Vom Heldenmythos

Die Besonderheit des Heldenmythos ist, das dieser Furchtlos in die Welt tritt. Seine Furchtlosigkeit begründet Otto Rank damit, das dieser Held aus dem Leib der Mutter geschnitten wird und daher das Trauma der eigentlichen Geburt umgeht. Die Aufgabe dieser Heldenposition besteht darin, in der Symbolik die Lust an der Geburtsbedeutung hervorzuheben, die Angst des Geburtstraumas durch die zu erlösende Liebe zu überwinden. Im späteren Verlauf ist der Held von einem Leben geprägt, das ein Fehlen des Geburtstrauma dauerhaft nachzuholen ist. So schreib Otto Rank, – „Daher ist der Held in der nachträglich gebildeten infantilen Wunschphantasie regelmäßig ein aus dem Mutterleib Geschnittener, dem also das Angsttrauma von Anfang an erspart geblieben ist. Andererseits zeigt dieses Motiv im Sinne des Mythus von der Geburt des Helden, wie schwer es dem Heros von Anfang an geworden ist, den schützenden Mutterleib zu verlassen, in den er hinter der Maske aller noch so kühnen Reform- und Eroberertaten immer wieder zurückzukehren strebt“. (Aus, Das Trauma der Geburt, S.103)

Otto Rank und Freud sind sich darin offensichtlich einig, das der Sohn Gottes als die Ausgestaltung des Heldenformats gilt. Der erste Held ist also männlich, in Summe eine Charaktereigenschaft die sich aus der Produktion des männlichen Geschlechtes ergibt. So wie nur die Frau Kinder gebären kann, und diese Funktionseigenschaften in jedem Leben neu zur Produktivität hervorbringt, so hat auch das männliche Geschlecht spezifische Eigenschaften, die nur diesem zuordenbar sind. Die geistige Entwicklung, die Entwicklung des Gehirns, ist Getrieben durch das Geschlecht, dem Kontinuum der Geschlechter. Und weil der Mensch beide Anteile in sich vereint, kommt es zur Wechselwirkung und zum Ausgleichsbestreben. Daher ist auch das weibliche Geschlecht klarer Empfänger für den Heldencharakter, den diese Welt dringend braucht. Daraus lässt sich schlussfolgern, das der Held nicht nur geboren wurde, um die Welt zu retten, sondern auch das der Mensch immer nach dem Heldenstatus strebend ist. Also wird es eine Zeit geben, in der Menschen beides in sich vereinen, was heute vermutlich als das Ende des Patriarchats beschrieben sein möchte.

In der Übergangszeit vom Polytheismus zum Monotheismus, die mosaische Zeit, als die geschichten um Moses begann, kam es zur Verwirklichung, zur Realität des erkannten Bedürfnisses das ein Held geboren werden müsse. Das kollekive Bedürfnis des menschen Geistes erkannte, die Welt benötigt einen Retter.  Denn wie heute nachweisbar ist, ist das männliche Geschlecht aus dem weiblichen entstanden und fortan entwickelt sich ein Geist, das Gehirn, aus dem männlichen Geschlecht heraus. Und so wird eine Vereinigung stattfinden müssen wie es einst vor gut 6000 Jahren der Fall war.

„Der Mythus von der Geburt des Helden beginnt bekanntlich mit der Situation des Kindes im schützenden Mutterleib (Kästchen), wo es bereits vom Vater verfolgt wird, der das Kind – im Sinne der Urwunscherfüllung – gar nicht auf die Welt kommen lassen will. Das ganze weitere Schicksal des Heros ist nun nichts anderes als die Auswirkung dieser Situation, d.h., die Reaktion auf ein besonders schweres Geburtstrauma, das durch überkompensatorische Leistungen, unter denen die Wiedergewinnung der Mutter an erste Stelle steht, überwunden werden muss.“

Ida Sophie Hegemann, Athletin für TheNorhFace Innsbruck, – Ihr Ziel, andere Frauen motivieren es ihr gleich zu tun
KARWENDEL | The North Face
(https://youtu.be/Qdk5YktK9Zc?si=Hzufh_t1FrQ0vIHT)

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