Nervenzellen die per Neurotransmitter kommunizieren

Soziales Verhalten unter körperlicher Belastung


Eine neue tierexperimentelle Studie zeigt, wie das Neuropeptid Oxytocin gezielt soziale Verhaltensweisen fördert. Forschende weisen nach, dass Oxytocin direkt im medialen präfrontalen Kortex wirkt, einem zentralen Bereich des Gehirns, der für soziales Verhalten zuständig ist. Dort aktiviert es spezielle Nervenzellen, die soziale Annäherung fördern. Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt auch unter körperlicher Belastung wie Hunger bestehen bleibt. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise darauf, wie soziales Verhalten im Gehirn beeinflusst und angepasst wird und warum es auch in belastenden Situationen erhalten bleiben kann.

Mannheim/Germany, 23. Februar 2026. – Bei der Vielzahl und Verschiedenheit der Stoffe die wir über Nahrung zu uns nehmen, kann dennoch ein Mangel entstehen oder vorhanden sein. Selbst dann wenn ich noch so gut informiert wäre und alle täglichen Rituale einhalten würde, wann genau Nahrung angemessen wäre, um meinen Spiegel aufrecht zu erhalten, meine tägliche Handlungsfähigkeit, es würde mir wohl nicht gelingen. Denn der Mensch ist ganz offensichtlich ein Mängelwesen. Es gibt daneben aber auch Funktionen die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit der Ernährung stehen. Trotzdem tragen auch diese zur Anpassungsleistung des Menschen bei.

Wie viel von dem was auf biologischer Ebene, oft aber auch auf psychologischer Ebene passiert, will ein Mensch sich demnach selbst zu sprechen? Was man für sich selbst tun kann oder könnte ist eine Sache. Geht es aber um die Frage nach einem gesellschaftlichen Zusammenhang, sich selbst in Objektivismus übend, dann wird das persönliche Problem ein gesellschaftliches. Erich Fromm hält es für einleuchtender Weise für wichtig das der Übergang von einer gewissen Selbstverliebtheit hin zu objektivistischem Denken ein tägliches denkritual sein muss um den Umstand zu überwinden gemeinsam Lösungen zu schaffen. Manfred Spitzer, Neurowissenschaftler bestätigt dies in dem er schlicht beschreibt, „wir sind intern so stark vernetzt das wir uns mehr mit dem äusseren beschäftigen müssen um sozial sein zu können“ und doch besteht die absolute Notwendigkeit, weil Mensch das trennende überwinden lernen müssen. Allein ist man nicht Überlebensfähig.

Bewusstsein gehört zu den aktuellsten und umfangreichsten Fragen der Künstlichen Intelligenz. Wenn in irgendeiner Form Störungen in Psyche oder biologischer Art vorliegen, inwiefern ist ein Mensch dann in der Lage von sich selbst behaupten zu können, er sei Herr seiner Sinne?

Das Bewusstsein unterscheidet sich durchaus in der Frage, nach dem, was ich haben möchte, also als meinen Besitz erkennen möchte, was damit auch sehr stark auf meine Identität hinweist, zu dem das ich Materialismus als etwas anerkennen kann, das mich als Mensch dorthin führt, wo ich in die Lage, in die Situation komme, mich Charakterlich so zu entwickeln, wie es ein Leben für Menschen vorgesehen hätte.

Auch Fragen wie die des individuellen Lebenszieles und damit auch der täglichen bis langfristigen Motivationen stehen damit in einem engen Zusammenhang.
Wie viel von allem sind wir selbst? Dem folgt die zeitliche Abhängigkeit eines kollektiven Zeitgeistes.

Diese Fragen macht deutlich, Bewusstsein ist ein Zustand!

Im Sinne einer Darstellung des materialistischen Haben wollens, steht dahinter ein Bezug zum materiellen Bewusstsein. Es braucht demnach immer auch einen Zeitgeist der die Perspektiven und Inhalte des Lebens verändert. Aus meiner persönlichen Perspektive schauen wir gegenwärtig auf eine neue Epoche und nehmen damit auch eine andere Position von Wahrnehmung ein.

Die vorliegende Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim beleuchtet auf neuronaler Ebene den Einfluss von Sozialverhalten. Weiterhin die Anbhängigkeit fehlender biologischer Stoffe, und ihrer psychischen Wirkungen, wie im vorliegenden Fall, ein Neuropeptid im Gehirn, mit Wirkung auf das Sozialverhalten. Funktionieren Stoffe nicht wie gewünscht, führt dies zu Einschränkungen. Ausserdem wird gezeigt, das soziales verhalten offensichtlich unabhängig von der Ernährung funktioniert.
An den Übergängen Neuronaler Übergänge findet ein Austausch dieser Nervenzellen statt, der meist über Neurotransmitter erfolgt. Neuropeptide unterscheiden sich von Neurotransmitter (Botenstoffe) durch die Inhalte ihrer Stoffe und damit auch ihrer Wirkungsweisen. Dennoch ist die Mechanik vergleichbar, weil auch hier auf Neuronaler Ebene Kommunikation stattfindet (Vgl. Neuropeptide, 2025).

Das Neuropeptid Oxytocin ist ein spezieller Botenstoff, mit dem Nervenzellen miteinander kommunizieren. Er ist vor allem dafür bekannt, soziales Verhalten zu fördern. Dennoch ist bislang weitgehend unklar, auf welche genauen Hirnstrukturen und welche Zelltypen Oxytocin während sozialen Verhaltens wirkt. Um mögliche Mechanismen im Gehirn zu identifizieren, hat ein internationales Forscherteam unter Federführung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim eine tierexperimentelle Studie durchgeführt, deren Ergebnisse nun im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht wurden.

Eine lokal begrenzte Oxytocin-Freisetzung, die von forschenden methodisch gezielt aus Nervenfasern gelöst wurden und die vom Hypothalamus in den kortikalen Bereich verlaufen, führte bei weiblichen Raten zu einer deutlichen Zunahme sozialer Annäherung. Damit konnte erstmalig ein Schaltkreis der Grosshirnrinde soweit isoliert werden, der die Wirkung von Oxytocin auch das Sozialverhalten hervorhebt.

Spezielle Nervenzellen fördern soziale Annäherung
Zellen mit Oxytocin-Rezeptoren – also eine art Sensoren die überwiegend hemmende Interneurone sind – haben die Aufgabe die Aktivität von Hauptnervenzellen zu dämpfen. Damit wird die Aktivität von Nervenzellen der Grosshirnrinde unterdrückt, die Signale an die Amygdala weiterführen. Die Amygdala ist ein Areal im Gehirn, das für die Angst- und Stressbeteiligung zuständig ist.

„Die hemmenden Interneurone wirken wie ein Verstärker für soziale Signale im medialen präfrontalen Kortex“, erklärt Stephanie Schimmer, Mitarbeiterin in der Abteilung Neuropeptidforschung in der Psychiatrie am ZI und Erstautorin der Studie. „Sind diese Zellen aktiviert, erhöhen sie gezielt die Bereitschaft der Tiere zur Interaktion.“



Soziales Verhalten bleibt trotz Hungergefühl erhalten

Besonders relevant ist, dass der prosoziale Effekt auch unter Hunger anhielt. Normalerweise konkurrieren soziale Bedürfnisse in solchen Situationen mit grundlegenden Überlebensmotiven. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein spezieller neuronaler Schaltkreis sozialen Kontakt auch dann aufrechterhält, wenn der Körper durch konkurrierende körperliche Bedürfnisse wie Hunger belastet ist“, sagt Prof. Dr. Valery Grinevich, Leiter der Abteilung Neuropeptidforschung in der Psychiatrie am ZI und Letztautor der Studie.


Gezielte Hemmung angstbezogener Netzwerke

Weitere Analysen der Forschenden zeigten, dass die aktivierten Interneurone vor allem Nervenzellen hemmen, die Signale zur Amygdala weiterleiten, einem Zentrum für Angst und emotionale Bewertung. „Dies könnte erklären, inwiefern Oxytocin gezielt angstbezogene Prozesse dämpft und soziales Verhalten begünstigt“, sagt Grinevich.

Er ist überzeugt davon, dass ein besseres Verständnis der genauen anatomischen und zellulären Zielstrukturen von Oxytocin dazu beiträgt, die neuronalen Grundlagen von sozialem Verhalten, Empathie, Vertrauen und sozialer Entscheidungsfindung besser zu verstehen. Viele psychische Erkrankungen, wie Angststörungen, Autismus-Spektrum-Störung, Depressionen oder Schizophrenie gehen mit Veränderungen im sozialen Verhalten einher. Entsprechende Erkenntnisse können daher einen wichtigen Beitrag leisten, um wirksame Therapien entwickeln beziehungsweise bestehende Therapien verbessern zu können.

An dieser Studie waren neben Forschenden des ZI auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Heidelberg sowie der Universitäten in Straßburg (Frankreich), Haifa (Israel) sowie Krakau (Polen) beteiligt. Die Studie wurde vor mehr als einem Jahrzehnt von Valery Grinevich am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg initiiert.

Originalpublikation:

Schimmer S, Kania A, Lefevre A, Afordakos K, Wang K-Y, Lebedeva J, et al. Oxytocin facilitates social behavior of female rats via selective modulation of interneurons in the medial prefrontal cortex. Nat Commun. 2026;17:1932. DOI:10.1038/s41467-026-68347-x.
https://doi.org/10.1038/s41467-026-68347-x

Neuropeptide, abgerufen 24. Februar 2026
https://www.kenhub.com/de/library/physiologie/neuropeptide

Wie Oxytocin-Signale das Verhalten steuern, 2015, abgerufen 24. Februar 2026
https://www.dkfz.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/wie-oxytocin-signale-das-verhalten-steuern

Bildquelle
Lakshmiraman Oza Pixabay

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