Künstliche Intelligenz entwickelt zunehmend Lösungsstrategien, die außerhalb menschlicher Denk- und Suchmuster liegen. Eine internationale Studie unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung zeigt erstmals, unter welchen Bedingungen solche maschinellen Entdeckungen nicht nur übernommen, sondern langfristig Teil menschlichen Wissens und kultureller Evolution werden können.
Berlin/Germany, 18. August 2026. – Sigmund Freud hat in seiner Funktion als Psychoanalytiker einmal entdeckt, das es drei grosse Phänomene in der Geschichte der Menschheit gab, die für den Menschen eine Kränkung bedeutet haben müssen. Nun steht, so zeigt es die Wissenschaft in einem Experiment, wie bei all diesen Kränkungen zur jeweiligen Zeit auch, durch KI möglicherweise eine weitere Kränkung bevor.
Es war Galileo Galilei, der erklärte, die Erde ist nicht der Mittelpunkt der Erde. Auffällig an dieser Darstellung ist das Aufdecken der Selbstbezogenheit, um nicht zu sagen, Narzissmus oder Egozentrik. Der Blick ausserhalb des Menschen schafft Überblick. Das Weltbild öffnet sich plötzlich und der Mensch steht nicht mehr im Zentrum!
Die zweite Kränkung kommt dem aktuellen Anlass schon etwas näher. Herbert Spencer prägte den Begriff „Evolution“ für den Menschen. Was sich hinter diesem zusammengefassten Begriff verbirgt, war das Leben und die Widmung des Charles Darwin der 1859 die Evolutionstheorie veröffentlicht. Darwin konnte zusammenhängend darstellen das der Mensch aus tierähnlichen Verhältnissen abstammen würde. Einfach Instinkte sind bis heute die menschliche Grundlage. Doch die Evolution hat gezeigt, der Mensch ist zusätzlich, um sich vom Tier etwas abzuheben, Vernunftbegabt. Das heisst nicht das der Mensch vernünftig handeln muss, er hat die Begabung. Er könnte es. Die Evolutionstheorie ist bis heute das was uns Menschen gegenüber den heiligen Büchern spaltet. Der Unterschied zwischen der Evolutionstheorie und der Morallehren durch die heiligen Bücher wie die Bibel, Koran oder Tora liegt in der menschlichen Kultivierung. Das dies so absurde Kriege mit sich bringt ist aktuell im Konflikt USA – Iran der Fall.
Die Morallehre ist neben dem biologischen Anteil, der Anteil der einer Vernunftbegabung eine Form geben soll. Ein mögliches Talent entdecken, wie immer man es nennen möchte.
Dann kam die Zeit des Sigmund Freud und damit auch eine erste Vorstufe zur künstlichen Intelligenz. Denn ein Grossteil dessen was man heute über das Gehirn weis, kann man in Algorithmen darstellen. Also in Abläufen die in Programmiersprachen umsetzbar werden. Sigmund Freud hatte beschrieben, das der Mensch grösstenteils von unbewussten Vorgängen gesteuert wird. Als einzigster Arzt konnte er die Triebentstehung soweit zurück verfolgen, das er ihre Entstehung im Lebenstrieb als auch im Todestrieb erkennen konnte. Also, entweder Lust am Leben, oder die Lust am sterben, töten – Libido – Destrudo. Eine ganze Bandbreite von Ärzten widersprach Freuds Thesen. Setzte die Triebentstehung viel Ausdifferenzierter an. Also dort wo Triebe des Menschen bereits weit selektiert und Differenziert waren. Daran konnte man erkennen wie Freud fortschrittlich denken konnte. Er erkannte den Ursprung.
Auch wenn es zu wenig erforscht ist, heute weis man um die Unterschiede des reinen Bewusstsein und des Unbewussten. Im Verbogenen bleibt der Mensch, der sich der Theorie nicht annehmen kann, das eigene „Ich“ solle größer werden als das „Es“. So hat es Freud sinngemäss ausgedrückt. Bei einem Menschen, und möglicherweise können beobachtende Menschen das auch erkennen, ist das „Es“ in Form von Gesellschaft und der eigenen Vergangenheit, Sitten, Bräuche durch die Vorfahren, nach wie vor dominierend. Das dürfte an der Erziehung liegen. Die Gesellschaft erzieht heranwachsende Menschen noch immer nach einem durchaus einfachen Weltbild. Würde man diese Erziehung aus Perspektive ansetzen, das dieses „Ich“ über das „Es“ hinauswachsen müsse, hätte dies die Konsequenz die einer potenziellen vierten Kränkung gleich käme.
Das Ziel, die Orientierung ist aber nun nicht, ein pyramidales, hierarchisches Konstrukt unter sich aufzubauen, sondern die eigene Position, Funktion in der Gesellschaft und im zutun für die Gesellschaft zu finden. KI – schaut man es aus anderer Perspektive, zwingt den Mensch geradezu dahingehend sich auf das eigene Talent, das eigene Dasein zu fokussieren, das im Wettbewerb zur KI steht.
Gleichheit besteht darin, das jeder die Chance, die gleiche Ausgangslage hat, in seine Position finden zu können. Der Wettbewerb darin sein potenzial zu entdecken.
Könnte ich gut schreiben, dann wäre eine KI kontraproduktiv. Sie kann Brücke sein wie ich mich entwickeln will. Die Produktivität aber, produktive Gedanken, motorische Fähigkeit müssen täglich trainiert werden. Denn zum schreiben gehört nicht nur die Motorik, sondern auch ein Geist der sich mit dem schreiben entwickeln will. Wäre ich ein Maler, so wäre eine KI kontraproduktiv. Wie der Pinsel zu halten ist und damit welche Effekte er erzielt, das lernt man in der Interaktion zwischen Gehirn, Wahrnehmung und Bewusstsein, als auch der damit angesteuerten Motorik. Ein tagtägliches Training. Wäre ich Fahrzeugmechaniker, so könnte ein Roboter für mich montieren. Die Motorik, strategisches Denken, wann welche Schraube wie und wo zu positionieren ist, wenn ein Teil zerlegt und wieder zusammen gebaut werden müsste, das ginge durch den falschen Einsatz einer KI mir gegenüber verloren. Mein mögliches Talent verkümmert.
Die bisherigen Kränkungen machen umgekehrt deutlich, das diese bis heute immer wieder aktueller Bestand im menschlichen Weltbild sind. Und sie müssen von Mensch zu Mensch, von Generation zu Generation, von Neuankömmling bis Neuankömmling immer wieder aufs neue gelernt und „gepredigt“ werden. Mit jedem Menschen entsteht immer wieder das Weltbild von neuem. Bei jedem so und auf die Weise wie es ihm eingegeben wird, wie er biologisch, psychisch in der Lage ist dies anzunehmen. Und wie die unterschiedlichen Kulturen ihre Vorfahren geprägt hatten. Verstandenes und durchlebtes, emotional erlebtes wird dabei komprimiert und im Langzeitgedächtnis abgelegt. Wie Sedimentschichten der Erde, die auch immer wieder altes hervorbringen, genauso wie Jahresringe bei Bäumen. Diese Vergangenheit ist der Mensch, das macht uns aus. Uns macht aber auch aktuelles Bewusstsein aus, das gedanklich von der Vergangenheit zu trennen ist.
Viele Menschen die sich in der Öffentlichkeit mit KI und seinen Umständen beschäftigen sprechen in etwa dasselbe, wie der Tiroler Charly Kleissner (1). Der sinngemäß von sich gab, – wir sind zu algorithmisch getrieben, als uns danach besinnen wer wir als Menschen wirklich sind! Wer die KI schon jetzt als Allheilmittel und unkritisch einsetzt, wie es auch viele Software bereits anbietet, der läuft Gefahr sich darin auch psychisch zu verlieren. Allem voran die eigenen Fähigkeiten aus den Augen zu verlieren. Denn dort wo das eigene Talent schlummert, dort sollte KI empfehlenswerter weise und nachvollziehbarer weise aussen vor bleiben.
Die Evolution hat immer zwei Perspektiven gezeigt. Man hat drohende Gefahr gesehen und diese bekämpft. Man hat also, (der kleine Geist) alles aus einer gefährdeten und beängstigenden Position betrachtet. Auf der anderen Seite haben Menschen erkannt, das man die Position aus kindlichem Blick annehmen kann, bleibt neugierig und verspürt sogar einen Hunger darauf, noch mehr solcher „Mindblows“ zu erleben. Etwas das dass Leben ins erstaunen versetzt. Und so wie es zu den Zeiten der Kränkungen war, so ist es bis heute in den aktuellen Konflikten. Ein streikender, stagnierender Geist steht einem Gegenüber, der teils unkritisch und wie unbefangen das neue im Fokus hat.
Das nachfolgend beschriebene Experiment macht deutlich, das KI die zentrale Brücke für ein denken zwischen den Generationen bilden kann. Das Experiment deckt auf, das Wissen aufeinander aufbaut. Es führt an die These heran das der Mensch über sein Unbewusstes Voreingestellt ist und durch aktuelles Bewusstsein doch immer wieder eine neue Form geben kann. Denn, „Macht ist ein Phänomen des Kontinuums“ wie Byung-Chul Han beschreibt. Zwischen Gewalt und Freiheit, was die beiden Eckpunkte der Macht sind (2). Darin liegt das Bewusstsein und der Unterschied zum erlebten, durchlebten.
Wie häufig schon erwähnt, denkt man sich im Geiste einen überdimensionalen Menschen, so muss ich meine Position finden, in einer Gesellschaft die zum grossen ganzen ihren Beitrag leistet. Der Krieg zwischen Autokratie und Demokratie der zur Zeit vorherrscht, ist ein Krieg um Wortmeldung. Toxisches Schweigen, wie Reinhard Haller (3) es ansatzweise deutlich macht, hilft gerade dort, wo es angeblich niemand möchte. Toxisches Schweigen gibt dem kleingeistigen, dem populistischen genau deshalb die Macht sich durchsetzen zu dürfen.
Das Denken zu transformieren ist kein kurzweiliger Akt. Es verlangt ein Kultivieren über lange Zeit, dauerhaft, immer. Ein Experiment der Toulouse School of Economics und der Umboldt Universität Berlin zeigt wie durch KI Lösungen entwickelt werden die operative neue Perspektiven für Menschen ermöglichen. Brücken bauen, Inspiration bieten, Sichtweisen verändern. Künstliche Intelligenz kann Lösungen entwickeln, auf die Menschen allein kaum kommen würden. KI zeigt aber auch was passiert wenn Maschinen mehr tun als nur einzelne Probleme zu lösen und völlig neue Lösungsstrategien entdecken? Es stellt sich die Frage, können solche Entdeckungen Teil menschlichen Wissens werden?
Ein Team des Forschungsbereichs Mensch und Maschine am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat gemeinsam mit Forschenden der Toulouse School of Economics und der Humboldt Universität zu Berlin diese Frage erstmals experimentell untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Unter bestimmten Bedingungen können Menschen von Maschinen entdeckte Strategien nicht nur übernehmen, sondern auch über mehrere Generationen hinweg weitergeben und bewahren.
Ausgangspunkt der Studie war die Beobachtung, dass moderne KI-Systeme zunehmend Strategien entwickeln, die menschliche Expertinnen und Experten überraschen. Bekannt geworden ist dieses Phänomen etwa durch KI-Systeme im Brettspiel Go oder Schach, die ungewöhnliche, aber besonders erfolgreiche Spielweisen fanden. Bisher war jedoch unklar, unter welchen Voraussetzungen solche maschinellen Entdeckungen dauerhaft Einfluss auf menschliches Denken und Handeln nehmen können.
Die Forschenden argumentieren, dass dafür drei Bedingungen erfüllt sein müssen: Die Strategie muss für Menschen zunächst schwer zu entdecken sein, sie muss erlernbar bleiben und ihr Vorteil muss deutlich erkennbar sein. Nur dann kann sie sich in einer Gemeinschaft verbreiten und erhalten werden.
„Die kulturelle Evolution des Menschen beruht darauf, dass Wissen über viele Individuen und Generationen hinweg weitergegeben wird“, sagt Erstautor Levin Brinkmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsbereich Mensch und Maschine des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. „Wenn Maschinen nun neue Strategien entdecken, stellt sich die Frage, ob diese auch Teil des Wissens werden können, das Menschen weitergeben.”
Kulturelle Weitergabe im Experiment
Um ihre Hypothese zu testen, führten die Forschenden ein Verhaltensexperiment mit 1.155 Teilnehmenden durch. Diese sollten in speziell entwickelten Belohnungsnetzwerken möglichst viele Punkte erzielen. Die Aufgabe war so gestaltet, dass die beste Strategie zunächst kleine Verluste erforderte, um später deutlich höhere Gewinne zu erreichen. Damit widersprach sie einer typischen menschlichen Tendenz: kurzfristige Verluste möglichst zu vermeiden.
Die Teilnehmenden waren in Gruppen organisiert, die über mehrere Generationen hinweg voneinander lernten. Ein Teil der Gruppen bestand ausschließlich aus Menschen. In anderen Gruppen waren zu Beginn zusätzlich KI-Agenten vertreten. Diese hatten die Aufgabe zuvor mithilfe eines Lernalgorithmus bearbeitet und dabei die optimale Strategie entdeckt.
Die Teilnehmenden konnten erfolgreiche Lösungen aus der vorherigen Generation beobachten und für ihre eigene Entscheidung nutzen. So ließ sich untersuchen, ob eine von Maschinen entdeckte Strategie von Menschen übernommen, weitergegeben und langfristig erhalten wird.
Menschen lernen von erfolgreichen Vorbildern
Das Ergebnis war eindeutig: In den Gruppen ohne KI wurde die optimale Strategie nahezu nie entdeckt. Von 600 Teilnehmenden fand nur eine Person eigenständig den besten Lösungsweg. In den Gruppen mit KI dagegen breitete sich die von der Maschine entdeckte Strategie häufig aus und wurde über mehrere Generationen hinweg erhalten. In neun von fünfzehn Mensch-Maschine-Gruppen blieb die Strategie dauerhaft bestehen.
Die Teilnehmenden orientierten sich dabei stark an den erfolgreichsten Vorbildern. Die meisten wählten die Person oder den Agenten mit den besten Ergebnissen als Modell für ihr eigenes Verhalten. Auf diese Weise konnte sich die maschinell entdeckte Strategie kulturell verbreiten und erhalten.
Neue Perspektive auf die Rolle von KI
Die Ergebnisse legen nahe, dass intelligente Maschinen künftig mehr sein könnten als reine Werkzeuge zur Automatisierung oder Berechnung. Wenn Maschinen Lösungsstrategien entdecken, die Menschen verstehen und weitergeben können, könnten sie langfristig zur Erweiterung menschlicher Fähigkeiten beitragen. „Oft wird diskutiert, ob Menschen durch KI abhängiger werden. Unsere Ergebnisse zeigen eine andere Möglichkeit: Wenn maschinelle Entdeckungen nachvollziehbar sind, können sie Menschen befähigen, neue Fähigkeiten zu entwickeln, diese langfristig zu bewahren und unser kulturelles Repertoire zu erweitern“, sagt Thomas Eisenmann, Co-Erstautor der Studie und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsbereich Mensch und Maschine des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung.
Diese Studie liefert empirische Belege für das Konzept der Maschinenkultur. Viele der fortschrittlichsten Fähigkeiten moderner KI-Systeme beruhen darauf, dass Maschinen menschliches Wissen und kulturelle Inhalte erlernen. Große Sprachmodelle etwa, die auf gewaltigen Mengen von Texten trainiert werden, die Menschen verfasst haben, können zu nahezu jedem Thema flüssige Texte erzeugen und neue Ideen entwickeln. Die Ergebnisse der Studie zeigen jedoch, dass dieser Wissensfluss keine Einbahnstraße ist: Auch Menschen können ihre Fähigkeiten erweitern, indem sie auf Entdeckungen und Erkenntnisse von Maschinen aufbauen. Dies weist auf den Beginn eines Zeitalters der Maschinenkultur hin, in dem Menschen und Maschinen in einem gemeinsamen kulturellen Evolutionsprozess miteinander verbunden sind – beide liefern Impulse für Innovationen und beide können auf den Entdeckungen des jeweils anderen aufbauen.
Originalpublikation:
Brinkmann, L., Eisenmann, T. F., Nussberger, A.-M., Derex, M., Bonati, S., Chirkov, V., & Rahwan, I. (2026). Propagation and preservation of AI-discovered problem-solving strategies in human culture. Nature Communications, 17, Article 8255. https://doi.org/10.1038/s41467-026-76113-2
[These authors contributed equally: Levin Brinkmann, Thomas F. Eisenmann, Anne-Marie Nussberger.].
Der ursprüngliche Text, die Pressemitteilung ist mit KI-Unterstützung erstellt, wie die Quelle es mitteilt.
Weitere Infos und Quellen
1 Impact Hub, Charly Kleissner, Tirol Heute, 26.06.2026,
https://youtu.be/sQNzKnZDPAU?si=sfUtnOvNkHpbcGjc
2 Han, Byung-Chul; Was ist Macht? Reclam Verlag Ditzingen, 2019
3 Haller, Reinhard; Toxisches Schweigen – Die psychologische Waffe erkennen und entschärfen; Spiegel Bestseller Autor; 2. Auflage 2026;
Bildquelle
Weitergabe neuer KI-Strategien über mehrere Generationen Hinweg. Copyright: MPI for Human Development
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