Die Zukunft ist weiblich…

… so titelte schon eine Studie aus dem Jahr 2011 der Düsseldorfer Kommunikationsagentur Grey, eine der namhaftesten Agenturen weltweit. Ob du als Mensch Kontakt zu dir fremden Menschen aufbauen kannst, Produkte für die wir uns aufgrund deren Ästhetik interessieren, oder deine kreative Ader entdeckst. Die Zeit weiblicher Eigenschaften ist geprägt durch deren erkennbaren Bedürfnisse. Und jedes Gehirn trägt in sich teile weiblichen und teile männlichen denkens.

Dass die Zukunft weiblich ist, tritt als Aussage immer häufiger und in kürzeren Abständen auf. Männer sollen und dürfen nicht als Zurückweisung verstanden und empfunden werden wenn es um die Zurückweisung eines Patriarchalen Systems geht, denn Zurückweisung ist sicher den wenigsten Menschen angenehm. Dennoch, bei der Entstehung eines neuen Bildes der Zukunft ist offensichtlich eine Sanftmut gefragt, die weniger auf das eigentliche Geschlecht abzielt, als vielmehr auf eine bestehende Kultivierung, die ihre Notwendigkeit durch die Evolution haben musste. Da wollen wir nicht Gott sein, sondern hinnehmen, was uns das Leben gebracht hat, für den einen das Gute, für die andere das Schlechte und umgekehrt. Das ein männliches Geschlecht auch eine weibliche Gehirnhälfte haben kann und ein weibliches Geschlecht auch eine männliche, macht die Frau in weiten Teilen zum Mann wie den Mann zur Frau. Selbst der Verfasser dieses Textes fühlte sich im Ursprung all seiner Forschungen überwiegend weiblich und konnte sich in einer angeblich patriarchalen Gesellschaft nicht wieder finden. Ob ein Gott weiblich sein kann oder männlich, das hinterfragt man sich auch vor diesem Hintergrund auf neue Weise. Und so begibt man sich auf die Suche nach dem eigenen Schicksal und findet sich in einer seiner Lebensaufgaben wieder.

Die Frau das schwächere Geschlecht zu nennen sei eine Verleumdung, habe Mahatma Gandhi gesagt, und auch die Bibel sagt, den Sanftmütigen gehört das Himmelsreich. Gewalt ist ein bedauerliches Merkmal für Durchsetzungsvermögen des Mannes geworden was keine Illusion mehr ist, sondern ein Bild für die nachfolgenden Generationen, das nicht mehr wegzudenken ist und damit Teil einer Lösung zu sein scheint. Wenn unter Stärke brutale Stärke verstanden wird, dann ist die Frau tatsächlich weniger grob als der Mann, sagt Anders Indset in seiner Quantenwirtschaft. Wenn unter Stärke moralische Kraft verstanden wird, dann ist die Frau unermesslich überlegen, führt Indset weiter aus (Vgl. Zitat Indset, S 111) und fährt fort mit der Frage warum wir uns um Männer sorgen sollten nach. Na, wie beruhigend. Das Geschlecht, sein tun und sein Handeln ist tägliche Nahrung fürs Gehirn. Die Produktivität des Menschen, immer komplexere Themen be- und verarbeiten zu können trägt ihr übriges hinzu. Und wenn ein Mann weibliche Arbeit verrichtet und eine Frau männliche Arbeit, dann bekommt der Geist die Nahrung, nach der es ihr mangelt. Das ist eine Natur der Sache und kein Wunschkonzert. Das sucht der Mensch sich nicht aus. Unterdrückung würde dies lediglich verstärken und hat das in der Vergangenheit auch getan.

Männer, die Gewaltsam vorgehen müssten, denen wird es schwerer fallen in Sanftmut zu kommen, dazwischen läge ja auch noch Stolz. Und wer nicht gelernt hat, mit Ablehung, Angst und Traurigkeit umzugehen, ist auch nicht in der Lage, Liebe und Loyalität zu empfinden, ein Nährboden für Stolz, Eitelkeit, Wut und Hass (Vgl. Indset, S. 117) Und das Frauen für die Erfordernisse der heutigen Welt neurologisch besser „verdrahtet“ sind kann für alle gewiss kein Nachteil sein, Männer wie Frauen (Vgl. Indset, S. 111) Bei Männern sei Aggression und sexueller Antrieb durch das Hormon stärker ausgebildet. Man muss dies nur noch zum Schutze ummünzen können und Frauen die glauben sich über dieses scheinbare Primatenverhalten auslassen zu müssen zeigen lediglich Minderwertigkeit und stufen sich selbst unter selbiges. Die Natur hat uns gegeben was fürs Überleben erforderlich ist und jedem Geschlecht das seine. Was es Männern in der Zukunft schwerer machen wird, ist nach Anders Indset der Umgang in neu zu erwartenden Verhältnissen zwischen Beruf und Familienvorstellungen. Kinder, vielleicht vorzugsweise die jungen Männer sind ja durch weibliche Erziehung sozialisiert und kultiviert. Man muss mutmassen das damit eine Sensibilisierung des männlichen Geschlechts hin zur Sanftmut ermöglicht werden sollte, um mit mehr

Demut in eine neue Welt zu gehen, in der, Entschuldigung für den Ausdruck, primitive politische Machthaber, Machthaberinnen meinen ein Atomwaffenarsenal aufbauen zu müssen mittels dem die Erde um ein Vielfaches zu pulverisieren sein würde. Dieses Machtgeplenkel von Menschen von denen man sich theoretisch etwas abschauen könnte, sind lediglich enttäuschend und produzieren Bilder im Kopf die man höchstens dazu verwenden kann um zu lernen wie man das nicht tut. Weiterhin mutmassen wir, das die jungen Wilden nun bereit sind für eine Zukunft, bei denen sie in den Händen der Väter und Mütter je nach Erfordernis aufwachsen dürfen.

Denn bei den Unternehmen liegt das Hauptbestreben nicht mehr in der Gewinnmaximierung, sondern darin das die Mitarbeiter ihr Leben im Unternehmen verbringen. Das erklärt weshalb Google und Konsorten die Matrize einer Stadt im Unternehmen haben. Vom Friseur, über Kindergarten bis hin zum Supermarkt, es gibt keinen Grund sich vom Hof des Unternehmens zu distanzieren. Als Mann bleibt dir nichts anderes übrig, das was in vielleicht einer typisch männlichen Zeit als etwas Weibliches zu betrachten, wenn du in den Alltagssituationen deines Lebens wissen wolltest, wie der Vater etwas macht, an deren Stelle dann aber die weibliche Lösung parat steht. Das eine ersetzt das andere und plötzlich bist du Frau, und plötzlich bist du Mann. Wer sich für einen Patriarchen hält, hat vielleicht lediglich gelernt das Bild eines zürnenden Vaters umzusetzen aber keine Vorstellung davon, was Patriarchat eigentlich sein könnte. Selbiges erleben wir auch für das Matriarchat. Wie sind also durchmischt, das eine wird sanftmütiger, das andere raubatziger und kann die Grundlage für eine egalitäre Gesellschaftsform werden wie durch die Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth beschrieben. Das neue Bild des jungen Mannes wird als zu Hause bei Muttern beschrieben, beschränkt die Freundschaften, auf die wenigen die gemeinsam Bock haben, Porno zu gucken und sucht nach der Welt, die noch nicht erschaffen wurde (Vgl. Indset, S. 116). Sie sind natürlich nicht alle so, und das Verhalten muss kein schlechtes sein, vielmehr macht es vielleicht auch die Sehnsucht nach dem deutlich, was wir von der heutigen Gesellschaft erwarten und das es eben nicht da ist. Indset führt hier weiter aus, diese Jungen Menschen sind empfänglich für jede Art von Populismus, tragen Wut in sich und warten nur auf Gruppen mit sonderbaren Ideologien, und soziale Anerkennung gibt es dort meist auch unmittelbar auf Abruf. Die Sehnsucht von Menschen auf Basis einer nicht existierenden Welt, obwohl eine Vorstellung davon in deren Köpfen vorhanden ist, ist größer als die Fähigkeit diese Welt sich entfalten lassen zu können. Sie wissen einfach nicht wie man dort hinkommt. Es fehlen die echten Zwischenmenschlichen Beziehungen. Menschen, die dich an die Hand nehmen und dir zeigen wie man Probleme löst. Nicht dass sie das selbst könnten, die Wut und die Enttäuschung sind so gross das man sich nicht über dieses Bedürfnis hinwegsetzen kann.

Es bedarf Menschen, die eine Brücke dazu aufbauen können wie Menschen sich selbst realisieren können, wie sie ihr Potenzial erkennen können. Den Selbstbewusstsein kann nur dadurch entstehen, dass du es selbst gemacht hast, das etwas durch dich selbst entstanden ist und nicht darauf gewartet hat bis es dir jemand abnimmt. Erneuerung kommt von innen. Wir entscheiden uns in der Zukunft für Produkte mit Ästhetik, der Mangel an Liebe und Zuwendung kann schnell zum Missbrauch umswitchen wenn wir erst einmal das Potenzial erkannt haben, dass Menschen sich für das Design, für die Kunst entscheiden. Nicht mehr für das „Ich will haben…“, sondern danach fragen, ob das Design zu uns passt oder nicht. Ob es zu uns spricht. Das weibliche, und sei es im Manne verkörpert Ästhetik und Design wie nichts anderes auf der Welt. Auch Männer können über Gefühle reden und sie wollen das auch. Aber wenn dir ein Minderwertiger gegenüber steht der aus Protz und Testosteron nichts anderes weis, dann ruft das einen Selbstschutz hervor und du lernst aus der Situation, nur so hat man Erfolg. Männer vermissen, und das ist weiter gemutmasst, ein tiefgründiges Bewusstsein und Menschen die dies wollen. Warum nicht, die Welt ist komplexer geworden und tiefgründige Gespräche sind lediglich eine Adaption. Eine Anpassung auf Höhe der Zeit. Die Anzahl der Menschen, mit denen dies möglich ist, sind in den vergangenen Jahren weniger geworden, belegt eine Studie aus den USA (Vgl. Indset, S. 116). Alpha hat ausgedient, Menschen haben in sich heute Sanftmut und wollen das abrufen können. Sich gegenteilig zu verhalten ruft Aggression hervor. Das tiefere Problem, so Indset, ist die Unfähigkeit emotionaler Intimität bei vaterlos aufgewachsenen Männern. Pornografie erlebt aus diesem Mangel ein enormes Wachstum und hilft doch nur vorübergehend in einer Zeit in der wir den Übergang zum emotionalen humanistischen Menschen erleben und es betrifft Frau wie Mann gleichermassen. Es wird Zeit das wir zusammen wachsen. Und wir werden zusammenwachsen. Denn wir versammeln uns vor der Welt um die bevorstehenden Probleme zu meistern.

Quelle

Die Frau, das Extra
Von Hosen bis Klimaanlagen, vieles ist nur für Männer designt – das zeigt Rebekka Endler in ihrem Buch
https://www.freitag.de/autoren/andreas-hartmann/die-frau-das-extra

Der Newsletter erscheint einmal pro Woche Freitags mit allen Inhalten der Woche


Beitrag veröffentlicht

in

von

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert