert die Sprache auf der Beziehungsebene Weltpolitisch. Das wird sich wenige Jahre nach seinem Abdanken zeigen.

Auf dem Boden der Tatsachen zurück stellt sich der Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs) an der Universität Oldenburg vom 24. bis 26. September die Frage was mit Sprache passiert wenn die Entwicklung erschwert ist! Wie können Kinder und Jugendliche mit Sprachentwicklungsstörungen wirksam unterstützt, Mehrsprachigkeit als Ressource genutzt und sprachliche Barrieren überwunden werden? (1) Das sind Fragen die nicht nur Kinder betreffen. Doch kann bei Kindern Entwicklung noch beeinflusst werden. Während Erwachsene meist gelernt habe eine Sprachliche Kultur zu pflegen die nicht nur angelernt wurde. Sprache drückt auch das innere Erleben und eine Frage der inneren Ordnung aus. Dabei durchlaufen Informationen die aufgenommen wurden einen mehrteiligen Entwicklungsprozess bis sie als Sprache und Kommunikation zum Ausdruck gebracht werden können. Sprache ist damit auch sehr individuell abhängig von der eigenen Sozialisierung.

Die Brücke zum nonverbalen Sprachgebrauch bildet damit mein „Sein“ im Alltagsleben und damit verbunden meine Kleidung. Die innere Ordnung bringe ich durch den bewussten Einsatz meiner Kleidung zum tragen. In der Beziehungsebene findet durch Kleidung und kongruentes Verhalten auf horizontaler Vererbungslinie eine Bindungsmacht statt, die auch damit Teil der Sprache wird.

Unter dem Motto „Sprache ist, was uns verbindet“ werden rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis erwartet. Das Bundeskongressteam, zu dem auch Prof. Dr. Tanja Jungmann, Direktorin des Instituts für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, gehört, richtet die Tagung im Hörsaalzentrum der Universität aus.

Das Programm verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Impulsen für die pädagogische und sprachtherapeutische Praxis. In Fachvorträgen, 21 praxisorientierten Workshops, einer Postersession und verschiedenen Austauschformaten geht es unter anderem um Sprach- und Leseförderung, Schriftspracherwerb, sprachsensible Unterrichtsgestaltung, Mehrsprachigkeit, Elternpartizipation und Professionalisierung. Auch aktuelle Entwicklungen wie digitale und KI-basierte diagnostische Tools und Möglichkeiten der Sprachförderung stehen im Mittelpunkt.

„Sprache verbindet Menschen und ist eine wesentliche Voraussetzung für Bildung, Beziehung und gesellschaftliche Teilhabe“, so Jungmann. „Mit dem Bundeskongress möchten wir Wissenschaft und Praxis miteinander ins Gespräch bringen und gemeinsam aus unterschiedlichen Perspektiven darüber nachdenken, wie sprachliche Entwicklung bestmöglich unterstützt werden kann.“

Möglichkeiten der Begegnung bieten das Sprach-Café und die sprachheilpädagogische Messe, auf der Teilnehmende eigene Praxiserfahrungen präsentieren und darüber miteinander ins Gespräch kommen können. Drei Hauptvorträge renommierter Forschender und die Verleihung des Preises „Gute Sprache“ sowie der Zukunftspreise der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik am feierlichen Eröffnungsabend zählen zu den Höhepunkten des wissenschaftlichen Programms.


Weitere Informationen:
https://bundeskongress.dgs-ev.de/tagungsprogramm

1 Kinder muss man nicht korrigieren, sie korrigieren ihre Fehler von alleine.
Selbiges gilt für ältere Lernende. Wenn das korrekte Vorbild immer wieder gehört wird, korrigiert es sich weit besser, schneller und effektiver als jemand anderes es könnte.
Jede Kritik am Individuum drückt auf das Selbstwertgefühl, hemmt die Eigenkorrekturfähigkeit. Korrekturen fördern Störungen im Sprachgebrauch und Unlust an kommunikativen Ausdruck.
Sprache bestimmt wie wir unsere Wirklichkeit wahrnehmen.
Sprache und Kommunikation bestimmt wie differenziert wir über unsere Welt nachzudenken in der Lage sind. Uns fehlen sozusagen die Worte. An guten Vorbildern wird man Lust empfinden und sich selbst zu korrigieren wissen.

Vera F. Birkenbihl
Birkenbihl, Vera Felizitaz; Sprachenlernen leichtgemacht! – Die Birkenbihl-Methode zum Fremdsprachen lernen; 24. Auflage, 11. Auflage 2001, Landsberg am Lech; mvg Verlag

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