Grafik Überzeugungsmuster junger Frauen zur weiblichen Rolle (20- bis 30-jährige Frauen, Angaben in Prozent) Copyright: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB)

Tradwives – Junge Frauen in Deutschland vertreten mehrheitlich ein egalitäres Rollenbild


Bei jungen Frauen in Deutschland dominiert ein egalitäres Rollenbild: Knapp zwei Drittel von ihnen haben entsprechende Einstellungen zur weiblichen Rolle. Sie erwarten beispielsweise keine negativen Folgen aus der Erwerbstätigkeit von Müttern auf ihre Kinder und sehen eine traditionelle Arbeitsteilung tendenziell nicht als die beste Lösung für Familien an. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) hervor. Die Analysen basieren auf den Einstellungen zur weiblichen Rolle von 2.709 Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren, die über das familiendemografische Panel FReDA (2021 und 2023) befragt wurden.

Wiesbaden/Germany, 22. Oktober 2025. – Die Evolution hat vorgesehen das bei Menschen nur das weibliche Geschlecht Nachwuchs in die Welt bringen kann. Das einfache, triviale Denken von Menschen reduziert was in der Folge die Zuordnung eines sichtbaren Geschlechterlebens zur Folge hat und nicht weiter nachvollziehbar scheint. Männer sind Körperlich stärker und müssen daher körperlich schwer arbeiten bis zur Unterstellung sie seien intelligenter, weshalb nur Jobs infrage kommen, die diesen Zusammenhang belegen. Seit langem ist bekannt das dieser Lebenshaltung eine patriarchale Entwicklungsstufe voraus ging. Analog dazu aber auch die zunehmende Emanzipation der Frau als Gegenbewegung (Vgl. Suffragetten).
Frauen hingegen sind sinnlicher, sie übernehmen daher auch den sinnlicheren Teil der Welt. Die Frage nach Fähigkeit und Eignung bleibt unwesentlich, weil dies bereits gedanklich eine Herausforderung ist. Klischees dieser Form halten sich zum Teil über Jahrhunderte.

In dieser Form ist oder wird auch schnell klar, wenn durch Erkenntnis bewusst wird, woher und wie der Nachwuchs entsteht, dann sind auch Rollen einfach zuordenbar. Zu Zeiten des Steinzeitalters musste der Nachwuchs von Männer beschützt werden, später, als die Umstände mehr Sicherheit boten wurden Frauen und Kinder am Ort gehalten, an dem sie beschützt werden konnten.
In Zeiten vor und noch während der Industriellen Revolution wuchsen Kinder in den Großfamilien auf. Die Bezugsperson Vater Mutter war weniger stark dominant wie heute.

In herausfordernden Zeiten wie es aktuell der Fall ist, ist der größte Schutz für Kinder und Junge Menschen, der in die Lage versetzt zu werden sich selbst schützen zu können. Autonom, was Kinder bereits im 2. Lebensjahr lernen und selbstbestimmt leben zu können, beinhaltet auch die Konsequenz unvoreingenommen und ungefärbt ihre eigene Meinung und Identität zu entwickeln. Erwachsenen nicht nach dem Mund zu reden, sondern früh ein selbstständiges Denken zu entwickeln und selbst entscheiden zu können was wichtig und relevant ist und was nicht.

Aktuell dominiert in weiten Teilen ein Denken in völliger Abhängigkeit einer vorauseilenden Welt, was sich in aufständen – Gesellschaft gegen Staat – bereits seit der Pandemie sehr deutlich gezeigt hat und sich in einer Weiterentwicklung in Bezug auf Klimawandel weiter fortgesetzt hat.
Aktuell kommt die Gesellschaft wieder zurück zum System der Großfamilien. Umstände wie – leben und wohnen wird teurer, Versorgungssystem die Alt und Jung verbinden sind auf dem Vormarsch – sind begünstigt. Für Kinder ist der Beste zukünftige Schutz der, nicht ausschließlich in einer klassischen Familienkonstellation aufzuwachsen, sondern im Sinne dessen das Erziehungsberechtigte da sind, die sich um Sicherheit und Wohlbefinden der Kinder in ihrer Mitte kümmern.

Denn das bringt frühe Selbstständigkeit mit sich und befähigt junge Menschen dazu recht von Unrecht zu unterscheiden. Diese Form eines egalitären Systems ist aus dem Matriarchat entstanden (Vgl. Egalitäre Gesellschaftsformen, Heide Göttner-Abendroth). Dort wuchsen die Nachkommen innerhalb der Sippen auf. Und weil die Dinge in einem Wechselwirkungssystem stattfinden kommen Bedürfnisse auch wieder zurück, die einmal die Gesellschaft geprägt hatten (Vgl. Leviathan, Thomas Hobbes). Was bis heute und aktuell, nach Kriegen und Wirtschaftswunderzeit vielleicht undenkbar wird, kommt allmählich wieder zurück.

Wie aus der genannten Untersuchung hervorgeht, bilden unter den befragten Personen die als konsistent egalitär eingruppierten Frauen mit 62,2 % die größte Gruppe. „Sie stehen für eine partnerschaftliche Arbeitsteilung bei Familie und Beruf und befürworten gleichstellungsbezogene Grundsätze“, erklärt Dr. Sabine Diabaté vom BiB und Mitautorin der Studie. Knapp ein Fünftel (19,3 %) und damit deutlich weniger vertritt ein vereinbarkeitsorientiertes Modell: Diese Frauen unterstützen Gleichstellung zwar grundsätzlich, halten – anders als die Frauen mit einer egalitären Einstellung – eine Vollzeiterwerbstätigkeit von Müttern und Eltern insgesamt jedoch als schlecht vereinbar mit den Bedürfnissen der Kinder. Der reichweitenstarke Social-Media-Trend der sogenannten „Tradwives“ – Influencerinnen, die ein traditionelles Rollenbild von Weiblichkeit, Mutterschaft und Fürsorgearbeit idealisieren – spiegelt sich ebenfalls bei knapp einem Fünftel der jungen Frauen (18,5 %). Diese Gruppe vertritt Einstellungen, die jenen der „Tradwives“ ähneln, weil sie die Mutterschaft als existenzielle Lebensaufgabe einer Frau ansehen, die Ehe stark idealisieren und eine traditionelle Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau befürworten. Dazu zählen etwa die Überzeugungen, dass ein Kleinkind unter der Erwerbstätigkeit seiner Mutter leidet, eine Frau ohne ein Kind kein erfülltes Leben führen könne oder dass sich Frauen stärker auf die Familie als auf eine Karriere konzentrieren sollten.

Religion, Familie und Bildung als entscheidende Faktoren bei „Tradwife“-Überzeugungen

Eine vertiefte Analyse der jungen Frauen, deren Einstellungen zur weiblichen Rolle dem „Tradwife“-Muster stark ähneln, zeigt deutliche Zusammenhänge mit persönlichen Lebensumständen und sozialen Hintergründen: Vor allem Frauen, die sich selbst als religiös bezeichnen, vertreten mit höherer Wahrscheinlichkeit ein traditionelles Rollenbild. Auch Frauen, die selbst Mutter und verheiratet sind, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, solche Überzeugungen zu teilen. Zudem vertreten formal niedrig und mittel gebildete Frauen eher Einstellungen, die dem „Tradwife“-Ideal entsprechen, als hochgebildete. „Höher gebildete Frauen machen im Durchschnitt eher beruflich Karriere und sind häufiger finanziell unabhängig. Womöglich sind sie dadurch egalitärer eingestellt und hinterfragen traditionelle Rollenbilder – oder sie wählen gerade wegen ihrer egalitären Überzeugungen emanzipatorische Lebensentwürfe“, beschreibt Mitautorin Dr. Leonie Kleinschrot vom BiB das Phänomen.

Die Ergebnisse machen deutlich: Traditionelle Bilder der weiblichen Rolle sind zwar auf Social Media sichtbar und somit auch reichweitenstark, prägen jedoch im realen Leben nur eine Minderheit. Die Mehrheit der jungen Frauen in Deutschland orientiert sich an egalitären Vorstellungen.

Originalpublikation:

Diabaté, Sabine; Kleinschrot, Leonie: Tradwives – mehr Hype als Realität? Einstellungen junger Frauen zur weiblichen Rolle. In: BiB.Aktuell 8/2025
https:www.bib.bund.de/Publikation/2025/BiB-Aktuell-2025-8

Weitere Informationen

Lexikon Suffragetten
http://de.gate-communications.com/lexikon/#Suffragetten


Hobbes, Thomas; Leviathan (1651), Reclam Verlag

Göttner-Abendroth, Heide; Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft, Prinzipien und Praxis der Matriarchatspolitik, Drachen Verlag, 2008



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