Römisches Reich (Republik) Die Hochzeit Alexanders des Großen mit der Prinzessin Roxane. Um 1517 von Sodoma gestaltetes und von Francesco Primaticcio gemaltes Fresko in der Villa Farnesina, Rom Von Sodoma - http://www.wga.hu/art/s/sodoma/farnesin.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6904121

Römische Tracht (300 v. Chr.)

Tracht der republikanischen Zeit

Früheste Darstellungen gehen auf 300 v. Chr. zurück. Man geht aber davon aus das der Einfluss noch viel früher stattfand. Wiee die Etrusker besassen auch die Römer eine Sakraltracht.

Die Auseinandersetzung zwischen römischer und griechischer Tracht entstand durch die Eroberung griechischer Kolonien in Unteritalien. Später wurde Griechenland wieder unterworfen. Dennoch hatten die Römer keine besondere Begabung in der Kleidungsschöpfung, wie es die Griechen hatten. Die römischen Bürger waren bis in die persönliche Sphäre den Gesetzen des Staates unterworfen. Was sich am Auslassen von Feinheiten in der Kleidung zeigte. Die Tracht römischer Bürger sollte ausreichen um die Unterwerfung anderer Völkern hervorzuheben. Tradition, Sitte, Gesetz, Formen Farben und Muster sollten daher durch die Kleidung zum Ausdruck kommen. Nicht der persönliche Geschmack.

Männerkleidung

Römischer Bürger der Kaiserzeit (mit dem später hinzugefügten Kopf von Marcus Aurelius Probus (276–282) Von Anonym (Rom) - Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28577830
Römischer Bürger der Kaiserzeit (mit dem später hinzugefügten Kopf von Marcus Aurelius Probus (276–282) Von Anonym (Rom) – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28577830

Für die Männer war die Toga das politische Standeszeichen. Ein grosses ovales Stück Stoff, und um den Körper gewickelt verhüllte es den Grossteil des Körpers. Ein Sinus könnte die Tasche gebildet haben. Die Toga durfte nur von den freigeborenen römischen Bürgern getragen werden, den Angehörigen des Populus Romanus. Senatoren hatten weiterhin einen Purpurstreifen als Auszeichnung am Toga praetexta. Die Toga Picta war zusätzelich noch mit Gold bestickt. Feldherren erhielten als Auszeichnungen einen Lorbeerkranz und einen Tunica palmata mit Palmenzweigen. Jünglinge die das 16. Lebensjahr hinter sich gebracht hatte wurden feierlich zeremoniell mit einer weißen Männertoga ausgestatett. Die bisherige Knabentoga wurde einer Gottheit geweiht, die es damals in jeder Familie gab.

Toga mit Sinus Marcus Vipsanius Agrippa mit über den Kopf gezogener Toga beim Opfer (Fries des Ara Pacis in Rom). Die bauschige Überlappung bzw. Drapierung - das Sinus - diente möglicherweise als Tasche. Von Institute for the Study of the Ancient World - Flickr: Procession on the Ara Pacis (I), CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25046441
Toga mit Sinus
Marcus Vipsanius Agrippa mit über den Kopf gezogener Toga beim Opfer (Fries des Ara Pacis in Rom). Die bauschige Überlappung bzw. Drapierung – das Sinus – diente möglicherweise als Tasche.
Von Institute for the Study of the Ancient World – Flickr: Procession on the Ara Pacis (I), CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25046441

Römisches Bürgerrecht zeichnete sich durch die Toga aus, was zu einer grossen Verbreitung führte. Das Himation und das römsiche Pallium waren ebenfalls verbreitet.

Pallium_Innozenz3 Innozenz III. mit Pallium im spätantik-byzantinischen Stil Von Autor/-in unbekannt - Fresco at the cloister Sacro Speco, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64027
Pallium_Innozenz 3
Innozenz III. mit Pallium im spätantik-byzantinischen Stil
Von Autor/-in unbekannt – Fresco at the cloister Sacro Speco, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64027

Die Tunika, ein römisches Hemd entstand der Überleiferung nach zu urteilen während der Punischen Kriege. Dabei wurden zwei Stoffstücke zusammen genäht und an den Ärmeln ausgespart. Die Tunika wurde wie ein Basic von allen sozialen Schichten getragen. Die Senatoren trugen die Tunika mit breiteren Streifen – den Clavi, die Ritter eine Tunica angusticlavia mit schmäleren Streifen

Tunika Roemisch Relief_Tunika_Pula_2011 Römisches Relief in der kroatischen Hafenstadt Pula. Von Veleius - Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65806608
Tunika Roemisch Relief_Tunika_Pula_2011
Römisches Relief in der kroatischen Hafenstadt Pula.
Von Veleius – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65806608
Clavi Römisch Medieval Men Women Roman Gladiator Costume Adult Ancient Greek Cosplay Halloween Roman Warrior (https://www.aliexpress.com/ssr/300001872/pinterest-all?disableNav=YES&pha_manifest=ssr&_immersiveMode=true&businessCode=ug&productIds=3256812143897686&src=pinterest&aff_fcid=250643edd19141ac868be9e2359455d2-1786635022505-03024-_onZ6vYN&tt=CPS_NORMAL&aff_fsk=_onZ6vYN&aff_platform=portals-tool&sk=_onZ6vYN&aff_trace_key=250643edd19141ac868be9e2359455d2-1786635022505-03024-_onZ6vYN&terminal_id=343a269eb13a44dc969d70084b31e7ed)
Clavi Römisch
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(https://www.aliexpress.com/ssr/300001872/pinterest)

Fußbekleidung

Der römische Fersenschuh – Calceus war zeitgleich Rangabzeichen. Die Patrizier trugen rote, die Senatoren schwarze. Der Pero, ein hoher und derber Gebrauchsschuh wurde auf dem Lande getragen.

Calceus Roemisch , Römisches Schuhwerk Pé co calceus senatorius Bronce A bronze senatorial calceus discovered in Spain By Álvaro Pérez Vilariño - Flickr: Pé co "calceus senatorius". Bronce., CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29206900
Calceus Roemisch , Römisches Schuhwerk
Pé co calceus senatorius Bronce
A bronze senatorial calceus discovered in Spain
By Álvaro Pérez Vilariño – Flickr: Pé co „calceus senatorius“. Bronce., CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29206900

Haartracht

Ca. 100 v. Chr. kam kurzgeschnittenes Haar durch die ersten griechischen Barbiere und Friseure in Mode. Bis dato war Haare schneiden unüblich.

Frauenkleidung

Palla (römisch) Agrippina die Jüngere mit Palla Von Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885–1892 - Meyers Konversationslexikon. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885–1892. Internetlink Retrobibliothek, PD-alt-100, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=2202832
Palla (römisch)
Agrippina die Jüngere mit Palla
Von Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885–1892 – Meyers Konversationslexikon. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885–1892. Internetlink Retrobibliothek, PD-alt-100, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=2202832

Auch Frauen trugen eine Toga. Allerdings ist diese nur bei den Mädchen nachgewiesen. Auf Kunstwerken wird die römische Frau mit einer Palla gezeigt, die dem griechischen Himation gleicht. Die Frauentunika entsprach den der Männer, waren aber tiefer gegürtet als die der Männer. Rangabzeichen wie bei den Männern gab es nicht. Die freigeborene Römerin trägt eine Stola über der Tunika. Die Stola war zugleich das Symbol der verheirateten Frau. Ein gelber Schleier und eine aus sechs Haarflechten erstandene Frisur, die als zweifach um den Kopf gelegtes Band fixiert war, bildeten gemeinsam das Brautkleid.

Stola Römische Republik Überkleid einer römischen Frau. Marmor-Statue einer römischen Frau mit Stola Von Luis García (Zaqarbal), 14. Mai 2006., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=846987
Stola Römische Republik
Überkleid. Marmor-Statue einer römischen Frau mit Stola
Von Luis García (Zaqarbal), 14. Mai 2006., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=846987
Estatua de LIVIA DRUSILA. Mármol. Primer cuarto del siglo I. Paestum, Campania, Italia. Museo Arqueológico Nacional de España, Madrid.

Haartracht

Das Haar wurde meist in der Mitte gescheitelt und am Hinterkopf mit einem Knoten gehalten.

Fusskleidung

Frauenschuhe waren denen der Männer gleich, aber aus feinerem Material gefertigt.

Schmuck

Schmuck hatte oft die Funktion eines Rangabzeichens. Zeichen der Nobilität war ein goldener Fingerring. Dieser wurde aber bald von allen getragen, später auch von Freigelassenen ehemaligen Häftlingen. Das goldene Bulla, amulettartiger schmuck, trugen ursprünglich die Knaben aus Vornehmen Hause. Luxus zeigte sich zunehmend durch die Verwendung nobler Fibeln, die für das schließen der Gewänder verwendet wurden, sowie in Armbändern und Halsketten.

Von Birmingham Museums Trust, Peter Reavill, 2018 - edited version of: File:Bronze Age gold bulla, the 'Shropshire Sun Pendant', c. 1000-750 BC.jpg, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=128597277
Von Birmingham Museums Trust, Peter Reavill, 2018 – edited version of: File:Bronze Age gold bulla, the ‚Shropshire Sun Pendant‘, c. 1000-750 BC.jpg, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=128597277

Stoffe und Farben

Verwendet wurden vorwiegend Naturfarben und weißer Wollstoff. Purpur galt als vornehmste Farbe und war Standeszeichen. Während die Männer Wollstoffe trugen, waren die Frauen überwiegend in Leinenstoffen zu sehen. Im Jahr 195 v. Chr. versuchte man die farbigen Frauengewänder per Gesetz zu verbieten um eine gewisse Gleichheit zu erhalten. Der Überlieferung nach Livius zur Folge sollten die Frauen diese Gleichstellung aber nicht gewollt haben. „Warum sollen wir uns nicht durch Gold und Purpur ausgezeichnet sehen lassen? Warum bleibt die Armut der anderen unter dem Deckmantel des Gesetzes verborgen, so daß es scheint, als ob sie das, was sie nicht haben können, haben würden, wenn es erlaubt wäre?“ War der Tenor zu vernehmen. Der Luxus, den sich nur eine kleine besitzende Schicht leisten konnte, und die Gesetze, die eine gewisse Gleichheit künstlich aufrechterhalten sollten, lassen die großen sozialen Unterschiede erkennen, die es schon in republikanischer Zeit unter den freien römischen Bürgern gab.

Kleidung der arbeitenden Schicht

Die Kleidung bestand aus dunklen naturfarbenen Stoffen. Wollstoffe oder Leinengewänder konnte man sich gewöhnlich nicht leisten. Die Toga wurde nur als Festgewand getragen. Auf Übergewänder wurde verzichtet. Jäger und Reisende verwendeten die Paenula. Glockenförmiger Kapuzenmantel aus Leder und als Wettermantel goutiert. Für die Arbeit wurde meist die gefibelte Exomis getragen. Das Pileus, eine Mütze mit hoher Spitze wurde von Bauern getragen. Alternativ runde Kappen.

Bild Statue mit Exomis; Young_man_exomis_Musei_Capitolini_MC892 By Marie-Lan Nguyen (User:Jastrow) 2009, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7871590
Bild Statue mit Exomis; Young_man_exomis_Musei_Capitolini_MC892
By Marie-Lan Nguyen (User:Jastrow) 2009, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7871590
Paenula (Römisch) Überziehmantel. Grabstein des in Bonn stationierten Legionärs Quintus Petilius Secundus mit Paenula Von Heiko Fischer - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77140112
Paenula (Römisch)
Überziehmantel. Grabstein des in Bonn stationierten Legionärs Quintus Petilius Secundus mit Paenula
Von Heiko Fischer – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77140112
Pileus (römisch) Griechische Terracotta-Figur eines Bauern mit Pilos, 1., Hut Jahrhundert vor Chr. Von Marie-Lan Nguyen (3. Januar 2009), CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5729364
Pileus (römisch)
Griechische Terracotta-Figur eines Bauern mit Pilos, 1., Hut Jahrhundert vor Chr.
Von Marie-Lan Nguyen (3. Januar 2009), CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5729364

Quelle

Thiel, Erika; Geschichte des Kostüms – Die europäische Mode von den Anfängen bis zur Gegenwart, Henschelverlag, Kunst und Gesellschaft, Berlin, 1990;

Bildquelle Titel
Römisches Reich (Republik)
Die Hochzeit Alexanders des Großen mit der Prinzessin Roxane. Um 1517 von Sodoma gestaltetes und von Francesco Primaticcio gemaltes Fresko in der Villa Farnesina, Rom
Von Sodoma – http://www.wga.hu/art/s/sodoma/farnesin.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6904121

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