Polytheismus, Monotheismus

Religion geht einer Gesellschaft voraus und betrifft in Gemeinschaften ein kollektives übergeordnetes Gemeinschaftsbild. Wenn eine Form der Gesellschaft auf viele, auf eine differenzierte Gottheit blickt, dann sind die Vorstellungen sehr Diffus. Es ist kein gemeinsames Wirken der Götter erkennbar. Dieser Gedanke muss das Denken der Menschen zur damaligen Zeit geprägt haben. Der Blick auf die Götterwelt hat sich in der Gesellschaftsordnung niedergeschlagen und damit auch auf die jeweilige Herkunft der Kinder, des Individuums. Wenn es an der Zeit ist, gehen solche Phasen des Menschen, wenn sie abgeschlossen sind, in das kollektive Bewusstsein, vielmehr Unterbewusstsein über. Spätere Generationen erleben diesen Akt dann immer wieder. D.h., zunächst ist das Denken Diffus und muss durch einen Akt der Zusammenführung ein Ziel, eine Orientierung bekommen. Wie ein Mensch der neu in die Welt eintritt, wie Kinder die Welt neu erfahren hängt zu Beginn des Lebens stark vom Blick auf die Eltern ab.

Das Verlassen eines bisherigen Weltbildes kommt der Funktion einer Geburt gleich. Diese Form der Geburt und das sich daraus ergebende Bild für die zukünftige Welt diskutiert Otto Rank im „Trauma der Geburt“. Neben anderen Eindrücklichkeiten steht dem Menschen auch eine Urangst gegenüber, die immer wieder aufs neue zu bewältigen ist. In der Zeit der Mythologie, als gelernt werden musste welche Bedeutung hinter der Kultureigenschaft des Kinderkriegens steht, müssen sich seiner Recherche nach grausamste Vorstellungen realisiert haben.


Polytheismus

Polytheismus heißt so viel wie viele Götter. Begleitet ist diese Vorstellung zu Zeiten einer Kulturentwicklung bei der die Menschen hinter jeder Naturgewalt, hinter jedem Ereignis eine planende, wollende und bewusste Kraft sahen, so wie der Menschen sich selbst sieht und von sich selbst ausgeht, Animismus (Schreibt allem die Existenz einer eigenen Seele zu).
Viele dieser Kräfte wurden dann zu Göttern, Halbgöttern oder anderen geistigen Wesen. Da gab es den Regengott, den Gott, der für Glück und Pech verantwortlich war, die Fruchtbarkeitsgöttin etc. Daraus entwickelten sich die Götterwelten z. B. die der Germanen, Griechen und Römer.

Im Zentrum des Polytheismus steht der sehr differenzierte Glaube an Götter, Göttinnen die man durch das Landschaftsbild, die Bedingungen durch die Umwelt als auch Vorstellungen von Gut und Böse wahrgenommen hat. Ursprünglich, das zeigt die Recherche ist diese Polytheistische Glaubenskultur aus der griechischen Sagen, Götterwelt entstanden. Außer Göttern gab es noch Halbgötter und weitere Fabelwesen wie Centauren, Musen, Nymphen.
Hesoid und Homer gehören wohl zu den bekanntesten Überbringern dieser mystischen Zeit. Homer ist der Legende nach ein blinder Dichter und Rhapsode, dessen tatsächliche Existenz unsicher ist. Es existieren aber die beiden literarischen Werke Ilias und Odyssee, die ihm zugeschrieben werden. Sie sind Quellen für die Kenntnis der griechischen Mythologie und Götterwelt.

Hesiod, ein griechischer Dichter, dessen Werk Theogonie, „die Entstehung der Götter“ die als Quelle für die Kenntnis der griechischen Mythologie und Götterwelt ist. Für die Entwicklung der griechischen Philosophie von kaum zu überschätzender Bedeutung ist aber eine im 7. Jahrhundert v. Chr. aus dem Orient kommende Religion des Dunklen und Jenseitigen, die Orphik, dessen Priester der legendäre Sänger Orpheus gewesen sein soll. Die Seele sei aus einer anderen Welt, als Strafe für eine Schuld an den Leib gefesselt. Sie müsse eine lange Wanderung vollziehen, bevor sie von der Sinnlichkeit erlöst werde.

Über Yoga zum Monotheismus

Die Übergangszeit ist davon geprägt sich nur noch auf einen Gott zu konzentrieren.
Wenn du dich wie beim Yoga oder einer anderen Sportart einmal auf einen Fuß stellst und dein Körper in die Horizontale begibst, dann wirst du erkennen, du kannst ungeübt dein Gleichgewicht nur halten, wenn deine Augen einen Punkt am Horizont fixieren.

In der Übergangszeit dieser Religionen hat sich das Wissen der Menschen auf einen solchen Punkt fixiert. In der christlichen Religion gilt Moses als der demütigste Mensch, durch den Gott gewirkt haben soll. Dieses Abbild in der Welt galt als Orientierung für Menschen um die Konzentration und damit auch die Abhängigkeit auf den einen Menschen und damit auf dieses Bild zu lenken!

Die Konzentration dazu ging in der Ägypthologie, der Aufbereitung von Macht voraus. Von hier aus zog Moses mit einem Volk, aus einer Knechtschaft hinaus in ein Land das ihm eingegeben gewesen sei. Ein Erlebnis für einzelne Menschen wie bei einem Schlüsselerlebnis. Nach langer Zeit ergeben sich aus dem, was man verfolgt oder beobachtet hat plötzlich ein schlüssiges Bild. Was man dann sieht, geht in den Menschen über und wird eins mit ihm.
Genau dieser Vorgang muss damals passiert sein. Ein Mensch, später mehrere könnten diese Beobachtungen gemacht habe das hinter all den Göttern ein Gott stehen würde.

Durch die Geschichte mit dem biblischen Moses hatten die Menschen unter Eingebung den durchdringenden und überzeugten Glauben, das ein Gott etwas befielt und sind dem gefolgt sind. Menschen mussten sich aus der Vorstellung trennen, dass es viele Gottheiten gäbe. Noch heute erlebt man das Pflegen von Göttern im Zusammenhang von Ursache und Wirkung wie ein strafendes Erlebnis. Die neue Konzentration war dann ein Gott der Juden, Christen und der Moslems, genannt Theismus.

Vor dieser Zeit, so die Annahme, sind aus der Mythologie die Religionen zunehmend greifbarer entstanden. Vieles weist darauf hin, das es zuvor Gesellschaften gab die Matrizentrisch organisiert waren. Also Organisationen in den Sippen und Volksstämmen die sich nach bestimmten Regeln durch Frauen gestalteten. Oder wie es modern heißt durch Frauenherrschaft. Bei Frauenherrschaft zur damaligen zeit dürfte es sich aber weniger um ein Verständnis handeln, wie wir es heute kennen oder verstehen. Weder Emanzen noch in Art von Suffragetten. Es ist eine Art Organisationsform in der entsprechend dem weiblichen Geschlecht Bindungskräfte wirken und dadurch Sippen zusammen halten.

In der Entstehungszeit, dem Wechsel zwischen Polytheismus und Monotheismus wurden in den Religionen des Judentums, die Konfession von der Mutter an die Söhne vererbt. Dieser Vorgang spricht ebenfalls für matrizentrisch organisierte Organisationen. Dass es hier immer wieder zu Wechseln kam und Unklarheiten belegt, das es zu dieser Zeit starke Wechselwirkungen gab.

Postskript Herkunft im Judentum

Juden und Jüdinnen in aller Welt sind Angehörige eines Kollektivs, in dessen Wesen die Verschränkung des Ethnisch-Nationalen mit dem Ethisch-Religiösen zum Ausdruck kommt (S. 19, et al Nachama, 2018).
Dem jüdischen Religionsgesetz zufolge ist jemand jüdisch, der eine jüdische Mutter hat oder formell ins Judentum aufgenommen worden ist. Demnach ist ein ehemaliger Sowjetbürger, in dessen Pass als Nationalität „jüdisch“ eingetragen war, nach der Selbstdefinition des Judentums nicht unbedingt Jude, denn die patrilineare Herkunft, die Definition über den Vater, wird in traditionell ausgerichteten jüdischen Gemeinden nicht anerkannt (S. 22, et al Nachama, 2018).
Moses Maimonides hat im Werk Mische Tora erkannt, das sich die Religionszugehörigkeit des Kindes nach der Mutter richtet. Diese Definition basiert auf dem Talmudsatz – „Dein Sohn von einer Israelitin heißt dein Sohn, dein Sohn von einer Nichtjüdin heißt nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn“. Begründet mit einem Bibelvers: „und nicht verschwägere dich mit ihnen, deine Tochter gib nicht seinem Sohne und seine Tochter nimm nicht für deinen Sohn. Denn er würde abwendig machen deinen Sohn von mir, dass sie anderen Göttern dienen“ (Dtn 7,3-4).

Die Matrilinearität ist nach talmudischer Zeit als Teil eines Reformwerkes von den Rabbinen eingeführt worden. Da die mündliche Tora aber nach orthodoxem Verständnis bereits von Mose an überliefert worden ist, wurde Mose mit ihr am Sinai auch die Regel offenbart, dass sich die Religionszugehörigkeit nach der Mutter richtet Juden und Jüdinnen in aller Welt sind Angehörige eines Kollektivs, in dessen Wesen die Verschränkung des Ethnisch-Nationalen mit dem Ethisch-Religiösen zum Ausdruck kommt (S. 23, et al Nachama, 2018).

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