Ein Fisch geht auf Reisen

Oder wenn dich ein Schatz gefangen nimmt

Stell dir vor,…

dir wird, zu deiner eigenen Überlebensfähigkeit die überschaubare Aufgabe gestellt, im Wasser abzutauchen und einen Fisch zu ergreifen. Es sind viele Fische im Wasser und das Behältnis ist in gewisser Weise begrenzt. Das Ziel der Aufgabe besteht darin, mindestens einen Fisch an Land zu bringen, um damit die Ernährung zu gewährleisten. Du tauchst ab und siehst diese Herausforderung. Allerdings scheint das Fangen eines Fisches in diesen Verhältnissen durchaus recht leicht zu sein und kann auch Spaß bereiten. Das Ziel wäre demnach durchaus einfach zu erreichen. Du siehst die Schönheit der Pflanzen im Wasser, es ist klar und bietet viele Interessante einblicke, sogar ohne Taucherbrille. Plötzlich aber erkennst du, du kannst atmen. Du bist völlig unerwartet in der Lage unter Wasser zu atmen. Du nutzt diese Situation und probierst dich selbst aus. Schaust dir alles genauer an, selbst das tiefere tauchen ist uneingeschränkt möglich. Plötzlich entdeckst du am Grund des Wassers eine Schatztruhe. Du schaust sie genau an und erkennst, das ist tatsächlich das, nach was es aussieht. Alles echt. Du bist jetzt mit deinen Gedanken komplett beim Schatz. Auch die ursprüngliche Aufgabe blitzt dir für den Moment erneut auf, aber sie ist unwesentlich geworden. Deine Gedanken drehen sich ausschließlich um die Frage, wie kriegst du den Schatz in deine Hände. Aus dem Wasser, wie kannst du das vermögen umsetzen, nutzen. Du brauchst beim besten Willen keinen Fisch mehr, der Schatz verspricht so viel mehr! Der Fisch ist nun frei und du bist gefangen, noch erkennst du es nicht!

Die Denkprozesse und die Aufgaben werden mit zunehmendem Lebensverlauf, Lebenszyklus, Lebensprozess intensiver, herausfordernder und zeitgleich differenzieren sie auseinander. Dem würde es gelten entgegenzuwirken. Wenn ich einmal gelernt habe, das große Ganze zu überblicken, dann folgt dem die neue Herausforderung, ein noch grösseres Ganzes zu bewältigen. Die Bibel, vielleicht auch der Koran nennen dies die Anforderung des Menschen sich die Welt untertan zu machen und machen zugleich deutlich, „der größte unter euch sei euer Diener“. Was so viel bedeutet wie, wer in der Lage ist, die Situationen zu erkennen, zu erfassen und zuzuordnen, sprich die Natur ins Verhältnis zum Menschen zu setzen, der hätte auch die Autorität diese Dinge zu jedem Moment zu ordnen. Dieser Mensch wäre in der Lage jederzeit die Ordnung herzustellen. Ein Grund also für diese Prozesse, das Durchleben des Menschen durch diese Prozesse.

Eines der häufigsten Argumente in dieser Welt richtet sich an die Situation, man solle nicht vom Weg abkommen, aus christlicher Perspektive. Für mich ist das eher eine Form katholischen Glaubens. Denn im katholischen Glauben mussten sich die Menschen vom Fegefeuer freikaufen. Und da im Mittelalter so viele unglaubliche menschenverachtende Dinge passiert waren, ist im kollektiven Gedächtnis die Schuld und die Möglichkeit sich freikaufen zu können tief verankert. Haben die Menschen doch vieles verloren, was ihnen lieb und teuer war und unsägliches Leid erfahren. Man denke nur an die Hexenverbrennung. Aber, durchaus, der Glaube ist tiefer im Menschen verankert als dieser meist annimmt. Ein Abwenden dieser Tatsache entspricht lediglich dem Versuch dem glauben näher zum Kommen.

Damit ist dieses Thema, vom „Weg abkommen“ ein Motiv, Motive bewegen den Menschen zum Handeln, das als grundlegend gilt. Die Welt beginnt an der Stelle und sie hört auch dort wieder auf. Wenn du also ohne Fisch aber mit Schatz auftauchst, dann sieht es über dem Wasser noch immer genauso aus wie unter dem Wasser. Aber, deine innere Haltung hat sich geändert. Die Dinge haben unterschiedliche Werte bekommen. Ein Fisch würde mir also zum Leben vielleicht genügen, aber das Geld ist mehr wert weil es mir so viele Fische bieten würde, wie ich niemals verzehren könnte. Meine Perspektive auf das Leben hätte sich von nun an für immer verändert.

Das Beispiel umfasst einen relativ kleinen und überschaubaren Prozess menschlichen Denkens. Ich denke, es wird deutlich was man darunter versteht und begreift.

Zu meinen Hauptthemen im Leben gehörte die schulische Bildung. Vielmehr das Phänomen wie oft ich gescheitert bin an schulischer Leistung. Heute weiß ich, unter anderem hat mir zum Zeitpunkt der Entscheidung immer der Teil gefehlt, der dazu hätte beitragen können den gesamten Prozess erfassen zu können, überblicken zu können. Und doch erkenne ich heute, er hat sich an anderer Stelle durchgesetzt. In der realen Welt aber sind Menschen die einen vorbildlichen und Bilderbuchhaftem Lebenslauf vorweisen können damit meine „Feinde“ vielleicht besser Widersacher. Denn ihre Welt scheint zu funktionieren, während die meine nicht ohne mein Zutun nachweisbar wird. Jeder der einen Abschluss hat, kann nachweisen das er anpassbar war. Von Menschen, die das nicht können oder konnten wird man eher sagen, „Überangepasst“ weil man die Versuche unternommen hatte, als Held/Heldin aus der Geschichte hervorzugehen, aber noch viel zu wenig Widerstandskräfte hatte. Man kann diese Menschen auch als revolutionäre bezeichnen.

Man benötigt diese Fähigkeit aus einer Menge von Umständen im Unbekannten Raum die richtigen Schlüsse zu ziehen. Hilfreich ist aber nicht alleine das Richtige zu tun, sondern die Fähigkeit aus den Misserfolgen zu lernen und daraus einen Entscheidungsraum zu entnehmen. Auch hierzu habe ich unlängst die interessante Darstellung gelesen, das Gott ein Interesse haben muss dich dort hinbringen zu wollen wo du durch dein Wesen das erfüllen kannst, was erwünscht ist. Es ist daher unsinning das man die Meinung vertreibt, Gott hätte einen Menschen verlassen oder ich wäre vom Kurs abgekommen. Es sind Menschen die versuchen auf diese Weise Schuld zu verbreiten. Dann aber würde das kreuz Jesu keinen Sinn ergeben, weil dieser das Kreuz für diese Zwecke auf sich genommen hat. Er ist daher mehr ein Pharisäertum so zu denken als umgekehrt.

Bildquelle
Geraldrose Pixabay

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