Angeklickt ist halb geglaubt – wenn wir Informationen selbst wählen, neigen wir besonders dazu, sie für wahr zu halten. Copyright: © RUB, Marquard

Warum wir glauben, was wir anklicken


Je häufiger uns eine Nachricht begegnet, desto eher sind wir geneigt, sie für wahr zu halten. Diese Erkenntnis ist schon 50 Jahre alt. Bochumer Forschende haben jetzt gezeigt, dass dieser sogenannte Truth-Effekt sich noch verstärkt, wenn wir die entsprechende Information selbst ausgewählt haben: Es genügt schon, eine Headline angeklickt zu haben, um ihrem Inhalt später mehr Glauben zu schenken. Dieser Effekt hat großen Einfluss auf die Glaubwürdigkeit von Informationen – und Fake Informationen – in digitalen Medien. Das Team um Dr. Moritz Ingendahl vom Lehrstuhl Soziale Kognition an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum berichtet im Journal of Experimental Psychology: General vom 8. Januar 2026.

Bochum/Germany, 21. Januar 2026. – „Angeklickt ist halb geglaubt“ – wenn wir Informationen selbst wählen, neigen wir besonders dazu, sie für wahr zu halten. Forscherinnen und Forscher führen diesen Effekt daraufhin zurück, das erste Handlungen mit mehr Aufmerksamkeit und mehr kognitiven Ressourcen einhergehen.
Die Studie macht deutlich wie sehr Menschen im innersten doch selbstbestimmend sind. Die Weltlage hat bisher deutlich gemacht, das grosse namhafte Organisationen oder Staatsoberhäupter über die Handlung von Menschen entscheiden. Nicolas Luhmann aber beschreibt, das Macht ab einer bestimmten Größe seine Wirkmacht verliert, weil diese dafür viel zu unkonkret sei. Das wir aber selbst für unsere Klicks entscheiden, zeigt in der Momentaufnahme wie Selbstmächtig der einzelne Mensch an sich ist. Denn das ist seine Natur!

In der Führung gilt eine aktuelle Aufteilung in Autokratie, Demokratie (kooperativ) als auch Laissez Faire. In der Autokratie stellt sich die Situation so dar, das ein Mensch, der bereits eine Funktion inne hat glaubt oder davon ausgeht, das sich mit der Kraft seiner Funktion alles und jeder Mensch unterordnet. Die gesamte Weltordnung sozusagen.
Doch zu einer Macht gehört auch Autorität und diese beinhaltet die Fähigkeit die Dinge, die „Einzelmächte“ eines jeden Elementes zu jedem Zeitpunkt in eine Ordnung überführen zu können. Für einen Menschen also kaum umsetzbar. So hat bsw. jede Farbe, die ja ursprünglich aus der Pflanzen und Blütenwelt entstanden ist und den Farbrezeptoren des Auges ihre Fähigkeiten gab, eine eigene Mächtigkeit. Orange steht immer für das Bedürfnis der Sicherheit und ist daher in seinen Eigenschaften dann dominanter als etwa die Farbe Blau, wenn es um die Frage der gesamten Bedürfnisse geht. Was wird gerade benötigt. Bedürfnis ist die Mutter aller Erfindungen, beschreibt Thomas Hobbes. Das jeweilige Bedürfnis, im Zeitgeist entscheidet welche Element wann benötigt werden.

Ein demokratisches System oder demokratische Haltungsweise geht davon aus, das ein Mensch sich als Teil der Gesellschaft begreift und seine Macht sich in erster Linie auf sich selbst und seiner Entwicklung zur inneren Ordnung gestaltet. Wer also viel weis oder viel kann, ist für sich genommen mächtig und nimmt mit wachsender innerer Ordnung seinen Platz in der Gesellschaft ein, sofern er das möchte. Überdurchschnittlich gute Führung hat Idolcharakter und zieht Menschen auf sich. Aber das geht nur dann, wenn Menschen besonders Anpassungsfähig sind! Sie dienen sozusagen einander.

Betrachtet man aber die Geschichte der Menschheit, so muss man annehmen das ein System der Autokratie auf einer ausgeprägten Selbstliebe beruht, um nicht deutlich zusagen Narzissmus. Im Verlauf der Evolution bricht diese Selbstliebe, deren Grundlage in der „Objektliebe“ liegen dürfte, weg und wird durch die bewusste Abhängigkeit der Gesellschaft ersetzt.

Wenn Gesellschaft mit fortschreitender Zukunft zusammen wächst, dann bewirkt dies den Sturz autokratischer Systeme, weil Menschen zunehmend gesellschaftlicher werden. Der Ursprung liegt in der Vermischung der archaischen Herrschaftssysteme von Matriarchat und Patriarchat, die durch kulturelle wie biologische Vermischung in Formen egalisierter Gesellschaft ihre Mündung finden würde, geht man nach der Beschreibung Heide Göttner-Abendroths.

In Acht Experimenten mit gut 1.000 Teilnehmenden wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Den Teilnehmenden wurden zunächst Informationen gezeigt, zum Beispiel „Die Bienenelfe ist der kleinste Vogel der Welt.“ Diese Informationen wurden entweder zufällig ausgespielt oder passend zu einem Themenfeld, das die Teilnehmenden ausgewählt hatten. Anschließend sollten die Teilnehmenden den Wahrheitsgehalt von Informationen einschätzen – sowohl von wiederholten als auch von neuen Informationen.

„Wir konnten übereinstimmend mit älteren Studien sehen, dass die Teilnehmenden wiederholt auftretenden Informationen mehr Glauben schenkten als neuen“, berichtet Moritz Ingendahl. „Darüber hinaus haben wir aber auch zeigen können, dass dieser Einfluss von Wiederholung stärker ist bei Informationen, die sie selbst ausgewählt hatten, im Vergleich zu zufällig präsentierten.“

Folgen, anklicken, teilen

Diese Erkenntnis ist vor allem in digitalen Zusammenhängen bedeutend: So führt das Vertrauen in wiederholte Informationen zum Beispiel dazu, dass Menschen solche Informationen auf Social Media auch eher teilen und somit die Wiederholung weiter ankurbeln. Zudem entscheiden wir, wem wir folgen, und treffen schon dadurch eine eigene Auswahl der Informationen, die wir erhalten. Online-Medien funktionieren darüber hinaus überwiegend so, dass Informationen nur angerissen werden und sich auf einen Klick erst komplett öffnen.

Die Gründe für den stärkeren Einfluss von selbst gewählten Informationen vermuten die Forschenden in der Art und Weise der Verarbeitung von Informationen im Gehirn. „Aktive Informationssuche geht mit mehr Aufmerksamkeit und mehr kognitiven Ressourcen einher“, sagt Moritz Ingendahl. „Die Testpersonen konnten sich auch später an aktiv gewählte Informationen besser erinnern als an passiv aufgenommene.“

Der Effekt könne den Erfolg von Fake News verstärken, vermuten die Forschenden. Auf der anderen Seite könnten aber auch Faktencheck-Informationen davon profitieren, wenn sie entsprechend aufgemacht sind.

Originalpublikation:

Moritz Ingendahl, Anna Schulte, Florian Weber, André Vaz, Johanna Woitzel, Hans Alves: Choosing to Believe: How Active Sampling Enhances the Truth Effect, in: Journal of Experimental Psychology: General, DOI: 10.1037/xge0001888, https://dx.doi.org/10.1037/xge0001888

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