Forschende des Fraunhofer SIT in Darmstadt haben einen Drucker entwickelt, der fälschungssichere Pflegeetiketten für Textilien erstellt. Diese liefern neben den üblichen Waschhinweisen zusätzliche Information zum digitalen Produktpass und weisen auch die Echtheit des Kleidungsstücks nach. Um Produktinfos einzusehen und die Echtheit zu überprüfen, reicht es, mit dem Smartphone den aufgedruckten QR-Code des Etiketts in einer eigens hierfür entwickelten App zu scannen. Fälschungssicher ist das Etikett, weil das Smartphone die einzigartige Oberflächenstruktur des Materials nutzt und mit den im QR-Code hinterlegten Informationen abgleicht. Mehr Infos gibt es unter www.sit.fraunhofer.de/smartid.
Darmstadt/Germany, 21. Januar 2026. – Für Kundinnen und Kunden aber auch Modelabels dürfte das eine erhebliche Erleichterung werden. Etiketten an Kleidungsstücken die ein Produkt eindeutig identifzieren. Markenpiraterie und Fälschungen in der Bekleidungsindustrie sind für den Markt eine grosse Herausforderung, was auch für den Second-Hand-Markt im Luxussegment kaum weniger Bedeutung darstellt. Das Fraunhofer Institut für Informationssysteme hat nun einen Drucker entwickelt mit dem Textiletiketten mit einem eindeutigen Etikett versehen werden können und damit auf einfachste Weise die Möglichkeit bieten mittels Smartphone ein Kleidungsstück zu prüfen. Das Fraunhofer Institut gehört wohl zu einem der wenigen Forschungsinstitute das überwiegend im Auftrag industrieller Forschung arbeitet und damit näher als jede andere Organisation sehr Praxisnah orientiert ist.
Die verwendeten Etiketten sind über ihre individuelle Oberflächenstruktur so einzigartig und unverwechselbar wie ein Fingerabdruck, wie man das bereits vom Smartphone her kennt. Mittels dieser Fingerprint-Technologie werden wie bei einem Fingeradruck die feinen und natürlichen Mikrostrukturen in das Drucksystem übergeben und damit ein informatives Etikett ausgegeben. Die Besonderheit hierbei liegt aber nicht nur auf diesem Etikett selbst, sondern auch in seiner einfachen Anwendung. Denn bereits druckfertig entwickelt, kann dieses System zügig in die Produktivität integriert werden, in Relation gesehen auch aus preislicher Perspektive überschaubar und kann damit für einen schnellen Wandel in der Bekleidungsindustrie führen.
Der Fingerabdruck der die eindeutige Seriennummer als auch einen digitalen Produktpass enthält der über einen QR-Code hinterlegt ist liefert auch weitere Informationen wie Materialzusammensetzung, Herkunft, Pflege und dem ökologischen Fußabdruck. Letztes installiert sich inzwischen als eine allgemein anerkannte und aussagekräftige Kennzahl in den Köpfen der Menschen. Das Etikett wird, eingenäht in das Kleidungsstück und damit aufgrund seiner Einfachheit, ab 2027 allgemeinverpflichtend.
Der Hersteller speichert die Seriennummer und den individuellen Fingerabdruck in einer Datenbank. Sobald die Echtheit eines Kleidungsstücks überprüft werden muss, beispielsweise bei einer Retourensendung, können Mitarbeitende den QR-Code mit der dafür entwickelten App auslesen. Die App vergleicht den Fingerabdruck und die Daten aus dem Code mit den hinterlegten Referenzdaten. Augenblicklich zeigt die App, ob das Kleidungsstück ein Original oder eine Fälschung ist. Nicht nur Hersteller und Handel, auch Kundinnen und Kunden können jederzeit beim Kauf und danach selbst das Etikett scannen und so prüfen, ob das gekaufte Produkt authentisch ist.
Für den Bau des Etiketten-Druckersystem haben die Forschenden des Fraunhofer SIT bewusst auf hochqualitative und robuste Hardware sowie Druckverfahren gesetzt. Die Fingerprinting-Technologie selbst stammt aus dem Fraunhofer-Projekt „Smart ID“ der drei Fraunhofer-Institute SIT, IAP und FOKUS. Sie wurde ursprünglich zur sicheren Identifikation unterschiedlicher Papiere und Produkte entwickelt und findet nun erstmals Anwendung bei Pflegeetiketten. Der Bau der Lösung wurde beauftragt von der Alvivo GmbH, die auch die Exklusivrechte an dem Drucksystem hält. Die evia Gruppe lizenziert die Smart-ID-Technologie und betreibt Server, App und Datenbank unter der Marke ORIGINAL-ID. Die neuen Pflegeetiketten stellt die evia Gruppe auf den Fashion Days im Januar 2026 aus. Bei einem gemeinsamen Vortrag gehen die Partner mit den Forschenden des Fraunhofer SIT auf die Funktionsweise und die Technologie ein.
Weitere Informationen:
https://www.sit.fraunhofer.de/de/smartid
Bildquelle
Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie, SIT. Aus natürlichen Mikrostrukturen im Papier gewinnt das Drucksystem einen einzigartigen Fingerabdruck des Etiketts. Dieser wird im QR-Code hinterlegt.



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