Berlin, 02. September 2024. Der Umgangssprachlich als „Glückshormon“ bekannte Botenstoff Dopamin trägt laut der aktuellen Studie zu riskantem Verhalten von Fruchtfliegen bei. Demnach ignorieren männliche Fruchtfliegen Gefahren, wenn sie auf der Balz sind und mit Paarung beschäftigt. Die Erforschung vom Verhallen von Fruchtfliegen liefert Hinweise auf mögliche Mechanismen die auch beim Menschen gelten. Die Studie „Mating proximity blinds threat perception“ erfolgte in Zusammenarbeit zwischen der Universität Birmingham und der Freie Universität Berlin und wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
Hauptmotiv des Forschungsteams um Dr. Carolina Rezaval war zu erfahren, wie das Gehirn Entscheidungen trifft und dabei Chancen und Risiken abwägt.
Dr. Laurie Cazalè-Debat simulierte im Experiment einen Fressfeind in der frühen Phase der Balz. Das Verhalten zeigte eine Aktivierung visueller Neuronen im Gehirn der Fruchtfliege. Diese Neuronen führen in diesem Stadium dazu die Balz zu stoppen und zu fliehen. Im Experiment zeigte sich aber, das die Fruchtfliege im fortgeschrittenen Stadium der Balz, nahe an der Paarung die simulierte Bedrohung ignorierten. Die neuronalen Gehirn-Aktivitäten wurden mittels In-vivo 2-Photonen Mikroskopie identifiziert.
Es zeigte sich, das ein Anstieg des Dopamins mit fortschreitender Balz dazu führt die sensorischen Signale für Gefahren zu unterdrücken. Die Reaktionen der Fruchtfliege auf Gefahren gehen zurück.
Dopamin bildet einen sensorischen Filter, der es erlaubt sich auf die drängendsten Ziele zu fokussieren.
Quelle
Mating proximity blinds threat perception
https://www.nature.com/articles/s41586-024-07890-3
Bildquelle
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